Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Illner

Arrangierte Ehen, tzz, tzz, tzz …

Dem Islam wird das hierzulande immer wieder gerne vorgeworfen. Dabei ist es hier im “christlichen Abendland” sogar, wie fast alles, ein ausgebauter GeschĂ€ftszweig, mindestens fĂŒr schwule Profifussballer. Weil die sich wĂ€hrend ihrer aktiven Karriere nicht outen (lassen) wollen, lassen sie sich von professionellen Agenturen eine “Spielerfrau” vermitteln, zum beiderseitigen Nutzen. Er wirkt heterosexuell, sie wird ĂŒber den abonnierten VIP-TribĂŒnenplatz endlich medienbekannt. AuffĂ€llige Merkmale sind medieninszenierte HochzeitenWeiterlesen…

Europa-Inszenierungen

Billiges verbirgt Relevantes
Hoffentlich bringt das Sommerloch noch Abwechslung. Das, was uns die deutsche Parteipolitik als “Europa” inszeniert, schĂŒrt extremen Widerwillen und Langeweile, Sehnsucht nach Eskapismus (Frauen-WM endet Sonntag). Was bin ich froh, gestern gar nicht erst zu “Illner” gezappt zu haben. Hans HĂŒtt/FAZ hat sich die Arbeit gemacht zu ĂŒbermitteln, dass ich nichts versĂ€umt habe.
Wieviel bedeutender, aber auch in der hiesigen Öffentlichkeit unbekannter, ist,Weiterlesen…

Was kommt danach?

Das am meisten interessierende Ereignis dieses Wochenendes ist nicht irgendein Parteitag, sondern das Ruhrpottderby, morgen 15.30 h, Westfalenstadion. Aber gut, eine Minderheit, vor allem alle was-mit-Medien-Leute interessieren sich auch fĂŒr den CDU-Parteitag. Doch auch fĂŒr diese Leute gilt: egal, wie es heute ausgeht. Entscheidende Daten sind im nĂ€chsten Jahr: 25. Mai, nicht nur Europawahl, sondern Kommunalwahlen in allen ostdeutschen BundeslĂ€ndern, in denen am 1. September (Brandenburg, Sachsen) und 27. Oktober (ThĂŒringen) Landtagswahlen folgen.
In all diesen BundeslĂ€ndern hat es – ausser der einstigen PDS – nie “Volksparteien” gegeben.Weiterlesen…

Dank Trump plant deutsche RĂŒstungslobby den totalen Sieg

Die niedersĂ€chsisch-sozialdemokratischen Ex-FunktionĂ€re fĂŒhren dieser Tage eine Interviewoffensive bei ihren Lieblingsmedien und Buddys von “Spiegel” und “Stern”. Da die Interviews nicht online gestellt werden, sind wir auf die Pressezusammenfassungen des Geredeten angewiesen.
Zu Schröder können wir es einfach bewerten: da ist nichts Falsches bei, das ist der pure politische Realismus, den wir in der aktuellen deutschen Politik so sehr vermissen. Verbunden mit den Äusserungen seines Ziehsohns Gabriel und dem, was gestern schon bei Illner schwadroniert wurde, lĂ€uft es aber auf etwas Anderes hinaus.Weiterlesen…

Alte GrĂŒne zeigen klare Kante und Kompass

Dass der öffentlich sichtbare Kurs der aktuellen GrĂŒnen ParteifĂŒhrung bisweilen etwas – vorsichtig ausgedrĂŒckt – erratisch wirkt, haben Roland Appel und ich hier bereits mehrmals zum Ausdruck gebracht. Die alten GrĂŒnen haben scheinbar einen klareren Kompass – nunja, sie mĂŒssen jetzt weniger in Gremien rumsitzen, und haben mehr Zeit zum Denken.
Mit JĂŒrgen Trittin und Claudia Roth bin ich persönlich so gut bekannt, dass ich weiss, dass auf sie politisch Verlass ist.
Trittin sass gestern bei Anne Will – ich habs noch gar nicht gesehen – und wird hier in meiner alten Heimatzeitung WAZ mehrmals ausdrĂŒcklich gelobt – wĂ€hrend der FAZ-Kolumnist kritisiert, dass SPD und GrĂŒne nicht genug fĂŒr AufrĂŒstung ausgeben wollen, aus dieser Feder ist das ein Bonuslob.
Claudia Roth ist dafĂŒr bekannt, dass sie auch persönlich und privat die TĂŒrkei liebt und nicht aufgibt.Weiterlesen…

