Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Holtzbrinck

Rostock – Europa – China, und noch ein Sack MedienReis

Im 3sat-Magazin nano hatte ich schon einen Beitrag ĂŒber die Schule gesehen. Allerdings fehlte die kritische Betrachtung, die Florian Rötzer/telepolis dazu liefert: ein Schulleiter in Rostock hat auf “Normalbetrieb” geschaltet, mithilfe einer Firma, die Virustests verkauft, sie der Schule aber zu Marketingzwecken schenkt. Das kann, wie Rötzer vermutet, auch zu schweren sozialen Verwerfungen und dem Einsickern von Selektionsmechanismen und -zwĂ€ngen fĂŒhren. Da wĂ€re mal wieder die Kunst des AbwĂ€gens (= Politik) gefragt. Gibt es die in Rostock?
Die “grosse” Politik hat grössere Sorgen. FĂŒr EU-Europa geht es,Weiterlesen…

Fakten und Fiktionen

Wahlberichterstattung und Medienwandel
Geht es um die Berichterstattung von Wahlen anderer LĂ€nder fĂ€llt es mir immer wieder schwer, in der Nachrichtengebung deutscher Medien die Fakten zu finden. Dabei ist es im Prinzip ganz einfach. Wie wĂ€re es, wenn zunĂ€chst schlicht die Wahlergebnisse referiert werden? Und wer damit fertig ist, darf gerne seine persönliche politische Analyse nachliefern. Stattdessen werden in der Regel politische Botschaften gesendet, unmittelbar nach Schliessung von Wahllokalen, “untermauert” allenfalls durch Umfragen. Wenn Endergebnisse vorliegen, sind die meisten (deutschen) Berichterstatter*innen schon lĂ€ngst ein Dorf weitergezogen, aus Angst, irgendwann mal nicht als an der Spitze der Meute zu sein.Weiterlesen…

Charlotte Roche / Dieter-Nuhr-Kritik / SchÀferkordt geht

Vielleicht wĂŒrde ich ihre NĂ€he nicht lange aushalten. Personen, deren MedienprĂ€senz in mir grosse Zuneigung wecken, verdĂ€chtige ich dessen fast immer. Wo es einen Nordpol gibt, gibt es immer auch einen SĂŒdpol. So ein Fall ist fĂŒr mich Charlotte Roche, der ich noch bei keiner Preisverleihung und auch nicht in Köln auf der Strasse begegnet bin. Die JĂŒngeren werden sie gar nicht mehr kennen, so rar hat sie sich zuletzt gemacht. Am auffĂ€lligsten war noch, dass sie sich namentlich und mit verblĂŒffend prĂ€ziser Beschreibung in der #metoo-AffĂ€re gegen WDR-Fernsehspielchef Gebhard Henke positioniert hat,Weiterlesen…

Nicht beim Sterben zusehen

Mit Update.
Nein, es geht hier nicht um die Volksparteien. Sondern um ihre BrĂŒder und Schwestern bei den Medien. Die Grossverlage Gruner&Jahr (Stern, 25% Spiegel), Burda (Focus) und Holtzbrinck (Die Zeit) wollen nicht mehr, dass wir wöchentlich, sondern nur noch quartalsweise, ĂŒber das Abschmilzen ihrer verkauften Auflage informiert werden. WidersprĂŒche in der herrschenden Klasse: die Mediaagenturen, die die Produktwerbung verplanen und platzieren, finden das wenig amĂŒsant,Weiterlesen…

GeldwĂ€sche – ein Schwerpunkt des “Tagesspiegel”

Das Berliner Lokalblatt “Tagesspiegel” ist bei nicht wenigen Bundestagsabgeordneten schon deswegen beliebt, weil es nicht dem Springer-Konzern gehört. Es gehört zu Holtzbrinck (Die Zeit, Handelsblatt). Die heutige “Zeit”-Spitze, die Herren di Lorenzo und Ulrich, hatte vorher beim “Tagessiegel” geĂŒbt. Beim “Tagesspiegel” kam auch einer unserer besten Journalisten unter, der einst im Streit mit Stefan Aust beim “Spiegel” hinschmeissen musste: Harald Schumann.
Unter seiner Mitwirkung sind heute im Tagesspiegel BeitrĂ€ge zum Thema GeldwĂ€sche (“Wem gehört Berlin?”) zu finden, Weiterlesen…

Medien-Familienkrieg im Rheinland

Gestern wurde gemeldet, das Bundeskartellamt habe ein Bussgeld von 16 Mio. gegen den Kölner Zeitungsverlag DuMont-Schauberg verhÀngt, wegen verbotener Kartellabsprachen mit dem Bonner General-Anzeiger. Im Zeitraum von 2000 bis 2016 haben beide HÀuser Gebietsabsprachen getroffen, sich gegenseitig keine Konkurrenz zu machen, und konnten so zu Monopolbedingungen wirtschaften.
FĂŒr den Laien sieht das wie konsequentes Handeln des gestrengen Kartellamts aus. Hinter dem Vorhang stellt es sich anders dar. Solche Kartellabsprachen, das weiss in der Medienbranche “jedes Kind”, sind bundesweit gebrĂ€uchlich.Weiterlesen…

Gabriel / Seehofer / TĂŒrkei – mit Erdogan alles wieder gut

Sigmar Gabriel kann nicht nur zuhause sitzen und sich um die Kinder kĂŒmmern. Das Haus Holtzbrinck, in dem auch Die Zeit erscheint, hat ihm ein Kolumneneckchen im Handelsblatt eingerichtet. Ich gehe dort nicht mehr tĂ€glich vorbei, seit die ihre Paywall erweitert haben. Aber Sigmar ist immer fĂŒr Wind gut, der darĂŒber hinaus weht. Nun hat ihm Tim Strohschneider/oxiblog eine Kritik gewidmet, die Sigmar in fast jeder Hinsicht gerecht wird.
Horst Seehofer hat es im SpĂ€twinter seiner Karriere sogar bei uns in die Schlagwortwolke geschafft,Weiterlesen…

Die Zeit: Immunreaktion, politische Hygiene oder Windmacherei?

Vermutlich von allem Etwas. Anja Maier/taz regt sich heute ĂŒber das Zensurenerteilen unter Journalist*inn*en auf, ein ziemlich selbstreferentieller Blick. Roland Appel wies hier auf die 15 Thesen des stellvertretenden Redaktionschefs Bernd Ulrich hin – die Jungs waren mal Arbeitskollegen, eher verfeindete, in den 80ern.
Es gehört zur Strategie der Zeit um Diskursmacht zu kĂ€mpfen. Das gehört zum Rollenbild einer Wochenzeitung. Ihr Unterhalt ist nicht billig. Und jetzt droht die Sommerpause – ein Loch an Aufmerksamkeit und KioskverkĂ€ufen. Respektvoll mĂŒssen wir anerkennen: das mit der Aufmerksamkeit haben sie exzellent hingekriegt.Weiterlesen…

Verpuppung der Elite und ihrer Medien

Ein eindrucksvolles Beispiel der selbstreferentiellen Verpuppung der sich als Elite Verstehenden ist dieser Handelsblatt-Bericht ĂŒber ein “Leitmedien”-Forum des Tagesspiegel. Beide BlĂ€tter erscheinen, ebenso wie das StudienrĂ€te-Eliteblatt “Zeit” im Holtzbrinck-Verlag.

Die Welt da draußen, das sind die Hasskommentare-Schreiber und Follower. Wir dagegen sind die Bescheidwisser.

War also der Feudalismus, die Adelsgesellschaft, nicht doch besser?

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