Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Helmut Kohl (Seite 1 von 3)

GrĂĽne Vereinigungs-Reue?

Annalena Baerbock und Robert Habeck haben sich in einem T-Online-Blog (war das nicht ein Telekommunikationskonzern?) kritisch zur Haltung der GrĂĽnen Partei 1990 und dem Wiedervereinigungswahlkampf geäuĂźert, der dann zum temporären Verschwinden der Ă–kopartei aus dem Bundestag fĂĽhrte. Man habe bei den GrĂĽnen damals dem Osten nicht genĂĽgend Aufmerksamkeit geschenkt und die Menschen nicht verstanden. Daraus wolle man/frau lernen. Gegen letzteres ist grundsätzlich nichts zu sagen, gegen die Schelte, die GrĂĽnen wären keine Partei der Einheit gewesen, schon. Baerbock war 1990 zehn – ihr kann man nicht vorwerfen, die damalige Situation nicht verstanden zu haben – Habeck, damals 21, sollte sich schon erinnern können, ohne Geschichte zu klittern und vor allem, ohne in Linkenschelte gegenĂĽber GrĂĽnen zu verfallen.Weiterlesen…

Langer Lauf

Von GĂĽnter Bannas
Am Anfang war MĂĽlheim an der Ruhr, 1994. In Bonn regierte Helmut Kohl mit der FDP. Joschka Fischer trimmte seine Partei auf SPD-Koalitionskurs. So wie Kohl mit den GrĂĽnen, wollte auch Fischer mit der CDU nichts zu tun haben. „Rot-grĂĽnes Chaos“ stand gegen „Der Alte muss weg“. Tertium non datur? Am Rande des Ruhrgebiets aber geschah Ungeheuerliches. Im Stadtrat wurde ein schwarz-grĂĽnes BĂĽndnis geschmiedet, das erste in einer deutschen GroĂźstadt.Weiterlesen…

Sein Beitrag

Von GĂĽnter Bannas
Vor dreiĂźig Jahren war Wolfgang Schäuble maĂźgeblich mit dabei, die Vereinigung Deutschlands zu gestalten und zu organisieren. Der zwischen der (westdeutschen) Bundesrepublik und der DDR ausgehandelte „Vertrag ĂĽber die Herstellung der Einheit Deutschlands“ trug seine Unter- und Handschrift. Dass der Bundestag mit knapper Mehrheit Berlin als Sitz von Parlament und Regierung bestimmte, ist auf ihn zurĂĽckzufĂĽhren – auf sein taktisches Wirken als Innenminister und auf seine Rede im Bonner Wasserwerk. Welch ein Leben in der Politik, fĂĽr die Politik! Bonn und Berlin, Deutschland und Europa. Höhen, Tiefen, Wiederaufstieg. Waren es zwei Leben oder drei oder vier?Weiterlesen…

Abstiegskampf

Von GĂĽnter Bannas
Die Bundesliga-Saison beginnt am kommenden Wochenende vor weitestgehend leeren TribĂĽnen, was ein Zeichen ist: Die Beziehungen zwischen Politik und Sport, wer wen hofiert, wer um wessen Gunst buhlt, haben sich in ihr Gegenteil verkehrt. Selbst das schöne Abschneiden des deutschen FuĂźballs in Europa hat daran nichts geändert. Bis zum März, in den Vor-Corona-Zeiten, war der Sport in der Position der Stärke.Weiterlesen…

Legenden

Von GĂĽnter Bannas
Vergangenheiten vor einer Neuauflage? Angesichts der ungeklärten CDU/CSU-Personalangelegenheiten sollte an frĂĽher erinnert werden, wie es einmal war und was geschah. Erstens muss mit der Legende aufgeräumt werden, wonach die CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl und Angela Merkel – taktisch klug, freiwillig und vorausschauend – die Kanzlerkandidatur der Union einem anderen Politiker ĂĽberlieĂźen, um später dafĂĽr umso länger die Kanzlerschaft zu ĂĽbernehmen.Weiterlesen…

Denkmäler stürzen oder kommentieren?

Neue Zeiten bedeuten historisch oft einen Wandel in den Werten und Vorbildern. Im Zuge der “Black Lives Matter” Bewegung wurden erstmalig seit langer Zeit – letztmalig war es wohl 1968 – Denkmäler umstrittener historischer Persönlichkeiten angegriffen oder geschleift. Seit Jahren gibt es auch bei uns die Diskussion ĂĽber zweifelhafte “Helden” auf Denkmälern, in Strassennamen oder Plätzen. Oder auch Orden und Ehrengräbern, wie aktuell in Bonn.Die aktuelle Diskusion muss Anlass sein, das grundsätzliche Verhältnis zu Strassennamen, Denkmälern, öffentlichen PLätzen einer demokratischen Generalrevision zu unterziehen. Und zwar einer demokratischen, unserer Verfassung angemessenen Revision.Weiterlesen…

Ăśber den eigenen Schatten springen

Der verhĂĽllte Reichstag bescherte vor genau 25 Jahren den Deutschen einen einzigartigen Moment heiterer Selbstreflexion. Heute mĂĽsste man das Experiment eigentlich wiederholen
“Ich schaue mir die Sache nicht an.“ Helmut Kohl blieb standhaft. Schon im Februar 1994, bei der historischen Debatte im Deutschen Bundestag um Christo und Jeanne-Claudes Projekt zur ReichstagverhĂĽllung, war der Kanzler der Einheit auf der Seite der 223 Abgeordneten geblieben, die gegen das Projekt gestimmt hatten.

