Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Einzelhandel (Seite 1 von 2)

Verkehrschaos am Bröltalbahnweg

Der Bröltalbahnweg entwickelt sich zunehmend zu einem Radschnellweg. Nur dass er – fĂŒr die RĂ€der bedauerlicherweise – auch fĂŒr alle anderen Verkehrsteilnehmer*innen (ausser Autos) zugelassen ist. Er ist insofern der “lebende” Beweis, dass auch in einer autofreien Zukunft das Recht des StĂ€rkeren weiter regiert – es sei denn, es gibt eine grundlegend andere Verkehrspolitik und Kultur im öffentlichen Raum. Zukunftsmusik, ich weiss.
Die Gegenwart geht so.Weiterlesen…

Vor Benko auf den RĂŒcken gelegt

Es ist wohl nur Symbolwirkung im Angesicht der Kommunalwahl am 13.9. Die Stadt Bonn als Grundbesitzerin und die Katholische Kirche als GebĂ€udevermieterin haben sich vor Rene Benko, den verurteilten StraftĂ€ter und Immobilienspekulanten auf den RĂŒcken gelegt. Ihnen sind die “ĂŒber 100” ArbeitsplĂ€tze bei Karstadt Bonn nicht egal, wollen sie damit zeigen. Egal sind sie Benko. Und das ist entscheidend.Weiterlesen…

Wie im richtigen Leben

Wer geht insolvent?
Mit bemerkenswerter Transparenz berichtet der Kicker, 13 der 36 Erst- und Zweitligavereine in der Deutschen Fussball-Liga (DFL) drohe in KĂŒrze die Insolvenz, beginnend mit Ende Mai. Vermutlich glauben die Herren damit Druck auf die Politik aufzubauen, um im Mai ihren Kapitalvermehrungsbetrieb wieder aufnehmen zu dĂŒrfen. Sollte das zur Entmachtung der Epidemiolog*inn*en fĂŒhren? Um den Wettumsatz wichtiger Sponsoren anzuheizen, werden keine Vereinsnamen genannt, damit ein heiteres 13-aus-36-Tippen beginnen kann.Weiterlesen…

Bezos hat den LĂ€ngsten

Nicht, dass es mir wichtig wĂ€re. Aber ein Symptom fĂŒr den Kampf um die Weltherrschaft in den Medien ist es. Die Uefa und die europĂ€ischen Fussballkonzerne wollen vom dicksten aller Fische gefressen werden: Amazon. In dieser Liga spielt sonst nur noch das saudische Feudalregime. Und das ist bei der Uefa z.Z. nicht sooo beliebt, weil es im Medienkrieg gegen Katar die Uefa-Champions-League in Piratenmanier parallel ausgestrahlt hat, ohne um die TV-Rechte nachzusuchen.
Der Fussball verzichtet damit freiwillig fĂŒr Geld auf gesellschaftliche Relevanz.Weiterlesen…

Die Militanz im Verkehr wĂ€chst – wie im Internet

Die Situation auf innerstĂ€dtischen Straßen ist von von einer besonderen Art von AufrĂŒstung geprĂ€gt. Gegen Falschparker ziehen zunehmend verkehrsbehinderte Radfahrer oder solche, die sich dazu berufen fĂŒhlen, mit entsprechendnen APPs zu Felde. Falschparker fotografiert, Stelle dokumentiert und per Internet an die Bußgeldstelle der Stadt und ggf. auch noch öffentlich an den Pranger als “Verkehrshindernis” auf einer Seite diverser APP-Betreiber wie “Wegeheld” gestellt. Und wie der Name schon sagt, fĂŒhlen sich deren Betreiber und ihre Kunden vollumfĂ€nglich im Recht. Im Deutschlandfunk ist nachzulesen, welche Interessen dort derzeit zunehmend aufeinander treffen. Dass es dabei zu wachsenden Konflikten kommt, ist Folge einer konzeptionslosen, nicht zuende gedachten Politik. Weil ihre friedensstiftende Funktion versagt hat, gehen die Menschen zunehmend aufeinander los – sei es verbal vor Ort, sei es per Denunziation mittels APP.Weiterlesen…

Generalanzeiger “mordet” Einzelhandel

Als ich heute morgen meinen “Bonner Generalanzeiger” aus dem Briefkasten zog, traute ich meinen Augen nicht. Vor meinen Augen empfahl der GA die WohnungsĂŒberwachungsanlage “Alexa” der Datenkrake “Amazon”. Ich schaute nach links, nach rechts, der Artikel war immer noch da. Nicht im Anzeigenteil, sondern im redaktionellen Teil auf Seite eins!!! Dort wo sonst ĂŒber humorvolles oder skurilles berichtet wird. Nur ist “Alexa” weder humorvoll, noch skurril, sondern die Ahörtechnik eines internationalen Ausbeutungs- und Steuerfluchtkonzerns. Tests von VerbraucherschĂŒtzern haben gezeigt, wie Alexa unautorisiert GesprĂ€che aufzeichnet und speichert, sogar Familenstreits und BeziehungsgespĂ€che – ohne dass die SchlĂŒsselwörter gefallen sind, auf die hin sich “Alexa” angeblich ausschließlich einschaltet.

