Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Karl Marx (Seite 1 von 2)

Denkmäler für Paul Lafargue!

von Gert EisenbĂĽrger
Dass nach der Ermordung von George Floyd in den USA mancherorts Denkmäler von Kolonialisten und Rassisten vom Sockel gestürzt wurden, gefiel der AfD-Politikerin Beatrix von Storch gar nicht. Und sie hatte eine Idee. Zusammen mit Mitgliedern der AfD-Jugend verhüllte sie Mitte Juli ein Karl-Marx-Denkmal in Berlin. Begründung: Marx sei ein Antisemit und Rassist gewesen.
Nun gibt es das alte Sprichwort,Weiterlesen…

Die Machtfrage

“Du hast ein kritisches kapitalistisches Ich. Dabei bist du eine durchschnittlich verbrauchende solidarische Person. Du bist leistungsbereit und dir dabei stets deiner Verantwortung bewusst. Du bist immer ganz vorne mit dabei. Dein Anspruch ist Teil deiner DNA. Du bekommst, was du willst und konsumierst stil- und qualitätsbewusst. Exklusivität ist fĂĽr dich kein Luxus. Du wirst jedoch ausgebeutet, Im GroĂźen und Ganzen bist du zufrieden.”Weiterlesen…

Systemabsturz

Tagesschau24 wiederholte gestern Abend den Dokumentarfilm “System Error” von Florian Opitz. Leider haben es die mitproduzierenden ARD-Sender WDR (eine der letzten guten Taten von Redakteurin Sabine Rollberg) und BR auch in diesem Fall versäumt, hinreichende Mediathekrechte zu sichern. Wie der im Film analysierte Kapitalismus sind auch die Produzent*inn*en so sehr auf Kapitalzirkulation angewiesen, dass sie ihn noch als DVD zu verkaufen versuchen. Ich hatte das Werk schon bei einer frĂĽheren Ausstrahlung gesehen. Doch heute wirkt es anders. Es hat Patina angesetzt. Schuld ist das Virus.Weiterlesen…

TV – der Schlaf siegt immer

Sportschau-Quoten sind kein Rätsel – ein Superkoch macht wieder wach
Ein Selbstversuch mit klarem, aussagekräftigem Ausgang. Warum guckt keine*r mehr Sportschau? Die Agenturen, die solche dummen Fragen stellen, lesen halt diesen Blog nicht. Um ganz sicher zu gehen, habe ich es gestern noch mal ausprobiert. Das erste Einnicken passierte mir unmittelbar nach dem Unentschieden des Zweitliga-Spitzenreiters Bielefeld in Karlsruhe. Das zweite dann bei Irgendwer gegen Hoffenheim. Wer will sowas sehen?Weiterlesen…

Ein Instrument der Freiheit

Gerade linke Theoretiker von Lenin bis Marcuse haben ĂĽber die oft als bĂĽrgerlich verschriene bildende Kunst nachgedacht. Jens Kastner leistet den ersten groĂźen historischen Ăśberblick
„Sind Sie ein Mann der Kunst, Premierminister?“ In der Netflix-Serie „The Crown“ schüttelt Harold Wilson den Kopf, als ihn Königin Elizabeth bei der Eröffnung eines Kunstmuseums zur Rede stellt. „Nein, ich bin Wirtschaftswissenschaftler“, wehrt der Labour-Politiker die Monarchin ab, „da weiß man, was man hat.“

Linke Theorie und Praxis, dafĂĽr lieĂźe sich die fiktive Szene heranziehen, steht unter dem Primat der Ă–konomie. Kunst gilt da höchstens als Nebensache. Dass sie im linken Denken aber eine wichtige Rolle spielt, zeigt nun der Soziologe und taz-Autor Jens Kastner in seinem neuen Buch.Weiterlesen…

Satansersatz: das böse Smartphone

Ich habe auch eins. Mein Provider wollte mich kürzlich für tot erklären, weil ich es so wenig benutze, und forderte mich ultimativ auf, mein unverbrauchtes Prepaid-Guthaben aufzuladen. Die Überwachungsalgorithmen denken immer, ich sässe alleine und trostlos zuhause, weil es vergessen am Ladekabel auf meiner Sofalehne liegenbleibt. Beim Abendessen mit schönen Frauen würde es nur stören. Ebenso bei politischen Versammlungen, oder anderen subversiven Aktivitäten.
Das das kleine Ding jetzt an allem schuld sein soll – herrjeh,Weiterlesen…

