Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Funk

Out of Mediathek?

Jobcenter in lustig
Samstagnachmittag. Und kein Fussball. In meiner Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet Àhnelte das AlptrÀumen. Rettung war nur durch nÀchtliche Feten in Kirchhellener Scheunen oder Schwimmbadkellern zu erhoffen. Heute habe ich nicht mehr so reiche Freund*inn*e*n. Gut, wenn es regnet, gibt es eine Perspektive: der ARD-Sender ONE bringt heute zum Bingewatchen die erste und zweite Staffel von The Job Lot.
Wenn Sie britischen Humor hassen, lassen Sie es besser.Weiterlesen…

Angucken: “Arsch hoch, Deutschland!” (ARD)

Der Titel ist bescheuert. Und geguckt haben Sies wahrscheinlich auch nicht. Die ARD sendete letzte Nacht um 22.45 h. Und vorab in der Mediathek geguckt haben Sies wahrscheinlich auch nicht. Ich aber. Holen Sies nach, ein Jahr verfĂŒgbar. Autorin Anne Thiele scheint eine der wenigen was-mit-Medien-Leute zu sein, der die soziale Wirklichkeit nicht fremd, und die zu politischem und ideologiekritischem Denken fĂ€hig ist. Produziert wurde ihre sehenswerte Reportage von der Bremer Firma SendefĂ€hig GmbH, die mit dem Fundament von AuftrĂ€gen fĂŒr den Jugendkanal Funk in die Erwachsenenwelt zu expandieren scheint. Erinnert ein bisschen an die Ehrenfelder btf. Mein Eindruck: eine gute Entwicklung.

Unboxing YouTube

von Lutz FrĂŒhbrodt / Annette Floren – Otto-Brenner-Stiftung
Im Netzwerk der Profis und Profiteure

Handelt es sich bei YouTube um ein basis­demokratisches Medium zur kulturellen SelbstermĂ€chtigung, das obendrein Feuer­werke der KreativitĂ€t entfacht? Oder ist der Videodienst eine durchkommerzialisierte Werbeplattform, deren Inhalte nur so vor TrivialitĂ€t strotzen? Diese Fragen leiteten die vorliegende Untersuchung, die zum Er­gebnis kommt, dass im Großen und Ganzen betrachtet beides gilt – allerdings mit einer deutlichen Tendenz zu letzterem.Weiterlesen…

Herausragender Journalismus

von Jupp Legrand / Otto Brenner Stiftung
Otto Brenner Stiftung zeichnet zum 14. Mal herausragenden Journalismus aus

Den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis des Otto Brenner Preises fĂŒr kritischen Journalismus 2018 erhalten die Autorinnen Pascale MĂŒller und Stefania Prandi fĂŒr ihre Recherchen “Vergewaltigt auf Europas Feldern”/”Er kommt am Abend” (BuzzFeed News/Correctiv, erschienen am 30. April 2018).

Pascale MĂŒller und Stefania Prandi haben nicht nur “die furchtbaren Bedingungen erforscht”, unter denen Frauen in den EU-LĂ€ndern Spanien und Italien Tomaten und Erdbeeren auch fĂŒr den deutschen Markt ernten.Weiterlesen…

Körperpositiv – “My Mad Fat Diary”

Die Briten können es einfach: Fernsehen machen, wie es aus Deutschland nie zu sehen ist.
My Mad Fat Diary” ist jetzt schon ein paar Jahre alt, wurde im öffentlich-rechtlichen Internetkanal Funk ausgestrahlt, ist dort auch noch verfĂŒgbar, und jetzt im traditionellen TV-Programm ONE, dort allerdings ohne Mediathekangebot.
Inhaltlich geht es um eine fette junge Frau in ihrer PubertĂ€t. Auch die DĂŒnnen sollten es sich ansehen. Hier lernen Sie die andere Perspektive kennen. Diese Produktion ist ein politisches Manifest gegen alle möglichen SĂŒchte: Fressen, Hungern, Sport, Selbsthass und Selbstoptimierung. Mit einem positiven Grundton zum Leben und seiner VerĂ€nderbarkeit, aber britentypisch ohne jede SchönfĂ€rberei, kitschfrei geradeaus. Gratulation.
Und was ONE angeblich laut Rundfunkstaatsvertrag nicht darf (Dank an die hirnkranken Staatskanzleien unserer BundeslÀnder, die sowas verbrechen), es in einer Mediathek anzubieten, das tut dann eben der Globalkonzern und die Datenkrake Alphabet (ehem. Google) auf Youtube, bitte hier entlang.

