Thema: Jens Berger

Linke fordern Hilfe für Erdogan

Von , am Mittwoch, 15. August 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Doch, da war ich platt. Es ist durchaus informativ das zu lesen, was Jens Berger/nachdenkseiten zu den politökonomischen Zusammenhängen der Krise zwischen den USA und der Türkei aufgeschrieben hat. Ergänzend hier auch Ralf Streck/telepolis zur besonderen Verstrickung spanischer Banken und German-Foreign-Policy zur aussenpolitisch-strategischen Einschätzung (der letzte Link verschwindet in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv).
Dennoch brauche ich Hilfe zum Verstehen. Ich lese Berger am Ende so, dass er in der Konsequenz mit der proklamierten Linie der Bundesregierung übereinstimmt: Weiterlesen

Glockenschläge: Saviano, AfD, Corbyn, Klima, Russland

Von , am Dienstag, 7. August 2018, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Vor wenigen Tagen lobte ich Roland Appels Text gegen Rechtspopulisten mit seiner Forderung nach einem Gegendiskurs von Linken und Liberalen, mit der Befürchtung, dass unsere demokratischen Parteien so viel Intelligenz wohl nicht aufbringen könnten. Das heisst nicht, dass es keine*r kann.
Arno Widmann/FR kann es. Er hat mindestens Roberto Saviano verstanden, und was sein Appell für uns bedeutet.
Justus Bender/FAZ versteht es. Er kennt sich in den Innereien der AfD bestens aus und lässt uns lehrreich daran teilhaben.
Im United Kingdom/UK sind sie schon weiter. Dort gibt es mit der Labour Party eine Alternative gegen Rechts. Umso heftigeren Anfeindungen ist sie ausgesetzt, Weiterlesen

Krisenzeichen aus China – “Welthandelskrieg”?

Von , am Freitag, 2. März 2018, in Lesebefehle, Politik.

Unsicherheitspropaganda macht nervös. Nicht weil sie glaubwürdig ist. Sondern weil hinter ihr Absichten vermutet werden dürfen, keine Guten. Das aktuelle Cyberwargeraune ist vor allem davon gekennzeichnet, dass es nicht verifizierbar ist. Erzählen kann mann uns alles, wenn wir keine Chance zur Überprüfung von Fakten haben. “Rechercheverbünde” sind nicht sicher vor Spindoktoren von Geheimdiensten, die sie als unsere betrachten. Wir und die Anderen. Für uns oder gegen uns?

Darum hier lieber ein paar Hinweise auf harte Fakten. In Chinas herrschenden Etagen geht es scheinbar sehr kontrovers und hektisch zu. Das Handelsblatt-Korrespondentin Sha Hua meldet die Verstaatlichung eines Ölkonzerns – Alptraum aller Milliardäre. Und der Großaktionär der “Deutschen Bank” HNA Weiterlesen

Was mit Medien / Chinas Volkskongress

Von , am Freitag, 20. Oktober 2017, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Sascha Lobo (Sp-on) und Jens Berger (Nachdenkseiten) schreiben zur aktuellen Legitimationskrise “der Medien” – typischer Fall von beide haben recht.
dpa meldet den medienpolitischen Wasserstand von der Ministerpräsidentenkonferenz, Ex-Jungdemokrat Benjamin Hoff schreibt in der Freitag-Community seine Position als Chef der thüringischen Staatskanzlei (rot-rot-grüne Koalition).
René Martens bewertet im MDR-“Altpapier” den bisherigen Streit um die Deutung der RAF im Tatort von Dominik Graf. Update 22.10.: Eine Deutung, die meine volle Zustimmung findet, von Peter Körte in der FAS.
Ein Beispiel für seriösen Journalismus im hitzigen Gefecht: Thomas Pany (Telepolis) zum Streit um die Untersuchungen zum Insektensterben.

