Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Funke-Mediengruppe (Seite 1 von 2)

MedienmÀzen Google

von Ingo Dachwitz und Alexander Fanta / Otto-Brenner-Stiftung
Wie der Datenkonzern den Journalismus umgarnt
9 Zusammenfassung und Ausblick

Diese Studie widmet sich dem VerhĂ€ltnis zwi­schen deutschen Nachrichtenmedien und dem Technologie­-Konzern Google. SpĂ€testens seit dem Jahr 2015 fördert das Unternehmen die Branche in Europa mit mehreren hundert Millionen Euro. Zugleich ist Google Technolo­gie-N und GeschĂ€ftspartner sowie wirtschaft­licher Konkurrent vieler Verlage. Dabei besteht ein klares SpannungsverhĂ€ltnis zwischen den Rollen Googles als Förderer, Partner, Mitbewer­ber und Objekt der Berichterstattung. Zentrales Anliegen der Arbeit war es, die Auswirkungen dieses Beziehungsgeflechts auf die journalis­tische und wirtschaftliche UnabhĂ€ngigkeit der Medien zu untersuchen.Weiterlesen…

Ethnisierung der KriminalitÀt (II)

Kompliment, Herbert Reul. Deutsche Medien sind immer noch bereit, sich von Deinem Agendasetting am Nasenring durch die Arena ziehen zu lassen. So widmete die ARD gestern abend – ich habs nicht gesehen – Reuls Lieblingsthema “ClankriminalitĂ€t” einen ganzen Sendeabend. Rund 3 Mio. haben ihn sich zugemutet, fĂŒr die ARD knapp unterm Durchschnitt (ist der Montagabend wg. des ZDF-Spielfilms immer). Da ich nicht dabei war, will ich ĂŒber die QualitĂ€t des Gebotenen nicht richten.
Autor Olaf Sundermeyer, der die Dokumentation nach der Tagesschau gemacht hat, ist kein billiger Fall,Weiterlesen…

Paywall statt Porno

Deutsche Zeitungsverleger werdens nicht mehr lernen
Rachel Meghan Windsor, geb. Markle könnte u.U. in die Geschichte eingehen, weil sie die Erste war, die es wagte Rupert Murdoch die Stirn zu bieten. Sie will sich den kriminellen “Journalismus” der Sun nicht mehr bieten lassen. Und siehe da, 75 Politikerinnen aller britischen Parteien haben sich mit ihr solidarisiert. Dabei wĂ€re alles ganz einfach. Ich habe es 5 Jahre lang als Mitarbeiter eines Landtagsfraktionsvorsitzenden praktiziert: wenn das Revolverblatt scheissfreundlich am Telefon um exklusive Informationen oder gar ein Durchstellen zum Chef bettelt, ebenso scheissfreundlich rein “termindedingte” Körbe geben – bis sie eines Tages das Anrufen aufgeben.Weiterlesen…

GA/RP bauen digitale Mauer um Bonn

Vermutlich haben die VerlagsgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Rheinischen Pest die HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammengeschlagen, als sie feststellen mussten, was ihre Bosse da eingekauft haben: der General-Anzeiger (GA) hat noch keine Paywall? Ogottogott, wissen die in Bonn immer noch nicht, wie digitaler Kapitalismus funktioniert? Naja, Bonn wird von allem Guten und Bösen immer ein paar Jahre spĂ€ter erreicht.Weiterlesen…

Österreich verstehen – noch’n Versuch

Vielleicht deutscher, als die meisten glauben
Isolde Charim/taz und David Schalko/SZ versuchen ihr Land zu erklĂ€ren. Charim ist sowieso klug, eine Frau, die was von Dialektik versteht, doch als globale WeltbĂŒrgerin wird ihr viel Österreichisches mental verschlossen bleiben. Schalko gibt als derzeit bester bekannter Filmautor des Zwergstaates alle wichtigen dramaturgischen Hinweise. Ich sah gestern den schmierigen Kurz bei Armin Wolf im Interview-Schwitzkasten: Kurz ist so glatt und schlau, dass er ihm entkommen konnte.Weiterlesen…

BfV-Fall (oder -Mann?) Amri / Deutsche “True Media”

