Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: FC Liverpool

Virtuelle Bratwurst

Rette-sich-wer-kann in Politik und Fussball / Wie Tsipras: der Genosse Sanchez soll hÀngen (gelassen werden)
FĂŒr das Virus sind alle gleich? Der Mensch wĂ€re nicht Mensch, wenn er dieser Natur nicht ein Schnippchen schlagen wĂŒrde. Er verwandelt das Virus mit schlichtesten Mitteln zu einem Turbo zur Spreizung und Beschleunigung bestehender KlassenverhĂ€ltnisse. Und wiederum lĂ€sst sich das am Beispiel des Fussballs lernen. Der heimliche RWE-Fan Friedrich KĂŒppersbusch brachte seine Liebe heute virtuos in seiner taz-Kolumne (“Und was machen die Borussen”) unter: in der Vierten Liga versuchen sie sich mit virtuellen StadionwĂŒrsten zu retten. Hauptgedanke ist sicherlich, auf die Weise Aufmerksamkeit fĂŒr seine Not zu erregen, eine Chance die vielen anderen nicht vergönnt ist.Weiterlesen…

MĂŒssen BVB-Fans leiden?

von Gert Samuel
Der BVB hat zwei Spiele hintereinander verloren, jeweils auswĂ€rts mit 2:3 im Pokal in Bremen sowie 3:4 in der Bundesliga in Leverkusen – und das nach drei Siegen zum Auftakt der RĂŒckrunde mit 15:4 Toren. MĂŒssen BVB-Fans nun leiden?
Es ist irgendwie kurios. Alle Fußballfans, außer denen des FC Bayern, finden es langweilig, wenn die Jahr fĂŒr Jahr Meister werden. In der vorigen Saison wurde es zum ersten Mal wieder spannend, weil der BVB eine super Hinrunde hinlegte – Ausnahme: die Niederlage bei der Fortuna aus DĂŒsseldorf. In der RĂŒckrunde klappte es dann nicht mehr so gutWeiterlesen…

Bezos hat den LĂ€ngsten

Nicht, dass es mir wichtig wĂ€re. Aber ein Symptom fĂŒr den Kampf um die Weltherrschaft in den Medien ist es. Die Uefa und die europĂ€ischen Fussballkonzerne wollen vom dicksten aller Fische gefressen werden: Amazon. In dieser Liga spielt sonst nur noch das saudische Feudalregime. Und das ist bei der Uefa z.Z. nicht sooo beliebt, weil es im Medienkrieg gegen Katar die Uefa-Champions-League in Piratenmanier parallel ausgestrahlt hat, ohne um die TV-Rechte nachzusuchen.
Der Fussball verzichtet damit freiwillig fĂŒr Geld auf gesellschaftliche Relevanz.Weiterlesen…

Stirbt das Strategie-Handwerk aus?

Im Fussballbusiness, in der Politik, in grossen Medien
Der Fussballkonzern aus dem sĂŒddeutschen Raum hat es nötig, ein schlechtes Spiel mit einem ziemlich teuren Spielerkauf PR-technisch zu ĂŒberdecken. Vermutlich klopfen sie sich dort gegenseitig auf die Schultern, weil der schwĂ€chliche Sport”journalismus” darauf wieder reingefallen ist. Der teure Spieler Coutinho ist zweifellos ein begnadetes, aber auch verdĂ€chtig “ewiges” Talent, und wurde von tatsĂ€chlichen Spitzenvereinen, Barca und zuvor Liverpool, gerne abgegeben. Weil er zwar gut spielt, aber keine Mannschaft, verstanden als soziales GefĂŒge, weiter gebracht hat. Nun wird die deutsche Fussballbranche von Rationalisierungstendenzen in den grossen Medienkonzernen bedroht. Weiterlesen…

Barca-Huldigung II

Ein Spiel, von dem ich noch am nĂ€chsten Morgen zehre, gedanklich noch ganz benommen bin. Javier CĂĄceres/SZ, Experte seiner Redaktion, liefert eine gute Analyse. Zwei Szenen gab es, die in der heutigen Berichterstattung kaum gewĂŒrdigt werden.
Marc-AndrĂ© ter Stegens Paraden werden alle aufgezĂ€hlt. Damit kann jeder Torwart bei Journalist*inn*en glĂ€nzen, und es macht sich gut in Videoschnipseln. Seine ganze Klasse zeigte er aber in seiner schwĂ€chsten Szene.Weiterlesen…

Wer will mit Barca in einer Liga spielen?

