Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Grundwasser

Wasser

Seine Bedeutung kennt jedes Kind. Ohne Wasser geht der Mensch schneller tot als ohne Essen. Da liegt es für den Kapitalismus nahe, auch daraus ein Geschäft zu machen: totsichere Sache. Zu toppen wäre es nur noch dadurch, die Atemluft zu einem Handelsgut zu machen. Was selten ist, ist wertvoll. Sauberes Wasser und saubere Luft kann mann auch selten machen, indem grosse Teile davon vergiftet werden. Weiterlesen

Frankreich / Ukraine / Türkei / Japan

Was an Frankreich ist so kaputt? Es ist die bis heute exzessiv kultivierte Klassengesellschaft. Tania Martini/taz erklärt es uns. Bei uns gibt es das auch, aber verdruckster, verschämter, klandestiner – politisch finde ich ist die deutsche Version der Fortschritt.
Hier und hier sind wir schon auf das Ende des deutschen Steinkohlebergbaus eingegangen. Ein sehr teures Ende, das das Ruhrgebiet auf Lebenszeit begleiten wird. Es geht auch katastrophal. Fast unbeachtet durch das politische Kriegsgeschehen, werden die alten ostukrainischen Bergbauregionen Weiterlesen

Nitrate in der Siegaue

Ein kleineres Problem als anderswo in Deutschland
von Detmar Jobst

Am Tag der Urteilsverkündung des Europäischen Gerichtshofes gegen Deutschland – es ging um zu hohe Nitratwerte im Grundwasser – saß ich im Betriebsgebäude des WTV (Wahnbach-Talsperren-Verband Siegburg/Bonn) und ließ mir die Sachlage für das Bonner Trinkwasser erklären. Der Hydrogeologe Krämer und Geschäftsführer Eckschlag erläuterten mir die Grundwasserströmung hin zu den Trinkwasserbrunnen an der unteren Sieg. Im Vergleich zum Wasser der Talsperre werden hier höhere Nitratwerte gemessen, in einzelnen Beobachtungsbrunnen auch über 50mg/Liter, dem derzeitigen Grenzwert für Trinkwasser. Weiterlesen

Schweinesystem kills Schweine

Politische Ökonomie unseres Schnitzels – das bot vorgestern ein Film von Jens Niehuss auf Arte. Er verzichtete wohltuend auf Ekelbilder der real existierenden Tierquälerei. Die Hintergründe und Ursachen sind ekelig genug. Es verhält sich bei den Schweinen, wie in der gesamten Landwirtschaft, und wie in der gesamten Volkswirtschaft in Europa und global.

Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Saldo-Importeur zum aggressiven Exporteur von Schweinefleisch gewandelt. Durch Industrialisierung und Technisierung der Produktion, durch Externalisierung der Umweltkosten zugunsten der Fabriken und zulasten von uns (Gülle, Grundwasser!) und, wo sich die Nutzung von menschlicher Arbeitskraft immer noch nicht vermeiden lässt, durch Sklavenarbeit. Führend in dieser Branche: S04-Präsident Tönnies, einer der wenigen übriggebliebenen Massentierhaltungsgrossschlachter. Gross werden diese Weiterlesen

BaWü-Wasserverseuchung – Behörden verschlimmern es

Vor einigen Monaten hatte ich hier auf seine sehr umfangreiche Reportage der FAS zur Verseuchung von Grundwasser im baden-württembergischen Kreis Rastatt verlinkt. Dröhnendes öffentliches Schweigen begleitet seitdem diese Geschichte. Ich habe kein überregionales Medium entdeckt, das sie begleitet oder gar eigenständig recherchiert hätte. Mein Befragen bei potenziellen Wettbewerbern der FAZ, die sich in anderen Regionen schon mit Grundwasserthemen befasst hatten, ergab immerhin, dass das Problem von den FAS-Autor*inn*en “nicht übertrieben” werde, “im Gegenteil!”.
Tragisch (oder bezeichnend?) ist, dass die erste grüngeführte deutsche Landesregierung sich bisher nicht durch herausragende Aufklärungsarbeit auszeichnet. Die FAS dagegen ist drangeblieben und hier eine aktualisierte Bestandsaufnahme geliefert. Für die Grünen ist es nachhaltig peinlich, dass sie sich von diesem “Organ” am Nasenring durch die öffentliche Arena ziehen lassen. Der Versuch, das Problem regional einzugrenzen, wird misslingen. Wir alle leben im Rheintal, und bekommen dieses geschmackvolle Wasser ab.

Rot-Rot-Grün / IT-Konzerne / Samsung / Nitrat / Newcastle

Eine gute Begründung für Rot-Rot-Grün liefert Holger Schmale (FR). Leider kenne ich die handelnden Personen zu gut, um daran zu glauben, dass es auch realistisch ist. Wer von ihnen strahlt denn Hoffnung aus? Das wäre keine hinreichende aber notwendige Bedingung, um die Bundestagswahl dafür gewinnen zu können.
Sascha Lobo, immer auf der Höhe politischer Kommunikationsstrategien, jüngst hatte er mir zusammen mit Frank Stauss bei Illner schon sehr gut gefallen, trägt heute auf Sp-on zu unserem Nachdenken bei. Lange dachte ich, Lobo sei vor allem eine eitle Rampensau mit einem schlauen Geschäftsmodell. Vielleicht stimmt das immer noch. Seine präsentierte Nachdenklichkeit wäre dann auf jeden Fall zeitgerecht und füllt die Lücke, die die Massen von Bescheidwissern lassen.

Die Geschäftsmodelle und -strategien der IT-Konzerne werden heute in einem Beitrag von Ulrich Dolata in der Jungen Welt, übernommen aus der “Zeitschrift für marxistische Erneuerung” beschrieben.

Meine jüngst gezogene Parallele zwischen den Desastern von Deutschland/VW und Südkorea/Samsung wird durch diesen Handelsblatt-Bericht weiter bestätigt.

Vor einigen Wochen wies ich hier auf eine FAS-Reportage über eine Grundwasser-Nitratvergiftung im nördlichen Baden-Württemberg hin, hervorgerufen durch Akteure der Bio-Landwirtschaft. Da kann es kaum noch überraschen, dass im Rheintal flussabwärts, in Südhessen im gleichen Blatt nun ebensolche Phänomene berichtet werden. Viel Arbeit für die Grünen in den beiden Landesregierungen.

Nach all dem Elend noch was zum Spasshaben. Der Reiseteil der FAZ scheint von der “Neuen Frankfurter Schule” erobert worden zu sein. Eine lesenswerte Bier-Reportage vom bundesweit größten Bier-Experten Jürgen Roth aus der europäischen Feier-Metropole Newcastle.

Hammer: Grundwasserverseuchung in Baden? – Wann ist das Gift hier?

Mit großem und wachsendem Entsetzen liest sich diese Story der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) über eine angebliche PFC-Grundwasservergiftung im Kreis Rastatt in Baden. Woraus könnte man Hoffnung schöpfen? Schlechte Recherche? Panikmache interessierter Bauern? Verschwörerische Spindoktoren, die deutscher Landwirtschaft den Garaus machen wollen? Ach, wäre das schön.
Fast so sehr wie der Inhalt beunruhigt mich, dass die Geschichte bereits Sonntag erschien, in einem hochetablierten Mainstreamblatt, und das noch in keinem anderen Medium wahrnehmbares Echo oder wenigstens Kritik fand. Ich selbst bin erst heute online darauf aufmerksam geworden. Habe ich was verpasst? Oder bin ich paranoid?

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