Gewohnt trotzig blieb der CDU-Politiker seiner Ablehnung treu und ĂĽbte sich in Wahrnehmungsverweigerung,Weiterlesen…

Enten

Von GĂĽnter Bannas
Seit Wochen steht Angela Merkel in den Umfragen besser da denn je – weit vor der Konkurrenz von SPD und GrĂĽnen sowie jenen Politikern aus CDU und CSU, denen Ambitionen nachzusagen sind, sie im Amt der Bundeskanzlerin beerben zu wollen. Trotz einiger Zwischenhochs – wie in den vergangenen Tagen bei Sitzungen des Koalitionsausschusses – aber erlebt Merkel in der deutschen Innenpolitik derzeit, was amerikanischen Präsidenten in ihrer zweiten (und letzten) Amtszeit widerfährt: Das Schicksal einer „lame duck“.Weiterlesen…

Wer braucht die NATO?

Wenn das so ist, dass die Staatsgewalt vom Volke ausgeht, wäre es dann nicht angebracht, Jahrzehnte nach Auflösung des Warschauer Paktes, langsam mal auch uns, also das Volk zu fragen, ob wir wirklich dafĂĽr sind, NATO-Soldaten an den AuĂźengrenzen Russlands aufmarschieren zu lassen und dort feindliche Manöver durchzufĂĽhren? Auf dem Weg zum Beitritt der DDR zur BRD wurde von der Regierung Kohl dem damaligen sowjetischen Präsidenten Gorbatschow versprochen, dass das Gebiet der DDR entmilitarisiert wĂĽrde. Das erfolgte mĂĽndlich.Weiterlesen…

„Herr Präsident, Sie sind ein Folterknecht“

von Hermann-Josef Arentz
Mit diesen Worten begrüßte im Sommer 1987 Norbert Blüm Chiles Diktator Pinochet. Der versuchte abzulenken mit einem Blick auf das Kreuz in seinem Amtszimmer: Zu dem bete ich jeden Tag. Blüm : „Der liebe Gott kennt die Namen jedes Ihrer Opfer, Herr Präsident. Sie kommen nicht in dem Himmel. Sie werden in der Hölle schmoren.“

In MĂĽnchen tobte Franz-Josef StrauĂź, dieser Auftritt BlĂĽms koste die deutsche Wirtschaft Millionen. BlĂĽm setze sich da doch nur fĂĽr „Kommunisten“ und „Verbrecher“ ein.Weiterlesen…

Verdienstvoll

Von GĂĽnter Bannas
Mit Norbert BlĂĽm ist einer der GroĂźen der deutschen Nachkriegspolitik gestorben, ein Urgestein der sogenannten Bonner Republik, der Menschlichkeit und Härte, VerantwortungsgefĂĽhl und Frohsinn zugleich vorlebte. BlĂĽm gehörte zu der selten gewordenen Spezies eines authentischen Politikers. Den Benachteiligten – auch ĂĽber die deutschen Grenzen hinaus – zu helfen, war sein Bestreben. Die katholische Soziallehre war sein Fundament. Aus kleinen Verhältnissen war er aufgestiegen. Doch die Aura eines Emporkömmlings verbreitete er nicht.Weiterlesen…

Epigonen

Von GĂĽnter Bannas
Diadochenkämpfe werden ausgetragen und legen sich als Schatten ĂĽber die Vergangenheit. Wiederholt sich CDU-Geschichte? Nach bisher jeder „Ära“ hat es Jahre gedauert, bis das innere MachtgefĂĽge der Partei wieder stabil war. Bis die unterschiedlichen Landesverbände, ParteiflĂĽgel und Generationen einen Ausgleich ihrer Interessen und Ambitionen hergestellt hatten. Nach der weit in die 1960er-Jahre reichenden Konrad-Adenauer-Zeit wurden zwei CDU-Bundeskanzler (Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger) und dazu noch der Parteivorsitzende Rainer Barzel verschlissen. 13 Jahre Opposition folgten,Weiterlesen…

Sinnbilder

von GĂĽnter Bannas
Von der Macht der Bilder ist in diesen Tagen zu sprechen, von Fotografien, die Ereignisse der Zeitgeschichte nicht bloĂź dokumentierten, sondern beeinflussten. Der Händedruck im thĂĽringischen Landtag gehört in diesen Reigen politischer Ikonografie: der soeben zum Ministerpräsidenten gewählte FDP-Politiker Thomas Kemmerich mit dem AfD-Gratulanten Björn Höcke. Kemmerichs Worte wurden LĂĽgen gestraft, er sei der „Anti-Höcke“. Die weggeworfenen Blumen zu seinen FĂĽĂźen,Weiterlesen…

