Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: FC St. Pauli

Ein anderer Fußball ist möglich

von FC St. Pauli
Den deutschen Profifußball reformieren

Eine kĂŒrzere Vorstellung und Kommentierung des folgenden Positionspapieres von Jan Christian MĂŒller/FR hier.
1.PrÀambel
Krisen zeigen die SchwĂ€chen eines Systems auf, aktuell erkennen wir ĂŒberdeutlich die SchwĂ€chen des Systems Profifußball. Dieser durchlebt derzeit eine Situation, die viele nicht fĂŒr möglich gehalten haben und die in dieser Form nicht vorhersehbar war. Es zeigt sich, dass die Struktur des Profifußballs ins Wanken gerĂ€t und viele Vereine dadurch an den Rand ihrer Existenz getrieben werden.Weiterlesen…

Katastrophenschutz von Berg, Grossarth, Lienen

Seit Sibylle Berg nur noch 14-tÀgig bei Spiegel-online abliefert, scheint sie heisser zu laufen, aufsÀssiger, revolutionÀrer zu werden: Bildet Banden! Ja sicher, sie hat ja Recht. Ihr Blick ist nicht vernebelt, er ist scharfgestellt. Eine Woche mehr Zeit zum Nachdenken radikalisiert.
Jan Grossarth gehört zu den klugen Köpfen der FAZ. Er versteht was von Landwirtschaft, Nahrungsproduktion, und das weltweit. In FAZ-quarterly stampft er den Naturbegriff, wie er meistens benutzt und verstanden wird, in die Tonne.Weiterlesen…

BrĂŒckenbauer

Die gute Nachricht nach DĂŒsseldorf
Der FC St. Pauli schmeisst den Spieler Cenk Sahin raus. Der scheint sich bei seinem damaligen Abschluss seines Arbeitsvertrages wohl nicht fĂŒr seinen Vertragspartner interessiert zu haben. Schon damals hĂ€tte er wissen mĂŒssen, dass er mit seiner Kriegsbegeisterung leider an vielen ArbeitsplĂ€tzen durchkommt, aber nicht in St. Pauli. Entschieden mutiger, und es fĂ€llt mir regionalpolitisch wirklich schwer das so auszudrĂŒcken, haben gestern zwei DĂŒsseldorfer agiert:Weiterlesen…

Big Brother Award / St.Pauli

Der diesjĂ€hrige Big-Brother-Award ist in bedauerlich zahlreich gewordenen Kategorien vergeben worden. Und wie immer zeigen sich die PreistrĂ€ger*innen undankbar und wenig amĂŒsiert. Hier die PrĂ€sentation des Preisverleihers digitalcourage e.V. plus ein Bericht des DLF.
Dem DLF gelang gestern Vormittag ein exzellentes Wochenendjournal zum Hamburger Stadtteil St.Pauli, von Autor Axel Schröder.Weiterlesen…

Fankultur nicht totzukriegen?

4.000 km mussten Londoner Fussballfans fliegen, wenn sie gestern ihr Lokalderby im Europaleague-Finale sehen wollten. Der Eintrittspreis von 50 € war dabei fĂŒr sie das kleinste Problem. Sondern eher die bis zu 26 Flugstunden (wg. Mangels an DirektflĂŒgen). Anders fĂŒr die einheimischen Fans in Baku: fĂŒr sie bedeutete dieser Eintrittspreis ein Drittel ihres Monatseinkommens.Weiterlesen…

Offenbarungseid – lieber gleich am Anfang

Deutsche Fussballelite bestÀtigt ihre WM-Resultate auch moralisch

Das Schlimmste am besten zuerst, dann kann es nur noch besser werden. Diesen Eindruck vermittelt die Tonlage, mit der die deutsche Fussballelite die neue Saison einlĂ€utet. Der angebliche “Fussballer des Jahres 2018” Toni Kroos bildete auch in dieser Hinsicht mit seinen Einlassungen zu seinem einstigen Mannschaftskameraden Mesut Özil die “Spitze”. Ärmlicher kann sich ein Vorbild fĂŒr Millionen jugendliche Fussballer*innen moralisch und intellektuell nicht prĂ€sentieren. Das fĂ€llt auch auf die Riesenapparate zurĂŒck, die mit der Beratung so eines Weltstars Millionen abkassieren. Im Falle Kroos der gleiche Laden, der jahrelang nicht bemerkt haben will,Weiterlesen…

Wem gehört der Fussball? – ein Tageserfolg von Andy Rettig

Es ist immer eine Freude und verschönt einem den Tag, lange Gesichter von den Bayernbossen oder dem DFL-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Christian Seifert zu sehen. Wer sich mit Kapital besĂ€uft, darf den Kater nicht fĂŒrchten. Obwohl sie im Geld schwimmen und sie ĂŒber Infrastrukturen verfĂŒgen, in denen sie den Arsch hinterher getragen kriegen, waren die Vereinsbosse zu doof, ihre Mitgliederversammlung professionell vorzubereiten. Ausser Andreas Rettig.

