Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Fritz Pleitgen (Seite 1 von 3)

Altes aus dem Rundfunkrat

Der Kollege René Martens hat nach längerer Zeit mal wieder eine erstklassige “Altpapier”-Kolumne unter dem Dach des MDR abgeliefert. Diese Kolumnen ragen aus dem allgegenwärtigen Mediengeschwätz positiv heraus, die von Martens besonders. Sie sind ein klitzekleiner Ausdruck der leider viel grösseren Tatsache, dass der MDR heute ein weit besser geführter ARD-Sender ist als “unser” WDR. Weil es eine Frau ist? Weiterlesen

Medienbellizismus II.

Aufgabe des Journalismus und der Medien ist es, den Menschen die Welt und insbesondere die Politik nahezubringen, zu erklären und im besten Fall Interpretationsalternativen anzubieten, damit sich das geneigte Publikum selbst eine Meinung bilden kann. Als es in (West-) Deutschland nur drei Fernsehprogramme und neun Rundfunksender gab, ist dieses Konzept aufgegangen. Selbst der Kumpel in Wechselschicht und die schwäbische Hausfrau schafften es, sich eingermaßen zu informieren. Diese Zeiten sind lange vorbei. Weiterlesen

Gekautes Kaugummi

mit Update 26.1.
Gestern erst klagte mir ein belesener Leser völlig berechtigt, dass die in Berlin, egal welcher Partei, dem Drecksblatt aus dem Springerkonzern immer noch Exklusivinterviews bieten, obwohl es kaum noch jemand kauft (von 5 auf 1 Mio. in weniger als 30 Jahren). Durch die ganze Geschichte dieses Mediums zieht sich eine Spur aus Dreck, Blut und Scheisse. Besonders betroffen davon war schon in den 80er Jahren der deutsche Nobelpreisträger und Namensgeber einer Parteistiftung Heinrich Böll. Hier erinnert sich ein Genosse, der beruflich selbst als Pressesprecher eines Bundesministeriums tätig war. Weiterlesen

Verstehen ist keine Behinderung

“Verstehen” kommt von “Verstand” – ohne wäre also schlecht
Im vermachteten öffentlichen Diskurs werden immer mal wieder Begriffe umgedeutet. Was mal gut war, wird ironisiert und abgewertet. Gute Menschen sind so ein Fall, oder Theorien. Wo Maggie Thatcher “There is no alternative” in der politischen Klasse volkstümlich machte, wurden Theorien zur krankhaften Spinnerei, so wie es Helmut Schmidt schon mit Utopien gemacht hat. Nun also ist Verstehen so eine Art kindische Naivität. Bitte schützen Sie Ihre Kinder vor solchem Schwachsinn. Weiterlesen

WDR-Blamagentrend

Mai Thi Nguyen-Kim war vielleicht kein Einzelfall. Das ZDF hat sie gelockt, ob nun Bayern- oder BVB-artig überlasse ihr Ihrem Urteil. Es setzt seine Strategie jetzt mit Nemi El-Hassan fort. Und geniesst still. Fritz Pleitgen hatte einst mit Funkhaus Europa (heute: Cosmo) den Grundstein gelegt für einen Talentschuppen von was-mit-Medien-Menschen mit Migrationsgeschichte. Doch der Sender von heute kommt damit nicht mehr klar. Seine Führungskräfte scheinen unqualifiziert und unfähig im Umgang mit den dazugehörenden Konflikten. Weiterlesen

Zwei grosse Erzähler

Alt, weiss und sehr altersweise: Pleitgen und Zander
Die hier zu würdigenden Herren stammen aus der Zeit, als ich mich noch am Westdeutschen Rundfunk gerieben habe. Der Eine, Fritz Pleitgen, war 1995-2007 der Boss, und hat in der Zeit “Modernisierungen” eingeleitet, wegen derer ich als Hörer von dem Sender abgefallen bin; bedeutender für die Nachwelt war sein vorheriges und parallel praktiziertes Leben als neugieriger Journalist.
Der Andere, Hans Conrad Zander, ist in diesem Blog bereits als Gastautor aufgetreten. Ihn habe ich in diesem WDR für mich entdeckt. Weiterlesen

Kleine Siege in Sachsen

Und: die Dialektik der “Frauenförderung” in der Schwarz-Gruppe (Lidl)
Pödelwitz – das scheint ungefähr so auszusehen, wie es heisst. Beim heutigen DLF-Wochenendjournal (Audio 47 min) fühlte ich mich an meinen Besuch einer Freundin im Osten von Berlin erinnert. Sie engagierte sich in einem Sozial- und Wohnprojekt auf einem verlassenen Kasernengelände. Ich fuhr mit der S-Bahn bis Strausberg, und dann nochmal lange mit dem Bus, der laut seinem Fahrplan ganz lange nicht wieder zurück fuhr. Die Kasernengebäude waren mitten in der Sanierung, sanitäre Anlagen waren noch nicht fertig. Dafür gabs im Wald einen “Donnerbalken”. Gegenüber der Bushaltestelle, wurde mir damals erläutert, gab es eine mit Erde notdürftig bedeckte alte DDR-Müllkippe. Lecker. Weiterlesen

WDR: Radiojournalismus stirbt

Manche hören ja immer noch traditionsbewusst zu. Ich habe mich schon vor etlichen Jahren von den WDR-Radiowellen verabschiedet. Es muss die Zeit gewesen sein, in der auf WDR3 alle Informations- und Essaybeiträge plattgemacht wurden. Nun passiert ähnliches bei WDR5. In dieser Welle war alles als Restmüll gelagert worden, was noch aus gesprochenem (und nicht nur gelabertem) Wort bestand. Diesen Resten geht es jetzt auch an den Kragen. Weiterlesen

Diskursverschiebung

Es gibt auch Fortschritte
Hatte ich eben noch Aspekte beschrieben, die ich kritisch sehe, gibt es doch auch Positives zu vermelden. Ideal zusammengefasst in der schon immer starken, und langsam überragend gut werdenden “Altpapier”-Medienkolumne von René Martens, die – Überraschung! – schon seit längerem unter dem Dach des sich “Mitteldeutsch” nennenden Rundfunks beherbergt ist.
Dass eine Journalistin wie Isabel Schayani so eine publizistische Macht geworden ist, Weiterlesen

Sie verstehen nicht

Gesine Dornblüth (DLF) / Kölner Schulbürokratie / Kanzlerkandidaten-Warn-APP
mit Update 26.8.
Als Leser*in dieses Blogs wissen Sie, dass ich Stammhörer des DLF-Wochenendjournals bin. Heute melde ich dazu jedoch weniger Begeisterung als Entgeisterung. Gesine Dornblüth, 30 Jahre lang Russland-Korrespondentin (“Das Land liebe ich. Putins Politik ist für mich inakzeptabel.”) konnte bei ethnologischer Forschung in Deutschland beobachtet werden. Wie kann es nur sein, dass hierzulande Leute den Putin gut finden (ich nicht; mein Lieblings-Wladimir ist Kaminer) und die Politik der EU und der Nato gegenüber Russland zu feindselig (die Hälfte im Osten, ein Drittel im Westen, ich auch) finden? Weiterlesen

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