Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Heribert Prantl (Seite 1 von 2)

“Links der CDU/CSU” – die Wand?

Es gibt sie, diese Mehrheit – aber wo ist sie hin?
mit Update 1.9.
Willy Brandt hatte den Begriff einst in einer Bonner TV-Runde geprĂ€gt. Das empörte Aufheulen von rechts bestĂ€tigte ihn in der Cleverness dieser BegriffsprĂ€gung. Allein: eine inhaltliche und strategische FĂŒllung des Begriffs stand aus – bis heute. Die Leere ist noch leerer geworden, bis hin zum Verschwinden einer Opposition links der CDU/CSU. Stattdessen ist es mit Hilfe des Game-Changers Corona gelungen, alles so weit nach rechts zu verschieben, dass hier die CDU/CSU-gefĂŒhrte Regierung ist, und dort die rechten Verschwörungsliebhaber.Weiterlesen…

Denkfabrik-Denkfehler

Und: Ehebruch bei Erdogans? – Wahlen als Virus-Spreader?
“Europa heute” des DLF war heute besonders gehaltvoll. Ein Guntram Wolf von der Denkfabrik “Bruegel” gab seiner Verzweiflung (Audio 8 min; update nachmittags: auch Textfassung jetzt online) ĂŒber das Bundesverfassungsgericht und Peter Gauweiler Ausdruck. Weil er in seiner BrĂŒssel-Blase viele Dinge nicht versteht. Der Begriff “Denkfabrik” gibt meiner jĂŒngst beklagten “Industrialisierung der Diskurse” Ausdruck, zeigt aber auch einen Kulturbruch zwischen dem angloamerikanischen und dem deutschen Sprachraum. “Denkfabrik” ist nĂ€mlich eine Übersetzung von “Thinktank” – das könnte wörtlich genauso gut “Denkpanzer” bedeuten, durchaus treffend.Weiterlesen…

Was heißt hier “freiwillig”?

Nachfragen von Karin Schuler
Ein wesentliches Argument aller BefĂŒrworter von Corona-Apps jeglicher Couleur ist das der Freiwilligkeit. Niemand soll gezwungen werden, seine Kontaktdaten sammeln zu mĂŒssen. HĂ€ufig werden Kritiker oder Zweifler mit dem Hinweis beschieden, dass es kein Datenschutzproblem gĂ€be, da ja jeder frei entscheiden könne, ob er sich die App herunterladen und aktivieren wolle oder nicht. Geradezu so, als wĂ€ren damit alle Gefahren fĂŒr die Persönlichkeitsrechte gebannt.Weiterlesen…

Lehre des Falls Assange

Mein Freund Rudolf Schwinn, als ehemaliger Redakteur und Bonner Korrespondent des “Berliner Extradienstes” eine Art Namenspate dieses Blogs, wies mich heute frĂŒh auf ein Interview des DLF mit Heribert Prantl hin. Das habe ich auch gehört. Es ist lehrreich. Mir ging es im Fall Assange Ă€hnlich wie Prantl.
Die Gut-und-Böse-Stilisierung der Person Julian Assange durch seine Freund*inn*e*n und Feind*inn*en war mir nicht geheuer.Weiterlesen…

Am Krankenbett

Der oxiblog versucht einen halbwegs rationalen Überblick zur Analyse der Wahlniederlage der Labour Party. Von deren Stimmanteilen kann die SPD nur noch trĂ€umen. Setzt sie neue Geschwindigkeitsrekorde? WĂ€hrend Ulrich Horn sich gewohnt unbarmherzig mit ihr befasst, wie er es als guter Journalist gelernt hat, wollte ich zunĂ€chst gar nicht glauben, es fĂ€llt mir immer noch schwer, was nicht nur Roland Appel sondern auch der hochgeschĂ€tzte Heribert Prantl in der SPD noch an politischen Potenzialen sehen wollen.Weiterlesen…

Spaltet die FPÖ Berliner GrĂŒne?

