Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: #fridaysforfuture (Seite 1 von 2)

Warum hören so wenige zu?

Was lÀuft schief zwischen Wissenschaft und Gesellschaft?
Meine Jahre an der UniversitĂ€t Bonn haben mich nicht traumatisiert, aber abgestumpft. Im Studium der Politikwissenschaften habe ich eigentlich nichts gelernt, sondern draussen im wahren Leben Erlerntes zur Anwendung gebracht, um Scheine zu erwerben. Das damalige System an der Uni Bonn war fĂŒr mich dadurch so desavouiert, dass ich auf einen Abschluss meines Studiums verzichtete, und mich der Berufswelt zuwandte, in der ich bereits sozialversicherte Jobs erobert hatte. Die OrdinarienuniversitĂ€t, die in Bonn alle 68er-StĂŒrme ĂŒberwintert hatte, blieb fĂŒr mich ein lĂ€cherlicher Witz.Weiterlesen…

Macht die Partei der GrĂŒnen ihren Job?

Welchen Job? Das Grundgesetz regelt in seinem Art. 21, dass die Parteien an der “Willensbildung des Volkes” mitzuwirken haben. Eine recht offene Formulierung, denn möglich dabei bleibt, wer antreibt und -fĂŒhrt, und wer sich treiben lĂ€sst. Das erscheint mir heute bei keiner Partei unklarer, als bei dieser. Wir BĂŒrger*innen einer Demokratie sind nun genötigt, uns mit dieser Frage zu beschĂ€ftigen. Denn noch spektakulĂ€rer als die “Projektion” zur “Sonntagsfrage” waren gestern im ZDF-Politbarometer die Zahlen zur “politischen Stimmung”: denen zufolge kommt hinter den GrĂŒnen (34%) erstmal ganz lange nichts mehr …Weiterlesen…

Schlechtes Essen macht doof

Dieser Hypothese ging am vergangenen Wochenende eine angestrengte Arte-Dokumentation nach: “Unser Hirn ist, was es isst” von RaphaĂ«l Hitier. Ehrlicherweise behauptete und bewies er es nicht, sondern stellte Wissenschaftler*innen vor, die dieser Hypothese hinterherforschen. Sicher, vieles spricht dafĂŒr. Z.B., dass nach meiner Anschauung nur Doofe schlechtes Essen mögen, gutes Essen fĂŒr Zeitverschwendung halten und lieber schnell irgendwas Anderes erledigen mĂŒssen. Aber ich muss zugeben: wissenschaftlich beweisen kann ich das nicht.Weiterlesen…

“Die sind nicht bei den Menschen”

Diese Überschrift begegnet mir in der Regel als schwer ertrĂ€gliche Phrase des Politsprech. Ich assoziierte sie sofort mit den Bildern der Regierungspressekonferenz zur Klimapolitik. Wörtlich gehört habe ich sie aber heute morgen von einer alleinerziehenden Pflegefachkraft. Es ging im Radio um die Kinder. Nicht die Millionen, die gestern auf der Strasse waren, und derzeit das öffentliche Bild bestimmen, in durchaus genialer Weise.Weiterlesen…

Regierungsberater

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Im Vorfeld der – glaubt man der Vorberichterstattung – mindestens epochalen Sitzung des Klimakabinetts, haben sich die Regierungsmitglieder natĂŒrlich auch mit Fachleuten beraten. So fand etwa im Bundeswirtschaftsministerium ein Windgipfel statt, dessen Teilnehmer vom BMWi “aus DatenschutzgrĂŒnden” geheim gehalten werden. Auch der Parlamentarische StaatssekretĂ€r im BMWI, (CDU) beriet sich mit der “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.” (INSM). Die hatte sich bisher eher auf der inhaltlichen Ebene der AfD bewegt, erfreut sich aber großer Zuneigung auch in der CDU/CSU.Weiterlesen…

Vorgeschmack aufs bessere Leben

Das sei der DFB-Pokal, meint Martin Krauss/taz. Naja, fĂŒr Dorfvereine, die auf diese Weise ihre Kasse einmal gut durchspĂŒlen können, mag das eine Feiernacht lang so sein. Und scheinbar ist gestern auch in Chemnitz bei Gastspiel des HSV nichts angebrannt, trotz (oder wegen?) fussballerischer Dramatik auf dem Spielfeld. Es muss ja nicht immer alles schiefgehen.
Wichtiger als dieses Fussballgeschehen ist ein grundlegender Wandel im politischen Diskurs.Weiterlesen…

Klimapolitik: ver.di fiel bisher aus

von Gert samuel
Bsirske, der Klimawandel, die Erneuerbaren Energien und „Fridays for Future°

