Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Leo Kirch

Bundesliga stösst sich Kopf an der TV-Decke

Es geht zuende. Angemessen langsam, so dass die Betroffenen die Chance haben, das Problem zur Kenntnis zu nehmen und sich darauf einzustellen. Es geht um das Schlaraffenland Profifussball, in dem, so stellen es sich die Klein-Doofis unter den Kindern vor, jeder, der zwar nicht bis Drei zĂ€hlen, aber ungefĂ€hr so viele umdribbeln kann, zum MillionĂ€r wird: und jeder, der was-mit-Medien macht. In England und Spanien geht es schon nicht mehr weiter mit der Steigerung der TV-Erlöse. Und nun wird es auch in Deutschland bald so weit sein.Weiterlesen…

Regierung nimmt uns Fussball weg

Glauben Sie noch an das Gute? Dann wĂ€re es ein Supertrick: statt ARD und ZDF, die uns als Haushaltsabgabezahler*innen zu 100% gehören, kriegt die Uefa-Mafia das Geld fĂŒr die Fussball-EM 2024 von der Deutschen Telekom hinterhergeworfen. Die gehört uns als Steuerzahler*innen nur zu rund einem Drittel. NĂ€chstgrösster AktionĂ€r mit knapp 5% ist ĂŒbrigens die Firma Blackrock,Weiterlesen…

Medienkriminelles SommermÀrchen 2006

Hat lang’ gebraucht, bis es endlich rauskommt
Leo Kirch war der grössten Pleitiers der deutschen Mediengeschichte. Weil er vermutlich seiner Zeit zu weit voraus war. Das Prinzip: Bilder und Informationen privatisieren und monopolisieren – bis einem das Geld aus allen Körperöffnungen herauskommt. Heute ein ganz “normales” kapitalistisches Prinzip und GeschĂ€ftsmodell. Dass das demokratische Öffentlichkeit unterminiert und morsch macht, ist einerseits dabei Nebensache – und heute ĂŒberall gut zu erkennen. Kirch hatte sich vor seiner Pleite die grössten medienverwertbaren KuchenstĂŒcke der Fussball-WM 2006 gesichert.Weiterlesen…

Erdogan&Springer: Angst vor Kontrollverlust

Alles gerĂ€t ins Rutschen. Recep T. Erdogan hat Angst. Weniger vor dieser EU, als vor seinem “eigenen” Volk. Verliert er die nĂ€chste Istanbul-Wahl schon wieder? Gerrit Wustmann/telepolis hĂ€lt das fĂŒr sehr gut möglich. Erdogans OB-Kandidat hat keine Lust, wĂ€hrend der Oppositionskandidat Imamoglu, der schon die erste Wahl knapp gewonnen hatte, auf Mobilisierung und Zuneigung zu schweben scheint. WĂ€re schön, wenn das stimmt. Nur sicherer wĂŒrde dadurch noch nichts. Der PrĂ€sident wird nicht ruhen, wenn das Volk falsch wĂ€hlt. In Istanbul, so gross wie NRW (Achtung: das ist kein Saarland-Vergleich!), geht es um zu viel.
Das denkt sich auch Friede Springer, MilliardĂ€rin, Medienzarin und Merkelfreundin.Weiterlesen…

Spiegel-Krise – Berlusconi ist da / AKK-Taumel

Hartmut Palmer und Horand Knaup haben in den 80ern regelmĂ€ssig in der gleichen Kneipe in der Ermekeilstrasse Mittagspause gemacht, wie ich. Am Nebentisch sassen sie mit ihrem Spiegel-HauptstadtbĂŒro (“Hauptstadttoilette” gabs dann erst spĂ€ter in Berlin) und tauschten LĂ€stereien aus, wĂ€hrend ich mir am “Aztec”-Flipper zum Nachtisch zusammen mit Harald Jansen und Georg Hundt Freispiele holte. Vor Hartmut Palmer hatte ich schon in den 70ernWeiterlesen…

Sind Sie RĂŒstungsfinanzier?

Nein, ich doch nicht, niemals … Vorsicht! Seit einigen Jahren ist erforscht, dass Comedy- und Satireprogramme oftmals mehr politische Information liefern, als so manches Format, das offiziell unter dem Etikett Nachrichten/Information lĂ€uft. In meinem privaten Freundeskreis meinen z.B. die meisten, Jan Böhmermann, sei “zu albern”. Das mag sein. Aber die verpassen was.
Über die Arbeits- und Produktionsbedingungen der “Bild und Ton Fabrik” (BTF) in Köln-Ehrenfeld habe ich noch nicht viel Gutes gehört. Aber es muss da Leute geben, Weiterlesen…

Ist Murdoch raus?

Dröhnendes Schweigen deutscher Medien zu einer tiefgreifenden VerÀnderung der globalen MedienmachtverhÀltnisse. Rupert Murdoch hat wieder verkauft: dieses Mal seine GrossaktionÀrsanteile an Sky. Sky ging an den US-Medienkonzern Comcast, der damit erstmals in Europa tÀtig wird. Zuvor hatte Murdoch bereits die 21st Century Fox an Disney verkloppt. 18 Mrd. Cash sollen jetzt in seiner Kasse rumliegen.
Einen einzigen Bericht finde ich dazu,Weiterlesen…

Morgen drei wichtige Entscheidungen – die der SPD ist die Unwichtigste

Es tut mir ja auch leid, dass es so ist. Das Ergebnis des SPD-Mitgliederentscheides, so tragisch seine Konsequenzen auch sein mögen, ist morgen das Unwichtigste der drei Wahl- und Abstimmungsergebnisse in Mitteleuropa.