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Die Zukunft des Essens

Industrialisierung und Standardisierung der Landwirtschaft, schrankenloser Immobilienkapitalismus und Monopolisierung im Online- und Einzelhandel sind keine US-amerikanische Besonderheiten. Sie sind Besonderheiten des expansionssĂŒchtigen und -abhĂ€ngigen, “alternativlosen” Kapitalismus. Und den, das wird wohl niemand bestreiten, haben wir hier auch. Er ist in den USA allenfalls etwas weiter fortgeschritten.
Darum ist dieser “Essensbericht aus den USA” von Christopher Stark/telepolis ein Blick in die Zukunft unseres Essens.Weiterlesen…

Pastis schliesst – und kocht weiter

Die Gentrifizierung schreitet fort. Die Gewerbemieten in der Bonner City sind schon lange unzumutbar. InhabergefĂŒhrte LĂ€den verschwinden, Gastronomie ist nicht mehr betriebswirtschaftlich (und menschenrechtlich) fĂŒhrbar – ausser fĂŒr Franscheiss-Ketten. Die Immobilien-Vermieter werden es erst merken, wenn es zu spĂ€t ist. Und die von ihnen, die es schon bemerkt haben, denen ist es egal, weil sie LeerstĂ€nde “steuermindernd” einsetzen können.
Die Mall am Hauptbahnhof wird das Problem vergrössern.Weiterlesen…

Plattformkapitalismus – Gastronomie

Jan Stich beschreibt in der aktuellen Jungle World anschaulich („Wie wir schlemmen wollen“), dass die Gastronomie sich in einem Ă€hnlichen Umbruch befindet, wie der Einzelhandel. Clevere Netzinvestoren nehmen sie mit Lieferdiensten in den Schwitzkasten. Nur wenige haben es nicht nötig, deren “Service” nicht in Anspruch zu nehmen; die meisten zahlen das Schutzgeld, in dieser Branche “Provision” genannt.

Die meisten Eckkneipenwirte glauben bis heute, das Rauchverbot habe ihnen den Garaus gemacht. Das kann schon deswegen nicht sein,Weiterlesen…

Immobilienboom zuende?

Das wĂ€re ja mal eine gute Nachricht; allein – mir fehlt der Glaube. Die FAZ verbreitet eine entsprechende Botschaft des Immobilienlobby-Instituts Empirica. Wie mĂŒssen wir diese Botschaft lesen?

Empirica, das liegt schon an seinen Auftraggebern, trĂ€gt eine Investorenbrille. FĂŒr die sind die lokalen und regionalen MĂ€rkte, auf denen der Preiswahnsinn galoppiert: das Paradies. Empirica scheint nun zu meinen: das Paradies – in Berlin, MĂŒnchen, Stuttgart – hat Grenzen.

Das ökonomische Problem ist, dass der private Kapitalreichtum sehr Weniger explodiert ist. Das Kapital weiss nicht mehr wohin.Weiterlesen…

Citylogistik vs. Verkehrschaos

von Rainer Bohnet

Unsere dumme Angewohnheit, per PC, Tablet oder Smartphone bei Amazon & Co. alles zu bestellen, was grundsÀtzlich auch im stationÀren Einzelhandel zu bekommen wÀre, ist zwar bequem, löst allerdings hinter den Kulissen eine Maschinerie an, die es in sich hat. Weltweit tÀtige Logistikfirmen mit bunten Flugzeugen und Lkws kommen in Wallung. Oftmals werden deren BeschÀftigte nur prekÀr bezahlt. Sie sind in gewisser Weise die Arbeitssklaven der Moderne. Und durch unser Bestellverhalten wird ein zusÀtzlicher Verkehr generiert, der sich sehr negativ auf die Kommunen auswirkt.