Auch Bonn muss RenĂ© Benkos Strategien “lesen” lernen
Update nachmittags: Tipps zum Weiterlesen (s. unten)
In Bonn streben die GrĂŒnen im nĂ€chsten Jahr die kommunale “Regierung” an. In Berlin sind sie schon drin. RenĂ© Benko ist hier wie dort vertreten. In Bonn am MĂŒnsterplatz, in Berlin u.a. am Hermannplatz zwischen Kreuzberg und Neukölln. Benkos GeschĂ€ftsmodell besteht aus dem Waschen einer Unmenge von Kapital in lukrativsten Immobilien, in fĂŒr das Kapital optimal “sicheren” kapitalistischen KernlĂ€ndern. Also hier.Weiterlesen…

Weltabgewandtheit

USA – Uganda – Manchester – Berlin
Überraschung! Jeffrey Epstein ist tot. NatĂŒrlich “Selbstmord”! Komisch, das Aufatmen ist sogar ĂŒber den Atlantik zu hören. Jetzt kann der arme Mann nicht mehr sprechen. Wie schade! Ist es ein Trost, dass Organisationen (also auch Staaten), die von solchen Persönlichkeiten gefĂŒhrt werden, auf dem Abgang sind. Nein, ist es nicht. Denn dann wird es erst richtig gefĂ€hrlich. Der 90-jĂ€hrige Psychoanalytiker Otto Kernberg gab der taz Auskunft. Ein angenehm-altmodisch-bescheidener Kerl. Sollten die wirklich aussterben?Weiterlesen…

Habermas 90

von Dieter Bott
betr: habermas 90 –adorno 116— fritz teufel 17.6.1943 —marcuse demnĂ€chst—

mit Update

ANGESICHTS der weltweiten bedeutung des jubilars und philosophen JÜRGEN HABERMAS, der heute seinen 90 geburtstag feiert möchte ich an seinen lehrer ADORNO erinnern und

eine anekdote, zum besten geben die sich meiner meinung nach tatsĂ€chlich auch in Wirklichkeit so zugetragen haben könnte —Weiterlesen…

Wohnen & Mieten / DFB

Dieses Wochenende wird bundesweit von Protesten gegen Wohnungsnot und Mietwucher gestaltet. Ihnen ist jeder Erfolg zu wĂŒnschen. Die deutsche Politik kapiert nur langsam und die Regierungskoalition bisher fast gar nicht. Aus dieser gewollten Kommunikationsstörung wird sich in den nĂ€chsten Monaten und Jahren eine gefĂ€hrliche gesellschaftliche Spannung aufbauen. Unklar ist, ob allen politischen Akteur*inn*en klar ist, was sie da nichttun und zu verantworten haben.Weiterlesen…

Putin-Opposition / Urheberrechtsnebel / Recht gegen Krieg

Es gibt nicht wenige, die sich mehr Opposition gegen Putin wĂŒnschen. Ihnen sei geraten: Augen auf, hingucken! In Russland waren gerade Regionalwahlen. Sie haben nur wenige Russ*inn*en interessiert, und hierzulande noch weniger. Darum hier die Nachricht: (meist)gewĂ€hlte Opposition gegen Putin sind die Kommunisten. Wer ist Ihnen also lieber? Wenn Sie, nur mal angenommen, Herr Seehofer sind, dann ergĂ€be sich hier eine Verwendungsmöglichkeit fĂŒr den zu opfernden Herrn Maaßen (oder weiss der zuviel?): er könnte – je nach OpportunitĂ€t und Zahlungskraft – entweder die russischen Kommunisten oder die Schirinowski-Nazis “beraten”, wie ers schon mit der AfD getan hat.Weiterlesen…

Journalismus mit Haltung

Das berĂŒhmte Hajo-Friedrichs-Zitat vom “nicht gemein machen”, “auch nicht mit einer guten Sache” – in Fachkreisen ist bekannt, dass es verkĂŒrzt wurde, aus einem langen Spiegel-Interview von 1995. Friedrichs meinte damit nicht “den” Journalismus, sondern beschrieb seine Rolle als Moderator in einem TV-Studio. Noch heute nutzen minderausgebildete Redaktionen dieses Zitat falsch, um sich herauszureden aus ihrer Haltungs- und Ahnungslosigkeit.
Nun hat sich das Wochenblatt deutscher StudienrĂ€te, “Die Zeit“, eine der letzten gedruckten Zeitungen, deren verkaufte Auflage noch nicht schmilzt wie die Gletscher und Eisberge, selbst in exakt diese Verlegenheit gebracht.Weiterlesen…

Die blinden Flecken des Solingen-Gedenkens

Der herrschenden deutschen Politik scheint es, gemeinsam mit dem tĂŒrkischen Erdogan-Regime, zu gelingen, wieder die AfD-Sicht “Wir und die Anderen” im öffentlichen Diskurs zu installieren – eine Verhöhnung der Opfer des Solingen-Attentats und aller nachfolgenden Toten rassistischer MordanschlĂ€ge. Das gelingt, indem einige wesentliche Tatsachen, die zum Solingen-Attentat gefĂŒhrt haben, aus dem “Gedenken” stickum verschwinden und dem Vergessen zugefĂŒhrt werden.
Das mĂŒssen wir uns nicht gefallen lassen. Wir dĂŒrfen es auch nicht. Die Parallelen zwischen damals und heute sind so augenfĂ€llig, dass es wehtut.Weiterlesen…

Woanders is’ auch ……..

