Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Guardiola

3:0 fĂŒr Katalonien

FĂŒr den TV-Markt in China wurde das spektakulĂ€rste Fussballspiel der Welt heute fÜr 13 h MEZ in Madrid angesetzt. Und es nahm einen noch klareren Ausgang als die katalanische Parlamentswahl. Der “königliche” Klub wurde gemĂ€ss aller Fussball-Lehrbuchregeln gedemĂŒtigt. Wie es sich fĂŒr unsere “Leitkultur” gehört, lieferte der deutsche Barca-Torwart, ehemalige Borussia-Mönchengladbach-SchĂŒler und zukĂŒnftige WM-Torwart Marc-Andre ter Stegen den Gipfel dieser DemĂŒtigung: beim Stande von 2:0 bekam er einen RĂŒckpass von der Mittellinie, kein Real-Spieler lief ihn an, also blieb er mit Ball stehen – und hĂ€tte sich dabei in Ruhe eine Zigarre anzĂŒnden können.
AuffĂ€llig die zahlreichen Aufrufe zum Aufruhr, gemĂ€ss der hierzulande als rechtsstaatlich angesehenen spanischen Gesetze: zahlreiche Zuschauer trugen rot-gelb-gestreifte T-Shirts in den Farben Kataloniens. Auch die KapitĂ€nsbinde Lionel Messis war so designt, er hĂ€tte also “verfassungsgemĂ€ss” eigentlich vom Platz weg verhaftet werden mĂŒssen. Bei dem Versuch hĂ€tte ich einem Elmar Brok gerne zugesehen.
Zinedine Zidane, Trainer von Real, winkt dagegen der Ruhestand. Jetzt im Champions League Achtelfinale bei den arabischen MilliardÀren von PSG eine bayernÀhnliche Vorstellung, und er hats geschafft.
FĂŒr meine Vereine ein stressfreier versöhnlicher Abschluss der Hinrunde und des Jahres. Die Perspektiven meiner Borussia sind besser, als vorhersagbar, sogar das FussballmĂ€rchen von Eibar, nun schon das dritte Jahr erstklassig, geht weiter: gestern 4:1 gegen Girona, das Pep Guardiola besitzt, 7. in der Liga, punktgleich mit Europa-League-PlĂ€tzen.
Aber insgesamt schreibt Gladbach-Fan Klaus Hoeltzenbein in der SZ heute ganz richtig: Langeweile in fast allen europĂ€ischen Fussball-Ligen – ausser Italien.

Champions League: GĂ€hnen und Lehrgeld zahlen

Endlich vorbei, die Gruppenphase der europĂ€ischen Champions League, in der sich die Fussballkonzerne von Trump-Freund Murdoch und anderen Medienmogulen und Sponsoren mit Geld zuscheissen lassen. Überraschungen? Die grösste ist vielleicht, dass es der FC Basel mal wieder in die besten 16 geschafft hat, im Endspurt mit einem 1:0 gegen ManU und einem AuswĂ€rtssieg in Lissabon.
Die deutschen Teilnehmer am Schneckenrennen hinter dem Fussballkonzern aus dem sĂŒddeutschen Raum, Brause Leipzig und der BVB, zahlten Lehrgeld. Leipzig zuhause gegen die Reserve von Besiktas Istanbul, die zuhause noch nicht einmal in ihrer Stadt die Spitze bilden, 1:2. Und der BVB gegen die Reserve von Real 2:3. Aubameyang hatte sein VorstellungsgesprĂ€ch im Bernabeu-Stadion, machte seine zwei Tore. Im FĂŒr-Sich-Selbst-GlĂ€nzen hat er Weltmeisterniveau, eine Mannschaft mitreissen kann er nicht.
Die Bundesliga bestĂ€tigte damit, dass sie weder die stĂ€rkste Liga der Welt noch von Europa ist. Das wahre Gipfeltreffen ist Sonntag um 17.30 h in Manchester. Bei ManU gegen ManCity trifft US-amerikanisches auf arabisches Grosskapital, und sie fĂŒhren katalanische (City, Guardiola) gegen portugiesische (ManU, Mourinho) Fussballschule ins Feld. Deutschland ist mit dem Schwarzen Leroy Sane aus dem Ruhrgebiet und dem einer tĂŒrkischen Familie entstammenden Ilkay GĂŒndogan, geb. in der gleichen Stadt wie ich, (beide deutsche Nationalspieler, beide ManCity) beteiligt. Wer gerne stolz sein will auf unser Land: bitteschön!

