Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Gewerkschaften (Seite 1 von 3)

Jungle World / Öcalan bei Jacobin

Die heute online freigeschalteten Texte der Jungle World erscheinen mir alle lesenswert. PrĂŒfen Sie selbst:
Jana Borchers interviewt die italienische Arbeitsmarktforscherin Stefania Animento: es geht um PrekaritÀt, migrantische ArbeitskrÀfte und gewerkschaftliche VersÀumnisse.
Doerte Letzmann interviewt den torynahen Andrew Foxall, Forschungsdirektor des Studienzentrums fĂŒr Russland und Eurasien bei der Henry Jackson Society, und erhĂ€lt neben erwartbaren auch differenzierende Antworten, die zum Weiterdenken einladen, zur Frage der russischen Einflussnahme.Weiterlesen…

BedrÀngte Zivilgesellschaft von rechts

von Wolfgang Schroeder/Samuel Greef/Jennifer Ten Elsen/Lukas Heller / Jupp Legrand (Vorwort)
Interventionsversuche und Reaktionsmuster – Ein Projekt der Otto Brenner Stiftung

Vorwort – Ist die Zivilgesellschaft der Hort der Demokratie oder das Einfallstor fĂŒr rechts? Diese Frage ist vor noch gar nicht so langer Zeit als unangemessene Angstmacherei abgetan worden. Und jetzt, in Zeiten einer alles ĂŒberschattenden OmniprĂ€senz der Corona-Pandemie, scheint sie noch weniger Brisanz zu haben. Allerdings wird es auch eine Zeit nach Corona geben. Inwiefern rechte KrĂ€fte dann an ihre Erfolge anknĂŒpfen können oder gar mit neuer StĂ€rke auftreten, hĂ€ngt nicht zuletzt von der organisierten Zivilgesellschaft ab. Doch wie „immun“ ist diese gegen rechts?Weiterlesen…

Kein New Age, please

Die Lehre aus der Coronakrise ist fĂŒr Slavoj ĆœiĆŸek nur eine neue Form von Kommunismus
Zeit zum Nachdenken, Chance fĂŒr die Entschleunigung, bewusster leben. WĂ€hrend der Coronakrise verging kaum ein Tag, an dem nicht die Chancen fĂŒr einen anderen Lebensstil beschworen wurden, den das Coronavirus – neben den Schrecklichkeiten – doch biete.

FĂŒr derlei Ideen hat Slavoj ĆœiĆŸek wenig ĂŒbrig. Am Schluss seiner jĂŒngsten, gerade in den USA erschienenen Streitschrift verfĂ€llt der slowenische Philosoph in den Duktus eines Achtziger-Jahre-Altlinken, der die aufkommende Seuche der „Selbsterfahrung“ als Ablenkung von der harten Pflicht des Klassenkampfs geißelt.Weiterlesen…

Leiharbeit jetzt verbieten!

Die Corona-Krise bringt es endlich ans Tageslicht: gestern berichtete “Fakt”, dass bei Stuttgart 21 tĂŒrkische Leiharbeiter ohne Schutz gegen Corona dessen Gefahren ausgesetzt sind, in MassenunterkĂŒnften ohne Masken und Desinfektionsmittel untergebracht waren. Mindestlöhne wurden nicht gezahlt, regelmĂ€ĂŸige Tricksereien mit der Arbeitszeit, die ĂŒberhöht geleistet, aber nicht gerecht abgerechnet wird, sind offensichtlich an der Tagesordnung. Die Baubranche ist dafĂŒr bekannt. Die VertrĂ€ge werden gerne “WerkvertrĂ€ge” genannt. Das ist ein doppelter Zynismus, der gesetzlich beendet werden muss.Weiterlesen…

Krankheit, Tod, die Leistungsgesellschaft

… oder ein lebenswertes Leben?
von Katika KĂŒhnreich

In einer Zeit, in der die meisten von uns durch die Ereignisse und die Berichterstattung der Corona-Epidemie entwurzelt und durch immer neue Nachrichten stĂ€ndig hin und her geweht werden, wie ein BlĂ€ttersturm im Herbst, fehlen oft die ZeitrĂ€ume, in denen ĂŒberlegt werden kann.

