Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: heise-online (Seite 1 von 2)

Umsetzung nicht ohne Uploadfilter

von Julia Reda
Edit Policy: Artikel 17 im EU-Urheberrecht
Erst wurde vollmundig versprochen, dass Artikel 17 keine Uploadfilter zur Folge hätte. Dann gab man zu, dass es nicht ohne welche gehen würde. Sie kommen.

Im letzten Jahr führte die Verabschiedung der EU-Urheberrechtsrichtlinie zu Massenprotesten in Deutschland. Befürchtungen, dass sich der zentrale Artikel 17, der Onlineplattformen unmittelbar für die Urheberrechtsverletzungen Dritter verantwortlich macht, ohne den Einsatz verpflichtender Uploadfilter kaum wird umsetzen lassen, haben sich bislang bewahrheitet.Weiterlesen…

Gates / KI

Nein, das gehört kaum wirklich zusammen. Ich möchte auf zwei verschiedene Texte hinweisen.
Bill Gates ist kritisierbar, ohne ihn zum Sündenbock für die Übel der Welt zu dämonisieren, selbst wenn er einige davon mitzuverantworten hat. Subjektlos geht es halt in keinem Herrschaftssystem zu. Mit Tomasz Konicz/telepolis habe ich ausserdem eine grundlegend andere Meinung, wann die kapitalistische Welt untergehen wird. Aber seine Bill-Gates-Kritik ist im besten SinneWeiterlesen…

EU-Kommission blockiert südafrikanische Urheberrechtsreform

von Julia Reda
Edit Policy: Die EU-Kommission nötigt Südafrika, eine bereits verabschiedete Urheberrechtsreform zu verhindern. Das ist neokoloniale Einflussnahme

In einer Zeit, in der internationale Solidarität mehr denn je gefragt ist, versucht die EU-Kommission eine wichtige südafrikanische Urheberrechtsreform zu blockieren, die bereits vor Monaten demokratisch beschlossen wurde. Im Auftrag der Unterhaltungsindustrie verhindert die EU gemeinsam mit der US-Regierung, dass Südafrika jetzt in der Corona-Krise Bildungsangebote unkompliziert online verfügbar machen und Menschen mit Behinderungen mit barrierefreien Büchern versorgen kann.Weiterlesen…

Die nächste Runde

von Julia Reda
im Kampf gegen Artikel 17 und Uploadfilter
Die Urheberrechtsreform war ein Hauptprojekt von Julia Reda im Europaparlament. Mit einem neuen Projekt will sie nun die Umsetzung in Deutschland kontrollieren.

Genau ein Jahr ist es her, dass die EU ihre Urheberrechtsreform beschlossen hat. Hunderttausend Menschen waren zuvor in Deutschland gegen Uploadfilter auf die Straße gegangen. Stoppen konnten sie die umstrittene Richtlinie zwar nicht, aber es gelang ihnen, in letzter Minute noch einige Schutzvorkehrungen im Gesetzestext zu erstreiten. Diese können uns helfen, die Gefahr für unsere Grundrechte einzudämmen.Weiterlesen…

Nicht digital genug

von Julia Reda
Edit Policy: Coronavirus und das Europaparlament – COVID-19 macht auch vor den Parlamenten nicht halt: Die Gänge des Europaparlaments leeren sich und vorher Unmögliches geht mit einmal.

Krisenzeiten sind stets Zeiten großer Veränderungen. Plötzlich ist möglich, was vorher als unmöglich galt. Das gilt auch für das Europaparlament, das in Zeiten des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 vor besonderen Herausforderungen steht. Seine größte Stärke, die friedliche Zusammenarbeit von Abgeordneten, Mitarbeiter*innen und Sekretariat aus mindestens 28 Ländern (britische Staatsangehörige arbeiten nach wie vor im Europaparlament, auch wenn sie keine Abgeordneten mehr stellen), macht es auch anfällig für die Verbreitung von Infektionskrankheiten.Weiterlesen…

Virus, Gehorsam, Grundrechte

Es kann und darf nicht ausbleiben diese Diskussion zu führen: wie verhält es sich zwischen Herrschenden und Beherrschten, während einer Epi- und Pandemie, und danach? Ich persönlich reagiere mit Aversionen, wenn die Obrigkeit mich zuhause arrestieren will, weil ich mich versuche verantwortlich zu verhalten. Ich halte Körperabstand und pflege Diskretion, versuche es zumindest, auch ausserhalb von Krankheitswellen und -ängsten. Andererseits: nicht alle tun das.
Da jetzt so viele zuhause sitzen, hier Empfehlungen, das Thema zu vertiefen.Weiterlesen…

Edit Policy: Uploadfilter mit KI

von Julia Reda
EU-Pläne bergen große Risiken – Nicht alle Punkte der EU-Digitalstrategie erfahren die gleiche Aufmerksamkeit. Zum Auftakt ihrer Kolumne warnt Julia Reda vor dem Digital Services Act.

