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Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Grotkamp

Bonner General-Anzeiger – wie kriminell ist er?

Vorweg: ich achte die engagierte Arbeit der Lokaljournalist*inn*en des GA. Ich kenne mehrere persönlich, und verbĂŒrge mich dafĂŒr, dass sie versuchen, seriöse Arbeit abzuliefern. Ihre Arbeitsbedingungen allerdings: ojeh!
Der GA gehört der Familie Neusser. FĂŒr dieses Modell der Unternehmensorganisation gibt es sogar eine mĂ€chtige Lobbyorganisation, deren Hauptaufgabe es zu sein scheint, gegen eine sozial gerechte Erbschaftssteuer zu arbeiten. DafĂŒr scheint genug Geld da zu sein.

In Familienunternehmen tritt biologisch zwangslĂ€ufig die Krisensituation Generationswechsel ein. Ich habe es bei meiner Heimatzeitung WAZ beobachtet. Die sozialdemokratische Erbenfamilie Brost liess sich, als Witwe Anneliese, eine gute Freundin von Johannes Rau und Bodo Hambach, abgelebt war, von der CDU-Familie Funke (“Funke-Mediengruppe”), die heute Grotkamp und Holthoff heisst, fĂŒr eine knappe Milliarde Euro herauskaufen. Bevor es viel weniger wert ist.
Denn gedruckte Zeitungen – wer kauft die? Ich (60) nicht mehr. Sie? Die Kartellisierung der Verteilung von Information ist ĂŒberwunden. Ich brauche sowas nicht mehr, und weiss, wo ich es herbekomme.

SelbstverstĂ€ndlich erfahren wir es in Bonn nicht, sondern es bleibt Spezialwissen medienpolitisch interessierter Individuen, dass es beim General-Anzeiger eine Durchsuchung gegeben hat.Weiterlesen…

Zeitungsverleger laufen Amok

Wenn eine Branche sich entschliesst, den fĂŒhrenden ReprĂ€sentanten des Springer-Verlages zu ihrem politischen FĂŒhrer zu wĂ€hlen, muss es schon schlimm um sie stehen. Tut es auch. Der Springer-Konzern ist unter den deutschen Zeitungsverlagen vermutlich der einzige, der fĂŒr sich rechtzeitig eine digitale Wende gefunden hat. So hat sein Vorstandsvorsitzender vielleicht etwas mehr Zeit fĂŒr ein “Ehrenamt”, wĂ€hrend seine Berufskollegen damit ausgelastet sind, den Ansturm auf die verlagseigenen Rettungsboote zu regulieren und ihre Vermögenswerte in Sicherheit zu bringen.
In ihrer Panik reagieren sie Ă€hnlich wie die rechtsradikale AfD. Wenn man nicht mehr weiter weiss, braucht man einen Ă€usseren Feind. Das schliesst die eigenen Reihen und bĂŒndelt und lenkt die Ansammlung eigener Aggressionen um. Was der AfD FlĂŒchtlinge aus fremden LĂ€ndern sind, das sind den deutschen VerlegermilliardĂ€ren öffentlich-rechtliche Medien.
Medienpolitische Fachjournalisten haben sich – hier uebermedien.de, hier Dieter Anschlag in der Medienkorrespondenz – schon hinreichend lustig gemacht. Satire bleibt angesichts dieser Wirklichkeit sprachlos.

Es gibt jedoch auch andere, als die MilliardĂ€r*inn*e*n Springer, Mohn, Grotkamp, Neven DuMont, Madsack, Ippen, Rebmann, die davon Schaden haben. Es sindWeiterlesen…

Laschet und der Medienkonzern

NRW-MinisterprĂ€sident Laschet hat juristischen RatschlĂ€gen – scheinbar – nachgegeben, und das Ressort Medienpolitik von seinem Minister Holthoff-Pförtner lieber gleich selbst ĂŒbernommen. Doch was wird sich neben den nicht unbedeutenden formalrechtlichen Regelungen materiell-politisch Ă€ndern? Der MP hat keine Zeit, sich einzuarbeiten. Er wird also Sachkundige in Strategie- und Zweifelsfragen um Rat fragen. Ach, zufĂ€llig sitzt so einer am Kabinettstisch – kurze Wege und Verkehrsvermeidung.