Gutes Essen von morgen

Florian Rötzer/telepolis berichtete gestern von neuen Veröffentlichungen und durchs Dorf getriebenen Säuen in Sachen “Orthorexia nervosa”. Das ist Lateinisch fĂĽr “einen pathologischen Zwang zum gesunden Essen … dem ein Hang zur rigiden Selbstdisziplinierung zugrunde liege” – also zu Deutsch: womit sich viele Gutwillige in selbstgemachten Wahnsinn treiben. Rötzer ist klug genug, sich der Mode alle Verhaltensauffälligkeit zu pathologiseren (zu neuen Krankheiten zu erklären) nicht anzuschliessen. Sehr gut sieht er aber,Weiterlesen…

adorno—-50 jahre

von Dieter Bott
PUNKT halb VIER

konnte ich gestern nachmittag den schönsten tisch im garten vom
“tigges” in dĂĽsseldorf belegen -und dann tröpfeln sie nacheinand-er ein,
die GLORREICHEN DREI, die zur “viererbande” noch fehlen —GĂśNTHER mit
TH -schliesst sein fahrrad an- -dann FRAUKE mit den “noten zur
literatur” – und unterm arm ihre abonnierte “frankfurter rundschau” von
vorgestern —6.august 2019 — seinem 50. todestag — als sich der abwurf
der A-bombe ĂĽber hiroshima -1945- zum 14.mal jährt— —mit einem
grossen ADORNO-foto auf der titelseite—mit abstehenden ohrenWeiterlesen…

Russland – 78. Jahrestag des deutschen Ăśberfalls

Die meisten, die es erlebt haben, sind tot. Ăśberlebende Täter und Opfer wollen aus gegensätzlichen GrĂĽnden nicht gerne daran erinnert werden. Politiker*innen, ausgelastet von Macht- und Rangkämpfen, auch nicht. Wer jedoch nicht bereit ist, aus der Katastrophe zu lernen, wird ihre Wiederholung nicht verhindern. Schon 1852 war bekannt: „Hegel bemerkte irgendwo, daĂź alle groĂźen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufĂĽgen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.” So sah es Karl Marx. Was tut deutsche Politik dagegen? Ich weiss es nicht wirklich. Die meisten Medien interessiert es nicht.Weiterlesen…

Gott ist eigentlich schon lange tot

Buch ĂĽber Philosophie und Populärkultur – Das Ringen des Menschen mit der Religion hat in der gesamten Kultur und im Alltag Spuren hinterlassen. Der Philosoph Ger Groot hat ihnen nachgespĂĽrt.

„Beam me up, Scotty“. Der Satz, den Enterprise-Commander James Kirk seinem Chefingenieur Montgomery Scott zuruft, um ihn von einem fremden Planeten zurück an Bord des Raumschiffs zu teleportieren, ist zu der Metapher für die US-amerikanische TV-Serie „Star Trek“ geworden. Und längst als Synonym für den Wunsch, sich aus einer unliebsamen Situation zu befreien, in die Alltagssprache diffundiert.

Die wenigsten dĂĽrften freilich realisieren, welchen Subtext der coole Spruch in sich bergen könnte.Weiterlesen…

“Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!”

Gysi und Eilenberger in Köln
800 Menschen kamen und erlebten in der IHK zu Köln einen gut aufgelegten Gregor Gysi im Gespräch mit dem Philosophen und Schriftsteller Wolfram Eilenberger. Gysi ist einer der letzten universellen Generalisten der deutschen und internationalen Politik.

Anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx forderte Gysi eine neue Gesellschaftsidee. Er skizzierte, wie die groĂźen Privatbanken vergesellschaftet werden könnten und lobte in diesem Zusammenhang ausdrĂĽcklich das Geschäftsmodell der Sparkassen sowie der Volksbanken. Das hat ĂĽbrigens nichts mit Kommunismus zu tun. Denn der Artikel 15 des Grundgesetzes lässt diese Sozialisierung ausdrĂĽcklich zu.Weiterlesen…

Was macht unsere EU? – 2. Teil: … mit Portugal?

