Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Fussballfans

Neuordnung unserer Beziehungen

Nicht nur in aufeinander hockenden Familien und Haushalten sortiert sich derzeit einiges um, mit offenem Ausgang. Noch mehr gilt das fĂŒr die grosse Welt da draussen. Noch vor der Krise hatten die (engagiertesten) Hörer*innen des Deutschlandfunks das Thema “Dekolonisiert Euch!” zum redaktionellen Schwerpunktthema gewĂ€hlt. Viele fragen sich gewiss “hĂ€h?”. Nun ja, auch wenns in der Schule oft weggelassen wird, war Deutschland Kolonialmacht und Völkermörder, schon vor den Nazis. Weiterlesen…

Corona, Hass-Fans, Hopp

von Ulrich Horn
In der Corona-Krise findet sich auch Gutes. Die Spiele der Fußballbundesliga fallen vorerst aus. So bleiben den Fußballfreunden die hĂ€sslichen Tiraden erspart, mit denen die Hass-Fans auf den RĂ€ngen das Spiel auf dem Rasen immer wieder missbrauchen. JĂŒngst nutzten sie die Aufmerksamkeit, die der Fußball findet, um Dietmar Hopp, den MĂ€zen des Klubs TSG 1899 Hoffenheim, wieder einmal zu beleidigen und zu bedrohen. Die Hass-Fans behaupten,Weiterlesen…

Fussballfans machen fit

Das Beste an diesem Fussballwochenende waren die Fanproteste. Hier gibt es eine schöne 10-teilige Fotostrecke der SZ aus den Stadien, die mir heute morgen sehr geholfen hat, bester Stimmung in den Tag zu starten. Hier dazu die dpa-Meldung aus der FAZ. Der von der Financial-Times-Deutschland gekommene Spiegel-Kolumnist Thomas Fricke weiss sie intelligent und treffend gesellschaftspolitisch einzuordnen. Es sind leider nicht viele, die das können.

MĂ€rtyrer des Fussballkapitals

Wer glaubt, lieber Roland, dass er in der ARD-Sportschau oder dem ZDF-Sportstudio Journalismus erhĂ€lt, der soll dumm sterben. Da Deine Zweifel Dich ehren, hier mein Versuch. Wie Du richtig erspĂŒrt hast, hĂ€tte jetzt nur noch gefehlt, dass Herr Hopp schwarz angemalt worden wĂ€re und sich eine Kippa aufgesetzt hĂ€tte – seine Medienverteidiger*innen hĂ€tten als edle Kreuzritter*innen in die Geschichte eingehen können.Weiterlesen…

Wer berÀt Klinsmann?

Eine berufliche Erdrosselung ersten Grades erlebt derzeit der einstige Vollprofi und schwĂ€bisches Vorbild weltlĂ€ufiger Globalisierung: JĂŒrgen Klinsmann. Als er 2004 Bundestrainer wurde (“Man muss den ganzen Laden auseinandernehmen”) war eine seiner ersten Massnahmen, die Privilegierung der damals noch nicht AfD-nahen Springerpresse durch den DFB zu beenden. Um ganz sicher zu gehen, wurde damals mit Hilfe seines Kumpels Oliver Bierhoff fĂŒr die Nationalmannschaft ein weitgehend unabhĂ€ngiges, kostspieliges, aber auch eintrĂ€gliches Management installiert. So weitsichtig war dieser Klinsmann frĂŒher.Weiterlesen…

Was wird aus der Bundesliga?

Es war seit Jahren absehbar und ist nicht wirklich eine Neuigkeit, geschweige denn eine Sensation: die Fussball-Grossvereine, denen es gelungen ist eine globale Marke zu werden, kriegen den Hals nicht voll und wollen mit niemandem teilen. Auch nicht mit den Mafiosi von Fifa, Uefa und DFB. Im Kapitalismus gibt es immer eine Triebkraft zu Monopolen. Uns Fussballfans geht das schon lange am A…. vorbei. Wer uns nicht mehr braucht und will, der hat schon.
Wenn Sie genauer wissen wollen, worum es aktuell geht:Weiterlesen…

