Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Faschisten

Gauland – dumm ist er nicht

Der AfD-Chef will, dass die Partei in ThĂŒringen fĂŒr Ramelow stimmt. Selbst wenn die Faschisten ihn wĂ€hlen, heißt das nicht, dass er der Falsche ist.
Was immer man Alexander Gauland vorwerfen kann – und das ist eine Menge –: Dumm ist er nicht. Der Ratschlag des AfD-Ehrenvorsitzenden, die thĂŒringische Landtagsfraktion seiner Partei möge bei einer neuerlichen Wahl des MinisterprĂ€sidenten den Kandidaten der Linkspartei Bodo Ramelow wĂ€hlen, ist ebenso perfide wie intelligent. Was wĂ€re denn die Folge, wenn die AfD fĂŒr Ramelow stimmte?Weiterlesen…

Kemmerich durch Nazis MinisterprÀsident

Der FDP-Vorsitzende von ThĂŒringen hat sich mit den Stimmen von Bernd Höcke und seinen Neonazis sowie der CDU und FDP zum MinisterprĂ€sidenten wĂ€hlen lassen. Der Tabubrecher, der sich eben noch mit den Stimmen des Faschisten Höcke in Amt heben ließ, behauptete anschließend, gegen jeden Radikalen von rechts oder links Politik machen zu wollen. Wes Geistes Kind muss ein Politiker sein, der im Ernst glaubt, sich mit den Stimmen der AfD wĂ€hlen lassen zu können, dabei von “bĂŒrgerlicher Politik” zu reden und meint, anschließend mit CDU, SPD und GrĂŒnen “konstruktive” GesprĂ€che fĂŒhren zu können?Weiterlesen…

Mordbrenner im Nadelstreifen ?

Ich mache seit achtundvierzig Jahren Politik und schreibe. Ich habe als Jungdemokrat mit der sowjetischen Komsomol und der FDJ der DDR gestritten, mich mit der NPD-Jugend in den Siebzigern gewaltlos auseinandergesetzt, Antifaschismus- und Antirassismuskampagnen durchgefĂŒhrt. Bei den GrĂŒnen NRW “Farbe bekennen – Rassismus Ă€chten!” 1993 – Ich war (und bin) sprachlos angesichts dessen, was in diesem meinem Land derzeit passiert. Morddrohungen gegen Cem Özdemir und die BundestagsvizeprĂ€sidentin Claudia Roth, nachdem der Kasseler RegierungsprĂ€sident Walter LĂŒbke von Neonazis ermordet und beinahe eine Synagoge in Halle Schauplatz eines Massenmords an Juden wurde. Ich selbst stehe auf einer “Liste” der ReichsbĂŒrger,Weiterlesen…

Dreckschleuder Amazon

Ich habe heute an einem elektronischen “Weihnachtswichteln” teilgenommen. Nun benutze ich als Browser “Startpage”, der im Gegensatz zu Google beim Surfen KEINE IP-Adressen speichert und weitergibt, und vielleicht mag es daran gelegen haben: Als Wunsch des gelosten Geschenkpartners (ich kenne ihn gut, er ist da nicht verdĂ€chtig) wurde mir ein “Weihnachtsgeschenk” von Amazon empfohlen, weil sich das “Wichtelportal” offensichtlich durch Amazon-Reklame finanziert: “Stielhandgranate – M24 Erster und zweiter Weltkreg” Deko aus Holz EUR 14,99! Gehts noch? – dachte ich und wurde neugierig, was denn da “Amazon” noch so anbietet. Ein Klick auf die Granate und weiter:Weiterlesen…

Schöne, einfache Mythenbildung

von Bettina Gaus
Charlottesville und der Kitsch der Geschichte: Im US-BĂŒrgerkrieg ging es zunĂ€chst keineswegs um die Abschaffung der Sklaverei.

Bekanntlich sind es die Sieger historischer Konflikte, die Geschichte schreiben. Das moderne Stichwort heißt Deutungshoheit. Was allerdings nicht dasselbe bedeutet wie Wahrheit oder Gerechtigkeit, wie sich derzeit bei der Kontroverse ĂŒber den richtigen Blick auf den US-BĂŒrgerkrieg zeigt.
Angesichts des rassistischen Mobs in Charlottesville und eines PrÀsidenten, der den Faschisten zuzwinkert, fÀllt es schwer, ausgerechnet diejenigen zu kritisieren, die sich den Extremisten auf dem Weg in die Barbarei entgegenstellen. Aber es ist nötig. Denn in diesen Tagen lÀsst sich besichtigen, wie Mythenbildung entsteht.

Wer noch nie vom Sezessions­krieg gehört hat, hat es im Augenblick – scheinbar – leicht, die WissenslĂŒcken aufzufĂŒllen: Böse Sklavenhalter im SĂŒden lehnten sich 1861 widerrechtlich gegen aufrechte Gegnerinnen und Gegner der Sklaverei in den Nordstaaten auf. 1865 siegten die Guten. So klar, so einfach, so schön. So falsch.Weiterlesen…

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