Was spricht dafĂŒr, dass Laschet diese strategische Verbindung, die dem Ansehen seiner UnabhĂ€ngigkeit schadet, nicht kappt? Der ehemalige WAZ-Konzern bezeichnet sich heute als “Funke-Mediengruppe“. Das Ehepaar Grotkamp, Teil des Familienzweiges Funke, hatte die Erben der sozialdemokratischen Familie Brost mittels eines umfangreichen Kredits aus dem Konzern herausgekauft. Holthoff-Pförtner ist als Adoptivsohn Teil der Familie Funke und verfĂŒgt ĂŒber einen namhaften zweistelligen Prozentanteil am Gesamtkonzern. Vom Springer-Verlag kaufte die “Funke-Mediengruppe” fĂŒr einen stolzen Preis einen ganzen MĂŒllsack voll billiger, alter Druckerzeugnisse, die, wenn ĂŒberhaupt nicht mehr lange rentabel sein werden. Das Grotkamp-GeschĂ€ftsmodell baut auf Synergien und harte Rationalisierungsmassnahmen. So funktionieren fast alle Verlage, die noch von Druckerzeugnissen leben. Zu Lebzeiten der EigentĂŒmer kann das noch gutgehen. Wenn sie Ableben, ist in der Regel schnell danach Schluss.

Laschet könnte so kalkulieren: solange ich im Amt bin, ist das noch der wichtigste Medienkonzern in NRW. Meine ĂŒber 70-jĂ€hrigen StammwĂ€hler*innen sind die letzten Leser*innen der billigen BlĂ€tter dieses Konzerns. Bis der zerschlagen wird, bin ich sowieso nicht mehr im Amt. Da können sich meine Nachfolger*innen dann mit rumĂ€rgern.

NRW – alles muss die WAZ jetzt selber machen

Ist das jetzt witzisch? Oder ein Skandal?

Der Miteigner der “Funke-Mediengruppe” (ehemals: WAZ-Konzern) Holthoff-Pförtner, im Hauptberuf bisher Rechtsanwalt von Helmut Kohl, wird der Medienminister der neuen CDU/FDP-Landesregierung. Ich weiss aus meinem Essener Bekanntenkreis, dass der Mann ein intellektuell eigensinniger QuĂ€lgeist sein kann, was aus meiner Sicht persönlich eher fĂŒr ihn spricht. Trotzdem ist die Interessenkollision offenkundig. Einst, noch zu Zeiten Heinz KĂŒhns und Johannes Raus hat der WAZ-Konzern auf subtile Weise und hintenrum die medienpolitischen Strippen in NRW gezogen. Niemand konnte gegen ihn regieren. Und nun regiert der Konzern gleich selbst?

Ist es schon so schlimm? Die Zeitungskonzerne sind auf dem absteigenden Ast. Zu lange haben sie sich darauf konzentriert, die Meinungs- und Pressefreiheit dadurch zu demontieren,Weiterlesen…

Gute oder schlechte Nachricht? – Funke-Gruppe baut in Essen

FĂŒr Ruhrgebietskinder verbindet sich mit der WAZ eine alte Hassliebe. Mit Dankwart Bumskopp hat man Lesen gelernt. Den Cartoon auf der Seite “Aus aller Welt” gibt es heute noch. Verschwunden sind Detektiv Rip Korby und irgendwas fĂŒr MĂ€dchen, das ich vergessen habe. Unvergessen sind die Sportressortchefs Wilhelm Herbert Koch (“Anton sachte Czerwinski fĂŒr mich”) und Hans-Josef Justen. Und fĂŒr mich mein Hassgegenstand Wulf MĂ€mpel, Lokalchef erst in Gladbeck, dann in Essen, die Personifizierung des arroganten rechtssozialdemokratisch fixierten Pressemonopols.
Sozialdemokratisch ist an der WAZ und ihrem Konzern heute nichts mehr.Weiterlesen…

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