… nicht besser. Tomasz Konicz deutet die aktuellen Entwicklungen des globalen Kapitalismus als mögliche Crashvorboten. Könnte sein. Hoffen wir mal, dass er ein Spinner ist …..
Deutschland
Jakob Augstein, auch ĂŒber ihn kann mann viel Kritisches meinen und schreiben, aber im deutschen BĂŒrgertum kennt er sich aus.
Heribert Prantl beschreibt das deprimierende Bild unserer kommenden Regierung, das sogar mutwillig auf Blender wie Macron verzichtet. Sollen wir ĂŒber diesen Unterschied nun froh sein, oder ist das nur eine besonders fiese Form, uns GeringschĂ€tzung zu ĂŒbermitteln? Ähnlich arm: die Oppositionssprechblasen in der Tagesschau.
New YorkWeiterlesen…

GroKo-FlĂŒchtlingsdeal – in Richtung CSU/AfD

Bringt der “Kompromiss” zur FlĂŒchtlingspolitik die kleine GroKo ins Wanken? Ich glaube es nicht, aber gerecht wĂ€re es. Gisela Seidler, Fachausschussvorsitzende im Deutschen Anwaltsverein, kommentierte das Ergebnis gestern abend im DLF. Es ist fĂŒr mich erwĂ€hnenswert, weil ich auch in fortschrittlichen Jurist*inn*enkreisen selten erlebt habe, dass so gut verstĂ€ndlicher politischer Klartext gesprochen wird – allenfalls beim heutigen Journalisten Heribert Prantl. Danke Frau Seidler, machen Sie weiter!

Neben der oben verlinkten Hörfassung jetzt auch nachzulesen.

Otto Brenner Stiftung zeichnet herausragenden Journalismus aus

von Jupp Legrand
+++ Otto Brenner Preis fĂŒr kritischen Journalismus geht 2017 an das SPIEGEL-Team Kristina Gnirke, Isabell HĂŒlsen und Martin U. MĂŒller +++ Jury zeichnet Charlotte Wiedemann (freie Journalistin und Publizistin) fĂŒr ihr Lebenswerk mit dem „Spezial“-Preis aus +++ Hannes Munzinger (SZ) erhĂ€lt Newcomerpreis +++ „Migration Control“ (taz) wird mit dem Medienprojektpreis ausgezeichnet +++ 3 Recherche-Stipendien werden vergeben +++ Preisverleihung findet am 21. November in Berlin statt +++ Festredner ist Georg Schramm, Kabarettist und Autor +++

Den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis des Otto Brenner Preises fĂŒr kritischen Journalismus 2017 erhĂ€lt das Autorenteam Kristina Gnirke, Isabell HĂŒlsen und Martin U. MĂŒller fĂŒr „Ein krankes Haus“ (DER SPIEGEL, Nr. 51/2016, S. 14 ff.)
Nach Auffassung der Jury leisten Kristina Gnirke, Isabell HĂŒlsen und Martin U. MĂŒller mit der SPIEGEL-Titelgeschichte ĂŒber den Asklepios-Konzern „schonungslose AufklĂ€rung ĂŒber die MissstĂ€nde im Gesundheitswesen“. Es werde, so die Jury, bisweilen immer noch behauptet, dass das Gesundheitswesen an einem eingeschrĂ€nkten Wettbewerb leide. „Der ausgezeichnete Text zeigt“, so die Jury in ihrer BegrĂŒndung, „dass das Gesundheitswesen vor allem daran leidet, dass es ein Markt ist, an dem zu allererst verdient werden will“. Kaufleute und Betriebswirtschaftler hĂ€tten aus der Medizin eine Industrie gemacht. Am Beispiel des Asklepios-Konzerns zeigen die diesjĂ€hrigen Brenner-PreistrĂ€ger wozu das fĂŒhrt. Ihr Text, so die Jury, „ist eine Verteidigung der MenschenwĂŒrde – dort, wo sie am antastbarsten ist: im Krankenhaus“.