In der grössten Weltmacht unserer Tage ist Volkskongress. Falk Hartig schreibt in den Blättern zur politischen Ausgangslage, ND-Chef Tom Strohschneider im Oxiblog zur widersprüchlichen Wahrnehmung Chinas hierzulande.
Kai Strittmatter kommentiert das Ereignis im SZ-Leitartikel. Er übersieht beim scheinbaren Sytemgegensatz vielleicht, dass eine deutsche Innenministerkonferenz an der von ihm beschriebenen Herrschaftsform auch Gefallen finden könnte. Und wie viele EU-Innenminister würden sich denn wohl dagegen wehren? Ganz zu schweigen von den kalifornischen Konzernemmissär*inn*en, die Schlangestehen, um unter kommunistischen Türritzen in China durchkriechen zu dürfen, der “großen Märkte” und Datenmengen wegen. Ärgerliches Problem: sie werden nicht mehr erhört, die chinesischen Oligarch*inn*en, gierig wie unsere, wollen alles für sich.

Was Macron verschiebt

Von , am Mittwoch, 26. Juli 2017, in Medien, Politik.

Mit dem französischen Präsidenten haben einige ihre intellektuellen Schwierigkeiten. Annika Joeres beschreibt bei Zeit-online, warum seine Beliebtheitswerte zuhause so zügig schrumpfen, wie bei …. Trump. Die Zeit kassiert dafür bei den nachdenkseiten prompt ein “haben wir doch schon immer gewusst”, in erster Linie eine Ungerechtigkeit gegenüber Annika Joeres. Ich kenne sie als Redakteurin der leider eingestellten taz-nrw und als ehrenamtliche Bloggerin der ruhrbarone. Der Liebe wegen ist sie ins schöne Südfrankreich umgezogen, und versorgt uns von dort über verschiedene Medien mit anständigem, gutem Journalismus. Eine kluge und sehr sympathische Kollegin.
Macron bringt derweil seinen Staat wieder als Akteur auf die Grossmachtbühne. Die in Libyen tätigen Warlords lädt er, in vermutlicher Absprache mit Trump und Putin, zu sich zu Leckeressen und Verhandlungen ein, Deutschland und Italien gleichermassen düpierend “seht ihr, so wird das gemacht!” Bedrohlich ist das vor allem für Menschen im südsaharischen Afrika, die den Weg nach Europa überleben wollen.
Update 28.7.: Wie sehr sich Macron in Libyen verheddern könnte, beschreibt Mirco Keilberth eindrücklich. Der Konflikt mit Italien scheint sich auf weitere Felder auszudehnen (FR). Hier die realistische Deutung des Handelsblatt-Korrespondenten
Innerhalb der EU verändert er die Gewichte zu Lasten der deutschen Alleinherrschaft und bewegt die Kanzlerin zum generösen Beidrehen. Für die EU kann das nur gut sein. Was es in der Sache, also z.B. bei der Bekämpfung grassierender Massenarbeitslosigkeit in den Mittelmeerländern bringen wird, bleibt dabei eine offene Frage.
Deutschland gerät in einem weiteren Bereich weit ins Hintertreffen: die Autoindustrie ruiniert sich selbst und mglw. die ganze deutsche Volkswirtschaft, jedenfalls wenn die untätige Bundesregierung sie in ihrer apokalyptischen Lust am Untergang weitermachen lässt – dazu mal eine angemessene Philippika von Jens Berger/nachdenkseiten.

Lehren aus Trump (VIII) – sein Weg, die Atlantiker, die EU und wir Linke

Von , am Dienstag, 22. November 2016, in Lesebefehle, Politik.

Schon über eine Woche alt ist diese Darstellung der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) von Trumps Weg zum Wahlsieg. Sie illustriert erneut, dass den Demokraten der Frieden mit dem Großkapital, mit dem die NZZ sich ja bekanntlich exzellent auskennt, und das Verhindern von Sanders wichtiger war als ein Wahlsieg.

Wir hatten hier vor wenigen Wochen eine Analyse publiziert, wie sich das außen- und rüstungslobbyistische US-Establishment auf eine Präsidentin Clinton vorbereitete. Nun muss es sich umorientieren. Hier beobachtet Telepolis-Chef Florian Rötzer die sog. “Atlantiker” bei der Arbeit.

Realismus bei den europäischen Neoliberalen? Alexander Hagelüken versucht es, “Sozialausgaben” will er weiter “begrenzen”, den Wähler*inne*n soll es also nicht besser gehen, aber im Kern hat er verstanden, was die EU zerstört. Es ist die Politik unserer Bundesregierung.

