Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Jemen-Krieg (Seite 1 von 2)

Zur Jemen-Geberkonferenz

Das KoordinationsbĂĽro der UNO fĂĽr humanitäre Hilfe (OCHA) veranstaltet gemeinsam mit Saudiarabien, einem Hauptakteur im Jemenkrieg, eine Geberkonferenz zur Finanzierung der Versorgung fĂĽr die ĂĽberlebenden Opfer dieses Krieges. Das unterstricht die Ambiguität der vor 70 Jahren gegrĂĽndeten Weltorganisation auf besonders zynische Weise. Weiterlesen…

Das Virus in der Nebenrolle

Hierzulande drängt die Politik zwar nicht das Virus selbst, aber langsam seine Bedeutung zurĂĽck – wg. angeblicher “Sehnsucht nach Normalität”. Die Medienmacht, die das ĂĽbermittelt, unterschlägt dabei geflissentlich, dass jede’ Jeck unter Normalität was anderes versteht. Es bedĂĽrfte also einer Klärung des Inhalts von Normalität. Es gibt Weltgegenden, die sich gerne darĂĽber den Kopf zerbrechen wĂĽrden. Sie kommen nur leider nicht dazu.
Zuvörderst ist da der SĂĽdrand der arabischen Halbinsel zu nennen, seit Jahrzehnten ein Seuchenherd sondergleichen. Weiterlesen…

Erfolgsdiplomat Wladimir Putin

Vor zwei Wochen meldete ich hier den Besuch Wladimir Putins bei den superreichen Kriegsverbrechern auf der arabischen Halbinsel. Er scheint ihnen Angebote gemacht zu haben, die sie nicht ablehnen konnten. Denn schon heute meldet der Finanzteil der FAZ Vollzug. Saudi-Aramco, teuerster Konzern der Welt, in Staatsbesitz, also Familienbesitz der Sauds, soll jetzt doch seinen Börsengang starten (zu deutsch: Geld in die Kassen spĂĽlen) und Russian Direct Investment Fund (RDIF) stellt bereits ein “Investorenkonsortium” zusammen. Nicht alles an dieser Meldung ist schlecht.Weiterlesen…

Jemen-Krieg: Gefängnis bombardiert

Slavoj Ĺ˝iĹľek verkĂĽndet in der Neuen ZĂĽrcher Zeitung (NZZ), von der jĂĽngst berichtet wurde, dass sie sich immer mehr der radikalen Rechten zuwendet, die steile These, das Leid anderer zu betrachten mache uns “glĂĽcklich”, also “auch Krieg, Hungersnöte und Gewalt”. Das Leid des Herrn Ĺ˝iĹľek, sich als Hofnarr der NZZ zu verdingen (wie es einst Oskar Lafontaine bei Bild gemacht hat), macht mich jedenfalls nicht glĂĽcklich. Aber wenn er Recht hat, habe ich Ihnen hier noch was zu bieten.
Vom Jemen-Krieg gab es in den letzten Wochen Meldungen,Weiterlesen…

Mittelmeer / Russland / Israel / Jemen / Bayern

Rene Martens/Medienkorrespondenz bespricht zwei sehenswerte Filme ĂĽber private Seenotretter*innen im Mittelmeer.
Reinhard Lauterbach/Junge Welt bewertet die Protestaktionen in Moskau gegen die Nichtzulassung von Kandidaturen zur Kommunalwahl. Eine sehr lesenswerte Gesamtanalyse russischer Politik kommt, endlich mal wieder, vom in Russland lebenden Kai Ehlers. In den 70ern war er presserechtlich Verantwortlicher der linksradikalen norddeutschen Sekte KB, die mich damals sehr genervt hat.Weiterlesen…

Noch mehr Fluchtursachen

Sie können sich abregen: die Betroffenen, um die es im Folgenden geht, schaffen es nicht bis zu “uns”. Wenn Sie dagegen zu den unverbesserlichen Gutmenschen gehören, die sich fĂĽr Mitmenschen und die Welt interessieren, lesen Sie bitte weiter.
Im Kongo – erstmal grundsätzlich gefragt: wären Sie innteressiert, dort als Korrespondent*in fĂĽr deutsche Medien zu arbeiten? Wenn Sie zu den Wenigen gehören, die das mit “Ja” beantworten: versuchen Sie doch mal irgendeine Redaktion dafĂĽr zu interessieren. Also mich wĂĽrden Sie sofort begeistern. Ich habe nur blöderweise kein Geld. Das ist das Problem im Kongo: Geld und Interesse treffen dort nur bei seinen Rohstoffen und Naturschätzen zusammen.Weiterlesen…