Der 2. Preis (5.000 Euro) geht an Fritz Schaap fĂŒr eine dreiteilige Serie ĂŒber den Alltag im vom Krieg gebeutelten Syrien und insbesondere in der Hauptstadt Damaskus.Weiterlesen…

Der Potemkinsche Gewerkschafter

Wenn Maischberger, Frank Plasberg oder gar Anne Will einen Scharfmacher von rechts in Sachen Innere Sicherheit, AuslĂ€nderrecht oder Datenschutz brauchen, ist Rainer Wendt ein gerne gesehener Talkshowgast. Mit Formulierungen wie “Die deutsche Polizei ist es einfach leid”…egal ob dann kommt, dass es zu wenig VideoĂŒberwachung, zuwenig Abschiebungen, zu lasche Gesetze gebe, fordert die Abschaffung jeder Privatheit im Internet und in der Regel verkauft er seine persönlichen Ansichten als Vorsitzender der “Polizeigewerkschaft im Deutschen Beamtenbund” als Meinung aller Polizisten. Es sei denn, JĂŒrgen Trittin, Heribert Prantl oder andere kritische Mitdiskutanten stellen klar, dass er lediglich fĂŒr eine kleine Minderheit der organisierten Polizeibeamten spricht. Die DPolG kommt etwa in Nordrhein-Westfalen nur auf einen kleinen Bruchteil der Stimmen bei Personalratswahlen und ist im Grunde keine Gewerkschaft, sondern eine Fachgruppe der Standesorganisation Beamtenbund. Sie tritt – anders als die Gewerkschaft der Polizei im DGB – traditionell gegen Streikrecht und gegen Lockerungen und Reformen des Beamtenrechts ein.

Weil aber viele fachfremde Journalisten den Etikettenschwindel, der bereits im Namen der DPolG steckt, nicht durchschauenWeiterlesen…

Slowakei – Eibar – Freiburg – Dortmund

Osteuropa ist fremden- und flĂŒchtlingsfeindlich. Dank ihrer formidablen Regierungen sind die europĂ€ischen LĂ€nder und Menschen (sĂŒd-)östlich von Deutschland bei uns im Kopf entsprechend abgestempelt. Zum GlĂŒck stimmt das nicht. Die zahlreichen deutschen Numerus-Clausus-FlĂŒchtlinge z.B. wissen es besser. Sie lernen StĂ€dte wie Wilnius, Riga oder Bratislava als kosmopolitische Global Cities kennen. Und die Slowakei hat sogar einen StaatsprĂ€sidenten (Audiolink von “Europa heute”, 14.2.), der sich von der fremdenfeindlichen sozialdemokratischen Regierung abgrenzt, und dafĂŒr nicht etwa angefeindet, sondern immer beliebter wird.

Das FußballmĂ€rchen in Eibar ist immer noch nicht zuende. 4:0 im Montagsspiel gegen Granada, dicht an den EuropapokalplĂ€tzen in der La Liga.

Das Fußballwunder des SC Freiburg ist das Produkt harter Arbeit. Und am Ende der Saison mĂŒssen die besten Spieler immer weiterverkauft werden, mit erklecklichem Gewinn.

Beim Thema Fußballfans brechen alle rechtsstaatlichen DĂ€mme, sogar bei Heribert Prantl, der die DFB-Strafe gegen die SĂŒdtribĂŒne richtig findet und erwachsene BĂŒrger zu “Vereinskindern” degradiert, anders als der realistische Fußballfachmann der FR Jan Christian MĂŒller. Worauf ich bereits hingewiesen habe, wird nun endlich von Freddie Röckenhaus fĂŒr alle, die es ernsthaft interessiert offengelegt: der rechtsradikale Hintergrund der GewalttĂ€ter in Dortmund. Wer dagegen Beleidigungen nicht aushĂ€lt, sollte sich vom Fußball fernhalten.

VerdĂ€chtiger erschossen – in Italien

Es fĂ€llt schwer, sachlich zu bleiben, wenn man sich wie ich diese Woche dem Trommelfeuer des Deutschlandfunks ausgesetzt hat. Zu Beginn der Woche ergab sich die paradoxe Situation, dass der Interviewte Bosbach (!) seinen Befrager zur MĂ€ssigung seiner Spekulationen aufforderte. Statt investigativer, kritischer Befragung muss man bei jedem Äußerungsversuch kompletter Gedanken stammtischartige Unterbrechungen a la “wie ist es denn möglich, dass ….” anhören. Wenn Journalist*inn*en am Mikrofon einen Ton anschlagen, den sie an Stammtischen vermuten, dann sind sie wirklich ganz unten angekommen.

