Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: extra3

Coronakrise – schafft sie Failed States?

Berichte und Kommentare zu USA, Schweden, Frankreich, Russland, Spanien, Deutschland
Es gibt keinen politischen oder wissenschaftlichen Handwerkskasten, mit dem die aktuelle Krise in einen gedanklichen Rahmen eingepasst werden kann. Das hat auch Vorteile. Das Denken, Analysieren, SchlĂĽsse ziehen kann sich – potenziell! – freier bewegen. Es kann mehr Kreativität freisetzen. Materielle Bedingung dafĂĽr ist freilich, dass die eigene Existenz nicht bedroht ist. Diese Bedingung wird leider in den meisten Fällen nicht mehr erfĂĽllt. Das illustrieren auch die folgenden Leseempfehlungen:Weiterlesen…

Sie verstehen nicht

Gesine Dornblüth (DLF) / Kölner Schulbürokratie / Kanzlerkandidaten-Warn-APP
mit Update 26.8.
Als Leser*in dieses Blogs wissen Sie, dass ich Stammhörer des DLF-Wochenendjournals bin. Heute melde ich dazu jedoch weniger Begeisterung als Entgeisterung. Gesine DornblĂĽth, 30 Jahre lang Russland-Korrespondentin (“Das Land liebe ich. Putins Politik ist fĂĽr mich inakzeptabel.”) konnte bei ethnologischer Forschung in Deutschland beobachtet werden. Wie kann es nur sein, dass hierzulande Leute den Putin gut finden (ich nicht; mein Lieblings-Wladimir ist Kaminer) und die Politik der EU und der Nato gegenĂĽber Russland zu feindselig (die Hälfte im Osten, ein Drittel im Westen, ich auch) finden?Weiterlesen…

Trumps letztes Mittel

Ist er Jesus?
Sinje Stadtlich/NDR war mir als wache Mitarbeiterin von extra3 und Zapp aufgefallen. Diese Mittwochabendschiene des Senders, die ich als Zuschauer regelmässig aufgesucht habe, wird jetzt vom Sender rasiert, wg. Sparen. Da hat Frau Stadtlich noch einmal GlĂĽck gehabt, dass sie rechtzeitig in die USA gewechselt ist – gute Gesundheit sei ihr gewĂĽnscht – so ein Job ist wahrscheinlich fĂĽr den Sender kostspieliger, als Zapp und extra3 zusammen.Weiterlesen…

Das Virus in der Nebenrolle

Hierzulande drängt die Politik zwar nicht das Virus selbst, aber langsam seine Bedeutung zurĂĽck – wg. angeblicher “Sehnsucht nach Normalität”. Die Medienmacht, die das ĂĽbermittelt, unterschlägt dabei geflissentlich, dass jede’ Jeck unter Normalität was anderes versteht. Es bedĂĽrfte also einer Klärung des Inhalts von Normalität. Es gibt Weltgegenden, die sich gerne darĂĽber den Kopf zerbrechen wĂĽrden. Sie kommen nur leider nicht dazu.
Zuvörderst ist da der SĂĽdrand der arabischen Halbinsel zu nennen, seit Jahrzehnten ein Seuchenherd sondergleichen. Weiterlesen…

Namedropping & Tearsdropping

von Dieter Bott
mit Heinrich Heine im Anhang

1. HEUTE mittwoch am 1.april 2020 bei meinem regelmässigen
frĂĽh-morgendlichen EINKAUF -immer genau der strasse entlang, die von der
frĂĽhlings-sonne beschienen wird — keine paare und nur wenige passanten
passierend (ein doppltes PP = fĂĽr “PFUI Peufel” fĂĽr den verblödeten
botho strauss) die ihre hunde gassi fĂĽhren,Weiterlesen…

Wie fest ist der GrĂĽne Aggregatszustand?