Streamingdienste – ein Geschenk fĂŒr Filmschaffende?

Gutes Fernsehen ist nicht tot. Aber das Fernsehen der Zukunft wird nicht das sein, was wir uns heute darunter vorstellen (können).

Ich schaue eigentlich kaum noch lineares Programm. Eigentlich nur noch, wenn es “live” ist – und dann eben auf KanĂ€len, die “Ereignisse” tatsĂ€chlich als solche ĂŒbertragen… ganz oft – wenn es sich nicht gerade um Sport handelt, ist das eben phoenix.

Diese etwas “verstaubte” Bude in Bonn leistet mit ganz wenig Personal durchaus erstaunliches: Sie fesselt mich ĂŒber Stunden vor dem Bildschirm. Ganz gleich, ob es ein SPD-Parteitag ist, wie noch vor einigen Tagen, oder die tagelange Begleitung der G20 in Hamburg… Verglichen mit all den Talking Heads auf anderen KanĂ€len haben die Bonner zumeist die ErtrĂ€glicheren – beileibe nicht immer – aber eben öfter…

Die Tatsache, dass ich eben diesen “Ereigniskanal” oft auf dem PC oder dem Tablet schaue, Ă€ndert ja nichts daran, dass hier “TV” seine absolute Berechtigung hat und ihr auch nachhaltig gerecht wird. Das kann nur “Fernsehen”! Wobei wir in Zukunft im Netz sehr, sehr(!) viel mehr professionelles Livestreaming sehen werden. Beim Sport funktioniert das GeschĂ€ftsmodell offensichtlich schon. Da muss man nicht nur auf den Newcomer DAZN schauen, sondern auch auf Ableger der Fersehkonzerne wie ESPN (Disney), Eurosport und andere globale kommerzielle Player…

Deutsche Fiktion hat prekÀre Zukunft

Das heisst: Die Differenzierung im Wettbewerb wird – noch viel mehr als bisher – nicht nur von der VerfĂŒgbarkeit sondern auch dort von der gebotenen “QualitĂ€t” “exklusiver Inhalte” und den dafĂŒr einzusetzenden (finanziellen) Mitteln abhĂ€ngen.

Was aber das “fiktionale” Programm angeht, ist TV im allgemeinen und in Deutschland im besonderen zu einer prekĂ€ren Zukunft verdammt.Weiterlesen…

Kippt Wohntower um? / Strippenzieher Soros / TTIP&CETA / ARD&ZDF-Jugendding

Nein es ist diesmal kein Sack Reis. Es ist auch nicht in China. Fallen einige Immobilienmilliarden in San Francisco in die Bucht? Panik der Superreichen breitet sich aus. Mensch Köln, Dein U-Bahnbau is ja nix dagegen!

Der Superreiche Soros – vieldĂ€monisiert. Telepolis versucht sich an einer differenzierten kritischen Analyse.

Michael Wendl gehörte innerhalb der Jusos mal der gleichen Strömung an wie Gerhard Schröder. Sie nannten sich “Antirevisionisten” und es waren die 70er Jahre. So gegensĂ€tzlich können Lebenswege verlaufen. Beim Oxiblog, mit dessen GrĂŒnder Wolfgang Storz mich eine gute journalistische Freundschaft verbindet, erklĂ€rt Wendl die strategischen Interessen, die die deutschen TTIP-Fans antreiben.

Stefan Niggemeier, in meinem Augen seit lĂ€ngerem der beste deutschsprachige Medienjournalist, stellt das neue Jugendding “Funk” von ARD und ZDF vor.

Wie VW und die Bundesregierung gemeinsam die Marke “Made In Germany” ruinierten, beschreibt die SZWeiterlesen…

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