Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Evo Morales

Laudatio auf Hans-Christian Ströbele

Wg. grosser Nachfrage: anlässlich der Verleihung des Arnold-Freymuth-Preises präsentiert am 2. Dezember 2018 in Hamm

Sehr verehrter, lieber Christian, liebe Julia Ströbele-Gregor, sehr geehrte Festversammlung, Hans-Christian Ströbele wird heute der Arnold-Freymuth-Preis des Jahres 2018 verliehen. Dazu möchte ich Dir, Christian, herzlich gratulieren.

Hans-Christian Ströbele, 1939 in Halle geboren, zog bald mit seinen Eltern nach Marl, eine Stunde von Hamm entfernt, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Er war sechs Jahre alt, als der Krieg endete, Hitlerdeutschland kapitulierte. Kurz vor seinem zehnten Geburtstag trat das Grundgesetz in Kraft und mit ihm entstand die Bundesrepublik Deutschland. Weiterlesen

Der Aufstieg zum Wunderkorn

Quinoa ist vom unbekannten Getreide zum weltweit gefeierten Superfood geworden. Bäuer*innen in den Anden profitieren davon – noch.

Superfood ist seit ein paar Jahren ein Zauberwort des hiesigen Lebensmittelhandels. Nahezu jedes Jahr wird ein neues Produkt beworben, das wahnsinnig gesund und besonders bekömmlich ist, schlank macht und überhaupt unverzichtbar ist für die Selbstoptimierung. In kritischeren Medien weisen zwar gelegentlich Ernährungswissenschaftler*innen darauf hin, dass es einheimische Produkte gibt, die ähnliche Eigenschaften haben (etwa dass schwarze Johannisbeeren ähnlich viel Vitamin C enthalten wie das Vitaminwunder Acerola aus Amazonien), aber wen interessiert das schon, wenn gerade ein neues Superfood angesagt ist? Weiterlesen

Ohne Ethik keine Zukunft

von Pablo Solón
Warum Lucho und David die Wahlen in Bolivien gewonnen haben

Nach den Vorwahlumfragen schien es ein knappes Rennen zu werden. Nicht einmal die Strategen der MAS hatten mit einem derart deutlichen Sieg von Luis Arce Catacora und David Choquehuanca Cespedes bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Bolivien gerechnet. Am Ende waren es über 25 Prozent Vorsprung vor der Comunidad Ciudadana des sozialliberalen Carlos Mesa. Pablo Solón, unter anderem ehemaliger UN-Botschafter von Evo Morales und Leiter der nach seinem Vater benannten Stiftung Solón, analysiert die Gründe. Weiterlesen

Harte Machtformationen

Sie konnten in Lateinamerika nicht aufgeknackt werden – Interview mit der Soziologin Karin Fischer über die Lehren aus den Pink-Tide-Regierungen
Unter dem Titel „Von Engels gelernt? Linke Utopien und emanzipatorische Praxis in Lateinamerika“ begaben sich im September 2020 etwa 50 Neugierige an die Wuppertaler Uni, um an zwei Tagen den Vortragenden, überwiegend aus dem linken, akademischen Spektrum, zu lauschen und Fragen zu stellen. Auch die ila war vor Ort und hat bei Karin Fischer, Expertin für Globale Soziologie und Entwicklungsforschung an der Uni Linz, nachgefragt. In ihrem Vortrag auf der Konferenz befasste sich Fischer mit „Klassenherrschaft und Weltmarktintegration“ in Lateinamerika. Weiterlesen

Medikamente: Koka, Enten, Staat

Ist es doch gut für die Gesundheit, sich aus dem Zentralorgan des deutschen Grosskapitals, der FAZ zu informieren? Ich bin da etwas hilflos, weil mein Arzt dieses Wochenende noch in Urlaub ist. Urteilen Sie selbst.
Die Koka-Pflanze z.B. ist nicht nur der Rohstoff für Koks, also Kokain. Sie ist auch “reich an Proteinen, Eisen, Vitamin A, Ballaststoffen, Riboflavin, Phosphor und Kalorien”, wie Florian Siebeck im FAZ-Quarterly schreibt. In diesem Text hat er ein Lob der Politik des bolivianischen Präsidenten Evo Morales untergebracht. Weiterlesen

Ein mageres Jahr

von Gerold Schmidt
Mexiko: Bilanz der Regierung AMLO

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador (AMLO) fordert die politische Logik heraus. Ein Jahr nach seinem Amtsantritt steht die Wirtschaft kurz vor einer Rezession, die Menschenrechtslage hat sich in keinster Weise verbessert, die Regierungspartei MORENA ist hoffnungslos zerstritten, gegen verschiedene Großprojekte gibt es Widerstand, das Verhältnis zur Presse ist angespannt. Dennoch bleiben AMLOs Popularitätswerte erstaunlich hoch. Je nach Umfrage stehen immer noch knapp 60 bis gut 70 Prozent hinter dem Präsidenten. Ein Erklärungsversuch und eine Situationsbeschreibung. Weiterlesen

Von Argentinien bis Bolivien

von Gert Eisenbürger
Gedanken zu linkem Autoritarismus und rechten Staatsstreichen in Lateinamerika

Es ist schon lange her, genau 64 Jahre, und doch ist es nützlich, sich das, was im September 1955 in Argentinien geschah, ins Bewusstsein zu rufen und dann darauf zu schauen, was heute in Bolivien passiert. Eine historisch-politische Einordnung in Zeiten polarisierender Debatten und der Vorherrschaft schlichter Freund-Feind-Schemata.

Im September 1955 wurde Juan Domingo Perón mit der in Argentinien so genannten Revolución Libertadora (im Deutschen meist als „Freiheitsrevolution“ bezeichnet) gestürzt. Wichtigster Akteur dabei war das Militär, sodass das Ganze ein Militärputsch war. Gleichzeitig war es mehr als das. Weiterlesen

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