Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Johannes Simon

Somalia und die Geopolitik

Somalia, wissen Sie noch, wo das liegt? Oder vergessen? War mal ein Staat. Von Schwarzen bevölkert, Muslime mehrheitlich. Manövergebiet fĂŒr MilitĂ€rs zahlreicher LĂ€nder, und noch zahlreicherer Milizen und Terroristen. Die These, dass die meisten Opfer islamistischer Terroristen Muslime sind, ist neben dem Irak nirgendwo zutreffender als in Somalia. Meine letzte Information ĂŒber die dortigen AlltagsverhĂ€ltnisse war, dass Menschen, die wie AuswĂ€rtige aussehen, 1.000 $ pro Tag fĂŒr ihre eigene Sicherheit investieren mĂŒssen.Weiterlesen…

Aktualisierung emanzipatorischer Strategien

An diesem Wochenende erhielt ich von Extradienst-Gastautor Dieter Bott ein schönes Neujahrsgeschenk. Er schickte mir einen Text, leider in hektographierter Form, zu lang zum Abschreiben, von 1999. Rot-GrĂŒn hatte ein Jahr zuvor die Bundesregierung gegen den ewigen Kanzler Helmut Kohl erobert, und war sogleich gegen die serbischen Reste Jugoslawiens in den Krieg gezogen. Bott besuchte damals einen JubilĂ€umskongress des Frankfurter Instituts fĂŒr Sozialforschung, der angefĂŒhrt von Ex-Chef JĂŒrgen Habermas, sich böse verrenkte bei seinen Rechtfertigungsversuchen fĂŒr die so junge, hoffnungsvolle neue Regierung. Dieter dagegen war enttĂ€uscht und verbittert, und verteidigte in seinem heute noch lesenswerter gewordenen Text seinen LehrerWeiterlesen…

Ethnisierung von KriminalitÀt

Löst keine Probleme, sondern schafft zusÀtzliche
Was gibt es Schöneres fĂŒr gedankenlose Politik(er*innen), als die selbsterfĂŒllende Prophezeiung mit jede Menge “Siehste!”-Potenzial? Vor allem in der Not. Der CDU/FDP-Landesregierung von NRW gelingt fast nichts. Aber auf dem Fundament der “Kölner Sylvesterkrawalle” 2015/16 ist es ihr immerhin gelungen, die “ClankriminalitĂ€t” als Frame im öffentlichen Diskurs nachhaltig zu verankern. Die regionale Presse spielt gerne mit, Klasse-Razziabilder mit viel blinkendem Blaulicht, Herr Reul, mit wehendem Mantel und sorgenzerfurchtem Gesicht, liebt das. Und die gestressten Journalist*inn*en auch; das Recherchieren macht ja schon die Polizei.Weiterlesen…

China-Frage spaltet die Herrschenden

Die Verhandlungen zwischen Trumps USA und China ĂŒber ihre Handelsbeziehungen laufen hierzulande unter “ferner liefen”, irgendwas mit Wirtschaft. Das ist falsch. Im Kern geht es um die Aufteilung der Welt. Werden die diversen MachtsphĂ€ren kooperieren, mehr oder weniger fair, oder gehen sie in Konfrontation, die jederzeit die Gefahr einer Zuspitzung zum III. Weltkrieg zur Folge haben kann? Wie positioniert sich der Rest der Welt in dieser Polarisierung? Der ist darĂŒber fundamental zerstritten: auch die EU, die Bundesregierung, die Parteien – ĂŒberall quer durch. HandlungsfĂ€higkeit ist was Anderes.Weiterlesen…

Immobilienkapital / Trump / Ebermann

Peter Samol/Jungle World schreibt “Das Kapital wohnt nicht”. Ihm gelingt eine treffende Beschreibung, wie die Finanzkrise zur heutigen Not auf dem Wohnungsmarkt gefĂŒhrt hat. Das Problem sind nicht gierige Vermieter*innen, sondern ein Finanz- und Wirtschaftssystem, das ohne Gier nicht funktioniert.
Johannes Simon/BlĂ€tter Ă€rgert sich zu Recht ĂŒber den “Geschenkten Sieg”, den das Missmanagement der US-Demokraten Donald Trump nach dem Mueller-Report beschert hat.Weiterlesen…

