Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Gastronomie

Inkonsistenz

Leben Sie, um zu arbeiten? Oder arbeiten Sie, um zu leben? Ich zĂ€hlte mich immer zu Letzteren, und habe es pĂŒnktlich zum ersten deutschen Lockdown im MĂ€rz in die Rente geschafft. Im Rahmen der zukĂŒnftigen VerschĂ€rfung und Brutalisierung der ökonomischen VerteilungskĂ€mpfe wird auch die gewiss angegriffen werden. Das wird mich mit meinen gut 1.000 €/Monat wieder in einen revoltierende WutbĂŒrger verwandeln. Derzeit ist unsere Gesellschaft noch auf dem Weg dorthin.
Die meisten Politiker*innen leben, um zu arbeiten. Eine kleine Minderheit ist missionarisch angetrieben. Die grosse Mehrheit istWeiterlesen…

Sauds pfeifen im Wald

Gastronom*inn*en von Plattformen gequÀlt
Die Altstadt von Beirut war schon vor der Explosionskatastrophe weitgehend “niedergelegt” worden. Vom ehemaligen Regierungschef Rafiq Hariri und seinem folgsamen Erben Saad. Seine Baufirma Solidere entwickelte er zu einem zweifelhaften Zwitter zwischen Baukonzern und staatlicher Ordnungsbehörde, auf diese Weise das Vakuum ausnutzend, das der ebenfalls von ihm gefĂŒhrte Staat langjĂ€hrig hinterlĂ€sst. Pragmatisch, wie ein erfolgreicher Bauunternehmer zu sein hat,Weiterlesen…

Wie im richtigen Leben

Wer geht insolvent?
Mit bemerkenswerter Transparenz berichtet der Kicker, 13 der 36 Erst- und Zweitligavereine in der Deutschen Fussball-Liga (DFL) drohe in KĂŒrze die Insolvenz, beginnend mit Ende Mai. Vermutlich glauben die Herren damit Druck auf die Politik aufzubauen, um im Mai ihren Kapitalvermehrungsbetrieb wieder aufnehmen zu dĂŒrfen. Sollte das zur Entmachtung der Epidemiolog*inn*en fĂŒhren? Um den Wettumsatz wichtiger Sponsoren anzuheizen, werden keine Vereinsnamen genannt, damit ein heiteres 13-aus-36-Tippen beginnen kann.Weiterlesen…

Beueler Gastronomie-Unsitte

Viele Gastronomien haben zu. Andere versuchen mit Ausserhausverkauf die Unterlippe ĂŒber der Wasserkante zu halten. Die GĂ€ste an der Ausgabe kommen auch bei 2 m Abstand gut ins GesprĂ€ch, viele froh ĂŒber die Gelegenheit, und ĂŒberwiegend guter Stimmung. Dabei tauchte ein Thema auf, von dem ich schon öfter aus diversen Quellen gehört habe. Der Trinkgeld-Betrug (am Gast).Weiterlesen…

Zu feige zum Regieren

Was ist wichtiger? Grippe-BekÀmpfung und Menschenleben? Oder Cashflow?
Nein es geht nicht um die Linkspartei, sondern leibhaftige Minister*innen, und zwar die hier. Ihre Parteizugehörigkeit ist mir egal. Wenn Sie wollen, recherchieren Sie selbst. Ich halte den Verfassungsrang des deutschen Föderalismus fĂŒr eine gute Sache. Darum wĂ€ren diese Minister*innen zustĂ€ndig fĂŒr eine gemeinsame, starke Strategie gegen Corona-Grippe und Seuchenpanik. Sie haben mit ihrem Amtseid geschworen, Schaden von uns abzuwenden. Feige von ihnen ist es, das auf lokale GesundheitsĂ€mter und BĂŒrgermeister abzuladen,Weiterlesen…

Virus – wenn Politikerangst auf Lebenswirklichkeit trifft

Heute erwartet eine gute Freundin ein Laborergebnis. Wenn es “positiv” ist, werde ich selbst zur “Kontaktperson” einer “Kontaktperson”. Wenn es “negativ” ist, ist es ein gutes Zeugnis, zunĂ€chst fĂŒr sie, sich richtig verhalten zu haben: keine KörperflĂŒssigkeiten austauschen, kein HĂ€ndeschĂŒtteln, sich nicht Anhusten oder -niesen, alles immer gut waschen und sterilisieren. Bei unseren Politiker*inne*n klappt das leider kaum.
Ihnen geht es um Symbolik. Von der Lebenswirklichkeit verstehen sie nichts.Weiterlesen…

