Thema: Florian Rötzer

Die andere Seite: Russland, China

Von , am Montag, 16. April 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

In kriegerischen Weltkonflikten bin ich nicht geneigt, einer Seite zu vertrauen. Gelogen und getäuscht wird von allen. Es ist also sehr schwierig, sich ein Bild zu machen. Eine notwendige, keine hinreichende, Bedingung ist, die verschiedenen Positionen überhaupt zu kennen.
In dem Strauss der Medien, die ich nutze, nehmen die Kolleg*inn*en des Onlinemagazins telepolis eine herausragende Stellung ein, weil sie diese schlichte Bedingung erfüllen. Mit geringfügigem Etat und kleinstem Personalstab. Warum nur fällt das der Mehrheit hiesiger Medien so schwer? Weiterlesen

Mit “Evidenz” in den Krieg?

Von , am Mittwoch, 11. April 2018, in Lesebefehle, Politik.

Wikipedia sagt mir, Evidenz sei eine “mit besonderem Wahrheitsanspruch auftretende Einsicht”. Mit der begründet Angela Merkel das Auftreten ihrer Freunde Trump und Macron gegenüber Russland in Syrien. Es sind aber nicht nur Trump und Macron: “wir” sind auch dabei, wie ich erst heute aus telepolis erfahre. Hätte mich auch gewundert, wenn es nicht so wäre. Der Bonner Westerwelle (FDP) war der letzte Regierende, der das für besser hielt; in Berlin hat es ihm niemand gedankt. Damaskus ist übrigens nur knapp doppelt so weit von Beuel entfernt wie Tschernobyl – die Älteren wissen, was ich damit ausdrücken will.
Chefredakteur Rötzer stuft das Agieren der Staatsfrauen und -männer auf das “Niveau von Jugendbanden” ein.
Da müsste Frau Merkel den Millionen alten Frauen, die noch Kriegserinnerungen haben, eigentlich einiges erklären. Weiterlesen

Elend der TV-Talkshows wäre zu beheben

Von , am Donnerstag, 29. März 2018, in Medien, Politik.

Vor einigen Tagen liess Roland Appel hier seiner Empörung über eine Maischberger-Produktion für die ARD freien Lauf. Zur Beurteilung des Missstandes und beim Nachdenken über Abhilfe müssen Sie wissen: die Gastgeber*innen solcher Produktionen sind keine (gutbezahlten) Angestellten ihres Senders, sondern (noch viel besser bezahlte) Geschäftspartner*innen. Sie betreiben eigene Produktionsunternehmen, machen alles selbst, auch die Technik, und lassen sich das pauschal als Gesamtpaket für soundsoviele Jahre von unseren Gebühren teuer bezahlen. So ein Produktionsvertrag ist kompliziert und umfangreich, unterliegt mannigfaltigen “Geschäftsgeheimnissen” und ist für Sie und mich auf keinen Fall öffentlich einsehbar. Weiterlesen

EU-Aussenpolitik: “Wettlauf der Schäbigkeit”

Von , am Dienstag, 27. März 2018, in Lesebefehle, Politik.

Die EU-Regierungschefs versuchen nach Kräften die Beteiligung an der Wahl zum EU-Parlament im nächsten Jahr zu demobilisieren – eine bewährte Strategie von Angela Merkel. Relevanz des EU-Parlaments – das hätte den Regierungen gerade noch gefehlt in ihrem Wettlauf der Schäbigkeit, wie es Claudia Roth heute im DLF zutreffend gekennzeichnet hat. Immer noch muss sie uns darauf hinweisen, weil es unser Mediendiskurs beständig überdeckt, dass Erdogan nicht „die Türkei“ ist.
Eric Bonse, Zeit seines Berufslebens als angestellter und “freier” Journalist ein passionierter Europäer, muss es heute mit ähnlicher Verbitterung kommentieren. Die Politik der EU-Regierungschefs und -chefinnen ist nicht nur ein Wettlauf der Schäbigkeit, Weiterlesen

Abstieg des WDR / Sex im Kapitalismus

Von , am Montag, 26. März 2018, in Beuel & Umland, Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Tom Buhrow wurde früher als nötig in seinem Amt als Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR) verlängert. Sein Rundfunkrat hat sich mit ihm verbunkert. Kritischer, als es mir bisher gelungen ist, hat Dieter Anschlag ihn in der Medienkorrespondenz gewürdigt. Ich habe keine Stelle gefunden, an der ich ihm widersprechen wollte.
Marcus Klöckner hat sich eines wichtigen Korrespondenten des WDR, Udo Lilischkies, Studioleiter in Moskau, kritisch angenommen.

Sex kommt gleich. Einfach weiterlesen. Weiterlesen

Rechtes Europa – linkes Verschwinden

Von , am Sonntag, 25. März 2018, in Lesebefehle, Politik.

Florian Rötzer/telepolis fasst den Sachstand zum Londoner Giftanschlag zusammen. Mit einer nahlesartigen Ätschibätsch-Haltung schwafeln Staats- und Regierungschefs von “keiner anderen plausiblen Erklärung” und nehmen diese Weisheit zur Grundlage ihrer politischen Stategien. Während ich das lese, wird gemeldet, dass nach Dogan Akhanli mit Carlos Puigdemont erneut ein politischer Zeitgenosse festgesetzt wurde – und an dieser Festsetzung ist erneut das von einer Art krimineller Vereinigung regierte Spanien beteiligt. Und unser scheinliberales Deutschland. Es droht ein irreparabler Zerfall der rechtsstaatlichen Überreste Europas.
Wofür sollen wir also im nächsten Jahr bei der Europawahl eintreten? Während Demokratie und Rechtsstaat demontiert werden, die Mobilisierer von Menschenhass ihre Reihen schliessen und sich verstärken, gedenkt sich die Linke in ihre Bestandteile aufzulösen – so berichtet es Tom Strohschneider im oxiblog.