“Leben, nicht nur Ăśberleben” ist der Anspruch einer Protagonistin in Matthias Greffraths “Nelken im Klostergarten“, zweiter Teil seiner lesens- und hörenswerten DLF-Sendereihe “Europäisches Handgepäck“. Die erwähnte Dame lebt heute in Luxemburg. Ich lernte selbst eine schöne Portugiesin kennen, die sich in DĂĽsseldorf in der Gastronomie des NRW-Landtages verdingte. Ihr Versuch, nach Lissabon zurĂĽckzukehren und dort beruflich Fuss zu fassen, gelang nicht. Sie musste wieder nach DĂĽsseldorf zurĂĽck – nur Kölner*innen können ermessen, was fĂĽr eine Strafe das ist. Die portugiesische Ă–konomie lebt heute recht wesentlich von den EinkĂĽnften ihrer Emigrant*inn*en. Ihrer Linksregierung ist es immerhin gelungen,Weiterlesen…

Aus der Schulzeit der “68er”

von Dieter Bott

Im rahmen des erweiterten zeitgeschichtlichen unterrichts hatte mich oberstudienrat johannes grotecke vor ein paar jahren in die aula unseres alten gymnasiums der ehemaligen august-vilmar schule in nordhessen in die kreisstadt homberg/efze bei kassel eingeladen, in der aula der BTHS wie sie nun hiess – bundespräsident theodor heuss schule —vor der versammelten oberstufe als zeitzeuge ĂĽber die sogenannte 68er studentenrevolte zu berichten –
ich habe mit dem damaligen schĂĽler–zeitungs-redakteur hanspeter bernhardt das lektĂĽre-programm fĂĽr die von uns so genannte GEGENSCHULE entworfen (wilhelm reich,karl kraus,sigmund freud,karl marx,adorno und peter rĂĽhmkorf:“über das volksvermögen“, die wir im frĂĽhjahr 1968 aus protest gegen die zensur vom „homberger schulecho“, und der verweigerten sexuellen und politischen aufklärung durch schule und elternhaus zweimal die woche in einer homberger kneipen-hinterstube nachmittags anbotenWeiterlesen…

Die Linke, der Nationalstaat und der Internationalismus

von Peter Wahl

Die EU befindet sich in einer existentiellen Krise. Spätestens seit dem BREXIT steht die Entwicklungsrichtung der Integration und das Endziel des Prozesses zur Debatte. Quer durch alle politischen Lager verbreitet sich die Einsicht, dass Business as usual nicht mehr möglich ist. So kam selbst EU-Ratspräsident Tusk im Mai 2016 – also noch vor dem Brexit – zu dem Schluss: „Heute müssen wir zugeben, dass der Traum eines gemeinsamen europäischen Staates mit einem gemeinsamen Interesse, mit einer gemeinsamen Zukunftsvorstellung, … eine gemeinsame europäische Nation eine Illusion war.“[1]
Demgegenüber hält in der deutschen Linken eine zwar schrumpfende, aber doch noch große Strömung an der Vertiefung der Integration und am Endziel der politischen Union, d.h. einer europäischen Föderation, den Vereinigten Staaten von Europa fest.

Gleichzeitig werden praktisch alle Projekte, in denen sich die Integration materialisiert – FlĂĽchtlingspolitik, Austerität, Unterwerfung Griechenlands, TTIP, CETA, Kapitalmarktunion, Sanktionen gegen Russland, immer engere Verzahnung mit der NATO, Militarisierung etc. – abgelehnt. NatĂĽrlich völlig zurecht.Weiterlesen…

Verteidigung Adornos gegen die Modesoziologie

von Dieter Bott

ER WAR SECHZIG JAHRE ALT –der kleine rundliche mann mit strohhut im sommer und glatze-als ich 20 jahre alt zum ersten mal in seine seminare und vorlesungen ging—ab 1963 kam ich als provinz-bube aus nordhessen nach frankfurt zum soziologie-studium bei ADORNO
Unisono haben sie sich verabredet –von JĂśHA jĂĽrgen habermas mit seinem herrschaftsfreien diskurs bis zum vergifteten lob des HEIBU heinz bude , von der extra-ordinäiren BOVENSCHEN bis zur kapriziösen KRIMI-AUTORIN –ob sie ihn nun live erlebten –wie ich sechs jahre lang bis zu seinem tod 1969 — oder sich an der „minima moralia“ vergriffen hatten -allesamt und unisono : –SIE HĂ„TTEN — zunächst und sehr lange– KEIN EINZIGES WORT VERSTANDEN-
Eine schutzbehauptung —Weiterlesen…