Laut WAZ vom 5. August ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ihre rund zwei Millionen Mitglieder dazu auf, sich am Klimastreik von „Fridays for Future“ am 20. September zu beteiligen. „Es geht darum, Flagge zu zeigen – wir brauchen ein deutlich konsequenteres Handeln der Politik beim Klimaschutz”, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske der in Essen erscheinenden WAZ. Tags darauf ist in der „RP“ zu lesen, Luisa Neubauer habe getwittert: „Es ist großartig zu sehen, dass Verdi im Gegensatz zu vielen politischen Akteuren die Dringlichkeit von echten Maßnahmen versteht“Weiterlesen…

Adornos Tod und #fridaysforfuture

Schon zu Lebzeiten fand ich ihn nervend langweilig. Ich war 11. Das TV war schwarz-weiss. Ein Professor mit Glatze, der gespreizt daher redete, mit Wörtern, die ich nicht verstand: “Fremdwörter sind die Juden der Sprache.” Theodor W. Adorno hat heute 50. Todestag. Die Medien sind ĂŒberfĂŒllt davon. Die Frankfurter 68er sind Weltmeister, mindestens deutsche Meister wie der Fussballkonzern aus dem sĂŒddeutschen Raum, in der Disziplin der Selbstinszenierung und Selbstikonisierung – schauen Sie sich nur Daniel Cohn-Bendit an! Ich verspreche: seine letzte ErwĂ€hnung in diesem Text. Das meiste, was ich ĂŒber Herrn Adorno weiss, habe ich von Extradienst-Gastautor Dieter Bott erfahren. Er hat bei ihm studiert.Weiterlesen…

Gebt den Kindern das Kommando

Deutscher Grosskapital-Adel will von der Welt nichts mehr wissen
Armes Dortmund. Wochenlang kein Fussball. Dennoch eine wachsende Verletztenliste beim BVB (Brandt, BĂŒrki, Hazard … gut gedealt, Max Eberl!). Und jetzt wollen die #fridaysforfuture-Kinder auch noch den Strassenverkehr stören. Es bleibt einem auch nichts erspart. Schreckensbleich wurde ich nach dem Öffnen der Startseite der Online-FAZ: wurde die auch ĂŒbernommen? Aufmacher ein Gastbeitrag von ebendieser Jugendbande. Doch gemach …:Weiterlesen…

Nur noch ein Versuch

Anforderungen an GrĂŒne Regierungskunst – kann das gutgehen?
Egal, wann die nĂ€chste Bundestagswahl terminiert wird, die Wahrscheinlichkeit, dass die GrĂŒnen danach regieren mĂŒssen, ob sie wollen oder nicht, steigt stetig. Das gilt auch fĂŒr andere Wahlen – im Westen und in GrossstĂ€dten. Der alte Sozialdemokrat Wolfgang Michal/Freitag ist darĂŒber nicht traurig oder nur melancholisch und sieht den Lauf der Geschichte, so meine ich, richtig.
Was er voraussieht, reicht mglw. nur bis zum nĂ€chsten Herbst. Was dann weg ist, kommt nicht wieder. Weiterlesen…

Strasse, Diskurs und Wahlen

GefĂŒhle haben einen grossen Einfluss auf Politik. Das ist nicht neu, sondern gaaaanz alt. Das Gequatsche, das sei durch neue Medien so geworden, ist unterhaltsamer Blödsinn. Siehe “Das Leben des Brian”! Dass es schon immer so war, soll es nicht verniedlichen. Es ist eine ernste Sache. Auch jetzt.
Am heutigen Fridayforfuture dominiert bei vielen Euphorie. In ĂŒber 100 LĂ€ndern gehen Jugendliche fĂŒr eine andere Politik auf die Strasse. Das GefĂŒhl globaler internationaler SolidaritĂ€t ist fĂŒr alle Engagierten erhebend und sexy.
Auch der politische Nahkampf enthĂ€lt schöne Erfolgserlebnisse.Weiterlesen…

Start Me Up!

Politische Wirksamkeit in der Post-Parteiendemokratie
Von Clemens Holtmann

In ganz Europa geht die Ära der klassischen Parteiendemokratie zu Ende. Diejenigen, die fĂŒr einen politischen Aufbruch kĂ€mpfen, versammeln sich in Protestbewegungen statt in Parteien. Ihre tatsĂ€chliche Wirksamkeit ist jedoch gering. VerĂ€ndern könnten das neue, projektbasierte Start-Up-Parteien.

Klassische Parteien sind tot. Sie wissen es nur noch nicht. Oder wollen es nicht wissen. Das Zucken wird weniger, der Atem flacher.Weiterlesen…

Wer bezahlt den Klimaschutz?

