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Schlagwort: Horeni

BVB & Favre: Geld allein macht nicht glĂŒcklich

…. es erlaubt nur auf angenehme Weise unglĂŒcklich zu sein. Ist es das, was Lucien Favre noch braucht? Ich glaube nicht. Ein sehr engagierter BVB-Fan erzĂ€hlte mir diese Woche, er verliere die Lust am Profifussball, wenn er “das” sehe. Auch mich haben diese Anwandlungen diese Saison oft befallen. Der Overkill ist nah.

Sogar der Fussballkonzern aus dem sĂŒddeutschen Raum musste diese Saison lernen, dass es Leute gibt, Philipp Lahm und Max Eberl, die seine Angebote ablehnen können. Die BVB-Aktiengesellschaft hielt es nun fĂŒr nötig, mit Durchstechereien von BILD bis Freddie Röckenhaus (SZ) gegen ihren Trainer Tuchel zu intrigieren, unmittelbar vor der Entscheidung um einen sicheren Champions-League-Platz, und vor dem Pokalfinale. Wer auf diese Methoden angewiesen ist, zeigt damit in erster Linie seine SchwĂ€che und InstabilitĂ€t.

Das wird auch einem klugen Trainer wie Lucien Favre nicht verborgen geblieben sein.Weiterlesen…

Frankreich / Fussballkapitalismus / Sex

Die NervositĂ€t steigt, diesmal nicht im deutschen Bauchnabel, sondern im europĂ€ischen. Die Stichwahl in Frankreich beschĂ€ftigt den besten Talkshow-Rezensenten der deutschen Medienlandschaft Hans HĂŒtt. Und der beruhigt uns nicht. Was selbst nach einer Wahl Macrons alles – von Deutschland zu verantworten – falsch laufen kann, erlĂ€utert Thomas Fricke (bei Sp-on).

Im gleichen Blatt (FAZ) ist Michael Horeni ein besonders informatives Interview mit einer Strategin im MĂ€nnerfussball, Katja Kraus, u.a. adidas-AufsichtsrĂ€tin, gelungen. Vieles daran kann einem Fan nicht gefallen, ist aber die Wahrheit. MerkwĂŒrdig nur, dass in diesem GesprĂ€ch die Wachstumspotenziale des Frauenfussballs, keine TrĂ€umerei sondern ebenfalls harte Wirklichkeit, völlig unerwĂ€hnt bleiben.

Wie sich unsere Sexbeziehungen durch die Kommunikation verĂ€ndern, und umgekehrt, beschreibt eindrucksvoll dieses Feature des Deutschlandradios. Da lobe ich mir den “Sex des Alters”.

WM-Quali: Jetzt mal nicht ĂŒberschnappen

Guter Fußball war das gestern Abend, BRD – Tschechien 3:0. Der Gegner hat sich nicht wehrlos ergeben, die deutsche Mannschaft war gut, und Tschechien exakt eine Klasse schwĂ€cher. Klassischer Medienreflex: nach einem guten Spiel direkt mal total Überschnappen, wie hier Peter Ahrens beim Spiegel. Da wird die Mannschaft eines bekannt kaufkrĂ€ftigen DFB, der immer, immer, immer von “LosglĂŒck” bei der Zusammenstellung von Qualifikationsgruppen begĂŒnstigt wurde, zu den nĂ€chsten Weltmeistern 2018 hochgejazzt. Drunter gehts wohl nicht – was ist der Rest der Welt gegen uns?
Trotzdem bewegt sich die Welt auch im Rest ausserhalb von uns Großmacht. WĂ€hrend unser schĂ€rfster Rivale in der Quali-Gruppe z.Z. Aserbaidschan ist, ĂŒberraschen die Inselvölker. Malta unterliegt nur 0:2 beim Kolonialherren England. Island, die Stars der letzten EM, siegte in der 95. Minute 3:2 gegen Finnland. Und die gefĂŒrchteten Faröer-Inseln bleiben ungeschlagen und siegen auswĂ€rts 2:0 in Lettland; da wĂ€re man gerne auf einer der Inseln in einer Fußballkneipe dabei gewesen – falls sie nicht alle mit der Mannschaft mitgereist sind. Es wird interessant sein, ob den Kapverdischen Inseln in der Afrika-Quali ein Ă€hnlicher Coup gelingt, nachdem sie die afrikanischen FußballgroßmĂ€chte schon bei letzten Africa-Cup zur Verzweiflung gebracht haben.
Diese “exotischen” Ereignisse halten den Fußball am Leben. Er stirbt erst, wenn die Ergebnisse sich aus den KapitalflĂŒssen ausrechnen lassen. Es ist nicht mehr weit bis dorthin. Aber wer will das erleben?