Den habe ich noch im Stadion an der Menzenberger Straße in Bad Honnef selbst spielen gesehen. Der selbstgebackene Streuselkuchen der Vereinsfrauen dort war allein schon immer einen Sonntagnachmittags-Ausflug wert. Lange spielte der ortsansĂ€ssige FV, mit Spielern wie Hermann Hummels (dem Vater von Mats), Arno Glesius und eben auch Andy Rettig einen sehenswerten FussballWeiterlesen…

Fussball? – Bin fieberfrei!

Heute, nee siehste schon der erste Fehler, gestern war der erste Spieltag der Gruppenphase in der europĂ€ischen Geldwaschanlage Champions League. Seltsam spannungslos, erst recht nach all den erwartbaren Ergebnissen von gestern. Dass Juve bei Barca so klar (0:3) untergeht, war schon das Überraschendste, gĂ€hn ….

Diese Probleme drohen auch der deutschen Bundesliga. In der Champions League genĂŒgt es, sich frĂŒhestens zum Viertelfinale im nĂ€chsten FrĂŒhjahr wecken zu lassen. In der Bundesliga ist die spannendste Frage, wie der HSV dieses Mal den Abstieg vermeidet; und dann erst, wer hinter dem Konzern aus dem sĂŒddeutschen Raum und dem BVB die grĂ¶ĂŸte Verschiebung zwischen Geld- und Sporttabelle schafft (meistens der SC Freiburg). Genauso gĂ€hn …

Die ganze Aufregung, die einem echten Fan noch bleibt, ist das stĂ€ndige Auf und Ab in der Formkurve seines Lieblingsvereins. Vereine, die eine solche Formkurve nicht kennen, sind langweilig; und ihre “Fans” haben keine Ahnung, was Fansein ĂŒberhaupt ist.

Es gibt eine Studie, die es langsam zum Standardwerk schafft, die Braunschweiger “Fussballstudie”, die jedes Jahr Untersuchungen zum Markenwert der DFL-Vereine veröffentlicht. Sie basiert nicht auf den Rankings von Media- und Werbeagenturen, sondern auf Aussagen von Fans und Konsument*inn*en. Die dort veröffentlichten Tabellen sind aufschlussreicher und spannender, als alles was die DFL derzeit selbst zustandebringt.Weiterlesen…

Kunst des Aufhörens – Ewald Lienen

Die grĂ¶ĂŸte Freude in dieser Fussballsaison, in einer Branche des Irrsinns, war mal wieder der FC St. Pauli. Hier wurde das von der SPD fĂŒr sich proklamierte NRWIR tatsĂ€chlich umgesetzt. Der RheinlĂ€nder Andreas Rettig und der (Ost-!)Westfale Ewald Lienen zusammen in einem Fussballverein: “Es ist furchtbar, aber es geht!” (Copyright: JĂŒrgen Becker).

Ewald Lienen hat alle Stufen des Fussballirrsinns durchlebt. Oberschenkel aufgeschlitzt von einem LegionĂ€r Otto Rehagels, Trainerstationen in Mönchengladbach und (!!!) Köln, des Wahnsinns nah bei 1860 MĂŒnchen und AEK Athen, das Elend dort gesehen und in RumĂ€nien. Dann St. Pauli: Rettung vor dem Abstieg, dann den Aufstieg knapp verpasst, dann Letzter nach der Hinrunde mit 11 Punkten aus 17 Spielen, nicht gefeuert, und dann eine RĂŒckrunde wie ein Bundesligaaufsteiger. Und in diesem Moment großen Erfolges: ein Schritt zurĂŒck, fĂŒr einen Nachfolger. Eine Kunst, die in Politik und Entertainment kaum noch jemand beherrscht.

Ich weiss von meinem Gastautor Gert Samuel, dass Ewald Lienen auch im direkten persönlichen Umgang ein angenehmer, grundvernĂŒnftiger, vielleicht westfĂ€lisch-dickschĂ€deliger, aber strategisch klug denkender Mensch ist. Bis hierher ein erfĂŒlltes Leben, in dem er uns Mitmenschen viel gegeben hat.

Klassenkampf im Fussball

In Deutschland geht Klassenkampf, solange ich lebe, nie von links unten, sondern in besonders aggressiver Form von rechts oben aus. Wenn in der Politik nur noch aufgeblasene Langeweile herrscht – derzeit wird gerade die Luft aus der Martin-Schulz-Blase gelassen – dann finden vielsagende KĂ€mpfe eben mal wieder auf gesellschaftlichen NebenplĂ€tzen statt. Wobei der in diesem Fall gemeinte Fussball ja immer mehr in die Mitte gesellschaftlicher Aufmerksamkeit drĂ€ngt.
Die Drahtzieher dieses Klassenkampfes stört es, dass immer noch so viele Prolls, die sich nicht zu benehmen wissen, im Publikum breit machen. Und was noch viel schlimmer ist: dass die sich organisieren und Mitsprache fordern.

