Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Jürgen Gottschlich (Seite 1 von 2)

Widerliche Männer

Ich muss zugeben, dass meine Weltsicht aktuell durch die Lektüre der Epstein-Saga, ich habe bisher erst drei Teile geschafft, negativ und pessimistisch geprägt ist. Wladimir Kaminer, ein mir sympathischer Mann, sagte heute morgen “Ich glaube, eine sehr wichtige Säule des heutigen Regimes in Russland ist der Glaube, dass man alles mit Geld kaufen kann …” Das ist zweifellos ein Glaube, den das russische Regime nicht exklusiv hat. Schauen Sie sich nur die folgenden Kreaturen an.Weiterlesen…

Femizide

Nachdem Ingo Arend über die türkische Kunstszene informierte, schreckte Jürgen Gottschlich/taz auf mit einem Bericht über die Verschärfung der politischen Auseinandersetzung um Femizide. Es ist ein zivilisatorischer Fortschritt, dass sich in der Türkei überhaupt eine politische Bewegung dieses Thema annimmt, und dem islamistischen Frauenhass Widerstand entgegen setzt.
Ein islamistisches Spezifikum ist Frauenhass bekanntlich nicht.Weiterlesen…

Mediathek-Perle “Call My Agent”

weiter unten: Buchperlen zu Istanbul
Der Titel ist englisch, das Produkt ist aber im besten Sinne französisch (Originaltitel: Dix pour cent). Die ARD versteckt es zu unguckbaren Zeiten in ihrem Nischensender ONE, obwohl es jeden ihrer Hauptprogrammabende veredeln könnte.
Es geht um eine Künstler*innen*agentur, um die Sache zwischen Männern und Frauen (und anderen Geschlechtern), um – wie wir im Fussball sagen würden – “die Mechanismen des Geschäfts”, also Lug, Trug und Hinterlist, alles zu dem Zweck reich und berühmt zu werden.Weiterlesen…

Erdogan-Corona

Noch schlimmer: Indien – Weniger schlimm: China – nur spektakulär: Barca
Sind Despoten bessere Krisenmanager? Das sieht nicht so aus. Jürgen Gottschlich/taz und Rainer Hermann/FAZ sehen Recep T. Erdogan als prototypisches Gegenbeispiel. Es wird noch einige Monate dauern, bis dauerhafte Urteile darüber möglich sind. Es werden die Wähler*innen hier wie dort sein, die sie fällen müssen.
Weit entsetzlicher als in der Türkei geht es in Indien zu, von einem nicht minder despotischen Narendra Modi regiert.Weiterlesen…

Operette verdeckt Verbrechen – aber welche?

Das Trump- und das Mullahregime scheinen sich zu einer billigen gemeinsamen Inszenierung verabredet zu haben. Zielgruppe dieser Inszenierung sind nicht vernunftbegabte und mit einem Minimum an Intelligenz (das englische “Intelligence” ist übrigens ein Synonymbegriff für Geheimdienste!) Menschen, sondern ihre jeweils eigene innerstaatliche Anhänger*innen*schaft, also definitiv die Doofen ihres Landes. Sie stellen in diesen grossartigen Ländern nicht die Mehrheit der Bevölkerung, weswegen es für ihre Regimes umso wichtiger ist, sie möglichst 100%ig zu mobilisieren, mögliche politische Gegenbewegungen dagegen generalstabsmässig zu deprimieren – und damit zu demobilisieren.
Das scheint aktuell gut zu klappen.Weiterlesen…

Lunte Libyen / Leipzig / China / Australien

Eine Sache, in der ich gerne unrecht behalten würde. Das Drehbuch zum nächsten Libyenkrieg wird abgespult, wie die Nachrichten von Jürgen Gottschlich/taz und hier z.B. der FAZ nahelegen. Beachten Sie: für Herrn Erdogan ist die Alternative zum “Zuschauen”: Panzer. Mir kommt das bekannt vor.
Leipzig “Herbstmeister”? Von wegen. Red Bull ja, Leipzig keineswegs. Martin Krauss/taz erklärt es, ganz politökonomisch.
Hierzulande rätseln alle, wie die Chines*inn*en die Totalüberwachung durch ihren Staat nur so gut finden können.Weiterlesen…

Erdogan – nur der Kasper?