Die Supderduper-Geldscheisserei-Liga der Zukunft wird ein Frage zu klĂ€ren haben: wer wird hinter Barca Vizemeister? Diese Langeweile wird schlimmer als die Bundesliga. Fragen Sie mal beim FC Liverpool. Oder gar bei Real Madrid, der spanischen Mittelklassemannschaft. Es gibt eine Hoffnung fĂŒr diese Irren-Liga: dass sie erst startet, wenn Lionel Messi, der im nĂ€chsten Monat 32 wird, in Fussballerrente gegangen ist.
Dann wird Barca sich nĂ€mlich neu erfinden mĂŒssen.Weiterlesen…

Die Zauberei des Fussball-Lehrens

Wie die Jungs mussten auch die deutschen Fussball-Frauen lernen, dass es einen Rest der Welt gibt, der es auch gelernt hat. Es gibt kein Grund- und Menschenrecht darauf, dass immer Deutschland eine WM gewinnt. Selbst bei der letzten, fussballerisch begeisternden EM 2017 in den Niederlanden (ausgerechnet “Holland”), mussten die deutschen Ladies, als es interessant wurde, zugucken.
Bei der Suche nach einer Trainerin, die seine Frauschaft besser machen könnte, fiel der Blick des DFB auf seine ehemalige Spielerin, die Duisburgerin Martina Voss-Tecklenburg.Weiterlesen…

CL – unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Als Grosssponsor der Grossmafia Uefa hĂ€tte ich heute abend böse Kopfschmerzen bekommen. Bekanntlich sind Spiele der sog. Champions League nicht mehr im frei empfangbaren TV oder auf kostenfreien Streamingplattformen zu sehen. Ich begab mich – aus rein fachlichem Interesse, meine Lieblingsmannschaft hatte heute ganz normales Training ;-) – also in meine Fussballkneipe. Und siehe da: fĂŒr die Spiele um 18.55 h (Barca – PSV, Inter – Spurs) musste ich ausdrĂŒcklich ums Umschalten bitten; es lief noch ein Nachholspiel der 2. Liga.
So genoss ich den kultivierten Fussball von Barca mit einer weiteren Galavorstellung von Lionel Messi, und einem Zaubertor eines gewissen Ousmane Dembele (Ex-BVB) wie es sich fĂŒr einen Connaisseur gehört – allein. Es war dann auch das Beste dieses Fussballabends.Weiterlesen…

BVB am Grabbeltisch

Der Fussball im Sommerschlussverkauf

Lucien Favre ist nicht zu beneiden. WĂ€hrend seine VorgĂ€nger im Amt des obersten BVB-Fussballlehrers mit frisch entdeckten Talenten wie Mikhitaryan, Aubameyang oder Dembele verwöhnt wurden, muss er sich mit Human Ressources-Ware vom Grabbeltisch begnĂŒgen: Axel Witsel, von der Ersatzbank der belgischen Nationalmannschaft, mit 29 in den MillionĂ€rsvorruhestand nach China verschickt, wurde heim nach Europa geholt. Von der Ersatzbank des FC Liverpool ist Divock Origi in Dortmund im GesprĂ€ch, der in der abgelaufenen Saison die Lowperformer von VW Wolfsburg nicht vor der Abstiegsgefahr bewahren konnte. Und wer den BVB gestern in FĂŒrth hat spielen sehen, muss zugeben: ja, Origi wĂ€re eine VerstĂ€rkung.Weiterlesen…

Klopp doch nicht so links?