Das hat auch Robert Misik verstanden, für den Albrecht Müller und Jens Berger von den nachdenkseiten, unterschiedlich temperiert, nur Häme und Herabsetzung übrig haben und seine strategische List verstehen sie nicht. Dabei ist es gerade Müller, der seit vielen Monaten die Unmöglichkeit von Alternativen zu einer Merkel-Regierung “beweist”. Misik artikuliert Überlegungen derer, die noch zu eigenen Lebzeiten Fortschritt sehen wollen, und vor allem Bündnisse gegen menschenfeindliche Tendenzen schmieden wollen, ohne Aufnahme-Gesinnungsprüfung, sondern mit Respekt und Anerkennung für Andersdenkende. Was muss denn noch passieren, damit wir die Gefahren erkennen und zusammenarbeiten, statt uns zu bekämpfen?

Weitere nützliche Hinweise dazu geben Stefan Niggemeier (uebermedien) und Michael Hartmann. Streitsüchtige würden zwischen beiden einen Gegensatz konstruieren; politische Intelligenz bestünde darin, beide zusammenzudenken.

Lehren aus Trump (III)

Von , am Dienstag, 15. November 2016, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Zum Beginn zwei prägnante Beispiele, wie es gehen kann und wie nicht. Richard Meng kenne ich schon aus seinen Juso-Zeiten in der Studentenpolitik der 80er Jahre. Er wirkte immer etwas weichgespült und wehleidig-selbstverliebt, in seiner Jugendorganisation stand er immer eher rechts, links von ihm standen seinerzeit Leute wie Gerhard Schröder oder Olaf Scholz. Das hat sich dann im Laufe der Jahrzehnte sehr verändert. Meng wurde ein anständiger, sogar bisweilen qua Sachkenntnis SPD-kritischer Journalist (Mitglied ist er bis heute), während viele Genossen von links nach rechts an ihm vorbeizogen. Ein reflektierter, nachdenklicher Typ ist er damals gewesen und bis heute geblieben, wie er mit diesem Carta-Beitrag zeigt, bei dem wir ihm lesend beim Nachdenken zuschauen können.

Jens Berger, Redakteur der Nachdenkseiten, ist ein fleißiger, konsequent-linker Typ, vermutlich schon immer gewesen. Er schreibt seit langem viele kluge Sachen. Wenn wir aber dazu hier mal das aktuellste Beispiel nehmen, so hat er einerseits nach meiner persönlichen Meinung weitgehend Recht. Doch was hilft rechthaben? Weiterlesen

Libanon / Pakistan / Soros / NSU / Deutsche Bank / HSV

Von , am Mittwoch, 2. November 2016, in Fußball, Lesebefehle, Politik.

Gerrit Hoekman (JW) berichtet über aktuelle Manöver in der Innenpolitik Libanons, die vorteilhaft für Iran und Assad und nachteilig für Saudi-Arabien sind. Bei Letztgenannten gib es ebenfalls ein umfangreiches Revirement in der Regierung, über das Rainer Hermann in der FAZ berichtet.
Knut Mellenthin (JW) setzt hier seine Pakistan-Berichterstattung fort.
Telepolis setzt seine Serie über die Strategien von George Soros fort.
Ebenfalls fort setzt Telepolis seine außergewöhnlich verdienstvolle Serie zur staatliche Sabotage der Aufklärung der NSU-Morde und anderen -Straftaten. Eines Tages wird alles rauskommen, dieses Versprechen ist unsere Gesellschaft den Opfern und der internationalen Öffentlichkeit schuldig.
Jens Berger von den nachdenkseiten beschreibt, dass die Deutsche Bank die Nationalität nur im Namen trägt und es daher kaum in die Zuständigkeit der Bundesregierung fallen könne sie zu “retten”.
Was passt in diese Aneinanderreihung politischer und ökonomischer Desaster: natürlich der Hamburger SV, Lieblingsverein meines Vaters, und seit Jahren beliebter Praktikumsplatz für alle, die irgendwas mit Krisenkommunikation lernen wollen. Uwe Seeler wird übrigens gerade 80. Er schoss das erste Länderspieltor, das ich als Kind live im TV gesehen habe. Das war 1965.

Parteien zerlegen sich – nicht nur in England

Von , am Mittwoch, 29. Juni 2016, in Medien, Politik.

