Beueler Extradienst

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Schlagwort: Kapstadt

Journalistische Distanz

Und: der Steuerkriminelle, der im Knast nichts gelernt hat
Thilo Thielke ist Korrespondent der FAZ in Kapstadt/SĂŒdafrika. Ich habe nicht so viel von ihm gelesen, daher keine festgefĂŒgte Meinung ĂŒber seine journalistische Arbeit. Seine Frankfurter Zentralredaktion muss ihn jedenfalls fĂŒr aussergewöhnlich qualifiziert halten. Denn obwohl die Frankfurter eine um rund 2.200 km kĂŒrzere Distanz zur malischen Hauptstadt Bamako haben, lassen sie Thielke aus dem 8.800 km entfernten Kapstadt ĂŒber Mali berichten. Ein echterWeiterlesen…

Sorgenfalten des Kapitalismus

von Ingo Arend

Politische Kunst der Documenta – in Athen will sie neoliberale Politik am Schauplatz der AusteritĂ€tspolitik kritisieren. Sie verliert sich dabei in AllgemeinplĂ€tzen.

“Documenta is the Botox of Capitalism“. Die UmhĂ€ngetasche mit diesem Spruch, mit der ein Biennale-Aktivist zur Eröffnung ĂŒber die Documenta 14 in Athen flanierte, war natĂŒrlich eine populistische Provokation. Ganz abwegig ist der böse Slogan indes nicht.
Viele, wenn auch nicht alle der derzeit fast 200 Biennalen auf der Welt verdanken sich politischen Instrumentalisierungen. Sie dienen dem Nation Building. Sie heizen die Spektakelkultur an, oder sie verdanken ihre Existenz dem lokalen Stadtmarketing. Und auch die Schau in Hellas ließe sich als Geste kultureller Wiedergutmachung fĂŒr die von der AusteritĂ€tspolitik Angela Merkels und Wolfgang SchĂ€ubles hinterlassenen Wunden lesen. Stammt doch der ĂŒberwiegende Teil des Geldes, das die Documenta dort konjunkturfördernd ausgibt, von den deutschen Steuerzahlern.

Doch wenn man der Schau des Kurators Adam Szymczyk etwas nicht nachsagen kann, dann dass sie als Nervengift eines Systems dienen wĂŒrde, das seinen Verfallsprozess kaschieren will. Dazu legt die Documenta die Finger zu sehr in die Wunden, die ein solches System lieber ĂŒbertĂŒnchen wĂŒrde. Die geballte Ladung der dort noch bis Mitte Juli gezeigten „political and social engaged art“ lĂ€sst die Documenta eher wie die kĂŒnstlichen Sorgenfalten des Kapitalismus erscheinen. Denn irgendetwas geĂ€ndert an der Krise in Griechenland hat die Schau nicht. Wenige Wochen nach der Eröffnung musste die linke Syriza-RegierungWeiterlesen…

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