Es soll Leute geben, die es geradezu genial finden, dass die Grünen einen so verflüssigten Eindruck machen. Flüsse enden nicht an einem Ziel. Sie fliessen in Meere und Ozeane. Und kommen in glücklicheren Teilen der Welt als Regen zurück. Dort nähren sie Mensch und Natur. Grössere Teile versickern und kehren über Flüsse dahin zurück, wo sie hergekommen sind. Ist es das, was die Grünen wollen? Sich im wiederkehrenden Kreislauf zu integrieren, ohne zu stören?
Da es mir hier um Politik geht, halte ich das nicht fĂĽr die optimale Idee.Weiterlesen…

Pausieren tut Satiren gut

Es hat etwas von Galeerenarbeit, im Wochenrhythmus Lustiges produzieren zu mĂĽssen. Die Nasen, die das auf BĂĽhnen und vor Kameras spielen, haben es noch am besten: alles wirkt, als sei es von ihnen, Ruhm und Gagen werden von ihnen abgesahnt. Richtig grosse KĂĽnstler*innen sind jedoch die, die ihnen die Texte und Ideen liefern. Und die sind es auch, denen eine Pause besonders gut tut.
Ich lästere gerne ĂĽber diese Pausen, weil sie den geizigen Sendern Geld und Kreativität sparen. FĂĽr Ideengeber*innen und Texter*innen können sie eine Wohltat sein.Weiterlesen…

Bahnscham / Krimineller Vorsatz / 1 ist einstellig

In meiner heutigen MorgenlektĂĽre war die SZ positiv verhaltensauffällig, ganz ohne Paywall. Da gibt es einmal eine Bahngeschichte, wie sie selbst Helmut Lorscheid und mir nach 41 Folgen “Wundersame Bahn” noch nicht passiert ist. Die Kolleg*inn*en von extra3 hatten mal eine ähnliche Geschichte von der Zonengrenze. Aber dass das auch in Deutschlands Grosskapitalshauptstadt und Flugliniendrehkreuz passiert, mit ICEs, dem teuersten Prestigeprodukt der Deutschen Bahn AG, spricht dafĂĽr, dass es sich nicht um ein etwas neckisches Beispiel norddeutscher Provinzialität, sondern etwas grundsätzlich Deutsches handeln muss.
Wie bei der Deutschen Bank.Weiterlesen…

SCHULPFLICHT! – Klimapolitik interessiert DLF-Interviewer nicht

Christoph Heinemann/DLF baute sich heute zum Beweis fĂĽr die #fridaysforfuture-Demonstrant*inn*en auf. Er lieferte sich mit Toni Hofreiter – ich war noch nicht wach – ein rhetorisches Duell darum, wer den Längsten hat. Der passende Kommentar dazu hier im Bild. Die SchĂĽler*innen wollen so lange streiken, bis auch solche Heinemanns verstehen. Das kann dauern.
Während der Routinier Hofreiter sichtliche Mühe hatte, seine Botschaft zu überbringen, gelang das seiner Parteifreundin Luisa Neubauer mühelos, und für Leser*innen wesentlich fruchtbarer.

Auch empfehlenswert:Weiterlesen…

Sorge um Roland Appels Gesundheit

Maischberger / Horst Stern / Frankfurter Schul-Hofkeilerei / Barca
Gestern fanden Sie hier u.a. folgendes Zitat von Alexander Kluge: “Ich muss die Wähler der AfD ernst nehmen, die Partei nicht. Im Fernsehen geschieht das Umgekehrte. Was die Wähler in den ostdeutschen Ländern möglicherweise wollen, wird nicht untersucht. Die Organisation dagegen wird durch Zitat dauernd verbreitet.” Wie ein Weissager. Denn heute finden wir als AnkĂĽndigung der ARD-Kirmes “Maischberger”,Weiterlesen…

Adorno ĂĽber Bach

von Dieter Bott

vielen dank fĂĽr den hinweis auf den 333.geburtstag von johann sebastian BACH — der nach meinem DAS WAR AM –(so-und-sovielten)– … historische ereignisse fĂĽr jeden tag des jahres gestern am 21.märz 1685 in eisenach geboren wurde—er starb am 28.7.1750 in leipzig-„ (buch und zeit verlag,köln)
1
Und was hat ADORNO der spezialist fĂĽr musikalische angelegenheiten—der tradition wie der moderne — dazu zu sagen -?