Das enge Weltbild der BRD-Generationen

Als ich im neuen Jahr die Augen öffnete, erschien mir ein mit der Sonne besetzter blauer Himmel. Bonner*innen wissen ja: Beuel, die Sonnenseite ;-) Möge es was zum Charakter des Jahres bedeuten, schön wärs.

Das Fernsehen, die ĂĽber-60-jährigen wissen noch, was ich damit meine, startet womöglich heute auch programmatisch ins Neue Jahr. Das CDF sendet ein weiteres “Traumschiff” fĂĽr die Helmut-Kohl- und Dieter-Thomas-Heck-Generation (“geistig-moralische Wende” hiess das). Die ARD hat heute scheinbar einen Saarland-Tatort fĂĽr die im Denken stehengebliebenen 68er. Wer 1968 18 war, ist 2018 68 Jahre alt, also Teil der Kernzielgruppe öffentlich-rechtlichen Fernsehens.

Wie naiv dagegen die jungen Leute beim Kongress des Chaos-Computer-Clubs. Was Stefan Krempl bei heise-online ĂĽber die Abschlussrede berichtet, erinnert mich von der Performance her an meine Ministranten-Zeiten (1965-70).Weiterlesen…

Mein Lob auf Telepolis

Medienproduzent*inn*en lieben die Pausen: Sommerpausen, Winterpausen, Weihnachtspausen, Karnevalspausen, Osterpausen; und zwischendurch werden sie, gerne auf unsere Kosten, wenn sie öffentlich-rechtlich bezahlt werden, Millionär*inn*e*n. Also nur die Chefinnen und Chefs, nicht ihre vielen prekär Beschäftigten.
Es gibt da ein Onlinemagazin, das arbeitet komplett verrückt im 24/7-Rhythmus, Tag und Nacht, und das ohne Ansehen von Sonn- und Feiertagen. Mit wenig Geld, wenig Personal und schlecht bezahlten Autor*inn*en. Es ist die Polit-Nische des Computerzeitschriftenverlages Heise: Telepolis. Reaktionell zusammengehalten wird es von einem, gemeinsame persönliche Bekannte bestätigten mir das ausdrücklich, komplett verrückten Chefredakteur namens Florian Rötzer. Der Mann beantwortet nicht wirklich wichtige E-Mail-Zuschriften auch an Feiertagen innerhalb von 2 Stündchen.
Seine Mitarbeiter*innen und Autor*inn*en sind, vorsichtig formuliert, sehr unterschiedlich, wie die Themen seines Magazins. Einzelne halte ich fĂĽr durchgeknallt, andere lese ich regelmässig. Das ist wohl das Beste, was man zur redaktionellen Meinungsvielfalt eines Magazins sagen kann. In Zeiten propagandistisch ĂĽberdrehter “Leit- und Qualitätsmedien”, also z.B. zur Ukraine, zu Saudi-Arabien, zum Griechenland-Bashing oder zu Katalonien, wird Telepolis zu meinem persönlichen Leitmedium.

Da jetzt viele in Urlaub und/oder familiär unterwegs sind, hier ein paar positve Empfehlungen fĂĽr die Heimkommenden aus dieser Feiertagswoche:Weiterlesen…