Edzard Reuter: “Wir haben den Anstand beim wirtschaftlichen Handeln verloren”

Sagt der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Daimler-Benz AG, Edzard Reuter im Bezug auf den Dieselskandal und er ist der Meinung, dass die KĂ€ufer einen Wiedergutmachungsanspruch gegenĂŒber der Automobilindustrie haben – so gestern bei “Lanz” im ZDF. Ganz anders wenige Minuten vorher im selben Sender bei Maybrit Illner der niedersĂ€chsische Wirtschaftsminister Althusmann (CDU), der die klagefĂŒhrende, gemeinnĂŒtzige Deutsche Umwelthilfe als ein “GeschĂ€ftsmodell” zu diffamieren versuchte, und sich damit selbstentlarvend eine Sprachregelung von VW zueigen machte, mit der der Konzern regelmĂ€ĂŸig versucht, die gemeinnĂŒtzige und nach dem Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz zur Verbandsklage berechtigte DUH zu diskreditieren.

In die gleiche Kerbe schlug Bernhard Mattes, der Nachfolger Mathias Wissmanns als oberstem Automobillobyisten, indem er darauf bestand,Weiterlesen…

Medien und HandlungsunfÀhigkeit

In den USA gehört es schon zum Allgemeinwissen, und auch wir haben frĂŒhzeitig mit Hilfe der Otto-Brenner-Stiftung auf Ă€hnliche Konstellationen hierzulande hingewiesen. Die politische Satire ist zur Einwechselspielerin fĂŒr geschwĂ€chten und ermĂŒdeten Journalismus geworden. Bei beiden stellt sich immer akuter die Frage: mit welchen Folgen?

Die jĂŒngste heute-show war ein gutes Beispiel. Ich teile die gefĂŒhlsmĂ€ssige Ablehnung von Extradienst-Gastautor Dieter Bott gegen den demonstrativen politischen Nihilismus von Oliver Welke. Dennoch war das Agendasetting der Redaktion und des Autor*inn*enteams hochpolitisch und auf der Höhe der Zeit: Weiterlesen…

WeiterfĂŒhrendes zur SPD, (noch) nicht von ihr ….

Uli Kelber gibt heute in seinem GA-Interview die Richtung vor, die realpolitisch fĂŒr die SPD gangbar ist. Das Strategieproblem: es gibt keine alternativen Optionen.
Albrecht von Lucke (BlĂ€tter) hatte letzten Donnerstag bei Illner unbarmherzig und brutal in den Wunden gerieben: Juso KĂŒhnert mĂŒsse geradezu hoffen, beim Parteitag zu unterliegen (was gelungen ist), sonst wĂŒrde er als “Boris Johnson” der SPD enden. Wenn die SPD-Koalitionsgegner*innen Neuwahlen provozieren wĂŒrden, bliebe “nur noch eine Volkspartei ĂŒbrig”, die die enttĂ€uschten FDP- und SPD-WĂ€hler*innen, also jene, die eine Partei wĂ€hlen, weil sie wollen dass sie regiert (warum tun sie es sonst?), aufsaugen wĂŒrde. Eine direkte Strategie zur Enthauptung der SPD und zur StĂ€rkung Merkels (und vielleicht einer Schwarz-GrĂŒn Mehrheit, wie die rechten Realos bei den GrĂŒnen erhoffen).

Majid Sattar (FAZ) hat all das aufgeschrieben, worĂŒber SPD-FĂŒhrungsmitglieder bei Strafe der Exkommunikation nicht öffentlich sprechen dĂŒrfen. Irgendwann kommt immer alles raus.

