Thema: Faschisten

Mordbrenner im Nadelstreifen ?

Von , am Mittwoch, 6. November 2019, in Politik.

Ich mache seit achtundvierzig Jahren Politik und schreibe. Ich habe als Jungdemokrat mit der sowjetischen Komsomol und der FDJ der DDR gestritten, mich mit der NPD-Jugend in den Siebzigern gewaltlos auseinandergesetzt, Antifaschismus- und Antirassismuskampagnen durchgeführt. Bei den Grünen NRW “Farbe bekennen – Rassismus ächten!” 1993 – Ich war (und bin) sprachlos angesichts dessen, was in diesem meinem Land derzeit passiert. Morddrohungen gegen Cem Özdemir und die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, nachdem der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübke von Neonazis ermordet und beinahe eine Synagoge in Halle Schauplatz eines Massenmords an Juden wurde. Ich selbst stehe auf einer “Liste” der Reichsbürger, Weiterlesen

Dreckschleuder Amazon

Von , am Mittwoch, 28. November 2018, in Allgemein, Lesebefehl, Politik.

Ich habe heute an einem elektronischen “Weihnachtswichteln” teilgenommen. Nun benutze ich als Browser “Startpage”, der im Gegensatz zu Google beim Surfen KEINE IP-Adressen speichert und weitergibt, und vielleicht mag es daran gelegen haben: Als Wunsch des gelosten Geschenkpartners (ich kenne ihn gut, er ist da nicht verdächtig) wurde mir ein “Weihnachtsgeschenk” von Amazon empfohlen, weil sich das “Wichtelportal” offensichtlich durch Amazon-Reklame finanziert: “Stielhandgranate – M24 Erster und zweiter Weltkreg” Deko aus Holz EUR 14,99! Gehts noch? – dachte ich und wurde neugierig, was denn da “Amazon” noch so anbietet. Ein Klick auf die Granate und weiter: Weiterlesen

Schöne, einfache Mythenbildung

Von , am Samstag, 19. August 2017, in Politik.

von Bettina Gaus
Charlottesville und der Kitsch der Geschichte: Im US-Bürgerkrieg ging es zunächst keineswegs um die Abschaffung der Sklaverei.

Bekanntlich sind es die Sieger historischer Konflikte, die Geschichte schreiben. Das moderne Stichwort heißt Deutungshoheit. Was allerdings nicht dasselbe bedeutet wie Wahrheit oder Gerechtigkeit, wie sich derzeit bei der Kontroverse über den richtigen Blick auf den US-Bürgerkrieg zeigt.
Angesichts des rassistischen Mobs in Charlottesville und eines Präsidenten, der den Faschisten zuzwinkert, fällt es schwer, ausgerechnet diejenigen zu kritisieren, die sich den Extremisten auf dem Weg in die Barbarei entgegenstellen. Aber es ist nötig. Denn in diesen Tagen lässt sich besichtigen, wie Mythenbildung entsteht.

Wer noch nie vom Sezessions­krieg gehört hat, hat es im Augenblick – scheinbar – leicht, die Wissenslücken aufzufüllen: Böse Sklavenhalter im Süden lehnten sich 1861 widerrechtlich gegen aufrechte Gegnerinnen und Gegner der Sklaverei in den Nordstaaten auf. 1865 siegten die Guten. So klar, so einfach, so schön. So falsch. Weiterlesen