Das Erste, was im Krieg stirbt, ist die Wahrheit. Eine alte Volksweisheit. Noch weniger, als was tatsächlich militärisch passiert, wird der Öffentlichkeit die Wahrheit über die in einem Krieg verfolgten Interessen verraten. Immer gibt es welche, die auf beiden Seiten dabei sind, z.B. die Rüstungslieferanten. Darin sind neben den USA Grossbritannien, Frankreich und Deutschland ganz gross. Folgerichtig wird auch der Frankreich-und-Deutschland-Link in einigen Tagen in einem Paywallarchiv verschwinden.
Der in der Regel streng realoorientiert gegen den deutschen Medienstrich bürstende Michael Lüders meinte nun, in Recep T. Erdogan einen besonders cleveren Machiavellisten zu erkennen.Weiterlesen…

Satt durch Askese

Demirtaş bald frei? / Jatta – steile Lernkurve beim DFB
Die wunderbare Isolde Charim erklärt es allen, die es immer noch nicht begriffen haben: “bei sich selbst anfangen” kann Politik nicht ersetzen. Schon in den 70ern musste ich das als Schüler meiner Sozialkunde-Lehrerin begreiflich machen, die meisten meiner Mitschüler*innen kapierten es auch. Und die heutigen Schüler*innen scheinen es mehrheitlich auch schon zu wissen. Viele Medienschaffende und Politiker*innen müssen dagegen in der Schule zu oft gefehlt haben …

Demirtaş

Die gute Nachricht des Tages kommt von Jürgen Gottschlich/taz,Weiterlesen…

Die gute Nachricht: Erdogans Ende …

… naht / Epsteins Opfer sprechen
Hübsche Bilder bekam er geschenkt: der lange Lulatsch Erdogan neben dem Zwerg Putin beim Waffengucken. Doof gehaltene Erdogan-Fans konnten sich daran erfreuen. Alle andern wissen, dass sein Stern spätestens seit der Istanbuler Bürgermeisterwahl im Absturz ist. Sein Militär schafft es noch nicht einmal, versprengte islamistische Terroristen zu neutralisieren, wie es Putin ihm aufgegeben hatte. Seine eigenen politischen Ex-FreundeWeiterlesen…

Wiedemann / Schweizerhof

Charlotte Wiedemann sieht – ich meine zu Recht – in Algerien, Sudan und Iran einen besonderen politischen Moment. Nur wenige ihres Berufsstandes haben einen Blick dafür. Jürgen Gottschlich gehört dazu – er sieht ihn auch in der Türkei, speziell in der Weltmetropole Istanbul. Eine Stadt, in die sich jede*r verliebt, die*der schon mal dort war.
Wenn der Film “Stan&Ollie” nur annähernd so sehenswert ist, wie seine Besprechung durch Barbara Schweizerhof/taz lesenswert, dann ist er ein “Muss”.
Journalist*inn*en vom Format dieser Ladies werden die Zeitungskrise überstehen.

Erdogan nackt / Sudan / USA

“Die Angst schwindet.” Ein Satz, der hier im Rheinland unverwandtes einander-angucken auslösen mag, ist für die politische Szenerie in der Türkei ein grosser Satz von schwerem Gewicht. Jürgen Gottschlich/taz, der kluge Kopf unter deutschen Auslandskorrepondent*inn*en hat ihn aufgeschrieben. Er sieht Erdogan nach den Kommunalwahlen wie einen nackten König. Wie konnte es dazu kommen? Das war, wie so oft, die Ökonomie.
Im Sudan gibt es eine oppositionelle Volksbewegung,Weiterlesen…

Wahlen in Türkei / Krieg in Libyen

In die Stimmen zu den Kommunalwahlergebnissen in der Türkei mischt sich kritische Betrachtung. Für einen klareren politischen Blick ist das hilfreich.
Jürgen Gottschlich berichtet zum Stand der Auseinandersetzungen um die Auszählung. Günter Seufert/SWP zweifelt an der Perspektive der real existierenden parteipolitischen Opposition in der Türkei. Er fürchtet ausserdem um die allgemein akzeptierte Legitimität demokratischer Wahlen,Weiterlesen…