Albrecht MĂŒller, Planungsstabchef bei Bundeskanzler Willy Brandt, und heute leider viel zu verbittert, hemmungsloser Wagenknecht-Fan, sieht, dass die Koalitionsfrage nicht die Entscheidende ist; der politische Inhalt ist das Problem.

Betroffenheit statt Rechtsstaatlichkeit – staatsmĂ€nnische Geste statt Kampfgeist?

Viele fragen sich kurz vor der Bundestagswahl, warum die GrĂŒnen nicht in der Lage sind, die Steilvorlagen, die ihnen FlĂŒchtlingskrise, Klimaexzesse, Dieselskandal und soziale Ungerechtigkeit bieten, in Tore und Erfolge ummĂŒnzen können. Warum sie bei sechs bis acht Prozent dĂŒmpeln, wĂ€hrend AfD und FDP immer höher klettern. GrĂŒne leben im Dilemma, dass sie mehr Kompetenz nachweisen mĂŒssen, als andere Parteien. Dies trifft sie wie die Linke – und daher brauchen sie – mehr als rechte Parteien auch ein gerĂŒtteltes Maß an Angriffslust und emotionaler NĂ€he zum Thema. Jutta Ditfurth, Joschka Fischer, JĂŒrgen Trittin, Renate KĂŒnast und Claudia Roth, zuletzt Hans-Christian Ströbele standen fĂŒr diese Haltung. An beiden “Tugenden” – Fachkompetenz und Angriffslust – fehlt es ihrem Spitzenduo.

Wer zur Innenpolitik und den BĂŒrgerrechten Stellung nimmt, sollte schon ein Mindestmaß an Kenntnis verfassungspolitischer GrundsĂ€tze verinnerlicht haben. Gegen die Vorratsdatenspeicherung kann man nicht aus dem Bauch heraus argumentieren, ohne verfassungspolitische Prinzipien zu kennen und sie erklĂ€ren zu können. Dies musste die Spitzenkandidatin der GrĂŒnen, Katrin Göring-Eckardt (KGE) vergangene WocheWeiterlesen…

Opposition, gibts die? Braucht man das?

Klassischer Fall von Überkompensation? Maybritt Illner hat sich einst als linke Ossi beim CDF durchgesetzt. Ihr Ex-Gatte Michael schreibt heute noch passable Krimis und DrehbĂŒcher. Ihre Talkshow ist heute in zwei halbe Stunden zweigeteilt. Wenn ich den VorankĂŒndigungen glauben darf, wird dabei in beiden HĂ€lften auf Mitglieder der parlamentarischen Opposition komplett verzichtet, dafĂŒr aber die rechtsradikale AfD vertreten. Illner wĂŒrde damit erneut “beweisen”, dass Karl Marx recht hatte, und auch bei ihr das Sein es ist, was das Bewusstsein bestimmt.
Nicht viel besser zur gleichen Zeit bei Phönix: die gleichnamige “Runde“, in der es gelegentlich zu regelrechten inhaltlichen Diskursen kommt, weil dort nicht nur die einschlĂ€gig-verdĂ€chtigen Gladiatoren, sondern bisweilen auch Fachleute diskutieren – das fĂ€llt heute aus, weil die Sender-GeschĂ€ftsfĂŒhrer*innen heute dem “CSU-Spitzenkandidaten” den Hof machen (mĂŒssen?).
Brauchen wir solche Sender?

Deutsche Gefahr fĂŒr Europa: CDU

Man hÀtte die Uhr danach stellen können. Der neue PrÀsident Frankreichs Macron war kaum richtig gewÀhlt, da machten ihm seine politischen Freunde in Deutschland direkt erst mal klar, dass er nur der Kellner ist.
Ich habe erst nach der Wahl die Illner-Ausgabe geschaut, die vor der Wahl vom ZDF aufgezeichnet und gesendet worden ist. Es war eine Freude, so schöne Frauen so engagiert fĂŒr ein fortschrittliches Europa rhetorisch fechten zu sehen, in meinen Augen: gelungen. WĂ€hrend Katja Kipping bei ihrem Auftritt die Unruhe mit dem Lafontaine-Fuchs im eigenen Stall im Hinterkopf beachten musste, ging Ulrike Guerot in die Vollen, und machte es dem Merkel-Vertreter auf Erden, Kanzleramtminister Altmaier nicht leicht.

