Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Gentrifizierung (Seite 1 von 2)

Zu wertvoll für Parkplätze

Mediathekperlen aus der ARD-Themenwoche “Stadt.Land.Wandel”
Normalerweise hasse ich sog. Themenwochen öffentlicher Medien. Weil sie meistens mit dem Ausfall bzw. der Ersetzung der journalistischen Alltagsarbeit verbunden sind, die ich für mein Geld von ihnen erwarte. Schnell stellt sich ausserdem ein Gefühl der Übersättigung an dem gewählten Thema ein. Dieses Mal war das bei mir weniger ausgeprägt. Dank der folgenden Beispiele. Weiterlesen

Wegrationalisiert

Kölner Kulturproduzent*inn*en zwischen Radikalisierung und Marginalisierung
Ein “Hoch!” auf Stephanie Gebert und das DLF-Wochenendjournal. Frau Gebert war in der Kölner Kulturszene unterwegs (Audio 47 min), förderte viel Bekanntes zutage, und vermittelte zusätzlich Ahnungen von weniger Bekanntem.
Bekannt ist, dass die Pandemie alte Probleme und Entwicklungen nicht nur sichtbarer macht, sondern auch beschleunigt. Die Gentrifizierung von Stadtvierteln, die Digitalisierung von Kommunikation und Kulturproduktion. Nur am Rande kam die Mehrheit der Prekarisierten vor, Weiterlesen

“Das gesellige Tier” und die Krisenpolitik

Die Überschrift “Das gesellige Tier” ist von Arno Widmann/FR. Was er in seinem Text diskutiert, war schon oft Thema in meinem eigenen Freundinnen- und Freundeskreis. Findet gerade eine historische Weichenstellung in der sozialen Entwicklung der Menschenart statt? Vieles spricht dafür, je länger das Covid-19-Virus der Menschheit Gesellschaft leistet. Aber gemach: wenn ich Frauke Steffens/FAZ richtig verstehe, wird der Impfstoff pünktlich zwei Tage vor der Wahl des US-Präsidenten Anfang November erfunden. Und alles wird wieder gut. Weiterlesen

Das Geheimnis des Lebens

berliner szenen
“Kann doch wohl nicht wahr sein.“ Ich stehe mit Greta vor dem Ladenlokal auf der Bergmannstraße. Die Fenster sind verklebt, die Eingangstür ist halb geöffnet, drinnen wummert es. Wir sind verzweifelt. Unser Café hat mal wieder zugemacht. „Stand ja in der Zeitung, dass sie den Laden an diese norwegische Kette verkauft haben. War zu erwarten.“

Zugegeben. Im Grunde war es eine Hassliebe. Weiterlesen

Bonn? – Woanders ist auch schlimm: München

Ich gebe zu, ich neige auch oft dazu: weil ich mich hier auskenne, viele Leute, viele Ämter, mit vielen täglich zu tun hatte oder noch habe, es hier für besonders schlimm zu halten. Ist aber Quatsch. Bonn ist klein, unwichtig, und in fast keiner Weise besonders, im Vergleich zu anderen deutschen Klein- oder Mittelstädten. Hier sind mehr Hügel um die Stadt herum, ein breiter Fluss in der Mitte, überdurchschnittlich viele renitente Bildungsbürger*innen (und damit Grün-Wähler*innen) – und Köln in unmittelbarer Nähe.
“Skandale”, wie die WCCB-Affäre oder die Kostenentwicklung öffentlicher Bauten (Beethovenhalle), Weiterlesen

Beuel – Denkfehler bei Deus und Pause?

Der General-Anzeiger berichtete gestern über eine von ihm selbst veranstaltete Diskussion zum “Kulturquartier” Beuel. Das Thema hat für unsere Stadtteilentwicklung zweifellos höchste Bedeutung. Ich war selbst nicht dabei. Wenn die GA-Berichterstattung die Debatte korrekt wiedergibt, haben wichtige Akteure dabei schwere Denkfehler im Kopf.
Aus dem Bericht trieft nicht nur die Botschaft “grosse, wichtige Chance”, sondern auch das populistische Bedürfnis: “jetzt aber schnell!”. Ausserdem bringt der Bezirksbürgermeister noch die implizite Botschaft unter, die Stadt Bonn solle sich da bitteschön raushalten – nur schade, dass es eine Kennedybrücke gibt. Weiterlesen