Döner & Erdogan – Risse im System

Persönlich bin ich kein Döner-Fan. Ich wusste schon vom Gyros, dass es in Griechenland kaum angeboten wurde, und eine klassische Fastfood-Geschäftsidee für den deutschen Scnnell-Herunterschlinger war. Industriell ausgebaut wurde diese Geschäftsidee zur Verwertung von Fleischabfällen dann von schlauen türkisch-deutschen Unternehmensgründern in Deutschland. Ein Dokumentarfilm der norddeutschen Produktionsfirma pier53 im Auftrag des SWR, gestern im NDR wiederholt, zeichnete diese bekannte Geschichte nach. Er enthielt aber auch eine sachdienliche Neuigkeit für mich.Weiterlesen…

Erdogan verliert Istanbul / Hersh über Trump

Istanbul ist so einwohnerstark wie NRW. Und gesellschaftspolitisch vielleicht noch wegweisender für das ganze Land. Hier war der türkische Despot zunächst Bürgermeister, bevor er sich an die Staatsspitze arbeitete. Jetzt hat seine Partei die Regierungsmacht in der Stadt endlich wieder verloren. Die Agenturen melden eine Erklärung der Wahlbehörde: Oppositionskandidat Imamoglu hat mit 4.159.650, einem Vorsprung von 28.000 Stimmen, gewonnen.Weiterlesen…

Trump&Erdogan / British Infowar / SPD

Es wäre unterhaltsam und amüsant, wenn es nicht so ernst wäre und dabei mit zahlreichen Menschenleben gespielt würde. Die autoritären Charaktere Donald Trump und Recep T. Erdogan haben sich hilflos und inkompetent in den Fallstricken der politischen Wirklichkeit verheddert, und wissen nicht mehr, wie sie da raus kommen. Vordergründig geht es um den Sektenführer Gülen, tatsächlich aber um ihre Geopolitik im Nahen Osten, und akut in Syrien. Zur Amtsenthebung Trumps wird das Ganze nicht führen, es würde auch nur ein Pyrrhus-Sieg. Besser, er würde abgewählt, in zwei Jahren. Oder meinetwegen auch:Weiterlesen…

Rote Liste: die Kunst des Verhandelns

Mit Update
Roland Appel hat soeben einen wesentlichen Mangel beschrieben. Ich fürchte, die asozialen Medien sind – mindestens – mitverantwortlich dafür, dass die Kunst des Miteinandersprechens, des Verhandelns, vom Aussterben bedroht ist. Es gibt eine negative Dialektik mit dem weltweiten Aufstieg von Despotenherrschaft. Dem Mafiaboss sind Verhandlungen zuwider, die er allenfalls als Sachzwang abzeptieren kann; lieber macht er Angebote, die mann nicht ablehnen kann.
Für Konflikte und Problemlösungen, die Roland anmahnt, gab es früher mal Parteigremien, in denen über solche Dinge gesprochen wurdeWeiterlesen…

Baha Güngör gestorben

Können Sie sich bei General-Anzeiger nicht erinnern? Online finde ich keinen Hinweis, die Druckausgabe habe ich heute noch nicht gesehen. Noch als ich unser Lokalblatt abonniert hatte, in den 80ern und 90ern, war mir Güngör als sach-, fach- und landeskundiger Korrespondent, der das Niveau des “Käseblattes” hob, aufgefallen. Jetzt ist er zu jung gestorben.
Jürgen Gottschlich/taz kannte ihn natürlich, und widmet ihm einen würdigen Nachruf.
Und Güngör selbst hat uns in diesem KStA-Interview zur Özil-Debatte ein grundsätzliches Vermächtnis hinterlassen, das beschämen muss.

EM und die Türkei / Peter Schaar

Die DFB-Spitze hat schwerer geschwitzt, als sie musste. Die Fussball-EM 2024 droht uns. Die Atempause für Grindel & Co. ist aber bereits zuende. Michael Horeni/FAZ, der schon bei Lanz einen guten Auftritt hatte, fasst alles Wesentliche zusammen. Timur Tinc/FR berichtet, wie wenig die Medienmachthaber in der Türkei aus der Niederlage zu lernen bereit sind.
Im FAZ Feuilleton bespricht Rainer Hermann ein Buch des lesenswerten Kolumnisten Yavuz Baydar, dessen Irrtümer über sein Land einen ähnlichen Verlauf nahmen, wie bei Jürgen Gottschlich.
Unbedingt nachhören oder -lesen sollten Sie das Gespräch der Alten HerrenWeiterlesen…

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