„die einfachste HISTORISCHE reflexion sollte gegen das histoRISTische bild BACHs misstrauisch machen. BACH starb 6 jahre vor der geburt MOZARTs,zwanzig nur vor der beethovens –als zeitgenosse der ENZYKLOPÄDISTEN
( dh der französchen AUFKLĂ„RUNG – diderot – `d:alambert u.a., ´die die geistige EINFALT und die ökonomische MACHT der katholischen kirche bestritten -und von ihr dafĂĽr verfolgt wurden –Weiterlesen…

Titanic-Leser fordert Humorkritik an heute-Show

von Dieter Bott

LIEBER STEFAN GĂ„RTNER
Sehr geehrte titanic-redaktion

Heute nacht -27.jan-18 um null uhr 45 –nach dem bericht ĂĽber den parteitag der grĂĽnen—-wird die HEUTE SHOW von gestern 26.jan wiederholt –in der ZDF videothek ist sie noch mehrere wochen präsent.
ich bitte SIE und die titanic-redaktion –„HUMORKRITIK „— um eine ausfĂĽhrliche wĂĽrdigung der HEUTE SHOW,die sich selber sowohl „nachrichtensatire“ wie auch „comedy“nennt—ihre einschaltquote ĂĽbertrifft bereits „die tagesschau“ und ihre ironie –und häme—befriedigt offenbar ein weitreichendes politische bedĂĽrfnis der jungen leute

2
Ich möchte IHNEN ein paar stichworte liefern, bin aber unfähig, meine vorurteile gegenüber dem frontmann und sportskameraden OLIVER WELKE aufzulösen
Er erinnert mich an einen der LÜMMEL VON DER LETZTEN BANK , der in der grossen pause die ganze klassen-meute zum toben bringt –und wenn dann der gefürchtete lehrer wütend hereinkommt , sich verdrückt und unsichtbar macht –ER WILL ES NICHT GEWESEN SEIN—

3
Ich nehme WELKE seine kritische pose nicht ab –ich vermute, dass er die verhältnisse und die autoritäten nur wegen ihrer schwäche und unfähigkeit zur straffen fĂĽhrung kritisiertWeiterlesen…

Onlinekapitalismus / Fluchtursachenkapitalismus / Gewaltstatistik / SPD

Marcus Hammerschmitt kritisiert auf Telepolis wie wohlfeile deutsche Amazonkritik. Amazon sei nicht schlimm, weil es einem fiesen US-amerikanischen Milliardär gehöre, sondern weil der Konzern den Gesetzmässigkeiten des Kapitalismus folge.
Der Kapitalismus ist es auch, der in Afrika so viele Menschen zur Migration nötigt: eine Bestandsaufnahme von Jörg Goldberg in der Jungen Welt. Wenn Ihnen das zu viel zu lesen ist, versuchen Sies mit diesem kurzen Beitrag von extra3/NDR.
Birgit Gärtner berichtet sehr gründlich aus den Statistikveröffentlichungen zur Gewaltkriminalität in Deutschland. Ein furchtbares Fundament auf dem die #metoo-Debatte und noch viel mehr notwendig ist. Der gefährlichste Ort für eine Frau ist: zuhause. Dort finden die meisten Gewalttaten, und übrigens auch die meisten Unfälle, statt. Hören Sie zur Thematik sexueller Übergriffigkeit auch das heutige Wochenendjournal des Deutschlandfunks.
Majid Sattar/FAZ schreibt seine Sorgen um die SPD. Manche mögen es rechtsszialdemokratisch nennen, für ein rechtskonservatives, in Teilen reaktionäres, Kampfblatt wie die FAZ ist es bemerkenswert guter und anständiger Journalismus.

Statt extra3 und heute-show: Albert Schäffer

Gut, die CSU interessiert uns hier im Westen eher weniger, so lange sie uns nicht belästigt. Gelegentlich können wir sie aber beneiden für ihren Sinn für Theatralik, Dramaturgie, Pathos. Nur mit ihrer Selbstbesoffenheit können wir hier im Rheinland ansatzweise mithalten. Da wir hier auch immer Geschmack an inszenatorischer Kraft entwickeln, denken Sie nur an Adenauer!, halte ich eine ausdrückliche namentliche Empfehlung heute für besonders angebracht.
Albert Schäffer, einst als Landeskorrespondent hier im nordrhein-westfälischen Exil, wurde von seiner Frankfurter Arbeitgeberin (FAZ) vor einigen Jahren in die Heimat versetzt. Und mein Gefühl ist: hier ist er ganz bei sich. Er weiss alles zu entschlüsseln und uns so zu erklären, dass wir, ganz zurückhaltend formuliert, nicht gelangweilt sind. Bei ihm kann ich, obwohl das Sujet CSU dazu in der realen Welt wenig Anlass bietet, ein Amüsement nicht unterdrücken. Danke für diese Aufhellung eines grauen Tages!
Hier eine kleine Sammlung früherer Schäffer-Texte:

ZDF – das neue Erste?