Es gibt da einen Vordergrund, in Mönchengladbach z.B., wo sich Vereinsmanagement und Ultras wegen einer Choreograhie die Köpfe heiss diskutieren, bei einem Verein, bei dem die Ultras in dieser Saison eindeutig der stĂ€rkste Mannschaftsteil waren und sich durch GeringschĂ€tzung “belohnt” fĂŒhlen. In Hannover wird schon seit 20 Jahren von der VereinsfĂŒhrung Krieg gegen die Ultras gefĂŒhrt. AngebermilliardĂ€r Kind, der den Laden schon so lange steuert, will jetzt endlich seine Ruhe vor Mitredenden haben,Weiterlesen…

Fussballwochenenden können so schön sein

Was das AuswĂ€rtsunentschieden von Borussia Mönchengladbach in Darmstadt wert war, wissen wir jetzt. SpĂ€testens seit gestern. Viele Gladbach-Fans hatten zunĂ€chst ĂŒber das Engagement von Dieter Hecking gemotzt. Sie sind verstummt. Er ist zwar nicht mehr der JĂŒngste. Aber darum nicht unmodern. Er hat einen klaren Blick fĂŒr die Wirklichkeit und verzichtet auf große Schnauze und ĂŒberzogene Eigen-PR. Gestern hat die Borussia zum zweiten Mal auswĂ€rts gewonnen, obwohl die zuletzt besten Einzelspieler Raffael (verletzt) und Stindl (MannschaftskapitĂ€n, gesperrt) pausieren mussten. Die Mannschaft funktioniert wieder. Das Mittelfeld mit Kramer und Dahoud blĂŒht förmlich wieder auf. Wenn der Bundestrainer nicht Löw wĂ€re, wĂ€ren sie heisse Kandidaten…..
Und liebe FC-Fans, Ihr mĂŒsst nicht nur wegen der heutigen Niederlage beim SCF – dickes, dickes Kompliment an Christian Streich – jetzt ganz stark sein.Weiterlesen…

JĂ€ger macht nicht alles falsch – viele Fussballfeiglinge

“Entscheidend is aufm Platz” galt, als der Sport noch im Mittelpunkt stand. Jetzt sind es GeschĂ€ft und Politik, und zwar in dieser Reihenfolge. Und dann kommt der Rest. Viele Fans regt das auf, wenige macht das zornig, noch wenigere rasten schon mal aus. Gewalt gegen “Frauen und Kinder” geht aber normalerweise selbst gegen deren Macho-Ehre, weil es blanke Feigheit demonstriert. Es ist noch nicht zuende aufgeklĂ€rt, was alles dahinter steckte.

Jedenfalls macht NRW-Innenminister JĂ€ger, in diesem Blog schon oftmals kritisiert, scheinbar diesmal nicht alles falsch, wie sein heutiges DLF-Interview verdeutlicht. Er richtet den ersten Scheinwerfer auf die StraftĂ€ter, deren Schuld nicht auf andere abgeladen werden sollte. Der zweite Scheinwerfer ist auf “den Fußball” zu richten, der nicht nur Milliarden einnimmt, sondern auch öffentliche Millionen kostet. Wenn es dem Fußballbusiness nicht gelingt, zivilisatorische und rechtsstaatliche Errungenschaften in seine Gewohnheiten zu integrieren, sĂ€gt es sich seinen Ast selbst ab.

Die konzernĂ€hnlichen Erstligavereine wollen mit gesellschaftlichen Problemen nichts zu tun haben, “das hat mit dem Fußball nichts zu tun”. Haha, als wenn “der Fußball” nicht Teil der gesellschaftlichen Probleme wĂ€re.Weiterlesen…

Kaum glaubhaft: Bayern soll Gladbach knapp ĂŒberholt haben

Seit einigen Jahren wird an der TU Braunschweig eine Fußballstudie durchgefĂŒhrt, die nach meinem Eindruck zu den Seriöseren gehört, was die Ermittlung von Anhang, Beliebtheit und Sympathien betrifft. Borussia Mönchengladbach belegte im Vorjahr den zweiten Platz hinter dem BVB. Das entspricht der Tatsache, dass in ihrem Heimatbundesland schlicht die meisten Menschen wohnen, gut vor allem fĂŒr den BVB, dass sie den attraktivsten Fußball spielten, gut fĂŒr beide, und dass sie fĂŒr die meisten Fans noch echte Vereine sind, die den unbeliebten reichen Bayern auch sportlich etwas entgegensetzen können. Und sie respektieren das Fußballgesetz, demzufolge das ein Spiel ist, von dem man vorher nie weiss, wie es ausgeht. Klar auch die Beliebtheit des FC St. Pauli, der vermutlich in diesem Jahr in der 2. Liga um den Klassenerhalt kĂ€mpfen muss.
Nun sollen die Bayern Gladbach ĂŒberholt haben. Und ein sogenannter Verein aus Leipzig soll sich vom letzten 36. auf den 32. Platz hochgearbeitet haben. Wie die Braunschweiger (frĂŒher hielten dort ZĂŒge nach Berlin, das “Schloss” ist in Wirklichkeit eine Shopping-Mall) das errechnet haben wollen, ist alles hier im Original nachzulesen.

© 2020 Beueler Extradienst

Theme von Anders NorĂ©nHoch ↑