Thomas Moser/telepolis hört nicht auf. Und ich nicht damit, auf seine Arbeit hinzuweisen. Der Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz ist jetzt schon ĂŒber zwei Jahre her, der mutmassliche TĂ€ter erschossen. Aber die Familien der 12 Todesopfer, die zahlreichen Verletzten und die demokratische Öffentlichkeit werden niemals aufhören die AufklĂ€rung dieses Verbrechens zu fordern, so lange sie von den sog. “Sicherheits”-Behörden dieses Landes verhindert wird. Jetzt hat ein Beamter des LKA-Berlin (aus Versehen?) rausgelassen,Weiterlesen…

Ruhrgebiet, SPD – wer schafft ein Comeback?

Ein durchgehend prĂ€gendes Problem des Ruhrgebietes ist, dass sein beherrschender Medienkonzern zugunsten optimierter Profitraten auf intellektuelle Interventionen in Diskurse dieser Republik verzichtet hat. Er hat damit eine unsichtbare Wand um die Region gelegt, weil sie vom Rest der Öffentlichkeit trotz NeugrĂŒndung zahlreicher Hochschulen nur wahrgenommen wurde, wenn es drohte sozialpolitisch zu “brennen”. Dass das nicht passierte, dafĂŒr sorgte die IG Bergbau, und liess es sich und ihren Mitgliedern anstĂ€ndig bezahlen.
Dieser beherrschende Konzern war die WAZ,Weiterlesen…

Was kommt danach?

Das am meisten interessierende Ereignis dieses Wochenendes ist nicht irgendein Parteitag, sondern das Ruhrpottderby, morgen 15.30 h, Westfalenstadion. Aber gut, eine Minderheit, vor allem alle was-mit-Medien-Leute interessieren sich auch fĂŒr den CDU-Parteitag. Doch auch fĂŒr diese Leute gilt: egal, wie es heute ausgeht. Entscheidende Daten sind im nĂ€chsten Jahr: 25. Mai, nicht nur Europawahl, sondern Kommunalwahlen in allen ostdeutschen BundeslĂ€ndern, in denen am 1. September (Brandenburg, Sachsen) und 27. Oktober (ThĂŒringen) Landtagswahlen folgen.
In all diesen BundeslĂ€ndern hat es – ausser der einstigen PDS – nie “Volksparteien” gegeben.Weiterlesen…

LehrstĂŒck “Hannibal”

Ich fĂŒhle mich selbst ertappt. Ich habe 1976 den Kriegsdienst fĂŒr die BRD verweigert. Dass sich in der Bundeswehr Rechtsradikale und alle möglichen anderweitig bekloppten MĂ€nner versammeln, das war mir damals schon klar. Dass sie jetzt verbrecherische Netzwerke bilden sollen, hat fĂŒr mich emotional nicht den Charakter einer neuen Nachricht. Tja, so kann mann wichtige Nachrichten ĂŒbersehen.
Bemerkt habe ich das erst, als das Thema in meiner medienpolitischen Filterblase auftauchte. Das verdienstvolle DLF-Medienmagazin @mdiasres diskutierte gestern,Weiterlesen…

Merz & Benko

Nein, bisher habe ich nicht wahrgenommen, dass die Herren befreundet sind. Was nicht ist, kann ja noch werden. Ich verdĂ€chtige sie bisher “nur” eines Ă€hnlichen Weltbildes. Herr Merz kennt sich mit westlichem Kapital super aus – Benko mit östlichem.
Jens Berger/nachdenkseiten warnt zu Recht davor, sich bei der Ausleuchtung von Merz’ auf dessen Blackstone-Aufsichtsratsvorsitz zu verengen. Einer wie Merz kann viel mehr.
Benko kauft jetzt auch Zeitungen. Meine These: nicht, weil er damit (viel) Geld verdienen will. Die Zeiten sind vorbei. Aber er will Kontrolle behalten, d.h. er fĂŒrchtet sie verlieren zu können.Weiterlesen…