Zu viel gegessen? Eine Frage der QualitÀt

Ich möchte vorausschicken: ich esse noch Fleisch. Ich habe Freude am Essen und Trinken, keine Waage im Haus, bin fernab aller Selbstoptimierung und Sportsucht. Kurz: das Leben ist mir ein Genuss. An Zuneigung zu guten Lebensmitteln und handgemachter Gastronomie spare ich nicht.
Viele von uns haben sich an den Weihnachtstagen gequĂ€lt; oder quĂ€len lassen. Zuviel gegessen. Zuviel Schlechtes? Jetzt quĂ€lt die Verdauung. Und das Übergewicht. Unwiderstehlich nahen die Tage der guten VorsĂ€tze Weiterlesen…

Bedrohung der Gastronomie wird verschÀrft

FrĂŒher und in den alten Filmen hiess es Schutzgelderpressung. Heute wird es “Lieferdienst” genannt. Gastronom*inn*en kommen von allen Seiten unter Druck. Die viele Arbeit. Die unangenehmen Arbeitszeiten. Der Mangel an gutem Fachpersonal. Die explodierende Gewerbemiete fĂŒr das Lokal, ĂŒberlebbar nur bei eigenem Immobilienbesitz. Die geizigen GĂ€ste. Die therapiebedĂŒrftigen GĂ€ste. Die zahlreichen Asis unter den GĂ€sten, die zuhause auch nicht gern gesehen sind.Weiterlesen…

Bundes…kreuz fĂŒr gutes Kochen

Ich las es schon am Samstag im Momo-Bistro in der SZ-Wochenendausgabe. Jetzt steht es auch online. Das erste Bundesverdienstkreuz fĂŒr gutes Kochen wurde verliehen. Das 257.000te schon. Naja, ich wĂŒrde das Blech jederzeit ablehnen, seit ich in den 70er Jahren Bernt Engelmanns “Grosses Bundesverdienstkreuz” gelesen habe. Mit denen, die dort vorgestellt wurden, möchte ich nichts gemeinsam haben. Aber gut, an den guten Bernt Engelmann kann sich kaum noch jemand erinnern ….
Christian Bau spricht zwar sehr pro domo, und die dort aufgerufenen MenĂŒpreise ĂŒbersteigen auch mein Budget.Weiterlesen…

Die Zukunft des Essens

Industrialisierung und Standardisierung der Landwirtschaft, schrankenloser Immobilienkapitalismus und Monopolisierung im Online- und Einzelhandel sind keine US-amerikanische Besonderheiten. Sie sind Besonderheiten des expansionssĂŒchtigen und -abhĂ€ngigen, “alternativlosen” Kapitalismus. Und den, das wird wohl niemand bestreiten, haben wir hier auch. Er ist in den USA allenfalls etwas weiter fortgeschritten.
Darum ist dieser “Essensbericht aus den USA” von Christopher Stark/telepolis ein Blick in die Zukunft unseres Essens.Weiterlesen…

Franz Keller / La Paz

Bei Franz Keller, in seiner Hattenheimer Adlerwirtschaft habe ich, leider, leider bisher erst zweimal im Leben gegessen. Glauben Sie mir, es ist die Kurzreise wert, und obwohl mans nicht glaubt, da halten ZĂŒge, rechtsrheinisch zwischen Koblenz und Wiesbaden. Ich habe dort die bisher beste GĂ€nseleberpastete meines Lebens gegessen. Und aus dem, was Franz Keller heute in den DLF-Zwischentönen ĂŒber seine Lebensmittelherstellung erzĂ€hlte, ergibt sich schlĂŒssig, warum.Weiterlesen…

Pastis schliesst – und kocht weiter

Die Gentrifizierung schreitet fort. Die Gewerbemieten in der Bonner City sind schon lange unzumutbar. InhabergefĂŒhrte LĂ€den verschwinden, Gastronomie ist nicht mehr betriebswirtschaftlich (und menschenrechtlich) fĂŒhrbar – ausser fĂŒr Franscheiss-Ketten. Die Immobilien-Vermieter werden es erst merken, wenn es zu spĂ€t ist. Und die von ihnen, die es schon bemerkt haben, denen ist es egal, weil sie LeerstĂ€nde “steuermindernd” einsetzen können.
Die Mall am Hauptbahnhof wird das Problem vergrössern.Weiterlesen…

