Thema: Kroatien

Verbrechen im Namen der EU

Von , am Sonntag, 16. Juni 2019, in Politik.

Nein, nicht schon wieder Libyen. Freunde von mir machen dort gerade Urlaub: im schönen Kroatien. Und so preisgünstig. Wer wissen möchte, wie sich CDU, CSU und AfD Flüchtlings- und Einwanderungspolitik vorstellen, kann die entsprechende Praxis dort studieren: an der kroatisch-bosnischen Grenze. Das Nischenmedium ARD-Europamagazin” berichtete heute darüber. Erfreulich immerhin, Weiterlesen

NSU / Europas “Tijuana”

Von , am Dienstag, 27. November 2018, in Lesebefehle, Politik.

Thomas Moser/telepolis hat zum Fall Amri, dem Attentat auf dem Berliner Breitscheidplatz vor zwei Jahren, seitdem journalistisch beispielhaft gearbeitet. Sickert heute endlich weniges davon in die breite Öffentlichkeit? Ein Versäumnis-Geständnis des Berliner LKAs wird heute breiter gemeldet, als Mosers Erkenntnisse zuvor. Mund abputzen – weitermachen! Moser selbst lässt weiterhin keinen Untersuchungsausschuss zu den NSU-Verbrechen unbeobachtet: hier der Stand aus Brandenburg.
Ähnlicher Kontrast in der Flüchtlingspolitik. Aus dem mexikanischen Tijuana wird täglich in den TV-Nachrichten berichtet. Dabei sieht es an der EU-Grenze Kroatien/Bosnien recht ähnlich aus, wie Krsto Lazarević schon vorige Woche in der Jungle World berichtete, und seit gestern offen online steht.

Die Leichtmatrosen-Korrelation

Von , am Dienstag, 17. Juli 2018, in Fußball.

11 Eindrücke von Fußball-WM 2018
von Klaus Hansen

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Ein deutscher Bundestrainer, der das russische WM-Quartier seiner Mannschaft als Bühne nutzt, um vor Hunderten von Kameras einen Alain-Delon-Ähnlichkeitswettbewerb zu bestreiten, wirkt befremdlich.
Ein Bundestrainer, der sich fernsehöffentlich in der Unterhose kratzt, wie 2016 bei der EM, und anschließend die beteiligten Fingerkuppen beschnuppert, wirkt vergleichsweise sympathisch. Ein unerwachsener Junge eben. Obwohl bereits Mitte 50. Aber nett!
Heute sind wir zwei Jahre weiter. Auch in der Entfremdung, die zwischen Trainer und Team auf der einen Seite und der Masse der Fußballanhänger auf der anderen Seite stattfindet. „Elf Fremde müsst ihr sein“, Weiterlesen

Weltmeister von heute ist der von 1998

Von , am Sonntag, 15. Juli 2018, in Fußball.

Es war zwar ein torreiches, aber kein sehr niveauvolles Finale. In meiner Fussballkneipe hatte Kroatien klar mehrheitliche Sympathien – als die scheinbar “Kleinen” Aussenseiter. Wie hier schon ausgeführt, kann ich selbst für einen Fussballarm der Organisierten Kriminalität keine Sympathien aufbringen; andererseits muss ich gestehen: für die französische Seite habe ich derartiges nicht recherchiert. Aber die französische Equipe hat immerhin die Vielfalt der (männlichen) Menschheit – und bei den Fussballfrauen tun sies auch – angemessener repräsentiert.
Die WMs und Nationalmannschaften sind, das wurde heute fussballerisch sichtbar, Weiterlesen

Fussball-Liebe erkaltet nicht

Von , am Samstag, 14. Juli 2018, in Fußball.

