Thema: Köln

Urlaub im Rheinland

Von , am Mittwoch, 19. September 2018, in Beuel & Umland, Genuss.

Heute werden Sie mal weniger von mir lesen. Etliche gute Freund*inn*e*n von mir kennen diesen Ausflug bereits. 10 Uhr Abfahrt von der Kennedybrücke, mit dem Fahrrad. Ich weiss ja nicht, ob Sies schon wissen, aber die rechte Rheinseite ist auch fürs Fahrradfahren die Schönere.
Sie sollten diese Strecke nicht sonntags fahren, zu voll. An Werktagen hat der Rheinuferverkehr aber – noch – ein normalmenschliches Mass. Die Zunahme des Fahrradverkehrs und anderer Alternativen zum Auto lässt allerdings Schlimmeres befürchten. Das Rheintal hat – neben dem Lärm für seine Anwohner*innen – den Vorteil, dass wir im Sommerhalbjahr zwischen den Verkehrsmitteln Bahn, Schiff und Rad beliebig variieren können. Denn – zumindest früher war das so – es könnte gelegentlich ja mal regnen. Weiterlesen

Die Verletzlichkeit der Infrastrukturen

Von , am Donnerstag, 13. September 2018, in Politik.

Redundanzen sind nicht immer möglich, aber oftmals durchaus vorhanden. Im Verkehrswesen sowie in der Energiewirtschaft sind sie existenziell. Denn ohne Rückfallebenen bricht das komplette System einfach zusammen.

Am Beispiel der Eisenbahn kann man das sehr anschaulich erklären. So gibt es z.B. zwischen Köln und Düsseldorf insgesamt vier verschiedene Strecken. Die wichtigste ist die rechtsrheinische Hochgeschwindigkeitsstrecke, auf der die Fernzüge mit 200 km/h fahren und parallel zu ihnen die S-Bahnen in dichtem Takt verkehren. Eisenbahntechnisch gelten sie sogar als getrennte Infrastrukturen, weil dort die Entmischung der Verkehre praktiziert wird.

Weiter östlich gelegen liegt eine reine Güterzugstrecke von Köln-Kalk Nord kommend. Weiterlesen

AfrikaFilmFestival in Köln

Von , am Samstag, 8. September 2018, in Beuel & Umland, Genuss, Medien, Politik.

13. bis 23. September
Ich habe mich daran gewöhnt, monatlich am Eingang der Neuen Filmbühne im Beueler Zentrum, genau gegenüber von Olivotti, mich tief zu bücken, um eine der dort in der linken Ecke vor dem Eingang kostenlos ausliegenden Zeitschrift “Choices” abzugreifen. Es hat was mit Sentimentalität zu tun, weil ein verstorbener guter Freund von mir, Peter Hanemann, sie einst mitbegründet hatte. Als ich Peter kennenlernte, habe ich ihn zunächst als arroganten Besserwisser wahrgenommen. Das stellte sich als Vorurteil meinerseits heraus. Weiterlesen

„Kulenkampffs Schuhe“

Von , am Sonntag, 12. August 2018, in Medien, Politik.

von Klemens Roloff
Es wäre eine Schande, wenn das in den Archiven verschwände

Großen Dank für den Hinweis auf den wunderbaren Dokumentarfilm „Kulenkampffs Schuhe“ (Mediathek noch bis Mittwoch) von Regina Schilling. Es wäre eine wahre Schande, wenn er demnächst im Dunkel der Senderarchive verschwände. Er hat vielmehr ein großes Publikum verdient. (Einschaltquote um 22.30 h: knapp 2 Mio.) Wenn es sich nicht um einen Film, sondern um einen literarischen Text handelte, würde man sagen: Pflichtlektüre für die Schule!

„Kulenkampffs Schuhe“ erinnert in mancherlei Hinsicht an die großen Romane von Heinrich Böll. Dass Regina Schilling, Jahrgang 1962, ebenso wie der spätere Literaturnobelpreisträger, geboren 1917, in Köln zur Welt kam, ist dabei eher ein Zufall. Wie Böll macht sie Weiterlesen

Rheinland: Wir wollen mehr Flüchtlinge aufnehmen

Von , am Freitag, 27. Juli 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Naika Foroutan wies jüngst darauf hin, dass sich erheblich mehr Menschen bei der Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen engagieren, als AfD wählen. Ich weiss nicht, ob so ein Hinweis im Hauptstadtberlin noch irgendwo wahrgenommen wird. Immerhin ist Foroutan Berlinerin und gab den Hinweis in einem Berliner Lokalblatt – liest in der Hauptstadt noch eine*r Zeitung? Es ist so weit weg, wir wissen es nicht.
In Italien richtete Roberto Saviano einen flammenden Appell an das demokratische Italien, den Mund aufzumachen gegen seine menschenfeindliche Regierung. Wenn wir die Politikernamen in seinem Text einfach austauschen, lässt er sich auch hierzulande gut anwenden.
Das haben die rheinischen Oberbürgermeister auf ihre Weise getan. Ich gestehe: ich bin positiv überrascht. Weiterlesen

Wundersame Bahn (VII) – Mehdorn ist schuld!

