Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: documenta15 (Seite 1 von 2)

Wer ist Chef?

Mensch oder Technik? Die Kunst forscht

Ein alter Streit, ein alter Machtkampf. Wird der Mensch die Herrschaft über seine Technologien behalten? Oder abgeben (müssen)? Einerseits falschgestellte Fragen. In einer Klassengesellschaft sind es wenige Herrschende, die bestimmen, was erforscht, programmiert und produziert wird. Und viele, die sich dem ausgesetzt sehen. Wenn demokratische Medien sie nicht mit Faktenwissen ausstatten, neigen sie zu quasireligiösen Betrachtungen, als sei die Technik “böse”, und nicht der Klassenfeind. Es gäbe viel zu forschen, was die Technik der IT-Monopole mit den Menschen macht. Weiterlesen

Wofür? Wogegen? Mit wem?

“Wer wird aufstehen?” In Deutschland erleben wir ein dolles Phänomen unfreiwilliger Komik. Die Herrschenden halluzinieren “Aufstände” gegen sich selbst. So, als wenn sie sie sich wünschen. Nach ihrer Vorstellung rotten sich die deutschen Nazis zusammen, als Beweis, dass es “keine Alternative” zur herrschenden Herrschaft gibt. Könnte dürftig funktionieren. Aber darauf muss mann erst mal kommen. Weiterlesen

Bumerang

Der Antisemitismus, der über Indonesien nach Kassel zurückkehrte, ist der deutsche, meint Eyal Weizman

mit Update 31.8.

Ein spektakulärer Essay, der nach meinem ersten Lesegefühl gut an Robert Kriegs Text “konbit” anschliesst. Eyal Weizman schrieb ihn für die Berliner Zeitung Rassismus und Antisemitismus werden künstlich getrennt – Die Documenta 15 ist seit Monaten Streitthema. Dabei wird nicht nur indonesische Geschichte verkürzt, sondern auch das Verhältnis von Rassismus und Antisemitismus.” Wer darüber nicht in selbstkritische Reflektion und Nachdenken gerät, der*dem ist intellektuell wirklich nicht mehr zu helfen. Weiterlesen

Dürre noch nicht vorbei

Die Temperaturen haben sich auf unter 30 Grad gemässigt. Aber die Dürre ist bei uns in Beuel noch nicht vorbei. Ab heute sollen Sie wieder tägliche Newsletter erhalten. Wegen der mehrtägigen Unterbrechung will ich zunächst die grössten Klickerfolge der letzten Tage hervorheben und begründen.

Der Platz 1 geht klar an Robert Krieg: “konbit – (kreyol: traditionelle Form der kollektiven Arbeit) oder, was die Documenta 15 anzubieten hat”. Weiterlesen

konbit

(kreyol: traditionelle Form der kollektiven Arbeit) oder, was die Documenta 15 anzubieten hat

In einem offenen Sarg sitzt ein aus metallischen Abfällen geschweißter Maschinenmensch. Er bedient aus der Hüfte heraus die Anmutung eines Schnellfeuergewehrs. Sein Totenschädel lacht dazu herausfordernd. Dieses Objekt eines haitianischen Künstlers ist zur Zeit auf der Documenta 15 zu sehen, zusammen mit weiteren Werken der haitianischen Künstlergruppe „Atis Resistanz“, was in Kreyol, der Landessprache Haitis, „Kunst im Widerstand“ bedeutet. Weiterlesen

Ich habe es gewusst

Indonesien? Wo soll das sein? Haben “wir” da was mit zu tun?

Ich war 8 bzw. 9. Ich hatte Lesen gelernt, und wachsende Lust dazu. Zur Verzweiflung meiner Eltern las ich abends im Bett heimlich unter der Decke. Mit 7 war mir bereits Kurzsichtigkeit diagnostiziert worden. Meine politische Informationsquelle war die “Westdeutsche Allgemeine Zeitung” (WAZ), damals noch zur Hälfte in sozialdemokratischem Familienbesitz. Kein Boulevarddreck mit grossen Buchstaben, aber auch kein bundesweites “Leitmedium”. Nur die Regionalzeitung mit der höchsten Verkaufsauflage, und also gesellschaftlich weit relevanter als die Angebermedien aus München, Frankfurt oder Hamburg. Aus ihr wusste ich von dem Völkermord in Indonesien. Weiterlesen

Hochwasser

In Kärnten sieht es heute ungefähr so schlimm aus, wie vor einem Jahr hier im Westen. Zur Katastrophe im Ahrtal gab es gestern auf Arte einen empfehlenswerten Film von Matthias Fuchs/taglichtmedia, den ich Ihnen in “Erinnerung und Lehren” als Mediathekperle (drei Monate verfügbar) ans Herz und an Ihren Verstand lege. Die Menschen in Kärnten benötigen jetzt ähnliches Mitgefühl wie die im Ahrtal. Es gibt buchstäblich keinen Grund, das ins Vergessen fallen zu lassen. Weiterlesen

Geprüfter Wortlaut

Ulrich Schneider hat für die Junge Welt mit der indonesischen Künstler*innen*gruppe Taring Padi gesprochen. Ja tatsächlich, direkt mit denen, die dieses berühmt-skandalträchtige in Kassel auf- und wieder abgehängte Wandbild produziert haben. Ich enthalte mich in Anbetracht meiner nahezu vollständigen Unkenntnis der politischen und kulturellen Kontexte Indonesiens eines Kommentars. Lesen Sie einfach selbst, was die Leute dazu sagen. Weiterlesen

Moralischer Anker

René Martens zitiert in seiner MDR-Altpapier-Kolumne den Medienforscher Lutz Hachmeister aus einem Podcast: “(Der Journalismus) ist ein außerordentlich opportunistischer Beruf, der das macht, was ihm gerade finanziell (und) politökonomisch (…) zupass kommt, aber ansonsten überhaupt keinen moralischen Anker hat (…)” Das ist genau das, was im Beueler Extradienst nicht so ist. Dafür haben sich gestern und heute folgende Beispiele gesammelt. Weiterlesen

Schlammloch auslöffeln

Was Gutes aus dem documenta-Skandal erwachsen kann

Ein Schweinsgesicht mit Davidsstern. Eine Visage mit Schläfenlocken, Reißzähnen und SS-Runen. Es ist richtig, dass das Werk „People’s Justice“ der indonesischen Künstler:innengruppe Taring Padi auf der documenta abgehängt wurde.

Antisemitismus ist keine „kulturspezifische Erfahrung“, wie das Kollektiv sich verteidigte. Antisemitismus ist ein globales Übel. Er ist immer und überall zu verurteilen, nirgendwo darf ihm ein Podium geboten werden. Weiterlesen

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