Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Griechenland (Seite 1 von 3)

Verewigung der Unmenschlichkeit?

MenschenwĂŒrde, Hilfsbereitschaft, SolidaritĂ€t und Hilfe in Not sind Werte, zu denen ich erzogen worden bin. Nicht nur von meinen Eltern, von einer Bundesrepublik der 60er Jahre, die Kerzen fĂŒr die unterdrĂŒckten “BrĂŒder und Schwestern” in der DDR in die Fester stellte. In der Schule, in der die DGRS – Deutsche Gesellschaft zur Rettung SchiffbrĂŒchiger – Filme ihrer Arbeit zeigte und anschließend die SchĂŒler*innen nötigte, am kommenden Tag Spenden ihrer Eltern mitzubringen. Ich dachte immer, in einer freiheitlichen Gesellschaft des Grundgesetzes zu leben – spĂ€ter habe ich dann gelernt,
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Wie wÀrs mit ehrlich machen?

Zwischen Bundesregierung und Erdogan-Regime wird das Virus instrumentalisiert
mit Update 6.8.
Als Extradienst-Leser*in wissen Sie, wie wenig valide Information die offiziellen Virus-Statistiken enthalten. Erst seit kurzem werden auch die Zahlen der Tests in Deutschland offengelegt. Sie ergeben aktuell eine “Positiv”-Quote von 0,6%. Die TĂŒrkei meldete gestern 227.000 Infektionen (+ 927), 210.000 Genesene, 5.630 TodesfĂ€lle (+17), offizielle Werte, die sich nicht sehr signifikant von den deutschen unterscheiden. Dennoch wird die TĂŒrkei vom AuswĂ€rtigen Amt als Risikogebiet eingestuft. Das ist Politik.Weiterlesen…

Failed State Italia?

weiter unten: failed journalism sports
Italien, so fĂŒrchte ich, wird in der Nach-Corona-Zeit paradigmatisch fĂŒr das Zerbrechen der EuropĂ€ischen Union stehen. Das Virus ist dafĂŒr nicht der Grund, “nur” der Katalysator. Zerstörer ist Deutschland. Der Anfang wurde mit Griechenland gemacht. Das war zu klein, um den Bestand der ganzen EU zu gefĂ€hrden, aber intern eindrucksvoll genug fĂŒr die anderen Staaten. Multinationale Grossbanken wurden aus ihren unternehmerischen Risiken gerettet, und Staat, Regierung und Volk Griechenlands mussten grosse Teile davon ausbaden. Damals wurden keine Statistiken gefĂŒhrt, wieviele Alte, Vorerkrankte, u.a. das mit ihrem Leben bezahlen mussten.Weiterlesen…

Sinkende Schiffe

Planet Erde / Nato, EU, Deutschland / Alte Medien, ARD
Wenn ich in meiner politischen Jugend etwas gehasst habe, dann waren es rechtskatholische Fundamentalisten und sich besonders klassenkĂ€mpferisch dĂŒnkende missionarische Linksradikale, die inhaltlich und persönlich sehr verschieden waren, aber eins einte: die deutsche Liebe zur Apokalypse. Thilo Sarrazin hat damit sehr, sehr viel Umsatz gemacht. Und an seinem GeschĂ€ftsmodell orientiert sich derzeit auch der US-amerikanische Bestsellerautor Jonathan Franzen. Wir werden alle sterben. Wer wollte das bezweifeln. Die Erde wird untergehen. Auch das dĂŒrfte astronomisch – und nicht nur astrologisch – geklĂ€rt sein. Franzens Botschaft,Weiterlesen…

MĂŒckenstiche, bisweilen tödlich

Das Bild von den MĂŒckenstichen ist von Alice Hasters. Selten habe ich einen Text von solch gedanklicher Klarheit und ebensolcher Formulierung gelesen. Die Tagesschau ist fĂŒr solche Mitarbeiterinnen zu beglĂŒckwĂŒnschen. Hasters’ Text ist frei von Larmoyanz und Opfer-Gejammere. Dabei ist es objektiv so: wenn ein*e Schwarze*r hierzulande zur falschen Zeit am falschen Ort ist, kann das tödlich sein. Es wird “No-Go-Area” genannt.Weiterlesen…

