Thema: Kontext-Wochenzeitung

Wundersame Bahn XXXIII

Von , am Donnerstag, 5. September 2019, in Lesebefehle, Politik.

Die schön-fatalistische Bahngeschichte des Tages ist von Michaela Conrad/Junge Welt. Sie beginnt in Wien-Meidling und “erreicht” Frankfurt/Main. Das Ende bleibt offen – wie es halt so ist bei schönen Bahnreisen.
Das gibt Gelegenheit auf das Buch des Wutbürgers und ehemaligen Stern-Reporters Arno Luik hinzuweisen: “Schaden in der Oberleitung”. Hui, bei dem hat sich einiges angesammelt. Vorabdrucke verschiedener Kapitel gibt es bei der Kontext-Wochenzeitung und bei telepolis.

Wundersame Bahn XXIX

Von , am Samstag, 20. Juli 2019, in Politik.

Stuttgart21 ist zu klein
Der rührigen Kontext-Wochenzeitung verdanke ich diese Erkenntnis. Sie berichtet von Fachdiskussionen zwischen Baden-Württembergs Landesregierung, Stuttgarts Stadtregierung und der Deutschen Bahn – nur Letztere nicht Grün regiert. Und siehe da: Überraschung! Stuttgart21 würde zwar den Bahnverkehr schaffen, wenn die Verkehrspolitik so weiterläuft, wie sie ist. Wenn jedoch irgendjemand das Klima vor dem Verkehr schützen will, dann ist das Stuttgarter Loch zu klein. Weiterlesen

Krisendramatik: Linkspartei, SZ, NZZ, Sp-on

Von , am Donnerstag, 11. Juli 2019, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Die sich “Die Linke” nennende Partei kam bei der Europawahl nur noch knapp über 5%. Seitdem rappelt es dort im Karton. Im Osten stirbt sie weg, die einstige “Kümmererpartei” implodiert demografisch. In urbanen Ballungsräumen des Westens gibt es Zugewinne, die das nicht aufwiegen können. Einerseits kann oppositionelle Glaubwürdigkeit erarbeitet werden – wo es gut läuft – aber konterkariert wird es dadurch, dass sie alt, auf mehr oder weniger sympathische Art “von gestern” wirken, Überbleibsel der Geschichte. Das müsste nicht so sein. Weiterlesen

Die 15-Minuten-Recherche (2)

Von , am Freitag, 29. März 2019, in Beuel & Umland, Politik.

von Wolfgang Hippe
Eine Meldung oder ein Interview, ein Statement oder ein Satz als Anlass zu einer kleinen Recherche. Voraussetzung: Man muss mindestens ahnen, wonach man suchen will. Damit verbunden ist kein Anspruch auf Vollständigkeit, was die erfassten Informationen betrifft. Deren Vielfalt ist natürlich unüberschaubar – Fake News inbegriffen. Kurzum: es geht nicht um „Wahrheit“.

Preisfrage: Was verbindet S 21 mit dem Brexit? Weiterlesen

Wundersame Bahn (XiX)

Von , am Donnerstag, 28. März 2019, in Politik.

Gähn … Stuttgart 21 schon wieder teurer
Wenn Sie hier eine neue Nachricht erwarten, lesen Sie lieber gleich woanders weiter. Während die Deutsche Bahn weitere prestigeträchtige überteuerte Schnellfahrstrecken plant, deren Kennzeichen ist, dass Züge nicht halten, die sich aber super mit Schleife an der Lok von Minister*inne*n eröffnen lassen, wobei für Speis und Trank gesorgt sein wird, derweil erklärte das Bündnis Bahn für Alle in seinem Alternativen Geschäftsbericht, dass es für uns als Fahrgäste auf die Netzwirkung ankommt: Weiterlesen

Indien-Pakistan / Stuttgarter Loch / Übersehene Nachrichten

Von , am Donnerstag, 28. Februar 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Gilbert Kolonko/telepolis liefert ein informatives Update zum Indien-Pakistan-Konflikt.
Arno Luik/Kontext-Wochenzeitung (ex-Stern-Mitarbeiter) schreibt, wie das Stuttgarter Loch grösser und grösser wird. Die Signaltechnik wird manches verschlingen. Die politische Preisfrage: wer wird alles in das grosse Loch fallen?
Die Initiative Nachrichtenaufklärung hat ihre Hitliste 2019 der “vergessenen Nachrichten” veröffentlicht.

Der überfahrene Frosch – S21

Von , am Donnerstag, 31. Januar 2019, in Lesebefehle, Politik.

Weiter unten: Europa und deutsche Aussenpolitik
Wer sich heute in ein Thema tief eingräbt, es im Sinne des Wortes durchdringt, gerät zunehmend in die Gefahr paranoid zu werden. So ist es wohl auch dem Stern-Redakteur Arno Luik ergangen, der sich über Jahrzehnte in das Thema “Stuttgart 21” eingegraben hat, und zwar lange vor den Tunnelbohrmaschinen der Firma Herrenknecht, grossartig der Name, in diesem Zusammenhang. Luiks Interview in der Kontext-Wochenzeitung ist das passende ernsthafte Gegenstück zum amüsanten Anstalts-Abend.
Sein führendes Feindbild scheint der beliebteste Grünen-Politiker der Republik Weiterlesen

Deutsche Post / Deutsche Bank

Von , am Samstag, 26. Januar 2019, in Beuel & Umland, Lesebefehle, Politik.