Um das Verkehrsaufkommen zu kanalisieren kommt die Citylogistik wieder ins Spiel, die auf Bonn bezogen vor etlichen Jahren mal zaghaft versucht wurde, damals am Widerstand der Spediteure scheiterte.Weiterlesen…

Kostenloses Parken ist kein Grundrecht

von Rainer Bohnet

Der Parkdruck in deutschen StĂ€dten nimmt unaufhörlich zu. Ganze Stadtteile, wie z.B. die Bonner SĂŒdstadt, sind ganztĂ€gig komplett zugeparkt und selbst auf den Straßen am Stadtrand parken unablĂ€ssig Pkws, die zum Teil den fließenden Verkehr und den ÖPNV behindern. In den letzten Jahrzehnten hat der Motorisierungsgrad erheblich zugenommen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Stellplatzverordnung fĂŒr Neubauten pro Wohneinheit einen Pkw-Parkplatz vorschreiben. Das passt natĂŒrlich nur bei Singles. Sobald dort eine Familie wohnt, kommen zwei bis drei Pkw’s ins Spiel. Und die historischen Stadtviertel wie die Bonner SĂŒdstadt wurden zu einem Zeitpunkt gebaut, als es noch keine Stellplatzverordnung gab und die Menschen zu Fuß unterwegs waren.

Öffentlichen Straßenraum als kostenfreien Parkraum zu nutzen, ist verkehrspolitisch anachronistisch. Diese FlĂ€chen werden von der Allgemeinheit steuerfinanziert und sollten ausschließlich kostenpflichtig fĂŒr parkende Kraftfahrzeuge zur VerfĂŒgung stehen. Ich gehe sogar so weit, von AutokĂ€ufern und -haltern einen Nachweis ĂŒber das Vorhandensein eines Parkplatzes zu verlangen.Weiterlesen…

“Sub-, Sub-, Sub-“. Das Ende der Menschlichkeit in der Logistikbranche

von Rainer Bohnet

Der WDR hat es recherchiert. Und irgendwie hatten wir es ja geahnt. Jeder von uns kennt die Paketzusteller, in der Regel relativ junge Menschen, mit Paketbergen von Morgens bis Abends unterwegs. Immer in Hetze, oftmals mit Privat-Fahrzeugen, manchmal mit rudimentÀren deutschen Sprachkenntnissen.

Wir, die Konsumentinnen und Konsumenten in der digitalen Welt, lösen per Mausklick weltweite AktivitĂ€ten aus, die vor unseren HaustĂŒren eskalieren. Zustellfahrzeuge in allen Farben und mit den Logos globaler Logistikdienstleister bevölkern alltĂ€glich die Straßen und Wege der StĂ€dte und verursachen zum Teil ein veritables Verkehrschaos.

Das eigentliche Problem dieser weltweiten Logistikketten ist allerdings der Mensch, der am Steuer der Zustellfahrzeuge sitzt und hinter den Paketbergen hĂ€ufig sein Gesicht verbirgt. Er erhĂ€lt z.B. bei Hermes und DPD nur den halben Mindestlohn, also 4,42 EUR. Bei einer vollzeitigen 40-Stunden-Woche, die natĂŒrlich in der Praxis völlig illusorisch ist, wird bei diesen Firmen ein Paketzusteller mit 707,20 EUR abgespeist. Da die Zahlung des halben Mindestlohns selbstverstĂ€ndlich illegal ist, wird das Entgelt schwarz ausgezahlt. Und damit kommt der zweite kriminelle Akt dazu, nĂ€mlich der Sozialversicherungsbetrug.Weiterlesen…

StĂ€dtebauliche Chance – bald wieder zubetoniert?

von Andreas Falkowski

Seit einigen Jahren steht nun fest, dass der TausendfĂŒĂŸler, also die Autobahn A565 mitten durch Bonn, wie viele andere BrĂŒcken in NRW auch, marode ist. Es hieß, spĂ€testens in 10 Jahren, also im Jahr 2022, muss der Betonkolloss abgerissen und neu gebaut werden. Direkt schrien EinzelhandelsverbĂ€nde und viele Andere auf, weil ihnen klar war, was das fĂŒr den Verkehr in und rund um Bonn wĂ€hrend der bevorstehenden Bauarbeiten bedeuten wird. Doch außer diesem Wehklagen war ĂŒber Monate und Jahre wenig zu hören. Im laufenden Jahr 2017 wurden dann vom Straßenbetrieb Straßen.NRW insgesamt sage und schreibe 7 Varianten geprĂŒft, kommt am Ende aber zu der glorreichen Entscheidung, dass inzwischen die restliche verbleibende Zeit bis 2022 fĂŒr 5 der 7 Varianten zu kurz ist, um diese noch zu realisieren. Zwar darf die Stadt Bonn jetzt innerhalb von einem Monat vom Landesbetrieb getrieben aus diesen 2 Varianten einen Wunsch Ă€ußern, aber entschieden wird eh am Ende in Berlin beim zustĂ€ndigen BaulasttrĂ€ger fĂŒr Bundesautobahnen.