Armut, Flucht und Hunger

UN-Gipfel zu Entwicklungszielen – Der erste Gipfel zur Auswertung der nachhaltigen Entwicklungsziele zeigt: Fast nichts ist erreicht. Es gibt sogar RĂŒckschritte.
Je mehr UN-Gipfel zu globalen Herausforderungen stattfinden, umso besser geht es der Welt. WĂŒrde diese Gleichung zutreffen, könnte die diesjĂ€hrige UN-Generalversammlung in New York echt Hoffnung fĂŒr die Zukunft machen. Nach den beiden Gipfeltreffen zu Klima und Gesundheit am Montag und Dienstagmorgen kamen die Staats-und Regierungschefs oder Außenminister vieler der 193 UN-Mitgliedstaaten sowie VertreterInnen von Wirtschaftsunternehmen und von Nichtregierungsorganisationen (NGO) am Dienstagnachmittag und Mittwoch erstmals zu einem Nachhaltigkeitsgipfel zusammen.Weiterlesen…

Scheidung im Unfrieden

von Peter Wahl
Die EuropÀische Union und der britische Premier Boris Johnson haben einiges gemeinsam.l

»So enden Demokratien«, klagt die »Zeit« ĂŒber die Praktiken von Boris Johnson beim Brexit – und bis in Teile der Linken hinein schließen sich viele mit mehr oder minder dramatischem Tremolo an. Richtig ist: Mit einer Trickserei versucht er, das Unterhaus fĂŒr fĂŒnf Wochen zu suspendieren, um die weitere Blockade bei der Umsetzung des Brexit zu verhindern. Doch die Johnson-Kritiker unterschlagen, dass das Land vor drei Jahren fĂŒr den Ausstieg aus der EU votierte.Weiterlesen…

Achse gebrochen

Wer rettet die deutsche Beziehung zu Frankreich?mit Update 1.5.
Georg Blume war schon immer ein heller Kopf. FĂŒr die taz berichtete aus den grössten LĂ€ndern der Welt, China und Indien. Immer erhellend, immer weit ĂŒber dem durchschnittlichen Niveau hiesiger Medien. Die taz war und ist immer ein Durchlauferhitzer begabter Journalist*inn*en. So war ein Abgang Blumes dort absehbar. ZunĂ€chst hatte ihn Zeit-online erspĂ€ht. Dann kam wohl ein Spiegel-Angebot, das mann nicht ablehnen kann.
Im momentanen Aufmacher von Spiegel-online zeigt Blume nun die klare Kante, die Frankreichs PrĂ€sident Macron gegenĂŒber Deutschland ziehen will.Weiterlesen…

Buntenbach / Rondholz / btf

Helmut Lorscheid wies mich darauf hin, dass meine alte Freundin Annelie Buntenbach Substanzielles zu sagen hatte, zu einem neuen GrundrechtsbekĂ€mpfungsgesetz des deutschen Bundesinnenministers, der im ĂŒbrigen schleunigst zurĂŒcktreten sollte. Ich bewundere Annelie seit langem aus der Ferne. In den 90ern machten wir gemeinsam die Redaktion fĂŒr eine aussergerwöhnlich gelungene BroschĂŒre der GrĂŒnen NRW mit dem Titel “Fremd”. Annelie kĂŒmmerte sich um Layout und Druck in Bielefeld. Mit krĂ€ftiger RĂŒckendeckungWeiterlesen…

Nachbereitungs-LektĂŒre zur Unsicherheitskonferenz

Dank Autor Andreas Zumach konnten wir bisher grĂŒndlich ĂŒber die Diskussionen bei der sog. “Sicherheitskonferenz” informieren. Andere Medien vereinfachen gerne durch Personalisierungen, berichten ĂŒber das Geschehen, als sei es ein Fussballspiel, und verdecken dadurch eher als sie enthĂŒllen, welche strategischen Tiefenströme hier fliessen und gelegentlich aufeinanderprallen. Die Stiftung fĂŒr Wissenschaft und Politik (SWP), wichtigste aussenpolitische Beratungsinstitution im Hauptstadtberlin, hatte kurz vor der MĂŒnchner Konferenz eine Studie “Strategische Autonomie Europas” vorgelegt, die einerseits ein realistisches Konzept fĂŒr die Bundesregierung enthĂ€lt, gleichzeitig aber ihr selbstgeschaffenes Dilemma verhĂ€ltnismĂ€ssig brutal offenlegt.Weiterlesen…