Medien-Familienkrieg im Rheinland

Gestern wurde gemeldet, das Bundeskartellamt habe ein Bussgeld von 16 Mio. gegen den Kölner Zeitungsverlag DuMont-Schauberg verhÀngt, wegen verbotener Kartellabsprachen mit dem Bonner General-Anzeiger. Im Zeitraum von 2000 bis 2016 haben beide HÀuser Gebietsabsprachen getroffen, sich gegenseitig keine Konkurrenz zu machen, und konnten so zu Monopolbedingungen wirtschaften.
FĂŒr den Laien sieht das wie konsequentes Handeln des gestrengen Kartellamts aus. Hinter dem Vorhang stellt es sich anders dar. Solche Kartellabsprachen, das weiss in der Medienbranche “jedes Kind”, sind bundesweit gebrĂ€uchlich.Weiterlesen…

Die TĂŒrkei beschĂ€ftigt uns

Ein bisschen ist es wie ein Fenster zur Welt da draussen. Die Millionen MitbĂŒrger*innen mit tĂŒrkischem Familienhintergrund helfen uns sie zu sehen. Manche wollen sich nicht helfen lassen, denen ist auch kaum zu helfen.
Einer der seltenen FĂ€lle eines gelungenen TĂŒrkeidiskurses in einem Medium (von “Massen”medium ist bei dem Sender kaum zu reden) lief gestern abend bei Phönix “Unter den Linden”. Staatsminister Michael Roth (AuswĂ€rtiges Amt) und Cem Özdemir (MdB GrĂŒne) stritten nur phasenweise, zeigten viel Nachdenklichkeit und AbwĂ€gung.Weiterlesen…

Sigmar – Übersetzer oder Störer?

Wenn Andrea Nahles ein erfolgreiches Interview-Wochenende absolviert hat, können wir sicher sein, dass das Sigmar Gabriel nicht ruhen lĂ€sst. Und wenn das Nahles-Interview bei der Funke-Mediengruppe lief, liegt es nahe, dass der einzige ĂŒbriggebliebene Konkurrent nördlich des Main, das “Redaktionsnetzwerk Deutschland”, mit dem weniger hĂŒbschen Namen Madsack, dem ehemaligen Aussenminister nur ein DiktiergerĂ€t auf den Tisch legen muss, damit es ordentlich losgeht. Zumal: wenn er schon seine Politjobs losgeworden ist, dann will er das frei reden können als positive Kehrseite wenigstens vollstĂ€ndig auskosten.
FĂŒr uns als Publikum mag das den Vorteil haben, dass wir besser verstehen,Weiterlesen…

Gelsenkirchen und die GleichgĂŒltigkeit

Wer den Schaden hat, muss fĂŒr den Spott nicht sorgen. Wer wĂŒsste das besser, als meine Geburtsstadt Gelsenkirchen. Platz 401 im StĂ€dteranking von ZDF und Prognos, ich berichtete selbst darĂŒber. Das ist natĂŒrlich selbst fĂŒr die in Ostdeutschland, 70 km vor der polnischen Grenze, ein spektakulĂ€res Ding. Und sie schickten eins ihrer ewigen Talente, die von irgendwo bei WĂŒrzburg in die grosse Stadt gezogen war, um was mit Medien zu machen, in diesen Zoo, um uns mal zu erzĂ€hlen, wie es da wirklich ist.
Ich kann Frau Seubert zurufen: wenn wir im Ruhrgebiet auf irgendwas verzichten können – dann darauf.Weiterlesen…

#metoo/WDR: was schiefgehen kann, geht schief

Das BrĂŒckentagswochenende ist vorbei, der Journalismus arbeitet wieder. So erfahren wir heute von Kai-Hinrich Renner/Funke-Mediengruppe ein paar Details zu Gebhard Henke, seinem Arbeitsgeber WDR und der dort grassierenden #metoo-AffĂ€re.
Renner dreht einen Scheinwerfer zur Kunsthochschule fĂŒr Medien (KHM) in Köln, wo Henke einen Lehrauftrag hat. AusbildungsverhĂ€ltnisse mit ihrem “besonderen GewaltverhĂ€ltnis” sind strukturell wie geschaffen fĂŒr Machtmissbrauch aller Art. Das war schon zu meiner Schulzeit so. Und alle heutigen und ehemaligen Student*inn*en wissen dazu Geschichten zu erzĂ€hlen. Fragen Sie mal Extradienst-Gastautor Dieter Bott, was er alles bei Adorno erlebt hat.Weiterlesen…

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