Thema: Gert Samuel

Buchkritik: “Energiewende in der Wüste”

Von , am Dienstag, 11. Juni 2019, in Allgemein.

von Gert Samuel
Rot-Weiß Essen kickte im Mittelfeld der Regionalliga West, ohne Chance auf einen Aufstieg in die 3. Bundesliga. Dennoch wird dieser Traditionsclub aus dem Ruhrgebiet mehr Fans in Essen und bundesweit haben als der Essener Energieriese mit den drei Buchstaben.
Abhilfe tut da Not, gerade in Zeiten von (verschlafener) Energiewende und Forderungen nach einem schnellen Ausstieg aus der dreckigen Braunkohlenutzung. Weiterlesen

BVB – Du brauchst nicht zu weinen

Von , am Mittwoch, 6. Februar 2019, in Fußball.

Schon vor dem gestrigen Spiel kalkulierte ich, dass eine ehrenvolle Heimniederlage für den BVB die beste Entscheidung wäre. Der DFB-Pokal ist der am wenigsten wichtige Wettbewerb. Entscheidend ist die Liga, und für die Kasse die Champions League. Die Leistungsspitze im Fussball ist so nah beieinander, dass es immer mehr auf “Kleinigkeiten” ankommt. Eine wichtige davon: wie funktioniert das Team? Wie frisch sind seine Spieler, nicht zuletzt im Kopf?
Gestern war zu sehen, dass dieser Vergleich zugunsten von Werder ausging. Weiterlesen

“Smarte grüne Welt?” – Buchbesprechung

Von , am Montag, 7. Januar 2019, in Medien, Politik.

von Gert Samuel
Immer wieder wird das Schlagwort „Digitalisierung“ quasi wie ein notwendiges Allheilmittel für das Fortbestehen der Menschheit und eine erfolgreiche Lösung der großen gesellschaftlichen Aufgaben in die politischen und auch die Alltags-Debatten geworfen. Das folgende Buch setzt sich grundlegend mit den Möglichkeiten und auch mit den Grenzen, den überzogenen Erwartungen sowie mit den Gefahren eines unkritischen Nachlaufens und gedankenlosen Umsetzens der Forderung nach umfassender Digitalisierung auseinander.

Steffen Lange und Tilman Santarius plädieren Weiterlesen

Leider voll daneben!

Von , am Montag, 7. Januar 2019, in Genuss, Medien.

von Gert Samuel
WDR-Fernsehen: „Der Sound der 68er – Von Janis Joplin bis Udo Jürgens“ (5.1.2019, Mediathek nur eine Woche)

Als jemand, der durch die Vielfalt der Musik der 60er Jahre geprägt ist, hatte ich mich auf Sendung am Samstagabend im WDR gefreut und war gespannt auf die Umsetzung unter dem Titel „Der Sound der 68er“. Das Ergebnis, und das ist kein Witz: „Wonderland“ und Howard Carpandale anstelle der Rolling Stones! Neunzig Minuten, ohne die Stones nur einmal zu erwähnen, zu zeigen oder musikalisch wiederzugeben? Unmöglich? Der WDR schaffte das. Weiterlesen

Taumelnde Giganten – VerkehrsMachtOrdnung

Von , am Dienstag, 25. September 2018, in Politik.

Zwei Buchbesprechungen von Gert Samuel
Es besteht Hoffnung: Nicht nur in Schweden wird die Autogesellschaft in Frage gestellt. Die laufende Debatte über die Auswirkungen der Betrügereien der hiesigen großen Autokonzerne schafft auch Spielräume für das Nachdenken über und Forschen zu Alternativen zum Auto, für Perspektiven ohne Auto. Zwei Bücher dazu möchte ich kurz vorstellen:

1 Weert Canzler / Andreas Knie, Taumelnde Giganten. Gelingt der Autoindustrie die Neuerfindung?
Als Kern des Problems sehen Canzler und Knie die über viele Jahrzehnte versprochene Verfügung über ein Fahrzeug und die damit verbundene bisherige Komplizenschaft von Autoindustrie, Kunden und Staat. Weiterlesen

Kunst des Aufhörens – Ewald Lienen

Von , am Mittwoch, 24. Mai 2017, in Fußball, Politik.

Die größte Freude in dieser Fussballsaison, in einer Branche des Irrsinns, war mal wieder der FC St. Pauli. Hier wurde das von der SPD für sich proklamierte NRWIR tatsächlich umgesetzt. Der Rheinländer Andreas Rettig und der (Ost-!)Westfale Ewald Lienen zusammen in einem Fussballverein: “Es ist furchtbar, aber es geht!” (Copyright: Jürgen Becker).

Ewald Lienen hat alle Stufen des Fussballirrsinns durchlebt. Oberschenkel aufgeschlitzt von einem Legionär Otto Rehagels, Trainerstationen in Mönchengladbach und (!!!) Köln, des Wahnsinns nah bei 1860 München und AEK Athen, das Elend dort gesehen und in Rumänien. Dann St. Pauli: Rettung vor dem Abstieg, dann den Aufstieg knapp verpasst, dann Letzter nach der Hinrunde mit 11 Punkten aus 17 Spielen, nicht gefeuert, und dann eine Rückrunde wie ein Bundesligaaufsteiger. Und in diesem Moment großen Erfolges: ein Schritt zurück, für einen Nachfolger. Eine Kunst, die in Politik und Entertainment kaum noch jemand beherrscht.

Ich weiss von meinem Gastautor Gert Samuel, dass Ewald Lienen auch im direkten persönlichen Umgang ein angenehmer, grundvernünftiger, vielleicht westfälisch-dickschädeliger, aber strategisch klug denkender Mensch ist. Bis hierher ein erfülltes Leben, in dem er uns Mitmenschen viel gegeben hat.