Pastis schliesst – und kocht weiter

Die Gentrifizierung schreitet fort. Die Gewerbemieten in der Bonner City sind schon lange unzumutbar. Inhabergeführte Läden verschwinden, Gastronomie ist nicht mehr betriebswirtschaftlich (und menschenrechtlich) führbar – ausser für Franscheiss-Ketten. Die Immobilien-Vermieter werden es erst merken, wenn es zu spät ist. Und die von ihnen, die es schon bemerkt haben, denen ist es egal, weil sie Leerstände “steuermindernd” einsetzen können.
Die Mall am Hauptbahnhof wird das Problem vergrössern. Weiterlesen

Krieg in Jemen & Libyen / Blackrock / Gentrifizierung / Söder

Die hiesige Berichterstattung zittert sich Trumps Ausstieg aus dem Atomkontrollabkommen mit dem Iran entgegen. Ja, das ist wirklich wichtig. Dennoch dreht sich auch unabhängig davon eine partiell schreckliche und verbrecherische Welt weiter. Und “wir” immer dabei.
Im Jemen bringen “unsere” an Saudi-Arabien gelieferten Waffen massenhaft Menschen, mehrheitlich Zivilist*inn*en, um. Saudi-Arabien wird von einem Feudalclan regiert, dessen Menschenfeindlichkeit nur von wenigen Regimen weltweit übertroffen wird. Unsere Freunde?
Wie die sog. “libysche Küstenwache“. Weiterlesen

Istanbul – Gecit / Übergang / Transition

von Ertan O. Erdogan

Ich war bis ca. Anfang Juli zweieinhalb Monate in meiner Geburtsstadt Istanbul und habe für eine Doku gedreht:
“Gecit / Übergang / Transition”.
Am Beispiel der Bauindustrie und der einhergehenden Stadtteilplanung und -entstehung versuche ich zusammen mit Pressekommentaren und Gesprächspartnern vor Ort den scheinbaren Erfolg einer Volkspartei zu verstehen, so die Kurzbeschreibung. Eine aktuelle filmdokumentarische Reise durch Istanbul unter dem Bann von Halbmond und Stern – plus einer Daniel-Düsentrieb-Glühbirne, dem Markenzeichen der AKP.


Fragestellungen:

– Welchen Änderungen seit ca. 13 Jahren (Beginn der AKP-Ära) ist Istanbul als Ganzes bautechnisch ausgesetzt, hinsichtlich der Nachbarschaft & Gentrifizierung, der Umwelt / Natur und ihrer Rodung?

– Welche Entwicklung haben konkret die Stadtteile Ataköy, die klassische Satellitenstadt aus den 1980er Jahren (Sozialdemokraten/CHP) und Sirinevler, der Ort der Zuwanderer aus Anatolien, die mehrheitlich AKP wählt, durchgemacht?
Beide Stadtteile sind mit einem Fussgängerüberweg über die Europastrasse 5 verbunden.

Da ich bereits die erste Hälfte mit AKP-Wählern und Stimmen aus dem Volk des nun 90-Minüters fertig geschnitten hatte, fehlten mir für die zweite Hälfte Aussagen von Fachleuten wie Architekten, Stadtplanern und Aktivisten. Weiterlesen

Russland / Portugal / Big Data in China

Es soll hierzulande Linke geben, die immer noch treu zu Russland stehen wollen. Sie haben nicht nur das Abdanken des “real existierenden Sozialismus” verpasst, sondern auch die Errichtung eines offen brutalen Oligarchenkapitalismus auf seinen Ruinen. Ulrich Heyden, der im Ukraine-Konflikt nie einseitig gegen Russland berichtet hat, hat nun auf Telepolis eine Reportage über eine verbrecherische Gentrifizierungspolitik der Moskauer Stadtspitze veröffentlicht. Zum besseren Verständnis für Bonner*innen: das ist Rene Benko in ganz gross.

Das linke Wirtschaftswunder Portugals ist in Wahrheit kein Wunder, sondern volkswirtschaftlich logisch. Es wird kaum berichtet, hier eine kleine Ausnahme beim Oxiblog.

Kai Strittmatter, ehemals in der Türkei, jetzt wieder in China für die SZ, ist immer lesenswert. Nur leider oft online in der Paywall der SZ eingemauert. Dankenswerterweise hat sich darum Götz Eisenberg auf den Nachdenkseiten einer Nacherzählung seiner Big-Data-Reportage befleissigt, die einer allgemeinen Öffentlichkeit zeigt: Orwell war harmlos. Und diese Art Sozialismus/Kommunismus kann es nicht sein, wovon wir träumen.
Update 24.5.: Selbstverständlich keine Skrupel dieser Art zeigt Windoof-Hersteller Microsoft – Börsenwert, Umsatz und Rendite gehen vor.

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