Lange ZAPP-Pause / Eberhard Rondholz

Eine der miesesten Unsitten unserer, der öffentlich-rechtlichen Medien sind die Pausen. Weihnachtspause, Karnevalspause, Osterpause, Pfingstpause, Sommerpause, Herbstferienpause. Wenn jede dieser Pausen aus “technischen GrĂŒnden” auf vier Wochen ausgedehnt wird, ist ein halbes Jahr schon voll, bzw. leer. Hinter diesen “Pausen” verbirgt sich nicht, was wir darunter kennen. Sondern eine Sparstrategie der SenderfĂŒhrungen an der Stelle, die am wenigsten Widerstand leisten kann, weil sie abhĂ€ngig sind: die sog. “freien” und damit schlechtestbezahlten Mitarbeiter*innen, die heute den Löwenanteil des gesendeten Programms herstellen.Weiterlesen…

Freund Erdogan / Fall Amri: Beihilfe durch Geheimdienste? / Fetisch Ehrenamt

In KĂŒrze kommt Recep T. Erdogan mal wieder nach Deutschland. WĂ€hrend in der Vergangenheit, zu deutschen Wahlkampfzeiten, Zeter und Mordio ĂŒber seine Absichten öffentlich aufzutreten inszeniert wurden, scheint der kommende Besuch einer eines geliebten GeschĂ€ftspartners zu werden. Der gleiche Mann, die gleiche Politik. Lesen Sie Elke Dangeleit/telepolis. Die Sache mit der Eisenbahn ist einfach:Weiterlesen…

Maas’ Schwachpunkte

Das Gute: die SPD-Spitze hat sich offensichtlich entschlossen, zum Sommerlochende Lebenszeichen zu senden. Das sieht sehr verabredet aus. Und das ist neu. “Normal” war, so lang wir uns zurĂŒck erinnern können, dass sie gegenseitig ĂŒbereinander herfallen.
Andrea Nahles’ Interview mit der Funke-Mediengruppe, Olaf Scholz’ Rentensteilpass und Heiko Maas’ dankenswerterweise nicht hinter Paywall vermauerter Gastbeitrag im Handelsblatt zu unseren US-Beziehungen. Lediglich Sigmar Gabriel fiel aus dem Rahmen, als wolle er sich bemerkbar machen, obwohl er doch schon Teil der ruhmreichen Parteigeschichte geworden ist.
Ich habe Maas erst heute gelesen. Es empfiehlt sich immer zum Original zu greifen,Weiterlesen…

Sigmar – Übersetzer oder Störer?

Wenn Andrea Nahles ein erfolgreiches Interview-Wochenende absolviert hat, können wir sicher sein, dass das Sigmar Gabriel nicht ruhen lĂ€sst. Und wenn das Nahles-Interview bei der Funke-Mediengruppe lief, liegt es nahe, dass der einzige ĂŒbriggebliebene Konkurrent nördlich des Main, das “Redaktionsnetzwerk Deutschland”, mit dem weniger hĂŒbschen Namen Madsack, dem ehemaligen Aussenminister nur ein DiktiergerĂ€t auf den Tisch legen muss, damit es ordentlich losgeht. Zumal: wenn er schon seine Politjobs losgeworden ist, dann will er das frei reden können als positive Kehrseite wenigstens vollstĂ€ndig auskosten.
FĂŒr uns als Publikum mag das den Vorteil haben, dass wir besser verstehen,Weiterlesen…

Es ist noch nicht lange genug heiss genug …

… jedenfalls nicht fĂŒr alle.
KĂŒrzlich fragte mich eine Freundin, ob ich noch ausgedehnter in Ferien fahre. Meine Antwort: “Warum sollte ich das tun?” und wies in den blauen Himmel mit der heissen Sonne in der Mitte (wir sassen beim Mittagessen). Heute morgen erklĂ€rte im DLF der Klimaforscher Andreas Marx, dass der europĂ€ische Schwerpunkt kommender Klimakatastrophen am Mittelmeer liege, also dort, wo wir gerne Urlaub gemacht haben, und wo gerade viele FlĂŒchtlinge ankommen. Dort werde “leben und wirtschaften” bald kaum noch vorstellbar sein.
Das heisst im Klartext: nicht nur Menschen aus Kriegsgebieten in Asien und Afrika, sondern auch aus der TĂŒrkei, Griechenland, Italien, Spanien und Portugal werden in den nĂ€chsten Jahren noch mhr als bisher gezwungen sein,Weiterlesen…

Systeme sind falsch – nicht “StaatsmĂ€nner verrĂŒckt”

Konfrontation USA-TĂŒrkei: profitiert “der Russe“? Oder “der Deutsche”?