Plattformkapitalismus – Gastronomie

Jan Stich beschreibt in der aktuellen Jungle World anschaulich („Wie wir schlemmen wollen“), dass die Gastronomie sich in einem Ă€hnlichen Umbruch befindet, wie der Einzelhandel. Clevere Netzinvestoren nehmen sie mit Lieferdiensten in den Schwitzkasten. Nur wenige haben es nicht nötig, deren “Service” nicht in Anspruch zu nehmen; die meisten zahlen das Schutzgeld, in dieser Branche “Provision” genannt.

Die meisten Eckkneipenwirte glauben bis heute, das Rauchverbot habe ihnen den Garaus gemacht. Das kann schon deswegen nicht sein,Weiterlesen…

Fluchtursache Karneval

Alle Jahre wieder kommt die Heuchelei. Medien entsetzen sich ĂŒber besoffene Jugendliche. Jedes Jahr: also so schlimm wie dieses Jahr war es noch nie. Es wird gepinkelt und gekotzt. Nein, frĂŒher hat es sowas nicht gegeben.
Das einzige, was es tatsĂ€chlich frĂŒher nicht gegeben hat, war: #metoo. Ob das den Karneval dieses Mal berĂŒhrt?

Dieses Jahr war es an der Kölner OberbĂŒrgermeisterin, sich auf die Spitze der Welle zu setzen. Vielleicht hat ihr jemand eine Statistik vorgelegt, aus der hervorgeht, dass sich die Mehrheit der RheinlĂ€nder*innen wĂ€hrend des Karnevals auf den Kanaren, in der Toskana und in Ostfriesland befindet.Weiterlesen…

Sturm ĂŒber Bonn / ARD-Geld fĂŒr Ösi-MilliardĂ€r?

Der Soziologe Stefan Selke, er lehrt in Baden-WĂŒrttemberg, hat aber einige Jahre hier in Bonn studiert, beschreibt die fragile zivilisatorische Firnis wĂ€hrend des Sturms Friederike in der abgelaufenen Woche in Bonn bei telepolis. Ich war an diesem Tag auch in Bonn, nicht am Hauptbahnhof, aber bewegte mich im ÖPNV ĂŒber die KennedybrĂŒcke, und hatte eher gegenteilige, angenehme Erlebnisse. Vielleicht lags auch einfach an dem guten Mittagessen im Pastis.
Im Alltag, also gerade nicht in Krisen-Ausnahmesituationen, mache ich jedoch Ă€hnliche Beobachtungen wie er. Als Kunde und Gastronomiegast merke ich seit langem, dass ich mit normal-höflichem Verhalten schnell von den Dienstleister*inne*n im Service ins Herz geschlossen werde – weil es so selten ist.Weiterlesen…

Diese Chance fĂŒr Bonns City wird ungenutzt bleiben

In der letzten Aprilwoche des Jahres 1972 kam ich das erste Mal nach Bonn, es war eine Klassenfahrt. Es sollte eine sensationell ereignisreiche Woche werden: Deutschland gewann zum ersten Mal in der Fussballgeschichte in Wembley gegen England, Netzer und Beckenbauer beim 3:1 auf dem sportlichen Höhepunkt ihrer Karriere im besten LĂ€nderspiel der DFB-Geschichte; Willy Brandt ĂŒberstand das Misstrauensvotum der CDU/CSU-Fraktion, unser Überleben und der Frieden in Mitteleuropa wurde ĂŒber Jahrzehnte gesichert. Die darauf folgende Bundestagswahl im Herbst des gleichen Jahres hatte die höchste Wahlbeteiligung in der Geschichte unserer Republik.
Aus dem Hauptbahnhof heraus liefen wir direkt vor einen Bretterzaun, so wie heute. Damals wurde das Loch gebaggert, fĂŒr die U-Bahn, und fĂŒr das Loch von heute. Eine der grössten BausĂŒnden in der Stadtgeschichte wurde gerade begangen. Jetzt, 45 Jahre spĂ€ter, ist die SĂŒdĂŒberbauung weg. Ein kommunikatives Kunstwerk,Weiterlesen…