Überragend war diese WM nicht, aber informativ. Zum Abschrecken und Abwenden hat sie nicht gereicht. Bekanntlich ist ein Mensch mit “seinem Verein” länger zusammen, als mit irgendeinem anderen Menschen. Alina Schwermer/taz, eine integre Linke mit Ahnung vom Fussball – sie hats verstanden, und weitet unseren Blick von unserem kleinen Land auf die Welt.
Nils Petersen in der WAZ und Christian Eichler/FAZ versuchen uns sogar den kroatischen Fussball sympathisch zu machen. Während Petersen als aktiver Fussballer gerade jetzt mit politischen Statements lieber vorsichtig ist, muss ich bei Eichler als normalerweise kritischem Fussballjournalisten Enttäuschung melden. Weiterlesen

Der Balkan – Geschichte, Probleme und Zukunft

Von , am Dienstag, 29. Mai 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Der Balkan ist ein äußerst komplexes und heterogenes Staatsgebilde im Spannungsfeld zwischen Globalisierung und Fragmentierung. Das machte der Politikwissenschaftler Siebo Janssen im Bonner Politik-Forum deutlich.

Das frühere Jugoslawien war unter Josip Broz Tito ein blockfreier Vielvölkerstaat mit der viertgrößten Armee Europas. Zusammen mit Indien war Jugoslawien das wichtigste blockfreie Land.

Nach dem Tod Titos zerfiel der Vielvölkerstaat in sieben Nachfolgestaaten, Weiterlesen

Werden wir Balkan?

Von , am Donnerstag, 10. August 2017, in Beuel & Umland, Fußball, Lesebefehle, Politik.

taz-Kolumnistin Jagoda Marinic – “Kroatien? Wer hat das denn in die EU gelassen?” – kann ihre Schadenfreude angesichts der aktuellen deutschen Ereignisse und eines Wahlkampfes in Vollnarkose kaum unterdrücken, verständlicherweise.
Wenig lachen über das Bild, das wir uns von ihnen machen, können die hier lebenden Brasilianerinnen.
“Attraktivität” spielt angeblich in der Politik eine immer grössere Rolle. Sie spült aber nicht Brasilianerinnen, sondern – vom Nordrand des Balkan – österreichische Männer nach oben. Bei dem einen, dem Kurz, überkommt mich als Heterosexuellen allerdings Brechreiz. Wahrscheinlich liegts nicht an der Optik, weil er mich auch überfällt, wenn ich den Mann im Radio höre.
Auf dem Balkan sind auch die gleichen Investmentfonds unterwegs, die sich die zweitgrösste deutsche Wohnungsgesellschaft, die “Deutsche Wohnen“, unter den Nagel gerissen haben. Manche wünschen ähnliche Kapitalverhältnisse bei VW, mir sind die bei der Bonner Vebowag lieber, der einzigen Erbauerin von sozial geförderten Wohnungen in unserer Stadt.
Das Fussballbusiness kennt sowieso keine geografischen Grenzen. Ist es gut oder schlecht für den BVB, wenn Dembele für viel Geld abhaut? Und wird der SC Freiburg wieder in Abstiegsgefahr geraten? Eine Gefahr, Doppelbelastung durch Europacup, ist ja durch frühes Ausscheiden in Slowenien (= Balkan!) schon gebannt.
Zurück aus dem Sommerloch auch die Gladbach-Freunde von seitenwahl.de. Das ganze Transfer-Gedöns hatten wir ja schon vor den Ferien erledigt.

EM: Spanien runter – DFB-Elf rauf

Von , am Dienstag, 21. Juni 2016, in Fußball.

Die versprochene spielerische Verbesserung hat die DFB-Elf heute voll geliefert. Gegen aufopferungsvolle und vollprofessionell verteidigende Nordiren erspielte sie sich Torchancen, die normal zum Turniersieg hätten genügen müssen. Spanien dagegen spielte sich aus der Favoritenrolle heraus und spielt am Montag im Achtelfinale gegen das bisher unschlagbar erscheinende Italien.

In meiner Fußballkneipe suchten die Fußballpraktiker emotionalen Zuspruch und Schutz vor der Mehrheit der kontinuierlich meckernden und stöhnenden Schland-Fans. Weiterlesen