Fifa-Putsch, Dialog-Abbruch, Geldverbrennung und reaktionÀre Diskurswende

Mit dem Aufregen habe ich schon aufgehört. Da das Fussballbusines aber immer mehr an gesellschaftlicher und politischer Relevanz gewinnt, mĂŒssen wir es wohl oder ĂŒbel aufmerksam beobachten. Es gibt wichtige Hinweise und wir werden nicht dĂŒmmer dabei.
Es gibt Putschversuche in der Fifa. Ihr jetziger PrĂ€sident Gianni Infantino entwickelt sich zu einer Art Trump des Fussballs: abhĂ€ngig von Strippenziehern im Hintergrund, die zu den reaktionĂ€rsten, noch feudalistisch organisierten Kreisen des globalen Grosskapitals zĂ€hlen.Weiterlesen…

Gehirn, weichgekocht – das BILD-Rezept

von Dieter Bott

Wer mein gegenĂŒber ist –wenn ich rundmails schreibe?
Fragst du—
Wie man bei den anschreiben sehen kann, schreibe ich
FĂŒr meine ehemalige berufs-gruppe—-ÂŽdie sozialarbeit
Mit fussballfans—deswegen sollten fundstĂŒcke aus der
BILD_zeitung dabei sein—ole aus bielefeld hat sich jĂŒngst
Bedankt und thomas schneider berichtet ĂŒber erfolge bei der
Dfl–
2die schlagzeile heute RECHT und ORDNUNG in DEUTSCHLAND
GROKO-minister TRITT DEBATTE LOS —gesundheitsminister
JENS SPAHN (CDU) fĂŒrchtet “in arbeitervierteln” um das vertrauen
Der bĂŒrger in den rechtsstaat. wie sicher können wir uns in deutschland
FĂŒhlen–die grosse debatte seite 2—Weiterlesen…

Sind “wir” wie Putin (Assad, Erdogan, Trump)?

Warnhinweis: der folgende Text verschlechtert Ihre Stimmung. Als Ausweichroute empfehle ich Ihnen die taz-Kolumne des großen Philosophen KĂŒppersbusch.
Putins Wahl war nicht so demokratisch, “wie wir es kennen” hörte ich den Aussenminister eben sagen. “Von einem fairen politischen Wettbewerb” könne “nicht in allen Punkten die Rede sein”. Manche beklagten gar, Putin habe die Wahl mit “Propaganda beeinflusst” – boah, in Russland jetzt auch? Dass Politiker*innen Wahlen beeinflussen, das “kennen wir” jetzt so nicht, oder? Ich zweifle nicht, dass in Russland einiges faul ist, auch an seinen Wahlen.Weiterlesen…

Gegen die Sportifizierung

Adorno-SchĂŒler und Extradienst-Gastautor Dieter Bott wandte sich schon in den 80er/90er-Jahren gegen die “Sportifizierung der Gesellschaft“. Die hörte nicht auf ihn, sondern machte weiter. Dahin, wo wir heute sind. Das sieht jetzt so aus:

Die Frankfurter Fussballfans, auch das ein spĂ€tes Erbe von Dieters Arbeit, inszenierten gestern einen sympathischen und erfreulich medienwirksamen Protest gegen das erste Montagsspiel der Ersten Bundesliga. Nur ein Symptom Weiterlesen…

Verteidigung Adornos gegen die Modesoziologie

von Dieter Bott

ER WAR SECHZIG JAHRE ALT –der kleine rundliche mann mit strohhut im sommer und glatze-als ich 20 jahre alt zum ersten mal in seine seminare und vorlesungen ging—ab 1963 kam ich als provinz-bube aus nordhessen nach frankfurt zum soziologie-studium bei ADORNO
Unisono haben sie sich verabredet –von JÜHA jĂŒrgen habermas mit seinem herrschaftsfreien diskurs bis zum vergifteten lob des HEIBU heinz bude , von der extra-ordinĂ€iren BOVENSCHEN bis zur kapriziösen KRIMI-AUTORIN –ob sie ihn nun live erlebten –wie ich sechs jahre lang bis zu seinem tod 1969 — oder sich an der „minima moralia“ vergriffen hatten -allesamt und unisono : –SIE HÄTTEN — zunĂ€chst und sehr lange– KEIN EINZIGES WORT VERSTANDEN-
Eine schutzbehauptung —Weiterlesen…