Espana Corrupta / Xavi & Pirlo

Wird Spanien von einer kriminellen Vereinigung regiert? Die offiziellen Ermittler vermeiden diese Begrifflichkeit, noch; Journalist*innen dagegen nicht mehr. Das geht aus diesem DLF-Bericht hervor. FĂ€lschlicherweise suggeriert er, dass dieses Thema und die Katalonien-Frage zwei verschiedene Themen sind. Das sind sie nicht. Im Gegenteil ist es genau das, was die Katalan*inn*en gegen die spanische Zentralregierung mobilisiert. Und sie sind es, die fĂŒr Europa eintreten und von der EU im Stich gelassen werden. Die damit zeigt, wie schwach sie ist.

Christian Eichler weist heute auf das Karriereende der aus meiner Sicht grössten Fussballer unserer Zeit hin: Xavi Hernandez und Andrea Pirlo. An Charakter- und Ich-StĂ€rke nehmen sie es spielend mit den Steuerhinterziehern Lionel Messi und Cristiano Ronaldo auf,Weiterlesen…

EM: MĂ€dels, ihr werdets den MĂ€nnern nie recht machen ….

Seit 1991 seid ihr zweimal Weltmeisterinnen geworden, also genauso oft wie die Jungs (1990 und 2014). Achtmal wurdet Ihr Europameisterinnen, davon die letzten sechs Male hintereinander. Die Jungs? Vergesst es, das letzte Mal vor 21 Jahren. Wie diese unterschiedlichen Leistungen bezahlt wurden – Mantel des Schweigens der MĂ€nner darĂŒber. In den USA verklagen die MĂ€dels die MĂ€nner jetzt dafĂŒr. Ihr dagegen seid schon mit 37.500 Euro zufrieden? Super, dann könnten wir den Tarif ja jetzt auch den Jungs vorschlagen, wg. Grundgesetz Art. 3, und so ….
1990 wurden die Jungs Weltmeister mit Rumpelfussball. Durch einen Elfmeter! Danach waren die Strassen voll mit Besoffenen (MĂ€nnern), wie sonst nur beim Karneval. Ähnlich bei der EM 1996 (Golden Goal von Bierhoff), bei der die Jungs das Finale nur erreichten, durch ….. ein legendĂ€r gewordenes Elfmeterschiessen. Über die Schönheit ihres damaligen Fussballspiels lieber den Mantel des Schweigens,Weiterlesen…

Teammaschine schlÀgt Kampfmaschine

Respekt vor dem Gegner ist eine Tugend, die, nunja, nicht typisch deutsch ist. Chile, verdienter Gewinner der Copa America 2016, hat sich den verdient. Mit gerade einmal einem internationalen Star, Alexis Sanchez, und dem auffÀlligen Testosteronbomber und besoffenen Ferraricrasher Vidal im Aufgebot, der wegen Verletzung nur zeitweise mitspielen konnte, schlugen die Chilenen das stargespickte Argentinien (Messi, di Maria, Higuain u.v.m.) knapp aber verdient. Bei dieser Auseinandersetzung zeigte sich wie so oft, dass eine ausgeprÀgte Hierarchie der Stars, in Argentinien, wie nach Guardiola auch bei Barca, mit der absoluten Herrschaft des Messiclans, sich im Endergebnis negativ auf die komplette Mannschaftsleistung auswirkt. Wenn im Weltspitzenfussball die Kleinigkeiten entscheiden können, ist das keine Kleinigkeit mehr.