Von , am Mittwoch, 18. Juli 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Fragen kostet nichts. So heißt es. Habe ich gemacht und zwar den Pressesprecher des zwischen Bonn und Köln zuständigen Verkehrsverbundes VRS. Ich wollte erfahren, warum seit Jahren jeweils zwischen 16.30 und 18.00 h die Regionalzüge von Bonn nach Köln völlig überfüllt sind und obwohl das doch jeder weiß, keine Verbesserung dieses Zustandes bemerkbar ist. Da stellt sich doch die Frage. “Wie lange braucht der Bedarfsträger um festzustellen, dass um diese Zeit ganz viele Menschen von Bonn nach Köln fahren? Wieso werden nicht zwei Züge oder längere Züge bestellt?”
Holger Klein, Pressesprecher des Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH zeigt sich wohl informiert und erklärt “das Problem ist uns schon lange bekannt.” Weiterlesen

“Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!”

Von , am Samstag, 9. Juni 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Gysi und Eilenberger in Köln
800 Menschen kamen und erlebten in der IHK zu Köln einen gut aufgelegten Gregor Gysi im Gespräch mit dem Philosophen und Schriftsteller Wolfram Eilenberger. Gysi ist einer der letzten universellen Generalisten der deutschen und internationalen Politik.

Anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx forderte Gysi eine neue Gesellschaftsidee. Er skizzierte, wie die großen Privatbanken vergesellschaftet werden könnten und lobte in diesem Zusammenhang ausdrücklich das Geschäftsmodell der Sparkassen sowie der Volksbanken. Das hat übrigens nichts mit Kommunismus zu tun. Denn der Artikel 15 des Grundgesetzes lässt diese Sozialisierung ausdrücklich zu. Weiterlesen

Extradienst-Gastautorin Ulrike Heider liest

Von , am Mittwoch, 6. Juni 2018, in Beuel & Umland, Genuss, Politik.

von Dieter Bott
KEINE RUHE NACH DEM STURM” ist der Titel von Ulrike Heiders politischer Autobiografie.
Themen: a) sadistische nazi-lehrer —b) erste liebe c) chaos im besetzten haus — d) frauenbewegung —-SDS –kolbheim—-krahl—tomaten–und whatever you want—
HEUTE 6. Juni in Duisburg Ort: Buchhandlung Scheuermann, Sonnenwall 45, 4751 Duisburg Zeit: 19 Uhr
7. Juni in Köln Ort: Club/Bar King Georg (Moderation Rehzi Malzahn), Sudermannstraße 2, 50670 Köln, Zeit: 21 Uhr (Einlass 20 Uhr)
8. Juni in Düsseldorf Ort: onomato künstlerverein, Birkenstraße 97, 40233 Düsseldorf, Zeit: 20 Uhr, Moderation Doktor Frauke Tomczak—-S-Bahn Flingern oder Tram 709 bis Wetterstrasse

DuMont macht dicht – Demokratieabbau live

Von , am Donnerstag, 24. Mai 2018, in Beuel & Umland, Medien, Politik.

Nachdem sich die Bonner Verlegerfamilie Neusser durch Verkauf an die Rheinische Post Cash gemacht und in die Büsche geschlagen hat, tut nun auch die Erbengemeinschaft DuMont in Köln einen grossen Schritt in diese Richtung. Das Nachsehen haben wie immer die Beschäftigten.
DuMont stellt zunächst die Hauptstadtberichterstattung für alle seine Blätter ein, und kauft die demnächst beim Haus Madsack in Hannover. Ex-DuMont-Chefredakteur Uwe Vorkötter beschreibt hier im Branchendienst Horizont diesen Vorgang. Medien sind den Lokalpatrioten ja meistens egal, aber trotzdem Köln, tiefer sinken geht kaum: Weiterlesen

Big Data im Rheinland und der Welt

Von , am Donnerstag, 17. Mai 2018, in Beuel & Umland, Medien, Politik.