Er selbst

Von GĂĽnter Bannas
Kein Politiker aus Ostdeutschland – nicht einmal Angela Merkel – hat eine solche Karriere gemacht – voller Wendungen und abseits der gewöhnlichen Pfade der Politik. In Rostock wuchs er auf. Sein Vater wurde Anfang der 1950er-Jahre von der DDR-Staatssicherheit verschleppt. Er studierte Theologie und wurde – den Menschen zugeneigt – Pfarrer. Ein guter, ein sehr guter Prediger war er. Ein gewisses MaĂź an Eitelkeit war ihm zu eigen. Eigentlich könnte er „die Laudatio auf sich am allerbesten selbst halten“, sagte Merkel,Weiterlesen…

Brauchtum: Kanzlerkandidatenkandidat

Von GĂĽnter Bannas
Viele wollen derzeit Kanzlerkandidat werden, vor allem, weil Angela Merkel nicht wieder antritt. Einige mĂĽssen wenigstens so tun, als ob, weil, wenn sie schon jetzt auf eine eigene Bewerbung verzichteten, sie die Möglichkeit verlören, den internen Auswahlprozess zu steuern. Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), ein wenig auch Markus Söder (CSU) gehören dazu. Angesichts der Lage in der Union und bei den GrĂĽnen (Robert Habeck? Annalena Baerbock?) beginnt sich ein neuer Begriff einzubĂĽrgern: der Kanzlerkandidatenkandidat.Weiterlesen…

Tagesunordnung

Von GĂĽnter Bannas
Der 9. November 1989 war ein Donnerstag – Sitzungstag auch des Deutschen Bundestags in Bonn. Ziemlich lange Beratungen zu eher langweiligen Themen. Parlamentarischer Alltag eben – zu Zeiten, als es keine Mobiltelefone, keine SMS-Kurzmitteilungen, geschweige denn Smartphones gab. Der Entwurf eines Vereinsförderungsgesetzes stand an, so ab 19 Uhr, als nur noch die Spezialisten unter den Abgeordneten zugegen waren. JĂĽrgen RĂĽttgers, seit zwei Jahren im Bundestag, war gerade Parlamentarischer GeschäftsfĂĽhrer der CDU/CSU-Fraktion gewordenWeiterlesen…

Nicht gefragt

Von GĂĽnter Bannas

Als einen Akt der Illoyalität, hat Wolfgang Schäuble kĂĽrzlich versichert, habe er den Artikel von Angela Merkel nicht verstanden, der kurz vor Weihnachten 1999 in der *Frankfurter Allgemeinen Zeitung* erschien. In dem Text, geschrieben während Helmut Kohls Spendenaffäre, kritisierte die damalige CDU-Generalsekretärin den Altkanzler, weil Kohl der Partei „Schaden“ zugefĂĽgt habe. Sie forderte die CDU auf, sich von Kohl zu emanzipieren. Wegen seiner ihm zugeschriebenen FolgenWeiterlesen…

Ordentliches Abitur

von GĂĽnter Bannas
Zu den schwierigsten in der Herausforderungen der Politik (auch fĂĽr Bundeskanzler) gehört die Regelung der Nachfolge. Der benannte Nachfolgekandidat sitzt seinem Vorgänger im Nacken – gewollt oder von der Ă–ffentlichkeit auch nur so wahrgenommen, wie es derzeit zu beobachten ist. Viele Nachfolgekandidaten zu haben, erleichtert den Machterhalt. Wenn es nur noch einer ist – dann wird es gefährlich.Weiterlesen…

Kein Medienmärchen – nur der Spiegel

Von mir hat der Spiegel noch nie eine Mark gesehen. Schon Ende der 70er Jahre lernte ich in der Praxis, dass sich die dort fĂĽr was Besonderes haltenden Mitarbeiter*innen von – vom Spiegel aus gesehen – mikroskopisch kleinen Jugendorganisationen eine Weltsicht nicht durch Fakten kaputtmachen lassen wollten. Der Trick des Spiegel war und ist eine Präsentation und Schreibe, die das GefĂĽhl vermittelt, der unbarmherzig-kritische Schreiber wisse schon “alles”, natĂĽrlich noch viel mehr, als er er hier schreibt. UnĂĽbertreffliches Beispiel war seinerzeit dir Formulierung, von wem sich Bundeskanzler Kohl “sein Ei aufschlagen” lasse. Boah, war das informiert …Weiterlesen…

Lieferservice

von GĂĽnter Bannas
Hätte Willy Brandt als Regierender Bürgermeister von Berlin in der Gegenwart des 21. Jahrhunderts zum Bundeskanzler aufsteigen oder auch nur SPD-Vorsitzender bleiben können?
Wäre Helmut Kohl, einst Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, von seiner Partei, der CDU, im Amt des Parteichefs gelassen worden, wenn er seine politische Karriere nicht in den späten 1960er-Jahren, sondern 50 Jahre später begonnen hätte? Die These sei gewagt:Weiterlesen…

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