Dienstleistung und Depression

Es gab ein Diskursfenster in Deutschland, nach dem Selbstmord des Nationaltorwarts Robert Enke. Es wurden nicht nur Sonntagsreden rund um seine Trauerfeier gehalten, es schien bis hin zum damaligen DFB-Chef Theo Zwanziger ein ehrliches BemĂŒhen zu geben, danach nicht so weitermachen zu wollen wie vorher. Dass das eine Illusion war, war materialistisch geschulten GemĂŒtern schon immer klar. Etwas war aber, zumindest ĂŒber mehrere Monate, neu: es wurde offener und öffentlich gesprochen ĂŒber die Volkskrankheit Depression. Ich erlebte eine Szene am damaligen Kaffeestand von Sara Monteiro-Gashi auf dem Bonner Marktplatz, bei der eine mir – ich sprach gerade ĂŒber Enke – völlig fremde Person sich mir gegenĂŒber zu ihrer Erkrankung bekannte. FĂŒr Depressive ein geradezu revolutionĂ€res Verhalten, und zu dieser Zeit kein Einzelfall.

Ein weiteres Symptom fĂ€llt mir zunehmend auf: in GeschĂ€ften, in denen ich Stammkunde oder -gast bin, bekomme ich vom in der Branche normal fluktuierenden Bedienungspersonal ungewöhnliche Zuneigung entgegengebracht. Warum? Weiterlesen…

Godesberg

Heute kamen die Unterlagen fĂŒr den BĂŒrgerentscheid zum Godesberger KurfĂŒrstenbad. Die Stadtverwaltung schaffte es leider nicht, ineinander passende BriefumschlĂ€ge zu organisieren – es muss geknickt werden. Es erinnert ein bisschen an die österreichische PrĂ€sidentschaftswahl und die Berliner Abgeordnetenhauswahl; dort waren die Verwaltungen auch zu doof, sie ordnungsgemĂ€ss zu organisieren.

BĂŒrgerentscheid fĂŒr ein Schwimmbad, in einer Stadt die doppelt so viel SchwimmbĂ€der wie Essen aber halb so viel Einwohner hat? Das mutet schon ein bisschen wie eine mit Brettern vernagelte Perspektive auf die Wirklichkeit an. Im Kern geht es nicht um das Schwimmbad.Weiterlesen…

Lob der Handmade-Gastronomie: Sarah & Thierry

An manchem sind wir geizigen Deutschen selber schuld. Beim Essen sind wir so geizig, dass Gastwirte nur bei GetrĂ€nken eine Chance haben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Das fĂŒhrt z.B. zu den ĂŒberteuerten Restaurantpreisen fĂŒr Wein, vor allem fĂŒr guten. In Frankreich und Italien sind die Essenspreise auf den Speisekarten angemessener, so dass auch die GetrĂ€nkepreise zumutbarer gestaltet werden können. Unser Geiz richtet aber weit mehr Schaden an. Er erschwert einen Umbau der Landwirtschaft in Richtung Geschmack, Artenvielfalt, Tierschutz und Ökologie, und er begĂŒnstigt Monopolisierung und Konzentration in Einzelhandel (die reichsten deutschen MĂ€nner waren die verstorbenen Aldi-BrĂŒder) und Gastronomie (Franscheiss).
Zur Begehung eines runden Geburtstages entschloss ich mich zu erneutem aktivem Widerstand.Weiterlesen…

Big Data, Immobilien – Privateigentum ist nicht die Lösung

Die meisten glauben, die Nutzung von Facebook, Google oder App-Stores sei umsonst. Kinderglaube. Die WĂ€hrung der Zukunft, selbst dann, wenn das Bargeld mal abgeschafft werden sollte, sind Daten. Oder was glauben Sie, wie die Jungs im Silicon Valley MilliardĂ€re geworden sind? Aber Hetzen gegen ihren unverdienten Reichtum ist billige Ablenkung von Politik. Der Autor Thomas Wagner hat dazu ein Buch geschrieben und die Junge Welt veröffentlichte heute die Einleitung. Wer von “sozialer Gerechtigkeit” schwafeln will, und das werden in den nĂ€chsten Monaten viele tun, der sollte hierzu in den Schwitzkasten genommen werden.

Das gilt vergleichbar fĂŒr den Privatbesitz von Grund, Boden und GebĂ€uden, mindestens in grossstĂ€dtischen BallungsrĂ€umen. Grund und Boden sind nicht produzier- und vermehrbar.Weiterlesen…

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