Die neue EU-Digitalstrategie gibt einen Vorgeschmack auf die netzpolitischen Pläne der EU-Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen. Im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit steht das Weißbuch zur künstlichen Intelligenz, das aber nur einen Teil des neuen Strategiepakets bildet. Ein weiteres Papier mit dem Titel “Europas digitale Zukunft gestalten” fliegt dagegen bislang unter dem Radar.Weiterlesen…

Thunberg / MBS&Bezos / dos Santos

Die Sache mit der jungen Frau aus Schweden, ist sie denn so schwer zu verstehen? Der Medienhype um sie irritiert, ist aber mit einem Minimum an Intelligenz zu erklären. Massenmedien gehen davon aus, dass ihr Publikum doof ist. Sie vereinfachen Zusammenhänge (“personalisieren”), damit auch die Dümmsten ihr Zeug kaufen. Die Klügeren kaufen das Zeug genauso, weil sie vorgeblich darüber erfahren wollen, was denn die Dummen denken, insgeheim aber auch mal ungestört dummbleiben wollen. Wolfgang Pomrehn/telepolis versucht auch den dümmsten Dogmatiker*inne*n die Sache von Greta Thunberg zu erklären, kurz & knapp. Danke! Weiterlesen…

Gesichtserkennung – Fallout schon da?

Kürzlich formierte sich eine begrüssenswerte Initiative, die gegen die um sich greifende automatische Gesichtserkennung kämpfen will. Oder ist es dafür schon zu spät?
netzpolitik.org, ein immer lesenswerter fortschrittlicher Blog, der sich in technischen Fragen gewöhnlich nicht “hinter dem Mond” bewegt, meldete soeben noch, dass sich sogar in der EU-Bürokratie dazu Leute Gedanken machen, die die Entwicklung eindämmen wollen.Weiterlesen…

“Intelligenz” (KI) bei der Bundeswehr?

Hmmm … lächerlich oder grade gefährlich?
Die wöchentlichen “Missing Link”-Kolumnen bei Heise sind immer lesenswert. Sie leuchten Bereiche aus, die abseits des Hauptstroms öffentlicher Diskurse liegen, es aber nicht sollten. Die Autor*inn*en sind in der Regel fachkompetent und können so schreiben, dass Lai*inn*en ihnen intellektuell folgen können. Unvermeidlich: der Blick ist begrenzt. So auch diese Woche. Hans-Arthur Marsiske schreibt über “Starke KI in der Rüstung – die Macht über Leben und Tod” und bezieht sich dabei auf einen aktuellen Bericht der Bundesregierung, der nach meiner Wahrnehmung merkwürdig wenig Aufsehen erregt.Weiterlesen…

Wie dumm sind die Treckerdeppen?

weiter unten: Berliner Verleger*innen*ehrgeiz / Flanieren wird lebensgefährlich
Roland Appel und ich hatten uns hier schon über die Bonner Trecker-Demo mokiert. Ahnungslose Städter*innen rätselten in der Kassenschlange, was die wollen: “Ich glaub’ die wollen billigeres Glyphosat.” Susanne Aigner/telepolis erklärt es uns, und betreibt das schon recht kontinuierlich als ihr journalistisches Geschäft. Nach Lektüre ihrer Darstellung bleibt bei mir dennoch der Gedanke hängen: wenn nicht die demonstrierenden Treckerfahrer selbst die Deppen sind, dann sind es doch mindestens die Städterdeppen, die bei ihnen Honorare für Kommunikationsberatung abziehen.Weiterlesen…

Krieg der Zukunft: Cyberkrieg

Edward Snowden und weitere aktuelle Grundlagentexte
Edward Snowden erklärte so, dass es auch die Dümmsten verstehen können, den Wert von Verschlüsselungstechnologien in der elektronischen Kommunikation. Und warum die Begehren sog. Sicherheitsbehörden nach “Hintertüren” zurückzuweisen sind, wenn uns Grund- und Menschenrechte lieb sind (im Guardian, dt. im Freitag).
Snowdens sachdienlicher Beitrag erinnerte mich zum einen an meinen Eindruck, dass es den Herrschenden in den kapitalistischen Ländern weniger um die Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus geht.Weiterlesen…

Stadtplanung aufwachen!