Die Deutsche Bank – ein kriminelles Unternehmen?

von Joachim Braun

Die Deutsche Bank gerät trotz des eigentlich schon längst ausgerufenen „Kulturwandels“ immer wieder aufgrund gesetzeswidriger Geschäftsvorgänge in die Schlagzeilen. Dahinter stehen keine einmaligen Verfehlungen einzelner Manager zu einer bestimmten Zeit; vielmehr hat dieses Geschäftsgebaren eine lange Tradition und erfasst weite Teile der Bank. Dies soll im Folgenden dargestellt werden, um anschlieĂźend einige Forderungen zu formulieren, die gesetzgeberisch nötig wären, um dem Treiben ein Ende zu machen und schlieĂźlich die Frage zu beantworten, ob die Deutsche Bank eine kriminelle Vereinigung darstellt.Weiterlesen…

Habeck weist den Weg – zum Scheitern

Meine letzte Hoffnung ist, dass es sich um ein Beispiel missratener grĂĽner Kommunikationsstrategie handelt. Obwohl das bei diesem Akteur sehr unwahrscheinlich ist. Herr Habeck hat der “Passauer Neuen Presse” ein Interview gegeben. Keine Ahnung, welche Zielgruppe er damit erreichen will. Das muss er selbst erklären. Online ist der Originaltext nicht frei zugänglich (Paywall), auch auf den Seiten der GrĂĽnen oder von Habeck persönlich findet er sich nicht (warum eigentlich nicht?). Aus dem Interview hat die Deutsche Presse-Agentur/dpa eine Meldung kreiert, die dieses Wochenende bespielt. Es bleibt also offen, von wem der politische “Spin” ist: von Habeck, dem niederbayrischen Käseblatt oder der dpa?Weiterlesen…

Captain America: es ist eine Frau!

Die taz hat sich fĂĽr ihre Frauen-WM-Berichterstattung mein Sonderlob verdient. Am Wochenende setzte sie völlig zurecht in einer Wiederholung das politisch wertvolle Megan Rapinoe-Porträt von Sebastian Moll wieder ein. Bemerkenswert an dieser Lady – im Unterschied z.B. zu Ex-TorhĂĽterin Hope Solo – scheint mir ihre bewusste Strategie sich nicht als Solo(sic!)-Megastar zu verkaufen, sondern als Teamplayerin aufzutreten. Diese Klugheit vermisse ich heute im politischen Geschäft immer mehr.
Zum Niederknien gut ist vor allem die journalistische Leistung von Alina Schwermer.Weiterlesen…

Bewegung in der Jemen-Kriegspolitik?

Unmittelbar nach der Ausstrahlung der Arte-Dokumentation – an einen Zusammenhang glaube ich bei diesem Minisender nicht, andererseits orientiert er sich eng an der französischen Aussenpolitik – gibt es erste Meldungen, dass von den berĂĽchtigten Prinzen MBZ einige symbolische ZĂĽge gemacht hat, die zu einigen Journalist*inn*en durchgestochen wurden. Hier die gestrige Spiegel-online-Meldung, und hier Florian Rötzer/telepolis heute vormittag.Weiterlesen…

Der Vietnamkrieg der Saudis

Ist Trumps USA nur ein Versteigerungsobjekt?
Gestern lief parallel zum Frauenfussball auf Arte die Dokumentation “WĂĽste Prinzenspiele – der neue Golfkrieg” (Mediathek-VerfĂĽgbarkeit bis Ende Juli). Es geht um die Herren Mohammed Bin Salman (“MBS”, Saudi-Arabien), Muhammad bin Zayid Al Nahyan (“MBZ”, Vereinigte Arabische Emirate, Abu Dhabi), sowie den Herrn Tamim bin Hamad Al Thani (Katar). Mein Eindruck: die Herren MBS und MBZ auf der einen, und der Herr Al Thani auf der anderen Seite stehen in einem Versteigerungswettbewerb um die USA und andere kapitalistische Länder. Ihre ĂĽberdimensionierten RĂĽstungsbestellungen dienen diesem Zweck, “unsere” Herrschenden zu kaufen. Es scheint zu klappen.Weiterlesen…