Energiewirtschaft, Chemieindustrie, Agroindustrie, Autoindustrie, Immobilienkonzerne, Aldi, Lidl – langsam, nicht alle auf einmal melden! Immer schön hinten anstellen! Und dann das Aufwachen. Nur getrĂ€umt.
In Hauptstadtberlin, in der Spitze der CDU, scheinen sie sich GrĂŒndonnerstag zur Tödliche-Umarmungs-Strategie gegenĂŒber der jugendlichen Klimabewegung entschlossen zu haben. Wenn SchĂ€uble und Merkel gleichzeitig Ă€hnliche Signale senden, mĂŒssen sie ausnahmsweise miteinander gesprochen haben. So schnell kann es gehen. Die Fridaysforfuture-Jugendlichen haben einen ersten Erfolg bereits gelandet – einen Diskurserfolg. Das rettet noch nicht das Klima oder gar den Planeten, aber ein dicker Brocken in Deutschland ist es.Weiterlesen…

SelbstermÀchtigung und Steuerungsverzicht

Bewegungen verĂ€ndern – neue Arenen entstehen – wem nĂŒtzt es?
Nicht wenige – ich nehme mich selbst nicht aus – reiben sich wöchentlich die Augen, wenn zehn- oder hunderttausende Kinder und Jugendliche freitags unserer Politik und Gesellschaft den Marsch blasen. Dieses PhĂ€nomen ist international und breitet sich aus. In der Slowakei hat es sogar eine neue PrĂ€sidentin durchgesetzt. Das ist aber nicht die Hauptsache und sollte es auch nicht sein.
Die beeindruckendste Bewegung ist z.Z. in Algerien zu beobachten.Weiterlesen…

Demoskopie-FrĂŒhling der SPD schon vorbei?

Es hatte kurz den Anschein, die SPD wolle wieder fĂŒr sozialdemokratische Politik kĂ€mpfen. Egal ob er trog oder nicht, manche begannen daran zu glauben. Einige Umfrager*innen sahen die SPD wieder vor den GrĂŒnen. Vorbei, Emnid, das fĂŒr die sog. “Zeitungen” des Springer-Konzerns umfragt, ist heute als Letzter wieder beigedreht. Von Beuel aus gesehen ist mein Eindruck: ein kurzes Strohfeuer. In der SPD-PrĂ€sidiumssitzung montagsWeiterlesen…

Nehmt Greta Thunberg ernst

Die Klimaaktivistin aus Schweden hat mit der Friday-for-Future-Bewegung wirklich etwas auf die Beine gestellt. Aber mit der Verehrung fĂŒr die 16-JĂ€hrige sollte man es nicht ĂŒbertreiben
Der Hype um Greta Thunberg nimmt bedrohliche ZĂŒge an. Daraus ist dem jungen MĂ€dchen kein Vorwurf zu machen. Die 16-JĂ€hrige kann nichts dafĂŒr, wenn weite Teile der Öffentlichkeit durchdrehen. Sie hat ein Anliegen, mit dem es ihr bitter ernst ist, und sie trifft den richtigen Ton, um andere zu ĂŒberzeugen und mitzureißen. So weit, so eindrucksvoll. Das Problem liegt nicht bei ihr, sondern bei vielen Leuten, die auf sie reagieren.Weiterlesen…

SCHULPFLICHT! – Klimapolitik interessiert DLF-Interviewer nicht

Christoph Heinemann/DLF baute sich heute zum Beweis fĂŒr die #fridaysforfuture-Demonstrant*inn*en auf. Er lieferte sich mit Toni Hofreiter – ich war noch nicht wach – ein rhetorisches Duell darum, wer den LĂ€ngsten hat. Der passende Kommentar dazu hier im Bild. Die SchĂŒler*innen wollen so lange streiken, bis auch solche Heinemanns verstehen. Das kann dauern.
WĂ€hrend der Routinier Hofreiter sichtliche MĂŒhe hatte, seine Botschaft zu ĂŒberbringen, gelang das seiner Parteifreundin Luisa Neubauer mĂŒhelos, und fĂŒr Leser*innen wesentlich fruchtbarer.

Auch empfehlenswert:Weiterlesen…

Zwei Welten: Parteien und Bewegungen

Aus der Parteienwelt wird – durchaus realistisch – fast ausschliesslich Intrigengeschehen berichtet. Wann tritt Merkel zurĂŒck? Wie lange hĂ€lt Nahles das aus? Warum gibt Wagenknecht auf? Kein Zufall: alles MĂ€dels. Mit dem Geschehen da draussen sind sie nicht mehr verbunden. Personen mit Talent zu Starappeal werden vom Medienkapitalismus aufgeblasen, bis sie jede Verbindung verloren haben. Dann platzen sie und werden zĂŒgig ausgespuckt und vergessen. Versuchen Sie mal, von Berlin aus Verbindung zu Basis und Familie/Freund*inn*e*n zu behalten!Weiterlesen…

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