Vor dem gestrigen Finale habe ich mir gestern auf alten DVDs meine Zusammenschnitte von der WM 2006 angesehen. Nebenbei: mit Videobeweis wĂ€re sie anders verlaufen, z.B. zugunsten Ghanas. Damals kommentierte ein gewisser Jungtrainer von Mainz 05 in der Halbzeitpause und nach den Spielen fĂŒr das ZDF. Er begrĂŒndete so seinen phĂ€nomenalen Erfolg als Medienfigur, u.a. mit seinem Hinweis auf einen “Streik” der brasilianischen Abwehr bei einem Zidane-Freistoss, die heute so gross ist, dass sich komplette Grossvereine und Mannschaften hinter ihm verstecken können.
Meine Unterstellung ist, dass das insbesondere fĂŒr seine geschĂ€ftlichen Interessen entscheidend war und ist.Weiterlesen…

Weltmeister von heute ist der von 1998

Es war zwar ein torreiches, aber kein sehr niveauvolles Finale. In meiner Fussballkneipe hatte Kroatien klar mehrheitliche Sympathien – als die scheinbar “Kleinen” Aussenseiter. Wie hier schon ausgefĂŒhrt, kann ich selbst fĂŒr einen Fussballarm der Organisierten KriminalitĂ€t keine Sympathien aufbringen; andererseits muss ich gestehen: fĂŒr die französische Seite habe ich derartiges nicht recherchiert. Aber die französische Equipe hat immerhin die Vielfalt der (mĂ€nnlichen) Menschheit – und bei den Fussballfrauen tun sies auch – angemessener reprĂ€sentiert.
Die WMs und Nationalmannschaften sind, das wurde heute fussballerisch sichtbar,Weiterlesen…

Syrien / Klopp / Sport inside

Überraschung: die Guten, die Anti-IS-Koalition hat in Syrien Kriegsverbrechen begangen. Und deutsche Waffen und deutsches Geld waren selbstverstĂ€ndlich mittendrin. Das hat Amnesty International untersucht, hier eine deutschsprachige Mitteilung, hier der komplette Report englisch.

Endlich kratzt mal eine an JĂŒrgen Klopp. Birgit Schönau muss sich dafĂŒr aus Italien melden, und hat gut beobachtet. Klopp wird verehrt, weil er so eine glĂ€nzende PR-Performance hat, die allein viel wert ist, fĂŒr ihn selbst, seinen Verein und die eskortierenden Medien. Aber es gibt immer eine RĂŒckseite, Weiterlesen…

Bonn & Liverpool: Spektakel-Fussball

Ich gestehe: ich war gestern nicht im Sportpark Nord. Das Geschehen an der Anfield Road in Liverpool, dem zweitspektakulĂ€rsten Fussballstadion der Welt, gleich nach dem Westfalenstadion, erschien mir im vorhinein wichtiger. Die Spielpaarung Voraussicht vs. Irrtum endete gestern Abend fĂŒr mich exakt unentschieden 7:7.

Im Abstiegskampf der 4. Liga siegte der Bonner SC gestern nach einem 0:0 zur Halbzeit und einem 0:1-RĂŒckstand mit 5:2. Gegen den SV Rödinghausen, ausfĂŒhrlicher GA-Spielbericht hier. Ich habe mich heute dann doch mal der MĂŒhe unterzogen, ĂŒber dieses merkwĂŒrdige Rödinghausen zu recherchieren. Es liegt nur knapp noch in NRW, noch weit nördlich einer Stadt, an deren Existenz es verbreitete Zweifel gibt. Aber ich kenne einen aus der Gegend: Martin Budich, der regelmĂ€ssig illegalWeiterlesen…

Geldmonster CL – auch von Langeweile bedroht

Was wĂŒrde die Uefa-Champions-League nur ohne ihre Zirkuspferdchen Messi und Ronaldo machen? Ronaldo gelang ein weiteres Zaubertor. Seine technische Perfektion, vermutlich durch manisches Individualtraining erarbeitet, ist unbestritten. Messi versetzt nur durch seine Erscheinung und sein sporadisches Eingreifen ins Spielgeschehen Gegner in Angst und Schrecken. Das mal theoretisch abgezogen war der Rest berechenbare Langeweile.