Wir erleben das Absterben und Implodieren des traditionellen Parteiensystems. Nein, nicht durch das Aufkommen von Rechtsnationalisten und Rassisten. Sondern durch ihre Selbstzerstörung. In anderen Ländern ersparen sich deutsche AuslandskorrespondentInnen über politische Aktivitäten außerhalb der Parlamente zu berichten. Darum ist es leider etwas Besonderes, wenn wir bei Jens Berger von den Nachdenkseiten eine Darstellung aus der englischen Labour Party bekommen, die nicht der Perspektive der 170 rechten Frondeure entspricht, sondern eher der Perspektive der hunderttausenden Parteimitglieder, die Mister Corbyn zu ihrem Parteivorsitzenden gewählt haben.
Dieser Selbstzerstörungsprozess ist keine englische Besonderheit. Im französischen Parteiensystem ist er schon viel weiter fortgeschritten. Und auch bei uns ist er unübersehbar für jede/n, der/die schon einmal einen ernsthaften Blick ins Innenleben unserer Parteien geworfen hat. Die Heftigkeit der internen selbstreferentiellen Machtkämpfe ist dabei umgekehrt proportional zu ihrer inhaltlichen, programmatischen und strategischen Grundierung. Das grundgesetzliche Recht und Gebot (!), dass die Parteien “mitwirken an der Willensbildung des Volkes” (GG, Art. 21), wird immer weniger umgesetzt. Unsere Demokratien müssen völlig neue Partizipationsregeln und -instrumente entwickeln, und das mit hoher Geschwindigkeit. Sonst werden wir ihr Ableben noch erleben.

Ein Journalist im Schussfeld der Mafia-Familien

Von , am Dienstag, 20. Oktober 2015, in Fußball, Medien, Politik.

Dem kritischen Sportjournalisten Jens Weinreich habe ich vor ein paar Jahren schon einmal einen publizistischen Solidaritätsbeitrag entrichtet. Respekt, mit welch mächtigen Gegnern gleichzeitig er sich jetzt anlegt.

Wer sich mit Springer (Bild) und Murdoch (Sky) ins Bett legt, dem beissen die, wenns ihnen passt, bei Bedarf auch irgendwann den Schwanz ab. Auch wenns ein widerliches Bild ist: Weiterlesen

Lesebefehle: Bröckers’ traurige Liebeserklärung an Karl Kraus

Von , am Freitag, 1. August 2014, in Lesebefehle, Politik.

Mathias Bröckers: Lüge in Kriegszeiten (telepolis 29.7.)

Wladimir Kaminer: Putin ist Sanktion genug (Spon 29.7.)

Jens Berger: Jukos-Urteil: Startschuss zum Wirtschaftskrieg? (nachdenkseiten 29.7.)

Tomasz Koncz: Allianzen Almosen Massaker (telepolis 29.7.), wie ISIS in Syrien und im Irak ein Terrorsystem organisiert, nur für Hartgesottene zu verdauen.

Aldi-Albrecht: Nur Doofe zahlen Steuern

Von , am Sonntag, 27. Juli 2014, in Lesebefehl, Lesebefehle, Politik.

Zahlen Sie Steuern und gehen Arbeiten? Ganz schön bescheuert. Die Cleveren machen nicht wenig Schulden, sondern viel. Sie gehen nicht Arbeiten, sondern lassen arbeiten. Sie geben nicht an, sondern halten sich zurück. Sie wollen nicht berühmt sein und durch die Medien geistern, sondern möglichst wenige sollen sie kennen, und niemand wissen, was sie mit ihren Milliarden tun. Von wegen Grundgesetz (Art. 14, “Eigentum soll dem Wohle der Allgemeinheit …..”) …. haben wir gelacht.

Wie das Karl Albrecht organisiert hat, und wie Staat und Politik dabei tatenlos zuschauen, hat der Kollege Jens Berger, Redakteur der nachdenkseiten (nicht immer meine Meinung, etwas besserwisserisch und doktrinär, aber trotzdem immer lesenswert) kürzlich in einem Buch (“Wem gehört Deutschland?”) und das Aldi/Albrecht-Kapitel vor ein paar Tagen bei Telepolis veröffentlicht.