Denn was der Sturm gerade freilegt, sind die ideologischen Knochen unserer Gesellschaft und derjenigen, die Politik und Wirtschaft bestimmen. Aber der Sturm bietet auch die Möglichkeit, Fragen nach einer anderen Gesellschaft aufzuwerfen.Weiterlesen…

Corona-Krise: Keine RĂŒckkehr zur „NormalitĂ€t“ des Kapitalismus!

von Alex Demirović, Ulrich Duchrow, Andreas Fisahn, Birgit Mahnkopf, Thomas Sablowski, Peter Wahl
Ein Beitrag aus dem Wissenschaftlichen Beirat von Attac

Die Corona-Epidemie ist nicht nur eine humanitĂ€re Katastrophe, sondern die grĂ¶ĂŸte ErschĂŒtterung des Kapitalismus seit der Weltwirtschaftskrise 1929 und deren Folgen. WĂ€hrend im globalen SĂŒden die Menschen schon lange mit Chaos, Kontrollverlust und Ausnahmezustand konfrontiert sind, trifft es nun auch die reichen LĂ€nder. Begleitete der Westen den Ausbruch der Seuche in China noch mit dĂŒnkelhafter SĂŒffisanz und Ignoranz, so konfrontiert sie ihn jetzt selbst mit ungekannter Verwundbarkeit, ja Ohnmacht.Weiterlesen…

Pokerernst

Als Kind habe ich beim Westerngucken gelernt: Pokern ist kein Spiel. Es endet meistens mit einer Schiesserei, oft mit Todesopfern. Als ich das einmal bei einem Jungdemokraten-SchĂŒlerseminar in der Jugendherberge MĂŒnster ironisch brach, mit KlopapierblĂ€ttern (!) statt Bargeld als Einsatz, folgte, in prophetischer Weitsicht auf heutige ZustĂ€nde, ein Hausverbot. Das war Ende der 70er Jahre. Jetzt ist die Zeit, in der ĂŒberall – unter Ausschaltung demokratischer Öffentlichkeit – um die Ausgangspositionen fĂŒr die Post-Corona-Zeit gepokert wird.Weiterlesen…

Mietenwahnsinn

Warum wir eine Neue WohnungsgemeinnĂŒtzigkeit brauchen
Von Jana Mattert und Thomas Fritz (Attac AG De-Privatisierung)

Die Mieter*innenproteste haben die stĂ€dtische Wohnungsnot auf die politische Tagesordnung gezwungen. Doch die Antworten der Politik sind völlig unzureichend. FĂŒr eine Lösung der Wohnungskrise braucht es durchgreifendere Maßnahmen, wie sie mit dem Konzept der Neuen WohnungsgemeinnĂŒtzigkeit vorgeschlagen werden. Das Hintergrundpapier schildert Ziele, Instrumente und Rahmenbedingungen dieses Konzepts sowie konkrete Initiativen fĂŒr seine Umsetzung.Weiterlesen…

Klimapolitik: ver.di fiel bisher aus

von Gert samuel
Bsirske, der Klimawandel, die Erneuerbaren Energien und „Fridays for Future°

Laut WAZ vom 5. August ruft die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ihre rund zwei Millionen Mitglieder dazu auf, sich am Klimastreik von „Fridays for Future“ am 20. September zu beteiligen. „Es geht darum, Flagge zu zeigen – wir brauchen ein deutlich konsequenteres Handeln der Politik beim Klimaschutz”, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske der in Essen erscheinenden WAZ. Tags darauf ist in der „RP“ zu lesen, Luisa Neubauer habe getwittert: „Es ist großartig zu sehen, dass Verdi im Gegensatz zu vielen politischen Akteuren die Dringlichkeit von echten Maßnahmen versteht“Weiterlesen…

Zum 1.Mai: Kinder und Kapital

Brauchen Sie noch Motivation fĂŒr einen kĂ€mpferischen 1.Mai? Kann ich liefern.
Beachten Sie zunĂ€chst, was das Vereinsblatt des deutschen Kapitals, die FAZ im Finanzressort von der US-Börse meldet. Einer Untersuchung der Ökonomen Daniel L. Greenwald, Martin Lettau und Sydney C. Ludvigson zufolge ist der wichtigste Treiber der Aktienkurse seit 1989 die Ausbeutung der arbeitenden Menschen, die Umverteilung zu ihren Lasten sowie die SchwĂ€chung ihrer Gewerkschaften.Weiterlesen…

Neue Mitglieder fĂŒr die Gewerkschaften

Mitgliederpolitik als neues Politikfeld der IG Metall
von Wolfgang Schröder und Stefan Fuchs / Otto-Brenner-Stiftung