Nichts Neues – Fussballbusiness dreht weiter durch

Gladbach-Fans von Polizei und Justizbehörden gejagt. In Köln sind wir sowas ja gewöhnt. Aber jetzt hat mit Johannes Kopp von der taz mal ein Journalist einem Vorfall hinterher recherchiert, der gar nicht so ungewöhnlich ist und zum Bundesligaalltag gehören dĂŒrfte. Fussballfans besitzen fĂŒr Polizei und Sicherheitsbehörden keine Grund- und Datenschutzrechte. Wer Fussballfan wird, verzichtet darauf. Bei ihm wird getestet, was alles möglich ist, und wie lange Menschen sich das bieten lassen. Das ist die Philosophie, auf der eine Datei “GewalttĂ€ter Sport” entstand, in der Menschen willkĂŒrlich erfasst und in keiner Weise ĂŒber den Tatbestand informiert werden, sich also auch nicht rechtsstaatlich zur Wehr setzen können.

Davon unberĂŒhrt, wird das MilliardengeschĂ€ft weitergedreht. Wenn ich beim Lesen dieses FR-Berichts ĂŒber den Fussballkonzern aus dem sĂŒddeutschen Raum richtig gerechnet habe, arbeiten bei denen aktuell 104 Angestellte an PR-Aufgaben.
Und der bekloppte Effenberg wird vorgeschickt zum Verbreiten von Schnapsideen, inspiriert die Berichterstatter direkt zu Ă€hnlicher “KreativitĂ€t”.
Ist halt Karneval.

Fluchtursache Karneval

Alle Jahre wieder kommt die Heuchelei. Medien entsetzen sich ĂŒber besoffene Jugendliche. Jedes Jahr: also so schlimm wie dieses Jahr war es noch nie. Es wird gepinkelt und gekotzt. Nein, frĂŒher hat es sowas nicht gegeben.
Das einzige, was es tatsĂ€chlich frĂŒher nicht gegeben hat, war: #metoo. Ob das den Karneval dieses Mal berĂŒhrt?

Dieses Jahr war es an der Kölner OberbĂŒrgermeisterin, sich auf die Spitze der Welle zu setzen. Vielleicht hat ihr jemand eine Statistik vorgelegt, aus der hervorgeht, dass sich die Mehrheit der RheinlĂ€nder*innen wĂ€hrend des Karnevals auf den Kanaren, in der Toskana und in Ostfriesland befindet.Weiterlesen…

Moderner Fussball – Fans, Schwarze, nur Ärger ….

Zu den politischen Auseinandersetzungen im US-Sport gab ich hier schon Hinweise. Die weissen MÀnner im europÀischen Sport habens auch nicht leicht.
Im Fussballbusiness Europas gibt es ein besonders grosses Problem: die Fans. Die sind nun wirklich ein Problem bei der Renditeoptimierung. In England, dem Paradies aller DFL-Manager, haben sie wenigstens schon mal alle StehplĂ€tze abgeschafft. Beim Gastspiel des FC Köln bei Arsenal London staunten die kölschen GĂ€ste, dass es ihnen im Stadion spielend gelang, die Stimmung zu dominieren (obwohl es auf dem Rasen genau andersherum war). Es gab sogar Beschwerden von englischen TribĂŒnengĂ€sten ĂŒber extrovertierte Kölner GĂ€stefans – also eher so, wie in einem Restaurant. Fans sind eindeutig Bekloppte, wie es dieses DLF-Feature letzten Sonntag deutlich machte. Es gibt sogar acht Gladbach-Fanclubs in Köln, Leute wie ich.
Ein Ă€hnlich schwerer Fall sind die “Sechzger”-Fans in MĂŒnchen: unverbesserlich haben sie den deutschen Meister von 1966 in die vierte Liga ruiniert, da, wo der Fussball noch uns gehört. Ein klarer Beweis, dass Fans in den Ruin fĂŒhren.