„Rausch“ nennen die heutigen Schlagzeilen, was der von JĂŒrgen Klopp gecoachte FC Liverpool gestern bei seinem 3:0 gegen Guardiolas ManCity gezeigt habe. Was fĂŒr ein Quatsch.Weiterlesen…

FC AudiAdidasAllianz zieht ARD eine lange Nase

Die Quoten-Strichjungen in der ARD-Programmdirektion haben es diesen Sommer wieder nicht leicht. Keine WM, keine EM (der Jungs), kein Olympia. Da haben sie sich am Grabbeltisch das Kirmesturnier in einer Großstadt im sĂŒddeutschen Raum andrehen lassen, in dem Glauben, Trainingseinheiten des dort regional fĂŒhrenden Fussballvereins wĂŒrden nördlich des Main TV-Zuschauer*innen aus ihrer Liegeposition hochlocken. Nicht gemeldet wird, wieviel von unserem HaushaltsgebĂŒhrengeld sie dabei an die armen Akteure, in deren Aufsichtsrat die Kleinunternehmen Audi, Adidas, Allianz, Telekom und ein Ex-VW-Boss sitzen, umverteilt haben. Ging jedenfalls ungefĂ€hr so schief, wie gestern der “Dieselgipfel“.
Im Einzelnen: der gastgebende Verein, der von gerichtsfest verurteilten Kriminellen angefĂŒhrt wird, qualifizierte sich sportlich leider nur fĂŒr das “Spiel um den dritten Platz”. Das sollen gestern ca. 2,5 Mio. Zuschauer*innen gesehen haben, also ein Drittel dessen, was die Frauennationalmannschaft, solange sie bei ihrer EM dabei war, vor die Glotze gelockt hat. Weiterlesen…

6 Punkte gegen Bayermonsanto

Zum objektiv-sachlchen Spielbericht bitte hier entlang.
Wir Gladbacher sollten der Werksmannschaft von Bayermonsanto anbieten, demnĂ€chst beide Saisonspiele im Borussiapark auszutragen. Die haben nur ein Ministadion, und kriegen das noch nicht einmal voll, also so Ă€hnlich wie in Sinsheim – ein Nichtort, peinlich.
Unser Trainer Dieter Hecking befindet sich als von VW Entlassener in guter Gesellschaft. Nötig hat er sie nicht – er ist in der Branche als seriöser und intelligenter Arbeiter respektiert. Im MannschaftskapitĂ€n Lars Stindl hat er einen passenden Partner. Kein Lautsprecher, kein Angebertyp, aber denk- und teamfĂ€hig. Viele trauerten in der vermaledeiten Hinrunde ja schon Granit Xhaka nach, vergassen dabei aber seine zahlreichen Gelbsperren und Platzverweise, die die Mannschaft immer wieder strukturell schwĂ€chten und zurĂŒckwarfen. Der grĂ¶ĂŸere Verlust war und ist Martin Stranzl, der selbst als zuletzt Dauerverletzter im Kader immer eine wichtige Rolle spielte, um die jĂŒngeren Spieler stĂ€rker zu machen. Als Spieler hĂ€tte er womöglich gestern beide Gegentore verhindern können.
Das dĂŒrfte auch Max Eberl gesehen haben.

In Schönheit absteigen, das konnten der SC Freiburg unter Finke oder Mainz 05 unter Klopp. Beide wĂŒrden das heute nicht mehr in gleicher Weise verkraften.
Absteigen werden wir nicht. Hecking wird zunÀchst auf die einfachen Dinge achten. Wenn wir wieder einen einstelligen Platz erobern, können wir uns immer noch mit der Entwicklung kreativer Fussballkunst beschÀftigen. Zu sehen war sie gestern schon wieder. Wir lieben den schönen Fussball. Aber lieber den aus der 2. Halbzeit!

PS zu Klopp: vom Jesus zum Seuchenvogel? Nicht nur beim FC Liverpool, sogar beim Africa-Cup: “sein” Spieler verschoss den entscheidenden Elfer im Viertelfinale des unterlegenen Senegal gegen Kamerun. Wie lange halten die in England das aus? Und wie schafft Klopp die Wende aus diesem Loch raus?

Update 29.1.: Angemessen wohlklingend ist Daniel Theweleits Hymne auf das Spiel geraten.

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