Kartellamts-Realsatire zum General-Anzeiger – Trump-Fans im Springer-Verlag – “The Cleaners”, bisher nicht in Bonn

Ist es zum Lachen? Zwischen dem Bonner General-Anzeiger und der Rheinischen Post gibt es, wie der Chef des Bundeskartellamts persönlich ausführt, “praktisch keinen Wettbewerb”. Wo es den nicht gibt, kann er auch nicht geschützt werden. Hier bewährt sich das erfahrene Lobbying des Bundesverbandes der Zeitungsverleger, der sich engagiert um die Meinungs- und Pressefreiheit von wenigen Dutzend, partiell milliardenschwerden, Bundesbürger*inne*n kümmert. Weiterlesen

Extradienst-Autor im ARD-Presseclub

Von , am Samstag, 12. Mai 2018, in Medien, Politik.

Andreas Zumach besucht regelmässig seine Mutter in Köln. Da bietet es sich an, auf dem Weg einen Abstecher in die Kölner WDR-Studios zum ARD-Presseclub (morgen 12 h, ARD) zu machen. Das gestellte Thema zeigt erneut, dass sich die Welt in der Regel schneller dreht als die ARD: “Europa gegen Trump – bricht der Westen jetzt endgültig auseinander?”.

Iniesta —— NSU

Von , am Mittwoch, 25. April 2018, in Fußball, Lesebefehle, Politik.

Zwei erstklassige journalistische Leistungen zu extremst gegensätzlichen Themen: ein schöner Spanier und hässliche Deutsche.

Fangen wir mit dem Schönen an. Andre Dahlmeyer/Junge Welt ist von Buenos Aires aus eine ausgezeichnete Würdigung der zauberhaften Fussballerkarriere des Andres Iniesta gelungen. Nein, kein Nachruf, es gibt ein Leben nach dem Fussball.
Thomas Moser/telepolis hält uns über den NSU-Prozess auf dem Laufenden. Die Verteidigungsplädoyers werden gehalten. Und es erscheint möglich, dass die Prozessstrategie der beständig vernebelnden Bundesanwaltschaft in einem Desaster endet. Die im Bericht zitierte Opferanwältin Edith Lunnebach aus Köln ist mir seit den 80er Jahren gut bekannt, eine Spitzenkraft.

Wohnungsbau vs. Naturschutz

Von , am Montag, 9. April 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Bonn wächst, der Rhein-Sieg-Kreis wächst, Köln wächst. Eigentlich positiv. Aber wo können neue Wohnungen gebaut werden? Und warum haben rund 50 Prozent aller Bonnerinnen und Bonner große Schwierigkeiten, eine bezahlbare Wohnung zu finden? Die Hälfte der Bonner Bevölkerung hat Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein und damit steht ihnen eine mit öffentlichen Geldern finanzierte Wohnung zu.

Der dringend notwendige Neubau von Wohnungen trifft allerdings überall auf erbitterten Widerstand. “50 % aller Bonnerinnen und Bonner werden für unerwünscht erklärt,” kritisiert Jean-Pierre Schneider, Vorstand der Bonner Caritas. Er bezieht sich auf Bürgerinitiativen und renitente Anwohner*innen, die sich mit allen Mitteln gegen den Bau von Sozialwohnungen zur Wehr setzen. Weiterlesen

Plattformkapitalismus

Von , am Freitag, 30. März 2018, in Lesebefehle, Politik.

Die ökonomischen Triebkräfte hinter dem deutschen Facebook-Diskurs beschreibt Tom Strohschneider beim Oxiblog.

Platter Reifen mit plattem Arbeitsrecht: das wahre Leben der Lieferdienste im Kampf ums Marktmonopol illustriert eine Jungle-World-Reportage von Dennis Pesch aus der Welt der Fahrradkuriere in Köln.

Abstieg des WDR / Sex im Kapitalismus

Von , am Montag, 26. März 2018, in Beuel & Umland, Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Tom Buhrow wurde früher als nötig in seinem Amt als Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR) verlängert. Sein Rundfunkrat hat sich mit ihm verbunkert. Kritischer, als es mir bisher gelungen ist, hat Dieter Anschlag ihn in der Medienkorrespondenz gewürdigt. Ich habe keine Stelle gefunden, an der ich ihm widersprechen wollte.
Marcus Klöckner hat sich eines wichtigen Korrespondenten des WDR, Udo Lilischkies, Studioleiter in Moskau, kritisch angenommen.

Sex kommt gleich. Einfach weiterlesen. Weiterlesen

Slowfood-Magazin: Kräuter und Gewürze

Von , am Freitag, 23. März 2018, in Genuss.

