Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Gustave Courbet

Ein Instrument der Freiheit

Gerade linke Theoretiker von Lenin bis Marcuse haben ĂŒber die oft als bĂŒrgerlich verschriene bildende Kunst nachgedacht. Jens Kastner leistet den ersten großen historischen Überblick
„Sind Sie ein Mann der Kunst, Premierminister?“ In der Netflix-Serie „The Crown“ schĂŒttelt Harold Wilson den Kopf, als ihn Königin Elizabeth bei der Eröffnung eines Kunstmuseums zur Rede stellt. „Nein, ich bin Wirtschaftswissenschaftler“, wehrt der Labour-Politiker die Monarchin ab, „da weiß man, was man hat.“

Linke Theorie und Praxis, dafĂŒr ließe sich die fiktive Szene heranziehen, steht unter dem Primat der Ökonomie. Kunst gilt da höchstens als Nebensache. Dass sie im linken Denken aber eine wichtige Rolle spielt, zeigt nun der Soziologe und taz-Autor Jens Kastner in seinem neuen Buch.Weiterlesen…

Gegenhegemoniale Anstrengungen

Ohne Moralin und Emphase: Mit seinem Essay „Conflictual Aesthetics“ schlĂ€gt der Politologe Oliver Marchart Schneisen in das Dickicht der politischen Kunst
Zweieinhalb Meter hoch und vier Tonnen schwer. Allein von Gewicht und Material hatte es die „GedenkstĂ€tte“, die das Zentrum fĂŒr Politische Schönheit (ZPS) Anfang Dezember zwischen Reichstag und Bundeskanzleramt platzierte, in sich. Aber auch die Idee, mit der Asche mutmaßlicher Holocaust-Opfer aus Polen in einer erleuchteten StahlsĂ€ule vor dem „Verrat an der Demokratie“ zu warnen, schlug ein wie eine Bombe. Viel mehr Streit lĂ€sst sich selbst bei den, schon von mehreren ZPS-Aktionen abgebrĂŒhten Berlinern und Hauptstadtpolitikern, kaum erreichen.

Ob diese Kunst, die auf Teufel komm raus politisch relevant werden möchte, das auch wirklich ist,Weiterlesen…

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