Hier noch ein kleiner Blick in die deutsche Fußballwirklichkeit: Julian Weigl im Interview mit Michael Horeni, beide LeistungstrĂ€ger ihres Gewerbes (FAZ). Weigl sitzt bei Löw auf der Ersatzbank, und bleibt so ebenso unverletzt, wie die von Löw konsequent ĂŒbersehenen LeistungstrĂ€ger der Mönchengladbacher Borussia. Schade fĂŒr die Spieler, aber nervenberuhigend fĂŒr den Fan.

Kapitalismus hat mit Rechten kein Problem / Agenten und Steuern / CDUCSU-BrĂŒckenbau / DFB stolpert / Spanien

“…der Kapitalismus kommt mit den schlimmsten Tyranneien genauso problemlos zurecht wie mit der Demokratie” meint in einem taz-Interview der israelische Faschismus-Forscher Zeev Sternhell.
Warum nur stolpern so viele TĂ€ter vermutlich entschieden schlimmerer Straftaten immer wieder ĂŒber Steuerhinterziehung? Nun wird vermutet, dass es dem bekanntesten deutschen “Privatermittler” Gerhard Mauss so auch erwischen soll – Andreas Förster in der FR. Update: vielleicht kommt er auch durch, weil er zuviel weiss ……
Albert SchĂ€ffer, dem von mir sehr geschĂ€tzten ehemaligen FAZ-NRW-Korrespondenten, jetzt in Bayern stationiert, können wir bei intensiven EselsbrĂŒckenbauarbeiten fĂŒr Seehofer und Merkel beobachten.
Wie die aktuellen DFB-SaubermÀnner sich in ihren selbstgespannten StolperdrÀhten in Sachen Beckenbauer und SommermÀrchen 2006 verfangen, berichteten Michael Horeni und Evi Simeoni gestern in der FAS.
Strategische Grenzen des Linkspopulismus schon erreicht? In den spanischen Provinzen Galizien und Baskenland waren Regionalwahlen. Telepolis berichtet ĂŒber die Ergebnisse.

Security fĂŒr Andi Rettig! / Linke EU-Politik

Andreas Rettig habe ich noch in einer großen Mannschaft des FV Bad Honnef spielen sehen. Spitzengruppe der damaligen 3. Liga, immer klar vor dem Bonner SC, Supertalent Arno Glesius ging zum Karlsruher SC und verletzte sich dort stĂ€ndig, Rettig wechselte nach Leverkusen und Hermann Hummels zeugte einen Sohn. Nun hat er, Rettig, Michael Horeni von der FAZ, nicht hintenrum sondern geradeheraus mit Nennung seines Namens, erzĂ€hlt, was er in DFB-Sitzungen zum Fall Beckenbauer erlebt hat. Respekt! Und Furcht, wie lange es ihm angesichts solcher Feinde noch gutgehen wird.

Die von mir als Autorin sehr geschĂ€tzte Gabriela Simon analysiert die vertrackte politische Lage in der EU und beschreibt und problematisiert verschiedene AnsĂ€tze fĂŒr linke Alternativen und Gegenmachtorganisation.

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