Thema: Jerome Boateng

Zu kurzer Schwanz?

Von , am Donnerstag, 5. September 2019, in Fußball, Lesebefehle, Politik.

Hier werden Sie geholfen …
Carolina Schwarz/taz berichtet von einer US-Studie, die einen Backlash zur #metoo-Bewegung ermittelt haben will. Dieser Backlash wird bei unterschiedlichen Fragestellungen auf 10-22% der Männer beziffert. Also ziemlich genau der Anteil von AfD-Wählern in Deutschland. Im Prominenzbereich des Profifussballs wird von Männern berichtet, die sich von Vergewaltigungsvorwürfen freikaufen Weiterlesen

Spitzenfussball ohne Krisen-Resilienz

Von , am Mittwoch, 6. März 2019, in Fußball.

Resilienz ist ein neudeutsches Fremdwort. Ich habe es zuerst in der klimapolitischen Diskussion aufgeschnappt. Sich auf den Fall vorbereiten, wenn es ganz schlimm kommt. Das dann aushalten können. Die modische Nutzung des Begriffs weitet sich in ähnlicher Weise aus, wie es “Nachhaltigkeit” getan hat. Das sagt viel über den gesellschaftlichen Zustand aus.
Eine meiner Fussballthesen ist, dass dort manche gesellschaftliche Entwicklungen in besonders spektakulärer Weise wie durch ein Brennglas sichtbar werden. Dazu scheint zu gehören, Weiterlesen

Klopp / Boateng / Sotschek für Faschistenverhauen

Von , am Sonntag, 30. Dezember 2018, in Fußball, Politik.

Jürgen Klopp, das Mentalitätsmonster. Er ist ja, wie viele andere verrückte Männer (Schäuble, Löw, Mayer-Vorfelder, Kretschmann, Palmer, Appel, Klink – ob positiv verrückt oder bescheuert muss jede*r selbst entscheiden), aus dem deutschen Südwesten. In Mainz hat er aus einem Karnevalsverein einen professionellen Fussballverein gemacht (zusammen mit dem Autoverkäufer Christian Heidel, jetzt S04). In Dortmund aus einem Mittelklasseverein mit Neigung zu betriebswirtschaftlich bedingten Depressionen eine Spitzenmannschaft, um nach wenigen Jahren nach erreichen von allem, was erreichbar war, mit dem gleichen Team Abstiegskandidat zu werden. Nachdem sich jetzt in der Liga des ganz grossen Geldes in England beim FC Liverpool einiges davon wiederholt, Weiterlesen

Drogba und Boateng

Von , am Freitag, 9. November 2018, in Fußball, Medien, Politik.

Jerome Boateng wagt sich – ein ganz kleines bisschen – aus der Deckung. Beim Bertelsmann-eigenen Gruner&Jahr gibt er eine eigene Zeitschrift heraus (keine Texte online). Es ist der heisse Scheiss der Verlagsbranche: zu jeder Kleinigkeit eine eigene Zeitschrift. Dabei sind die Dinge, die Boateng dort laut einem Spiegel-online-Bericht (Gruner&Jahr ist am Spiegel zu 25% beteiligt) anspricht, keine Kleinigkeiten. Auf der Zielgeraden seiner Karriere pflegt er das kalkuliert-begrenzt offene Wort zu sich, seinem Mitspieler Mesut Özil und zur Nationalmannschaft. Mitwirkend: eine seltsame Vorsicht. Aber immer noch besser als Schweigen (wie die Mehrheit der Spieler).
Was für eine andere Hausnummer ist im Vergleich dazu Didier Drogba, Weiterlesen

“United By Money”

Von , am Dienstag, 25. September 2018, in Fußball, Politik.

Haltung zeigen – eine Überforderung für den modernen deutschen Fussball?
Zunächst ein helfender Hinweis für diejenigen unter Ihnen, die fussballdesinteressiert sind. Es ist nicht mehr “nur ein Spiel”. Und auch keine Nebensache mehr. Er ist harte gesellschaftspolitische Realität: ökonomisch, sozial, kulturell, politisch, und … ach ja: sportlich. Zur Einführung für Unkundige in das Thema empfehle ich diesen NDR-Film “Traumberuf Fussballprofi”, zu dem Sie folgendes wissen müssen:
Der Film ist angemessen kritisch, hatte aber bei seiner Konstruktion ein methodisches Problem. Weiterlesen

Boateng / Schwarze in Portugal

Von , am Samstag, 2. Juni 2018, in Fußball, Lesebefehle, Politik.

Die FR interviewt den deutschen Abwehrchef Jerome Boateng – der Mann der Gauland beliebig in den Diskurs-Schwitzkasten bekommt. Menschlich naher und lesenswerter Text. Hoffentlich schafft ers rechtzeitig fit zu werden – aus meiner Sicht wichtiger als Neuer, der durch Ter Stegen gut zu ersetzen wäre. FAZ (Christian Eichler interviewt Nils Petersen) und SZ (mit Plaudertasche Bierhoff) haben ihre WM-Interviews lieber hinter Paywalls vermauert. Den zahlungsgierigen Mauerbauern rufe ich zu: da ist mir der Espresso bei Olivotti allemal wichtiger!
Während ich dies schreibe, sendet der DLF sein “Gesichter Europas”-Feature zur Lebenslage der Schwarzen in Portugal. Hören oder lesen Sie hier.