Schwarze Frauen bringen nun den gerade so super gewinntrĂ€chtigen britischen Fussball ins Wanken.Weiterlesen…

Oliver Fritsch zu Fussball in Russland

Die Zeit ist Zeitverschwendung. Ihr allwöchentlich papiernes Übergewicht – welchen Body-Mass-Index (BMI) mag sie haben? – und ihr leseunfreundliches Überformat schrecken ab. Also genau richtig fĂŒr ein Blatt, das elitĂ€r sein will. Ich besuche sie auch online nicht regelmĂ€ssig, weil meine Erfahrung mit ihr ist, dass da das Gleiche drinsteht wie bei den andern, nur viel lĂ€nger. Wer braucht das?

Eine Ausnahme muss ich machen, reuevoll: Oliver Fritsch. Seine Arbeit habe ich schon wahrgenommen, als er als Wissenschaftler aus Giessen den Blog “indirekter-freistoss.de” betrieb. Dort hat ihn die Zeit wohl entdeckt und ihn mit einer – hoffentlich anstĂ€ndig bezahlten – Planstelle gelockt. Oliver schreibt
hier zur Leistung der DFB-Elf
hier zu unserer kurzsichtigen Russland-Sicht
– und hier interviewt er einen demokratischen russischen Fussballfan, AnhĂ€nger des Spitzenvereins und Armeeclubs ZSKA Moskau; Oliver Fritsch ist ein sehr politischer Kenner der Fanszene.

Zu letzterem noch ein Nachwort: kĂŒrzlich musste ich bei einer Party unter politisch Gleichgesinnten wieder feststellen, wieviel Ahnungslosigkeit ĂŒber die politischen VerhĂ€ltnisse in der Fussballfanszene besteht. Das kommt wohl noch aus einer Zeit, in der man es sich leisten zu können glaubte, den Fussball zu ignorieren. Die Zeiten sind vorbei. Wer in einer sich segmentierenden Gesellschaft glaubt, sich fĂŒr relevante gesellschaftliche Felder nicht analytisch interessieren zu mĂŒssen (was ja nicht heisst, dass sie einer*m auch gefallen), der/die wird bestraft, wie z.B. z.Z. ungefĂ€hr die GrĂŒnen.

WDR / UK / Geldverbrennungsanlage

In den letzten Wochen gab es in der Blase der Medienschaffenden eine heftige Debatte um die sog. Antisemitismus-Dokumentation “AuserwĂ€hlt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa”, die der WDR und Arte zunĂ€chst abgelehnt, und dann doch gesendet haben. Hier ĂŒberlagern sich verschiedene Konfliktthemen, von denen der Antisemitismus nur einer ist, der die anderen zudeckt: wie arbeiten öffentliche TV-Sender heute? Wie behandeln sie das Genre der Information und Dokumentation? Wie gestalten sich die ProduktionsverhĂ€ltnisse und was sind sie uns wert. Den besten Überblick ĂŒber diese Debatte publizierte kĂŒrzlich Rene Martens fĂŒr die Medienkorrespondenz. Mein Gastautor Dieter Bott stellte ihn mir in den 90ern bei einer linken Fussballfan-Tagung in Erkenschwick mal persönlich vor, ein anstĂ€ndiger Kerl.

Beklagenswerterweise informierten uns deutschsprachige Medien bisher völlig unzureichend ĂŒber die gesellschaftlichen HintergrĂŒnde des scheinbar ĂŒberraschenden Ergebnisses der jĂŒngsten Unterhauswahl im Vereinigten Königreich (UK). Denn hinter dem guten Wahlergebnis von Labour (40%) verbirgt sich eine UmwĂ€lzung der gesellschaftlichen Basis Britanniens, die auch fĂŒr andere kapitalistische LĂ€nder, also z.B. unseres, aufschlussreich sein kann.

Atomkraft soll angeblich das Klima schĂŒtzen, weil bei ihr ja nichts verbrannt wird? Haha, haben wir gelacht. Atomkraft verbrennt auch, und zwar unser Steuergeld. Damit es uns nicht ganz so wehtut, hier ein aktueller Handelsblatt-Bericht ĂŒber die Verbrennung von französischem, britischem und chinesischem Kapital. Ist nicht so schlimm, gibt es ja genug davon.

© 2020 Beueler Extradienst

Theme von Anders NorĂ©nHoch ↑