Polizistinnenmord / Jemen

Was stellen Sie sich als Mediengeschehen vor, sollte eine Polizistin ermordet werden? Normalerweise gäbe es kein Halten mehr; Sex&Crime-Storys würden erscheinen, bis der Täter seiner gerechten Todesstrafe zugeführt wäre. Was, wenn Sie verhindern wollen, dass rauskommt, was dahintersteckt: eine Legende konstruieren, dass exakt das alles schon erledigt ist.
So ist es mit dem Mord an der thĂĽringischen Polizistin Michele Kiesewetter in Heilbronn geschehen.Weiterlesen…

Jemen

Einerseits “grösste humanitäre Katastrophe”, andererseits wenig öffentliches Interesse, jedenfalls in Deutschland. Während sogar der von rechten Republikanern beherrschte US-Senat mit 59 von 100 Stimmen gegen eine US-UnterstĂĽtzung des Jemen-Krieges stimmte, scheint es den Herrschenden hierzulande (und in Frankreich) wichtiger zu sein, lukrative RĂĽstungsexportgeschäfte nicht durch ĂĽbermässiges öffentliches Interesse politisch zu gefährden. Darum ist der gestern von mir noch gescholtene DLF, selbstverständlich und zum GlĂĽck ein heterogener öffentlicher Sender, zu loben, dass er gestern abend in seiner Reihe Hintergrund diesen informativen Beitrag von JĂĽrgen Stryjak ins Programm genommen hat.

Entwicklung deutscher RĂĽstungsexporte

Waffen fĂĽr Krisengebiete – Der Anteil deutscher Lieferungen an Staaten, die aktuell Krieg fĂĽhren oder schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, ist weiterhin hoch.

Auch 2018 gehörte Deutschland im zehnten Jahr in Folge zu den vier größten RĂĽstungsexporteuren der Welt – nach den USA, Russland sowie China, das die Bundesrepublik 2016 von Platz drei ablöste. Bis Mitte Dezember genehmigte die Bundesregierung zwar weniger neue Exporte als 2017. Doch der Anteil der Ausfuhren an Staaten, die – wie etwa Saudi-Arabien – mit den deutschen Waffen aktuell Krieg fĂĽhren oder schwere Menschenrechtsverstöße begehen, ist unverändert hoch.Weiterlesen…

Jemen-Fotos / Qatar-Airways / McQueen in der DDR

Weil es ja wieder keine*r gesehen haben wird, an dieser Stelle wichtige Hinweise fĂĽr Ihre politische Weiterbildung.
Das NDR-Medienmagazin Zapp zeigte gestern nahe der mitternächtlichen Stunde die französische Fotografin VĂ©ronique de Viguerie. Ihr ist es gelungen, in den Jemen zu gelangen, und nach eigenem Bekunden auch der Ăśberwachung durch den saudiarabischen Geheimdienst zu entgehen. Hier der Text des entsprechenden Beitrages, der heute nacht noch nicht einzeln anklickbar war, Update 29.11.: jetzt ist er es. Weiterlesen…

Globale Verschiebungen

Nahost / Gletscherschmelze Hindukusch&Himalaya / Fussball in China
Am elektrisierendsten ist vielleicht, was Thomas Pany/telepolis ĂĽber mögliche strategische Verschiebungen im Nahen Osten berichtet. Durch die Kashoggi-Affäre ist offensichtlich ein Machtvakuum entstanden. Saudi-Arabiens FĂĽhrer Kronprinz MBS hat an Handlungsfähigkeit verloren, die seine feudalen BĂĽndnispartner in den benachbarten Feudaldiktaturen gewonnen haben. Da ihre feudale Machtstruktur vermutlich weniger kompliziert verschachtelt ist, als die der Familie Saud,Weiterlesen…

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