Klar, so ist die Rechtslage und so sind die ZustĂ€ndigkeiten, und auch klar, Planungen fĂŒr Infrastrukturmaßnahmen, gerade auch von der öffentlichen Hand, bedĂŒrfen sehr langer ZeitrĂ€ume.
Aber kann und darf es wirklich sein, dass die lange Planungszeit der letzten 5 Jahre beim Straßenbetrieb Straßen.NRW und das im Jahr 2022 oder ggfs. auch schon frĂŒher drohende Schwerlastfahrverbot dafĂŒr sorgen, dass in Bonn der gleiche hĂ€ssliche Betonklotz mit all seinen Trennwirkungen in etwa eins zu eins bzw. sogar deutlich breiter wieder aufgebaut wird?Weiterlesen…

Hallo Bonn – mal was Wichtiges von Benko

Nicht dass es Dich als Blinddarm interessieren mĂŒsste, aber da ist gerade ein 1.5 Mrd.-Brocken auf dem Weg vom Hals in die Verdauungsorgane. Die Signa von Rene Benko, ĂŒber umfangreiche Verschachtelungen Besitzer*in von Karstadt und ein paar weiteren unwesentlichen City-Immobilien (Viktoria-Karree), hat gerade mehrere Dutzend Einzelhandels- und Gewerbeimmobilien, u.a. die Hamburger Alsterarkaden, zum Paketpreis von 1,5 Mrd. € erworben. Immerhin halb so viel, wie sie jĂŒngst fĂŒr die Kaufhof-Überreste geboten haben soll. An einem Teil der erworbenen Immobilien hatte Signa bereits Anteile besessen.
Beide VorgÀnge zusammen zeigen, dass Benkos Waschanlage alles Mögliche haben mag, aber gewiss keinen Mangel an zu waschender WÀsche, also keine LiquiditÀtsprobleme. Das unterscheidet sein Immobilien- von den meisten Einzelhandelsunternehmen.

Wo wir hier gedanklich gerade in Bonn sind: die FahrradĂŒberfahrt ĂŒber die KennedybrĂŒcke war heute recht unterhaltsam. An den Laternen sind in deutscher und englischer Sprache vielfĂ€ltige SprĂŒche der unsere Stadt besetzenden KlimaschĂŒtzer*innen angebracht. Die besten, die ich mir merken konnte:
“Bagger zu Pflugscharen”
“Our climate – not your business”.

Benko – lĂ€uft alles

Bonn, der Blinddarm von Signa, ist fĂŒr Rene Benko kein Grund, eine Augenbraue zu bewegen. Interessanter ist, leider auch fĂŒr Bonn, was ihm bald wie eine reife Frucht in den Schoss fallen kann. Der Kaufhof wird, wenn er nicht vollends verfaulen soll, bald vom Baum seines kanadischen Besitzers Hudson Bay runterfallen mĂŒssen – wie praktisch, dass es jetzt Ceta gibt.
Die Kanadier haben ein fĂŒr das Grosskapital ĂŒberlebtes GeschĂ€ftsmodell: Einzelhandel. Viel zu unrentabel, hat viel zu viel mit Menschen zu tun. Alles, was zuviel mit Menschen zu tun hat, mit arbeitenden Menschen, ist viel zu kompliziert, erfordert Zeit, fĂŒr Kommunikation, kurz: zu hohe Kosten.

Benko handelt nicht mit Textilien, Fernsehern, Kochtöpfen und lebenden Fischen (um die Lebensmittelabteilung des Kaufhof wĂ€re es wirklich schade), sondern mit Geld. Dieses wĂ€scht er in Immobilien. Beides hat konkurrenzlose und sichere, sich aktuell immer weiter aufblasende Profitraten. Damit das fluppt, muss man nicht viele arbeitende Menschen bezahlen, sondern nur ganz wenige Politiker*innen, mehr Aufwand pro Person, aber doch im Gesamtaufwand lĂ€cherlich gering, bei aktuell fallenden Preisen – “die Politik”, das kann jede*r erkennen, wird ja auch objektiv immer billiger. Die Welt, der Kapitalismus, kann – vom schönen Österreich aus gesehen – nicht schöner sein.