Es werden noch mehr Autos über uns herfallen
Die Autoindustrie mit der Geschwindigkeit gesellschaftlicher und technischer Veränderungen vertraut zu machen, können wir wohl wegen Aussichtslosigkeit aufgeben. Mir persönlich, ich besitze seit 1978 kein Auto mehr, ist es auch ziemlich egal. Nicht egal ist mir jedoch, wie meine Nahumgebung, meine Stadt und mein Stadtteil, gestaltet wird. Darüber gibt es sich schon genug Sorgen zu machen.
In Beuel soll eine Fussgängerampel abgeschafft werden. Eine Friedhofsmauer soll weg und mehrere Häuser, damit der Autoverkehr “besser” durch Beuel hindurchfliesst,Weiterlesen…

Greta & Teddy & “Neue Heimat”

Unser Reisen ist falsch, unser Wohnen, und unsere Politik sowieso
Greta Thunberg wird nicht mehr entkommen. Was wird ihre Berühmtheit mit ihrem, zweifellos besonderen, Charakter anstellen? Nicht unwichtig, aber eine personalisierende Nebensache. Politisch relevant ist es zweifellos, wenn sie bekannt gibt, sich nach Amerika segeln zu lassen. Da hätten die meisten von uns, ich eingeschlossen, zu viel Schiss vor. Wir Deutsche sind in vielem Weltmeister, im Braunkohle verbrennen, im Autos verbreiten und im Kreuzfahren mit Dreckschleudern.Weiterlesen…

Indien / Smart Cities / Polizeidatenbanken / Genschere

Letzten Freitag erschien die deutsche Ausgabe der LeMonde diplomatique. Online frei zugänglich sind folgende interessante Texte:
Christophe Jeffrelot: Indien im Griff der Hindu-Nationalisten; dazu gibts auch einen Text in den Blättern: L.K Sharma: Indien: Die Wahl der Angst. Beiden Texten ist gemeinsam, dass sie analytisch informativ sind, aber strategisch hilflos bleiben. Indien ist ein radikal vielfältiges Riesenland, an Einwohner*innen*zahl das grösste der Welt. Aber kein deutschsprachiges Medium scheint Kenntnis vonWeiterlesen…

Die Revolution überleben

Ein Lesefehler. Mit meiner starken Sehbehinderung, und in gewohnt kurzatmiger digitaler Leseweise, geriet mir ein Artikel des SZ-Redakteurs Michael Bauchmüller in den Blick, einer der Klügsten in deren neoliberal geleitetem Wirtschaftsressort. Ich las folgende Überschrift plus Teaser-Text: “Eine Klimapolitik, die alle verschont, verdient diesen Namen nicht – Union und SPD unterliegen der Illusion, sie könnten den Klimaschutz so organisieren, dass er keinem wehtut. Dann sollten sie sich schnell verabschieden.” Richtig – das würde ein SZ-Redakteur niemals schreiben. Weiterlesen…

“Keine belastbaren Ergebnisse”: Predictive Policing

Predictive Policing heisst, dass die Polizei mit Hilfe Künstlicher Intelligenz, manche sagen auch Künstlicher Idiotie, jedenfalls KI, früher als Sie selbst wissen will, dass Sie ein Verbrechen begehen wollen. Wenn Sie bei dem Versuch, sich das praktisch vorzustellen, auf Geschichten kommen, die sie aus China gelesen haben: richtig. Die Hoffnung, die für unsere Bürger*innen*rechte bleibt, ist, dass unsere (“Sicherheits-“)Bürokratie das so ähnlich gut hinkriegt, wie Klimaschutz, Luftreinhaltung, Flüchtlingsaufnahme, Schulsanierung, Fussball-WM. Ulrike Heitmüller/heise-online gibt einen nach meinem Eindruck glänzend recherchierten Überblick.

Volvo / Tesla / San Francisco

Volvo rüstet sich für den Welthandelskrieg. Baut sich nicht selbst eine Batteriefabrik, sondern lässt sich für 10 Jahre ihre Lieferung garantieren. Und kann je nach Verlauf des Welthandelskrieges zwischen China und Südkorea jonglieren. Grossaktionär ist die chinesische Geely-Gruppe.
Tesla ist ein Beispiel für aggressives US-typisches Marketing. Die Mobilitätsprobleme Europas löst der Strassenkreuzerbauer nicht. Er erinnert mich an ein Ford-Edsel-Modell auf meiner Lego-Stadt (1960-1969).
Aber nicht alles aus Kalifornien ist schlecht. Heise-online meldet einen Stadtratsbeschluss aus San Francisco, der die Überwachung der Bürger*innen eindämmen soll, vorbildlich mit Link zum Originaldokument.

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