Smartcity Gelsenkirchen-Horst

Gelsenkirchen-Horst ist nicht nur mein Geburtsort, sondern auch der von Olaf Thon, einem der grössten Fussballtalente, das der FC Schalke 04 jemals hervorgebracht hat. “Ein Horster kann kein Schalker sein” hiess es mal, vor meinem Leben. Die Begrenzung des Blicks wurde schnell erweitert. Die Rivalen von STV Horst-Emscher stiegen vom Rivalen ab zum Talentlieferanten und enden jetzt beim Jäten des Unkrauts auf ihren ehemaligen TribĂĽnen. Das FĂĽrstenberg-Stadion habe ich nie betreten, immerhin die Veltins-Kneipe gegenĂĽber in der Fischerstrasse. Dort kannten sie noch alle, die mal berĂĽhmt waren. Mein Oppa hat mir immerhin noch die Kneipe von Heinz Flotho gezeigt, bei ihm zuhause aus dem Haus nicht rechts zur Trinkhalle, sondern links ĂĽber die Köttelbecke. Der Gute starb 1974 mit 69 Jahren, fĂĽr einen mit 100%-Staublunge damals Rekord; und er musste das Elend seines Vereins RW Essen nicht mehr miterleben.

Die bereits legendäre Schalker Jugendarbeit, die noch unter Jens Keller blĂĽhte und langjährig von Norbert Elgert verantwortet wurde, soll jetzt, vom neuen, modernen Manager Heidel globalisiert und professionalisiert werden. “27” Sportstudent*inn*en sollen die Datensätze von 27 Profiligen fortlaufend beobachten und analysieren. Und so sollen in Zukunft aus diesem viel grösseren Beobachtungs-Pool noch bessere Talente eingesammelt werden. Mag sein. Vermutlich ist kein Mensch besser datenvermessen als Fussballprofis:Weiterlesen…

Welche Zukunftsperspektiven hat eine linke Opposition?

Von Antje Vollmer
Der hundertjährige Riss innerhalb der politischen Linken kann nur geheilt werden, wenn beide ihren Anteil an diesem Schisma erkennen und überwinden

Wenn die Sozialdemokraten und die politische Linke in Europa ihre aktuelle Krise und ihre Schwächephase überwinden wollen, müssen sie zwei Bedingungen erfüllen: Sie müssen ihre Angst vor den permanenten medialen Folterwerkzeugen ihrer politischen Gegner besiegen – und sie müssen endlich ihre eigene ewige Spaltungsgeschichte beenden.

Es ist genau 100 Jahre her, dass die Einheit der politischen Linken in Deutschland und in Europa zerbrach – und zwar so traumatisch, dass dieser Riss bis heute nicht wieder geheilt wurde. Damals, im April 1917, gründete der frühere Fraktions- und Parteivorsitzende der SPD, Hugo Haase, zusammen mit Weggefährten wie Eduard Bernstein, Karl Kautsky, Clara Zetkin, Kurt Eisner, Georg Ledebour und Luise Zietz die Unabhängige Sozialdemokratie (USPD).

Die zentrale Differenz zur Mehrheitssozialdemokratie bestand in der Ablehnung des Krieges.Weiterlesen…

Rechtsrheinisch flussabwärts – Köln-MĂĽlheim

von Wolfgang Hippe
aus dem Kalender “mĂĽlheim dreimal anders

Och, wat wor dat fröher schön doch in MĂĽllem … Klingt wie die Einladung zu einer kleinen Zeitreise. Man schlendert gemächlich die Frankfurter StraĂźe entlang, nimmt im Japanischen Teehaus am Stadtgarten einen Tee, quert dann den Oscar-Platz Richtung Rhein, biegt auf der Suche nach der Strunde in die BachstraĂźe ein und findet sich auf der Freiheit wieder, die letzte der Strunder MĂĽhlen hinter sich, das Plätschern des Baches noch im Ohr, neben sich an der Ecke das Haus »auf der BrĂĽcke«. Die groĂźe BrĂĽcke ignorieren wir jetzt einfach. Rechts erum und dann links grĂĽĂźt St. Clemens, wir machen Stopp beim Kino in der RegentenstraĂźe. Drehen uns wieder zum Rhein, irgendwo dahinten lächelt August Bebel. Davor hat sich in der Nummer 110 die KĂĽnstlergruppe »MĂĽlheimer Freiheit« eingerichtet, den Namen kreierte der Galerist. »Es gab nie ein Manifest, wir haben uns nie als echte Gruppe verstanden, wir waren nicht die Sex Pistols der Malerei. Obwohl wir dauernd Musik gehört haben«, erinnerte sich der Maler Walter Dahn an seine Zeit als »junger Wilder«. »Wir waren einfach Leute, wo der eine diesen kannte, und der andere kannte jenen.Weiterlesen…

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