Also: der TatverdĂ€chtige des Berliner LKW-Attentats ist von der italienischen Polizei bei einer “zufĂ€lligen” Verkehrskontrolle erschossen worden, nachdem er eine Waffe gezogen haben soll.
Die MerkwĂŒrdigkeiten dieses Falls sind so umfangreich, dass sie hier nicht referiert werden können. Heribert Prantl ist es in sachlicher und kompakter Form besser gelungen, als ich es jemals könnte.

Ich möchte nur auf das zufÀllige zeitliche Zusammentreffen mit einem anderen gewichtigen Vorgang hinweisen, der die deutsch-italienischen Beziehungen der nÀchsten Wochen stark prÀgen wird, und bei dem die eine der anderen Seite so manchen Gefallen schuldig sein wird: dazu hier ein knackkurzer taz-Kommentar und eine ebenso kurze Darstellung der FR.

Panikmache regiert das Land

Gestern Abend ist in Berlin ein Sattelzug in einen Weihnachtsmarkt gefahren und hat nach bisherigen Erkenntnissen zwölf Menschen getötet und achtundvierzig verletzt. Das ist schlimm, wenn dies absichtlich geschehen ist, noch schlimmer. Das MitgefĂŒhl mit den Opfern und ihren Angehörigen sowie die hoffentlich baldige Genesung der Verletzten sind das Wichtigste. Dies wĂ€re die richtige Reaktion, wenn wir nur im mindesten ernst nĂ€hmen, was die Weihnachtsbotschaft des christlichen Glaubens meint. Barmherzigkeit und Mitleid mit den Opfern und ja, auch mit dem TĂ€ter, egal wer er ist. Denn wie fehlgeleitet, wie irrsinnig und weit weg von jeder Menschlichkeit muss ein Mensch gekommen sein, der so etwas – möglicherweise, wir wissen es immer noch nicht – mit Absicht getan hat? Warum schreibe gerade ich als Atheist so etwas? Weil ich trotzdem glaube, dass ein Weg der inneren StĂ€rke und Sicherheit von uns allen, nur ĂŒber Mitleid und Barmherzigkeit erlangt werden kann und nicht ĂŒber Hass und Gewalt. Der Gedanke kam mir, als ich heute Morgen das “Handelsblatt Morning Briefing” las, in dem Herausgeber Steingart von “Zivilisationsfinsternis” und einer “weltweiten Serie des Unheils” schrieb und die Frage stellte, “ab dem wievielten Anschlag der Krieg” beginnt?

Als vor einigen Jahren in Köln ein Raser auf dem Ring in eine Menschenmenge fuhr und ich weiß es nicht mehr genau, ich glaube, fĂŒnf Menschen tötete, darunter den Sohn den OberbĂŒrgermeisters Schramma, war das eine furchtbare Tat. Aber niemand kam deshalb auf die Idee,Weiterlesen…

Terror-Porn – to be continued

Heribert Prantl (SZ) beurteilt die Rolle von Petra Bahr, der Theologin in “Hart aber fair” positiver, und die von Gerhart Baum kritischer, als Roland Appel gestern an dieser Stelle. In der Hauptsache, der fremdschĂ€m-peinlichen Inszenierungsstrategie der ARD kommt er aber zum gleichen Ergebnis.

Terror muss nicht inszeniert werden, weil wir in der Wirklichkeit mehr als genug davon haben:
in Mossul erwartet ĂŒber 1 Mio. Zivilist*inn*en ein Ă€hnlich grauenvolles Schicksal wie in Aleppo (Telepolis)
im Jemen wird es nicht erwartet, sondern ist schon da, mit deutschen Waffen, bedient von unseren “besten” arabischen “Freunden” (German Foreign Policy; dieser Beitrag verschwindet nach einigen Tagen in einem Paywall-Archiv)
– zum völkisch-deutschen Terror im eigenen Haus hier der dritte Teil einer Telepolis-Bestandsaufnahme der NSU-Ermittlungen
– und schliesslich noch der LĂ€rmterror, meistens nicht mörderisch, aber definitiv krankmachend, die FAS machte eine verkehrspolitische Bestandsaufnahme zum BahnlĂ€rm hier bei uns im Rheintal.

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