Nach 2000 hat die Mitgliederzahl der IG Metall abgenommen. Seit 2010 konnte sie ihre Mitgliederzahl allerdings insgesamt stabilisieren; bei den Mitgliedern in den Betrieben hat sie sogar seitdem einen Zuwachs verzeichnen können. Unterschiedliche, sich teilweise ergĂ€nzende, aber auch kontrĂ€re Strategien wurden als Reaktion auf die zurĂŒckgehenden Mitgliederzahlen diskutiert. Klar scheint den Verantwortlichen zu sein, dass alleine mit Ad-hoc-AktivitĂ€ten keine erfolgreiche Trendwende erreicht werden kann.Weiterlesen…

Konzerne – die neuen Sekten

Linksradikale K-Gruppen waren mir seit den 70er Jahren zuwider, weil sie Ă€hnlich wie die Kirche, der ich gerade entflohen war, nicht nur Engagement und Arbeitskraft, sondern den ganzen Menschen, seine komplette Persönlichkeit fressen wollten. Die entfremdete Arbeit, die ich sporadisch in Schul- und Semesterferien genoss, hatte neben der anstĂ€ndigeren Bezahlung den Vorteil, dass mein Inneres mir gehörte, und es fĂŒr das Sich-Wehren Gewerkschaften gab.
Die Konzerne und “Start-Ups” der neuen Zeit, Grosse und Kleine,Weiterlesen…

Frauentag – »Ein anderer Journalismus ist möglich!«

von zahlreichen Journalistinnen – Vorbemerkung von Martin Böttger
Einem Mann, Frank Pergande/FAZ, ist das erste PortrĂ€t von Bundesumweltministerin Svenja Schulze gelungen, in dem ich sie wiedererkenne. Sie unterschĂ€tzen lassen, ist eine bewĂ€hrt Methode kleinwĂŒchsiger Damen – ihre mĂ€nnlichen GegenstĂŒcke mĂŒssen sich immer aggressiv aufblasen, um auf dem Schulhof nicht verhauen zu werden. Frauen wie Svenja lösen das Problem mit Intelligenz.
Alina Schwermer/taz liefert einen sehr informativen Überblick ĂŒber Frauen-Teamsport, den professionell zu betreiben immer unmöglicher wird – im krassen Gegensatz zu den Jungs. Nur “Sex sells”.
Den wichtigsten Text aber will ich im folgenden dokumentieren.Weiterlesen…

Attac D zu den Gilets Jaunes FRA

Attac Deutschland – Projektgruppe Europa: SolidaritĂ€t mit der Rebellion der Gilets Jaunes gegen den Neoliberalismus
1. Die Gelbwesten-Bewegung gehört zu den bedeutendsten sozialen Bewegungen in Europa seit der Jahrhundertwende. Sie umfasst mehrere Hunderttausend Aktive und hat die Sympathie einer großen Mehrheit der Bevölkerung in Frankreich. Sie fĂ€llt deutlich aus dem Rahmen der bekannten Protestbewegungen von Gewerkschaften und linken Organisationen gegen die neoliberale Politik, Kampagnen zivilgesellschaftlicher Organisationen, oder auch von Bewegungen wie Occupy oder Nuit Debout.Weiterlesen…

Kommende AufstÀnde?

Zeiten wie diese fĂŒllen deutsche Medien mit Wiederholungen und JahresrĂŒckblicken. Mich nervt das unendlich, weil es sich um billige Ausreden handelt, seine Arbeit nicht zu machen. Pausen sind legitim und ein arbeitsrechtliches Grundrecht. Die liessen sich fĂŒr die BeschĂ€ftigten aber auch realisieren, indem einfach mehr Menschen eingestellt wĂŒrden. Deutschland geniesst lieber Feiertagsrituale, um sich auf diese Weise davon abzulenken, dass die Welt da draussen weitermacht – und wir leisten uns, was wir so gerne tun: das zu ignorieren.
Ein Text ragt heute fĂŒr mich aus den Ritualen heraus, weil er auch an jedem anderen Tag hĂ€tte geschrieben werden können:Weiterlesen…

“Chef, ich will mitbestimmen!”

Die Demokratie ist die Grundlage unseres Staates und unserer Gesellschaft. In 91 Prozent aller betriebsratsfĂ€higen Unternehmen in Deutschland hört die Demokratie allerdings vor dem Werkstor oder der BĂŒrotĂŒr auf. Dort bestimmt ausschließlich der Chef. Wenn dort ein BeschĂ€ftigter auf die Idee kommen sollte, einen Betriebsrat grĂŒnden zu wollen, kann man sich folgenden Dialog gut vorstellen:

Mitarbeiter: “Chef, ich will mitbestimmen. Ich möchte einen Betriebsrat grĂŒnden.” Chef: “Machen sie mal bitte die TĂŒr zu, danke. Sie wollen einen Betriebsrat grĂŒnden? Sind sie noch bei Trost? Wenn Sie das ernsthaft umsetzen wollen, suchen Sie sich bitte baldmöglichst einen anderen Arbeitgeber.”Weiterlesen…