Schon seit längerem fĂĽhrt das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), allenfalls bedrängt von der Summe der Dritten, die deutsche Einschaltquotentabelle an. Wenn es einen Staatssender gibt, dann ist es dieser. Das Bundesverfassungsgericht musste immer wieder eingreifen, um die grundgesetzlich vorgeschriebene Staatsferne bei der Zusammensetzung seiner Aufsichtsgremien durchzusetzen. Die öffentlich-rechtliche Konkurrenz von der ARD profitiert von und leidet unter dem Föderalismus. Sie setzt sich aus 9 Anstalten zusammen, sogar die Zwergstaaten Bremen und Saarland haben immer noch eigene. Während Bremen frĂĽher durch kreative Programminnovationen glänzte, erinnert sei an das Interviewergespann Christian Berg und Michael Geyer oder an die FrĂĽhzeit der Talkshow “III nach neun“, können sich die meisten Zuschauergenerationen daran schon nicht mehr erinnern. Das Saarland hatte frĂĽher mit Jochen Senf zumindest einen skurril-originellen Tatort-Kommissar (der Gourmet mit dem Rennrad), kennt heute auch keine*r mehr.

Trotz komplizierter Aufsichtsstruktur dĂĽrfte also das ZDF die kĂĽrzeren anstaltsinternen Entscheidungswege haben. Und während wir es in der alten BRD-Zeit noch als “CDF” bezeichneten, also als Verschmelzung von Kohl-CDU und Fernsehen, haben sich auch diese Unterschiede abgeschliffen.Weiterlesen…

“Quatsch oder Aufklärung?” – Analyse von TV-Satire

von Prof. Bernd Gäbler

Medienpolitische Tagung der Otto Brenner Stiftung am 15. November

Kurzfassung der Keynote für das Podiumsgespräch

1. Das Lachen
Wenn Götz Hamann (Die Zeit) schreibt, die „heute show“ trage zum Glaubwürdigkeitsverlust des Qualitätsjournalismus bei, weil sie gegen Politiker, Bosse und Journalistenkollegen „ätze“, ständig „Skandal“ rufe und die Pointen stets „destruktiv“ seien, zeigt er wie dringend notwendig eine Verständigung über Satire ist. Vor allem in den neuen Bundesländern gibt es Wissenschaftler (so der Politikpsychologe Prof. Thomas Klische, Uni Magdeburg-Stendal), die die „heute show“ mitverantwortlich machen für den Aufstieg der AfD, weil diese Politiker „herabwürdige“.
Da liegt ein fundamentales Missverständnis vor: Wie kann es zu dieser Verwechselung, diesem Nicht-unterscheiden-können von „heute show“-Häme und Pegida-Hass, von Gernot Hassknecht und Lutz Bachmann kommen?
Da läuft etwas grundlegend falsch: Basis fĂĽr eine solche Fehl-Wahrnehmung ist nicht ein unterschiedliches GefĂĽhl fĂĽr Humor, sondern fĂĽr Demokratie.Weiterlesen…

Endlich wieder BrĂĽckenzoll

Als Beueler vermeidet man RheinĂĽberquerungen, wenn man nicht rĂĽber “muss”. Ebenso verständnislos steht man der Tatsache gegenĂĽber, dass immer wieder linksrheinische Menschenmassen Beuel unkontrolliert ĂĽberschwemmen, und die BrĂĽcke nach Lust und Laune ĂĽberqueren, um Busse, Bahnen, Bioladen, Eisdiele, Programmkinos und demnächst das Pantheon zu ĂĽberfĂĽllen. Um Fluchtursachen von Linksrheinern zu begrenzen, werden jetzt in Beuel schon Studentenwohnheime gebaut. Ein besonderes Problem sind die Fahrradfahrer*innen, die sich in besonders ungehemmter Weise vermehren. Man fragt sich, wann endlich ein Buch von Sarrazin ĂĽber sie erscheint.
In einem Anflug von Unbeherrschtheit und tierischen Instinkten unternahm ich heute morgen dennoch einen Versuch, mit dem Fahrrad nach Bonn rĂĽber zu fahren. Ich ahnte, dass ich was Verbotenes tat, aber meine Unvernunft hatte mich ĂĽbermannt.Weiterlesen…

© 2020 Beueler Extradienst

Theme von Anders NorĂ©nHoch ↑