In Bonn überwiegt die Ansicht, dass der Verbleib der einstigen bzw. Noch-Staatsunternehmen Telekom und Post ein Segen sei. Zahlreiche gut qualifizierte Arbeitsplätze plus zahlreiche Dienstleistungsunternehmen drumherum. Doch Strukturen grosser Konzerne können sich auch wie Mehltau auf Lokalpolitik, Kultur und kommunikative Strukturen einer kleinen, abhängigen Stadt legen. Das prominenteste Beispiel der mittelalten Vergangenheit dieser Stadt war die Diskussion um ein “Festspielhaus”, deren Neuauflage in anderer Verkleidung aber ähnlicher Sozialstruktur sich jederzeit wiederholen kann.
Unbeachtet von der lokalen Öffentlichkeit hinterlassen die gleichen Akteure immer noch Spuren der Verwüstung. Weiterlesen

Mexikos Frauen / Vincent Klink

Von , am Samstag, 3. November 2018, in Genuss, Lesebefehle, Politik.

Die Frauen Mexikos und ihre Selbsthilfeorganisationen avancieren zur globalen Fachelite in Sachen Frauen-Misshandlungen und -Morde. So konnte es passieren, dass dieser aufwühlende Text aus der SZ von gestern im Wissenschaftsteil landete. Wenn er dadurch mehr gelesen wird, möge es so sein.
Koch- und Lebenskünstler Vincent Klink wurde aktuell mal wieder zur Lage einvernommen, von der Kontext-Wochenzeitung. Es ist mir immer wieder eine Freude, ihm bei seinem Schaffen zuzusehen, und ich bin stolz diesen grossartigen Kerl persönlich kennen gelernt zu haben. Von Bonn aus ist seine Wielandshöhe in Stuttgart bequem in einem Tagesausflug mit der Bahn zum Mittagessen zu erreichen; zur Tagesschau ist mann oder frau wohlig gesättigt und beglückt wieder zuhause. So eine Reise mit kulinarischer Vollverpflegung ist jeden investierten Cent wert.

#metoo im NDR / Wohnungspolitik / Beklopptes Berlin

Von , am Montag, 11. Juni 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Jetzt hat auch der NDR seinen ersten öffentlichen #metoo-Fall. Was seine Wegmoderierer für einen Scherz halten, kann – nicht nur Frauen – sprachlos machen. Viele Leute, die “was mit Medien” machen, lesen und lernen offensichtlich: Nichts. Der gleiche Kerl war vor einigen Jahren schon einmal verhaltensauffällig, seinerzeit sind ausser Stefan Niggemeier alle über die Frau, Katja Riemann, öffentlich hergefallen, “Diva” etc. Wir waren nicht dabei, vorher und nachher; aber sie, deren Beruf es ist Rollenspiele exakt zu identifizieren. Weiterlesen

Bodenvorratspolitik vs. Wohnungsnot

Von , am Mittwoch, 17. Januar 2018, in Beuel & Umland, Politik.

von Rainer Bohnet

In den meisten deutschen Städten werden hohe Mieten, fehlende Sozialwohnungen und Ghettoisierung beklagt. Weite Bevölkerungsschichten können sich keine adäquaten Wohnungen leisten. Neben Menschen im unteren Segment der Gesellschaft trifft dies auch den Mittelstand. Die Ursache für diese Krise ist die Privatisierung des Wohnungsmarktes und die fehlende Einflussnahme der Kommunen. In Bonn verfügt die Stadt z.B. über sehr wenige eigene Grundstücke. Neben dem Wohnungsbau sind davon auch die Gewerbeflächen betroffen, von denen die Stadt Bonn so gut wie nichts in ihrem Immobilienportfolio hat.

Ulm baut selbst,” schreibt die KONTEXT Wochenzeitung in ihrer Ausgabe vom 30. November 2017. Hoppla, denke ich. Kann es sein, dass die Stadt Ulm in Baden-Württemberg einen Weg gefunden hat, das Heft des Handelns nicht aus der Hand zu geben? Weiterlesen

Smartcities / NSU-Verschwörung / Kohls Bimbes / Schayani

Von , am Montag, 4. Dezember 2017, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Daten sind die Währung, mindestens der Rohstoff der Gegenwart und Zukunft. Sollen sie einigen wenigen (kalifornischen, chinesischen oder Sinsheimer) Milliardären gehören? Oder uns allen? Oxiblog weist heute mit einem kurzen Anreissertext der Autor*inn*en auf eine Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung hin. (Kommunal-)Politiker*innen, die das nicht lesen wollen, können direkt aufhören und zuhause bleiben. Sie braucht dann niemand mehr.

Ist es Aufgabe von Journalismus “Vertrauen in den Rechtsstaat” herzustellen? Oder ist das nicht Aufgabe des Rechtsstaates selbst? Seiner Justiz und seiner Politik. Um dieses Missverständnis kreist die Medienkontroverse um den “Dengler”-Krimi des ZDF vor einigen Wochen, auf den ich hier schon hingewiesen hatte. Marcus Klöckner wirft sich bei den nachdenkseiten für die Filmemacher in die Bresche und sie selbst setzten sich in Kontext zur Wehr. Ekkehard Sieker, widerständiger und in der Regel ungläubiger Kollege, eine selten gewordene Spezies im Mediengeschäft, da ist er wieder.

Heute Abend, wenn die Kinder im Bett sind, nehmen sich Stephan Lamby und Egmont R. Koch, einstiger Jungdemokrat in Bremen, für die ARD der Legenden um Helmut Kohls Bimbes an. Möge dem Film ein langer Mediathek-Aufenthalt vergönnt sein. Morgen dann, eine halbe Stunde früher, Die Anstalt im ZDF.

Isabel Schayani gehört ebenfalls zu den gleichzeitig meinungs- und recherchestarken Journalist*inn*en. Jedenfalls ist es leichter, die namentlich aufzuzählen, als die andern. Rene Martens hielt ein engagiertes Plädoyer für sie, dem ich mich anschliesse.