So auch gestern Abend.Weiterlesen…

Menotti: Jeden Tag Fußball ist wie jeden Tag Nudeln

Interview mit der argentinischen Trainerlegende CĂ©sar Luis Menotti
von Sandra Schmidt

An einem heißen Sommertag im Februar empfĂ€ngt CĂ©sar Luis Menotti Sandra Schmidt in seinem klimatisierten BĂŒro zwei Blocks vom Obelisken im Zentrum von Buenos Aires. El Flaco, wie der lange, dĂŒnne Mann hier heißt, ist in hervorragender Verfassung und bester Laune. Bei den politischen Themen regt er sich wunderbar auf und weist auch gern nochmal auf seine Zeiten mit Parteibuch – der argentinischen KP – hin. Auf seinem Schreibtisch stapeln sich Papiere und alte Fußballzeitschriften, die den Trainer des Weltmeisters von 1978 und Verfechter des schönen Spiels auf dem Titelbild zeigen – „Guck’ mal, so etwas schicken mir die Leute!“. Menotti wird im Oktober 79 Jahre alt.

Wie geht es dem argentinischen Fußball heute?

Der argentinische Fußball behauptet sich wie der Jagdhund, das ist genetisch. (lacht) Diese Hunde sind seit hundert, ach was, seit tausend Jahren Jagdhunde, und hier kommen immer wieder Fußballer hervor und man weiß nicht, warum. Das kann eigentlich nur genetisch sein, denn das ganze Umfeld hier macht es niemandem leicht, sich zu entwickeln. Wir stecken in einer sehr tiefen Krise, die nicht nur, aber auch kultureller Art ist. Argentinien hat in den letzten dreißig Jahren einen tiefgreifenden Kulturverlust erlebt, und davon ist der Fußball natĂŒrlich nicht unberĂŒhrt geblieben. Er ist lĂ€ngst Teil des großen GeschĂ€fts, nicht mehr der Kultur, nicht mehr das, was der argentinische Fußball lange war: reprĂ€sentativ fĂŒr die Gesellschaft hier, mitsamt der Freude jedes einzelnen, der sein Vereinstrikot hatte. Heute trĂ€umt der junge Fußballer hier nicht mehr davon, in seinem Verein Karriere zu machen, sondern eher davon, nach Europa zu gehen. Hier herrscht das Chaos, die wirtschaftliche Situation ist sehr schwierig und komplex.

Der argentinische Fußballverband, die AFA, steckt seit dem Tod von Julio Grondona 2014 in einer tiefen Krise… (zum Zeitpunkt des Interviews war die AFA noch fĂŒhrungslos, am 30. MĂ€rz wurde Claudio Tapa zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt)

Grondona war ein Caudillo, ein AnfĂŒhrer, und wenn ich das sage, dann rede ich nicht ĂŒber Redlichkeit oder Ehrlichkeit – dafĂŒr ist die Justiz zustĂ€ndig –, sondern ĂŒber seine Art.Weiterlesen…

Guardiola 1:1, Mourinho 0:4, Favre 4:2 auswÀrts, ungeschlagen Nr. 1

Und hier die guten Fußballnachrichten
Die Trainer haben die grĂ¶ĂŸeren Starrollen erkĂ€mpft. Ihr GehĂ€lter sind oft höher, fĂŒr sie werden auch schon Ablösesummen bezahlt, ihre Abfindungen nach Entlassungen bewegen sich in SphĂ€ren, die uns fremd sind. Nicht alle halte das aus und durch, siehe die Trainingsleitung der Betriebsmannschaft von Bayer.
Die teuerst bezahlten Stars, auch bei den Trainern, arbeiten in England. Wie bei den Spielern kommen nur noch wenige englische Fußballlehrer als Chefmanager in der Premier League zum Einsatz. Zum GlĂŒck können sie alle noch nicht zaubern. Und so gab Guardiolas Mannschaft heute zuhause Punkte gegen Southampton ab. Die Tabellenspitzze in England ist so eng wie selten, drei Mannschaften oben punktgleich, als hĂ€tte jemand Regie gefĂŒhrt.
Mourinho kackte mit ManU 0:4 bei seinem Exverein Chelsea ab, mit den Siegern muss man sich nicht freuen, aber Schadenfreude muss erlaubt sein.
Noch mehr mitfreuen können wir uns mit Lucien Favre. Trotz (oder wegen?) “Leistenverletzung” von Mario Balotelli gewann sein OGC Nizza heute 4:2 in Metz, der 5. Ligasieg hintereinander. Selbst wenn die MillardĂ€rstruppe PSG heute Abend gegen Marseille gewinnen sollte, bleiben Nizza und Favre auf Platz 1. Gratulation! Eine WĂŒrdigung der bisherigen Arbeit Favres, offensichtlich geschrieben vor dem Sieg in Metz, hier in der Jungen Welt.