Diese Chance fĂŒr Bonns City wird ungenutzt bleiben

In der letzten Aprilwoche des Jahres 1972 kam ich das erste Mal nach Bonn, es war eine Klassenfahrt. Es sollte eine sensationell ereignisreiche Woche werden: Deutschland gewann zum ersten Mal in der Fussballgeschichte in Wembley gegen England, Netzer und Beckenbauer beim 3:1 auf dem sportlichen Höhepunkt ihrer Karriere im besten LĂ€nderspiel der DFB-Geschichte; Willy Brandt ĂŒberstand das Misstrauensvotum der CDU/CSU-Fraktion, unser Überleben und der Frieden in Mitteleuropa wurde ĂŒber Jahrzehnte gesichert. Die darauf folgende Bundestagswahl im Herbst des gleichen Jahres hatte die höchste Wahlbeteiligung in der Geschichte unserer Republik.
Aus dem Hauptbahnhof heraus liefen wir direkt vor einen Bretterzaun, so wie heute. Damals wurde das Loch gebaggert, fĂŒr die U-Bahn, und fĂŒr das Loch von heute. Eine der grössten BausĂŒnden in der Stadtgeschichte wurde gerade begangen. Jetzt, 45 Jahre spĂ€ter, ist die SĂŒdĂŒberbauung weg. Ein kommunikatives Kunstwerk,Weiterlesen…

Bonner Baustellen

Es ist eindeutig Sommerloch. Wie ein Glockenschlag wird das alljĂ€hrlich bekannt dadurch, dass in den Lokalzeitungen die RĂŒpel-Radler wieder in den Schlagzeilen sind. Sie landen dort nicht durch konkretes Verhalten oder Ereignisse, sondern: weil Sommerloch ist. Ja, es gibt sie. Genauso, wie seit Jahrhunderten die Möglichkeiten der City-Durchquerung fĂŒr FahrrĂ€der unzureichend sind. Statt eine konsequente Verkehrspolitik zu machen, hetzt die Bonner Kommunalpolitik seit Jahrzehnten die schwĂ€chsten Verkehrsteilnehmer*innen, FussgĂ€nger*innen und Radfahrer*innen aufeinander, so wie sie es z.B. auch mit der Sport- und der Kulturlobby macht, um anschliessend zu sagen: siehste – ohne mich wĂŒrdet Ihr doch nur ĂŒbereinander herfallen.

Ja, die City, und ebenso die Stadtteilzentren, sind gefĂ€hrdet. Die Gefahr geht von den digitalkapitalistischen Plattformen, Logistikkonzernen und vom kapitalgetriebenen Immobilienmarkt aus. Das Plattmachen des Bonner Solarworld-Konzerns mit mehreren hundert hochqualifizierten ArbeitsplĂ€tzen in Bonn ist eine Ausnahme. Das war auch nicht der böse Dumping-Chinese. Es war die CDU/FDP-Bundesregierung 2005-09, die einen BĂŒrgerkrieg gegen die gesamte deutsche Solarbranche entfesselte. Und jetzt endgĂŒltig gewonnen hat; selbst Investorenkapital aus Katar konnte es nicht mehr retten. Damit ist die globale chinesische MarktfĂŒhrerschaft auf Jahrzehnte gesichert. Die Parteispenden von Frank Asbeck waren alle vergeblich.

ZurĂŒck zur City. InhabergefĂŒhrter Einzelhandel und ebensolche Gastronomie sind zu den heutigen Immobilienpreisen nicht mehr möglich.Weiterlesen…

Bad Godesberg – fĂŒr einen lokal- und gesellschaftspolitischen Neuanfang

von Karin Robinet

1. Die Initiatoren des BĂŒrgerentscheides zum KurfĂŒrstenbad haben ihr Ziel knapp verfehlt, in Bad Godesberg jedoch die Stimmungslage getroffen. Die Stimmungslage in Bad Godesberg war ein wichtiger Antriebsfaktor fĂŒr die Motivation der Initiatoren des BĂŒrgerentscheides: Sie wollten die Geschicke der Entwicklung Bad Godesberg nicht mehr alleine der Politik ĂŒberlassen. Axel Bergfeld, Inhaber des Bioladens in der alten Bahnhofstr. und einer der Initiatoren hat dies mehrfach erklĂ€rt und zuletzt auch in seiner Videobotschaft am Samstag den 22.04. Die politischen Akteure Bad Godesberg sollten den Ball aufgreifen und ihre Vorstellungen zur Weiterentwicklung aktiv kommunizieren und dĂŒrfen diesbezĂŒgliche GesprĂ€chsangebote der Initiative nicht ausschlagen.

2. GesprĂ€che bedeuten nicht, die Entscheidung noch einmal in Frage zu stellen. Der BĂŒrgerentscheid eröffnet die ChanceWeiterlesen…

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