Wohnungslosigkeit als Ursache fĂŒr Segregation

In den prosperierenden GroßstĂ€dten herrscht Angst. Angst davor, keine bezahlbare Wohnung zu finden. So auch in Bonn, wo rund 50 Prozent der Einwohner*innen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben, der sie zum Bezug einer öffentlich geförderten Wohnung berechtigt. Und damit wird klar, dass davon auch der Mittelstand betroffen ist. NĂ€mlich alle prekĂ€r BeschĂ€ftigten sowie “normale” Arbeitnehmer*innen wie Busfahrer*innen, VerkĂ€ufer*innen, Kassierer*innen oder auch “kleine” Angestellte. Besonders dramatisch ist es dort, wo unsere reiche Gesellschaft schlicht und einfach versagt, nĂ€mlich bei Wohnungslosen. Von denen gibt es in Bonn ca. 1.400 Menschen. Weiterlesen…

Unterm WM-Radar: Krieg, Handelskrieg, Agendasetting

Die USA sind nicht fĂŒr die WM qualifiziert. Und selbst wenn: Soccer ist dort nur Nischenthema. SchwĂ€chling Trump muss stĂ€ndig beweisen, was fĂŒr ein starker Max er ist. Von den Regierungen Israels und Saudi-Arabiens wird er zusĂ€tzlich dazu aufgestachelt. So könnte es noch zu einer kriegerischen Konfrontation mit Russland in Syrien kommen – absichtlich oder unabsichtlich könnte in dem Moment, in dem es passiert, egal sein. Und wir in Europa gucken uns erstaunt an, weil wir wegen Fussball nichts gemerkt haben. Ausser Angela Merkel.Weiterlesen…

Doppelbeitrag fĂŒr Betriebsrenten abschaffen

Von Matthias W. Birkwald, MdB Die Linke

Seit Jahren machen entrĂŒstete Betriebsrentner*innen auf eine gravierende Ungerechtigkeit aufmerksam: Mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) wurde 2003 in einer Nacht-und Nebelaktion von Horst Seehofer und Ulla Schmidt beschlossen, dass auf BezĂŒge aus der betrieblichen Altersversorgung (wie z.B. Direktversicherungen) KrankenkassenbeitrĂ€ge gezahlt werden mĂŒssen. Dies gilt auch fĂŒr Kapitalabfindungen. Im Unterschied zum so genannten halben Beitragssatz, den Rentner*innen fĂŒr ihre gesetzlichen Renten zahlen mĂŒssen, muss bei Betriebsrenten seitdem der so genannte volle Beitragssatz gezahlt werden. Das heißt, sie mĂŒssen den Arbeitnehmer- und den Arbeitgeberanteil bezahlen. Ihre Betriebsrenten wurden damit auf einen Schlag um ein FĂŒnftel gekĂŒrzt! Diese Regelung traf sogar rĂŒckwirkend auch VertrĂ€ge, die bereits vor 2004 abgeschlossen worden waren. Mit einer Ausnahme: Besserverdienende, die privat krankenversichert sind.Weiterlesen…

Kommt jetzt das “Deutsche Facebook”?

KĂŒppi hat sich vorgestern noch zurecht lustig gemacht ĂŒber die SchlĂ€frigkeit deutscher, und öffentlich-rechtlicher Medienpolitik. Wenn es aber mehr als ein GerĂŒcht ist, dass der Intendant des Bayrischen Rundfunks und amtierende ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm (und ehemalige Merkel-Regierungssprecher, CSU) sowie der ehrenamtliche PrĂ€sident des Bundesverbandes der Zeitungsverleger Mathias Döpfner, im Hauptberuf Boss des Springer-Konzerns, darĂŒber enrsthaft strategisch sprechen wollen, dann wĂŒrde aus der Juxerei ĂŒber die Penner Ernst. Weil das Risiko fĂŒr einen teuren und politisch gefĂ€hrlichen Alptraum steigt.

Warum sollten Wilhelm und Döpfner das tun? Sie mĂŒssen ein Kriegsbeil zwischen den von ihnen reprĂ€sentierten Lobbyorganisationen begraben. Wie geht das? Durch einen gemeinsamen Feind. Doch was kommt dann unten raus?Weiterlesen…

« Ältere BeitrĂ€ge

© 2020 Beueler Extradienst

Theme von Anders NorĂ©nHoch ↑