Ich weiss, ich habe Ihnen selbst schon vorgeschlagen sich bei Presseschauen im Radio die Ohren zuzuhalten. Und dann höre ich sie mir doch wieder an. Heute z.B. fĂ€llt auf, dass noch die piefigsten deutschen ProvinzblĂ€tter psychiatrische Expertisen zum Geisteszustand der Herren Trump und Erdogan ausbreiten. Sie mĂŒssen es ja wissen, in Passau, Trier, Emden oder OsnabrĂŒck. Es breitet sich ein Spin aus. Und der ist aus Berlin.
Ich hatte selbst schon darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung stickum in die OpportunitĂ€tslĂŒcke springt, die die Polarisierung zwischen den USA und der TĂŒrkei um die Geiselnahme eines US-amerikanischen Priesters und das US-Exil des Ex-Erdogan-Spezis GĂŒlen bietet.Weiterlesen…

Ist Özil nur die Tapete vor dem TĂŒrkei-Crash?

Es gibt zahlreiche Kommentare, die Özils RĂŒcktritt angemssen kritisch wĂŒrdigen: Peter Ahrens/Sp-on, Cem Özdemir/DLF (besser als der Kurzfassungs-Spin der DLF-Nachrichten es mich erwarten ließ), oder RĂŒdiger Suchsland/telepolis, dessen fussballerischer Danksagung an Özil ich mich ausdrĂŒcklich anschliessen will.
Mich ĂŒberkam jedoch eine Anwandlung, als wenn wir, mal wieder, von etwas Wichtigerem abgelenkt werden sollen, oder das zumindest gerne als Mitnahmeeffekt genutzt wird.
Ich hatte in meiner Seitenzugriffsstatistik das merkwĂŒrdige PhĂ€nomen, dass dieser Text von Samstag fĂŒr mich unverstĂ€ndlich fast alle Zugriffsrekorde gebrochen hat. Mein Webmaster erklĂ€rte mir, dass es sich wohl um maschinelle Zugriffe handele. Ihre Herkunft zu erforschen wĂ€re zwar technisch möglich, aber als Datenschutzfreunde verzichten wir darauf.
Ich glaube, eine politische ErklĂ€rung habe ich nun gefunden.Weiterlesen…

Europa, Griechenland, Iran

Vor wenigen Tagen hatte ich hier auf eine Analyse von Constantin Seibt in der Schweizer “Republik” ĂŒber Merkels Regierungs- und Europapolitik hingewiesen. Dazu gibt es jetzt ein kleines, linkes deutsaches GegenstĂŒck. Tom Strohschneider/Oxiblog unterzieht die Politik der europĂ€ischen – und also nicht zuletzt: deutschen – Linken einer Manöverkritik. Sie betrifft nur u.a. Griechenland. Viele entscheidende Fragen kulminieren nur an diesem Beispiel, und machen (fehlende) grundsĂ€tzliche Strategien und die ihnen innewohnenden WidersprĂŒche kenntlich. Sie werden die tiefere Ursache fĂŒr die anzunehmenden furchtbaren Wahlergebnisse bei der Europawahl im nĂ€chsten Jahr sein.
Bei telepolis unterzieht Behrouz Khosrozadeh, der am Göttinger Institut fĂŒr Demokratieforschung arbeitet, die europĂ€ische und deutsche Iranpolitik einer ebenfalls grundsĂ€tzlichen Kritik. Sie unterscheidet sich in markanten Punkten allerdings von der Strohschneiderschen QualitĂ€t.Weiterlesen…

Schwarze 0 isoliert / FlĂŒchtlinge / Sich wehren

Tomasz Konicz/telepolis liefert eine schlĂŒssige ErklĂ€rung, warum sich Trump und Macron gegen Merkel verbĂŒndeten. Die Schwarze 0, die deutsche AusteritĂ€tspolitik, isolieren Deutschland global, und gefĂ€hrden, das einzig-gute daran, die deutschen Grossmachtambitionen. Die einst funktionierende deutsch-französische Achse, als Motor der EU gedacht, hat Totalschaden. Dank der unermesslichen Weisheit der deutschen Grossen Koalition. Ideologisch ist es ein Treppenwitz, ökonomisch “macht es” aber “Sinn”:Weiterlesen…

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