Im neuen Slowfood-Magazin gehts u.a. um folgende Themen:

Test: Kirschjoghurts – manche haben mehr Zucker als “Fruchtgehalt”.
Brunnenkresse aus der “Erfurter Klinge” wurde in die “Arche des Geschmacks” aufgenommen.
Eine Führung durch Stadt und Umgebung von Potsdam.
Weinjournalistin Ursula Heinzelmann stellt den Sagrantino aus Umbrien vor; in einem weiteren Text verteidigt sie die Scheurebe.
Im Schwerpunktthema Gewürze wird das Projekt “Soulspice” vorgestellt, das sich an einer fairen und hochwertigen Verwertungskette für die grosse Welt der Gewürze versucht, und wird zum “Food Hero” erklärt.
Carlo Petrini, der italienische Gründer und strategische Denker von Slowfood, Weiterlesen

Datenfetischismus bei der lit.cologne

Von , am Montag, 12. März 2018, in Beuel & Umland, Fußball.

Christoph Biermann ist gewiss einer der besten deutschen Fussballjournalisten. Unter den vielen guten Büchern des Chefredakteurs der 11Freunde gefiel mir das am besten, in dem er seine Rückkehr in die aktuelle Fussballszene des Ruhrgebietes beschreibt. Es bewies mir eindrucksvoll, dass er was von politökonomischen Zusammenhängen versteht. Ein guter Conferencier ist Biermann leider nicht, sonst hätte er diese Fähigkeit heute besser zur Anwendung gebracht.

So geriet die Veranstaltung “Die neue Fußballmatrix” vor mehreren hundert überwiegend Männern im Theater am Tanzbrunnen in Köln überwiegend zur Seuche des Sportjournalismus: Produktpräsentation. Weiterlesen

“Feuer und Zorn” – Das Naturell eines Sechsjährigen

Von , am Freitag, 2. März 2018, in Politik.

Über Donald Trump haben wir schon viel gehört und gelesen. Kein US-Präsident vor ihm hat die Welt so verunsichert. Seine Wahl ist eine historische Zäsur. Michael Wolff hatte Gelegenheit, über Monate im Weißen Haus das Szenario zu analysieren. Niemand aus der Trump-Administration schöpfte einen Verdacht, denn ein Schriftsteller, der an einem Buch feilt, erregte kaum Aufsehen. Zumal das Buch erst irgendwann monatelang später erscheinen sollte. “Trump lebt nur im Hier und Jetzt und denkt maximal 10 Minuten in die Zukunft. Er liest nicht und Erläuterungen zu politischen Problemfeldern langweilen ihn,” urteilte Michael Wolff bei der LitCologne in Köln. Weiterlesen

Smart Cities / Niedergang von “Volksparteien” und (alten) Medien

Von , am Donnerstag, 1. März 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Bei diesem Überblick des Freitag zur Smart City-Diskussion war meine erste Reaktion: wenn das kommt, haben sie uns. Konzerne und Regimes hätten uns im Sack, mit Demokratie, wie wir sie kennen, zumindest der Chance des Mitredens und Mitbestimmens wäre dann Schluss. Das Interview mit Francesca Bria an gleicher Stelle ist der erfreuliche dialektische Gegenschuss. Eine technik- und datenschutzkompetente Italienerin wird von Barcelona – nachdem Erdogan den kulturellen Niedergang Istanbuls betreibt – der hotteste Hotspot ganz Europas, geholt, um eine demokratische Variante von Smart City zu entwickeln. Das ist, was ich politisch unter Hoffnung verstehe: Weiterlesen

Bonns Lokalpresse – was wird bleiben?

Von , am Samstag, 24. Februar 2018, in Beuel & Umland, Medien.

In den Hochrechnungen über das Auflagen-Sterben der deutschen Lokalpresse schneidet der Bonner General-Anzeiger mit seinem Gebietsmonopol noch relativ vorteilhaft ab: erst in rund 30 Jahren soll er tot sein. Wohlweislich verhandelt sein Verlag schon mit anderen Verlagen über Modalitäten irgendwo zwischen “Kooperation” und Komplettverkauf.

Als ich im vorigen Jahrtausend nach Bonn kam, gab es zwar keine fortschrittliche Lokalpresse, aber für das Publikum eine gewisse Auswahl. Das damals schon führende Lokalblatt wurde in meinen Kreisen mit dem wenig liebevollen Kosenamen “General-Verschweiger” bedacht (so boshaft wäre ich heute nicht mehr, und das Blatt ist es auch nicht). Weiterlesen