Im Kern geht es um eine volkswirtschaftliche Ideologie, die global betrachtet nur noch in Deutschland ernstgenommen wird:Weiterlesen…

LĂŒders – HĂŒtt – FlĂŒchtlinge

Was ist die Steigerung von Paranoia? Ich weiss nicht, wie die heisst, aber es handelt sich um Journalist*inn*en und Publizist*inn*en, die sich gegenseitig als notorische LĂŒgner*inn*en pathologisieren wollen. Ein prĂ€gnantes Beispiel beschreibt Stefan Niggemeier bei uebermedien.de am Beispiel Michael LĂŒders. Niggemeier kennt, wie meistens, worĂŒber er berichtet. Denn gelegentlich schreibt er selbst fĂŒr die hier von ihm kritisierte FAS-Medienredaktion. Oder ist er schon wieder rausgeflogen?

Lieber Positives. Hans HĂŒtt ist der Nachbesprecher von TV-Talkshows, den ich als einzigen auch lese. Seine jĂŒngste Illner-Kritik in der FAZ macht sich frei vom unterirdischen Niveau der Sendung, weil HĂŒtt die Gelegenheit wie so oft nutzt, um eigene politische und intellektuelle Einsichten zu entwickeln und zu verbreiten.

Michael Mönninger war lange beim Spiegel und ist nun wieder bei der FAZ aufgetaucht. Er liefert einen wertvollen Hinweis auf eine Buchpublikation zur Architektur von FlĂŒchtlingsunterkĂŒnften. Der Verkaufspreis von 78 € lĂ€sst darauf schliessen, dass nur ein kleines Fachpublikum angepeilt ist. Das Thema wird allen Abkommen mit Despoten und Diktatoren zum Trotz Relevanz behalten.

Haluk Yildiz und das öffentlich-rechtliche Trash-TV

Ich kenne Haluk Yildiz. Nicht ĂŒberragend gut, aber besser als deutsche Talkshow-Redakteur*inn*e*n. Er wandert derzeit durch die Programme, weil an der Castingrecherche gespart wird. Talkshows gibt es nur aus einem Grund so viele: weil sich viel Sendezeit von ihnen billig fĂŒllen lĂ€sst. Nun also von Haluk Yildiz.

Ich lernte ihn als Sprecher des Rates der Muslime in Bonn kennen. Ich persönlich halte nichts von Religionen, bin aber im Voltaireschen Sinne immer dafĂŒr: jede*r wie er oder sie will. Hatte also netten und höflichen Umgang mit ihm, und das beruhte auf Gegenseitigkeit. Ich beriet ihn sogar in vereins- und parteirechtlichen Fragen, nannte ihm Stellen wo er sich schlauer machen könne, lernte auch seine – zu frĂŒh verstorbene Ehefrau – kennen.

Seine Idee einer ParteigrĂŒndung, aus der spĂ€ter BIG wurde, war fĂŒr mich schon Ausdruck ĂŒberzogener Hybris,Weiterlesen…

Statt ARD-ZDF-Fusion: Dritte Programme abschaffen

Dietrich Leder, einer der klĂŒgsten Medienkritiker deutscher Sprache, brachte mich mit seinem aktuellen Kommentar auf die Idee. Er schreibt richtig, dass die Dritten Programme inhaltlich alle als Regionalprogramme angelegt sind, aber lĂ€ngst nicht mehr regional senden, sondern alle gleichermassen empfangbar sind. Dem Internet sei dank.

Warum dann “haben wir immer so gemacht”? Warum baut die ARD dann keine gemeinsame Plattform fĂŒr alle “Dritten Programme”. Lustige Frage am Rande an die JĂŒngeren: warum heissen die ĂŒberhaupt so? Sie mĂŒssen wissen: es gab eine Zeit, da wurden in diesen Programmen Experimente gemacht,Weiterlesen…

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