FlĂŒchtlinge, ihre Killer bezahlen wir / SPD

Es ist still geworden, kaum noch Bilder. Aber “verschweigen” lĂ€sst es sich nicht. Wenn es Sie interessiert, mĂŒssen sie sich nur um die richtigen Informationsquellen kĂŒmmern. Das FlĂŒchtlingsproblem ist nicht weg, ist auch nicht weniger geworden. Im Gegenteil. Wir Steuerzahler*innen der BRD und der EU finanzieren mit unserem Geld jetzt die Organisierte KriminalitĂ€t, die sich am Menschen- und Sklavenhandel bereichert. Und dafĂŒr zusĂ€tzlich von uns bezahlt wird. Johannes Simon erklĂ€rt, in den BlĂ€ttern, wie das aktuell ablĂ€uft. Er meint, das sei ökonomisch, im Sinne des herrschenden Kapitalismus, unvernĂŒnftig. Da könnte er Rechthaben. Man nennt es Rassismus.

Derzeit giessen alle, fast alle, ihre Schadenfreude und HĂ€me ĂŒber die SPD aus. Eine rĂŒhmliche Ausnahme ist, ausgerechnet, der Noch-Chefredakteur des Neuen Deutschland, Tom Strohschneider, dem im Oxiblog eine vernĂŒnftige politische GĂŒterabwĂ€gung gelingt. Wer es zu lesen versteht, versteht dann auch, warum er das Neue Deutschland verlassen will.

Unsere (Volks-)Parteien – wie suizidal sind sie? (Politisches Prekariat XI)

Fangen wir mit der derzeit unwichtigsten an: “Die Linke”. Mobilisiert sie gesellschaftlichen Druck oder wenigstens Opposition gegen die Jamaika-Verhandlungen? Frau Wagenknecht zeihte die GrĂŒnen bereits des “Umfallens”. Boah ey, das war ja mal eine Neuigkeit, die sie da rausgehauen hat. Stattdessen: ihr BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Höhn hat hingeschmissen. Es wurde umfangreich berichtet, der beste Kenner des dortigen Innenlebens scheint mir Stefan Reinecke von der taz zu sein. Den Neuen, Harald Wolf kenne ich noch von Anfang der 90er, als er beim linken ReformistenflĂŒgel der GrĂŒnen mitmachte, ein kluger Kerl mit trotzkistischer JugendsĂŒnden-Vergangenheit. Möge er erfolgreicher als sein VorgĂ€nger sein.
Das Motiv, das in dieser Geschichte wiederkehrt: aus grösster politischer NĂ€he (und nicht aus Gegnerschaft) entsteht im Alltag oftmals die grössere Feindschaft und Verbitterung, weil sie immer mit direkter persönlicher (Arbeits-)Markt- und Machtkonkurrenz verbunden ist. Mögen sich alle glĂŒcklich schĂ€tzen, bei denen es noch nicht so ist.
Beschleunigt und begĂŒnstigt werden solche sich zu Zerfallsprozessen auswachsende Verfeindungen zum einen durch die Grundströmung des praktisch weiterherrschenden Neoliberalismus: Selbstoptimierung, (virtuelle) SelbstreprĂ€sentation, die Gesellschaft der Ich-AGs. Parteien, die diese Politik zu bekĂ€mpfen vorgeben, stehen bei der Umsetzung dieser Prinzipien in ihrer Alltagskultur – leider – hinter den Rechten, die es ja so und nicht anders wollen, in keiner Weise zurĂŒck. Sich fĂŒr “linksradikal” Haltende perfektionieren sie sogar. Dieser strategische Kontrollverlust von Organisationen und IndividuenWeiterlesen…

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