Nur gute Nachrichten aus der Regionalliga West: Mönchengladbach behĂ€lt die Spitze nach einem 4:2 bei Alemannia Aachen. Der Bonner SC hatte endlich wieder ein Erfolgserlebnis: 3:1 bei WiedenbrĂŒck (das ist da, wo Bertelsmann sitzt). Sogar RW Essen hat gewonnen, mit 5:1 beim Abstiegskandidaten Siegen, wo sich der BSC kĂŒrzlich noch so blamiert hatte. A propos: die Reportage von Christoph Biermann in der aktuellen Ausgabe von 11Freunde ĂŒber die Lage des Ruhrgebietsfussballs abseits von BVB und SO4 ist großartig, und neben dem Interview mit Galdbach-KapitĂ€n Lars Stindl ein Höhepunkt dieses Heftes (leider nicht online).
Ebenfalls empfehlenswert: Interview von JĂŒrgen Becker mit “Jogi Löw” in den WDR-Mitternachtsspitzen.

Und hier die guten Nachrichten …

Orban hat mit seinem Anti-FlĂŒchtlings-Referendum in Ungarn das erforderliche Beteiligungsquorum von 50% klar verpasst – 45% sinds geworden.
Emnid meldet als erste Umfrage seit mehreren Wochen -2% fĂŒr die AfD innerhalb einer Woche.
Und die guten Fußballnachrichten:
SD Eibar, das sind die mit ohne Geld, aber auch ohne Schulden in der spanischen La Liga, haben heute bei Real Madrid auswĂ€rts ein 1:1 geholt. Der arabische MilliardĂ€rsklub ManCity mit dem leitenden Angestellten Guardiola, der zu Katar Ă€hnlich gute GeschĂ€ftsbeziehungen unterhĂ€lt wie Franz Beckenbauer und Thomas Bach, hat erstmals verloren, 0:2 bei den Hotspurs. Der lokale Konkurrent US-MilliardĂ€rsklub ManU musste sich zuhause mit einem 1:1 gegen Stoke bescheiden. Und Lucien Favre behauptet mit OGC Nizza mit einem 2:1 gegen Lorient die TabellenfĂŒhrung in Frankreich vor dem russischen MilliardĂ€rsklub / Geldwaschanlage Monaco und dem katarischen MilliardĂ€rsspielzeug PSG.

IS und Bundesliga haben den gleichen Partner

IS und Fox-News schreiten medienstrategisch Seit’ an Seit’. In Teilen zeigen sie ein identisches TV-Programm, wie Stefan Niggemeier in der FAZ ausfĂŒhrte. Nur dass Fox-News natĂŒrlich erheblich mehr Zuschauer hat, als marktfĂŒhrendes TV-Netzwerk in den USA.
Fox-News gehört Rupert Murdoch. Es hat damit den gleichen Besitzer wie Sky. Sky ist der Pay-TV-Sender, der ĂŒber 80% der Inlands-TV-Einnahmen der “Deutschen Fußball-Liga” zahlt, ein bisschen geben ARD und ZDF, also wir, dazu. Von so einem wird also der Löwenanteil der GehĂ€lter von Manuel Neuer, Marco Reus, Mario Götze, Pep Guardiola und JĂŒrgen Klopp bezahlt. Wie fĂŒhlen die sich eigentlich dabei? Wird ihnen da nicht schlecht?

Lokomotive Klopp

Vor dem Beginn der Bundesligasaison werden Erfolgsmeldungen ĂŒber die ökonomischen Deals des Fußballbusiness abgesetzt. Besonders gut ist dabei aktuell der BVB vertreten. Beonders eingeprĂ€gt hat sich mir ein besoffener Frauentisch in meiner Fußballlkneipe, der nach einem wenig spektakulĂ€ren Sieg des BVB laut aufkreischte, als zum Interview nach dem Spiel JĂŒrgen Klopp im Bild erschien. Auch Bayern-Coach Guardiola darf man wohl in eine Ă€hnliche Kategorie der Womanizer einordnen. Vor allem außerhalb der eigentlichen Fußballlehrerarbeit interpretieren diese Trainertypen ihre Rolle neu.Weiterlesen…

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