An der Spitze steht die Schweizer Volksabstimmung. Unter dem Titel “No Billag” sollen die öffentlich-rechtlich organisierten und finanzierten Medien abgeschafft werden. Vorgeblich soll alles der freien Marktwirtschaft unterworfen werden, was in der Schweiz faktisch heisst: die fast vollstĂ€ndige Medienmacht fĂ€llt in die HĂ€nde des rechtsradikalen MilliardĂ€rs Christoph Blocher. Ein Zustand von dem Donald Trump bisher nur trĂ€umen kann.
Österreich mit seiner rechtsradikalen Bundesregierung ist der nĂ€chste KandidatWeiterlesen…

Privatfernsehen – bald mausetot

In den 80er Jahren verfolgte die CDU-Bundesregierung Kohl die Absicht, konservative Herrschaft in Deutschland durch die EinfĂŒhrung privaten Fernsehens abzusichern. Die öffentlich-rechtlichen Sender erschienen ihr rot (das war den Sozialdemokraten zugeordnet) unterwandert, vor allem NDR und WDR, die mit der Tagesschau in Hamburg und dem Hauptstadtstudio in Bonn die politische Berichterstattung dominierten. Mit seinem Grossspender Leo Kirch zog Kohl an einem Strang. Strippenziehen war sein grösstes Talent.

Nachdem anfangs die ĂŒberwiegend konservativen Zeitungsverlegerfamilien das Angebot annahmen, sich an privaten TV-Sendern zu beteiligen, merkten manche schnell, andere langsam, das sie das nicht können und liessen sich wieder rauskaufen. Übrig blieben im GeschĂ€ft die Konzerne Kirch und Bertelsmann, Senderflaggschiffe Sat1 und RTL.

Bertelsmann wurde fĂ€lschlich der SPD zugeordnet, nur weil es im SPD-regierten NRW seinen Konzernsitz hatte und dort selbstverstĂ€ndlich gepflegte diplomatische Beziehungen unterhielt, auch zur zeitweiligen Regierungspartei GrĂŒne. Bei einzelnen Begegnungen in GĂŒtersloh und Köln war ich dabei. Leitendes Interesse war aber keine bestimmte Politik, sondern Geldverdienen.Weiterlesen…

Medienblase

Heute mittag beim Videorecorderprogrammieren bekam ich einen kurzen Zapping-Blick in die Berliner Pressekonferenz der Bundeskanzlerin, die der “Ereignis”kanal Phönix selbstverstĂ€ndlich live ĂŒbertrug. Frau Merkel und ihr Auftritt ist bestens bekannt, einer gleicht – absichtlich – dem andern. Schockierend war fĂŒr mich der Blick in ihr Publikum, in den vollbesetzten Saal von Journalist*inn*en. Sie sahen – gefĂŒhlt – alle so gleich aus. Gut, die GeschlechterparitĂ€t ist bei Journalist*unn*en, die (noch) arbeiten mĂŒssen, und nicht nur Befehle erteilen (“delegieren”), ganz gut gewĂ€hrleistet. Und es werden sicher nicht nur Deutsche gewesen sein, die dort sassen. Aber soziokulturell sahen sie alle so gleich aus: Hochschulabschluss, wahrscheinlich auch die Eltern schon, nicht uniform aber einheitlich casual gekleidet, beim gleichen Friseur gewesen, gleicher Geschmack – und wie wir Leser*innen wissen: verdammt Ă€hnliche Ansichten. Das Vorlesen der Presseschauen im Radio sollte verboten werden, die Gleichheit ist geschĂ€ftsschĂ€digend fĂŒr die zitierten Zeitungen. So wie Autofahrer*inne*n vorgehalten werden kann, dass sie nicht in einen Stau geraten, sondern selbst der Stau sind, so gilt fĂŒr die meisten Medien, die ĂŒber “Filterblasen” schwadronieren: selber!

Der Medienmarkt ist ein Markt, bei dem es diesbezĂŒglich noch Gerechtigkeit gibt.Weiterlesen…

NRW & Bertelsmann

Als Helmut Kohls CDU in den 80ern in Westdeutschland das Privatfernsehen durchsetzte und förderte, um dem im öffentlich-rechtlichen TV identifizierten “Rotfunk” etwas entgegen zu setzen, suchten auch die großindustrieerfahrenen Sozialdemokraten nach Ankern in der neu entstehenden Branche. So entstanden neue Klischees: Kohlfreund Leo Kirch mit seiner Pro7Sat1-Gruppe war der Böse, und RTL/Bertelsmann (die Konzernmutter mit Sitz in GĂŒtersloh!) waren die Guten. Insbesondere Wolfgang Clement, zunĂ€chst als Staatskanzlei-Chef von Johannes Raus, dann als sein Brutus und Nachfolger, liess sich nicht lumpen, wenn es um Einsatz fĂŒr diese Lobby ging.

Konzernstrategien und ihre Ausdifferenzierungen haben die NRW-Sozialdemokraten dabei nie nĂ€her interessiert – Bertelsmann-HauptaktionĂ€rin Liz Mohn ist, ebenso wie Friede Springer, eine “beste Freundin” der Bundeskanzlerin. Der Aufwand an Zeit und Intelligenz fĂŒr die SPD wĂ€re zu hoch gewesen.Weiterlesen…

Rekordtransfer – China kauft Netzer fĂŒr 1 Milliarde

LĂ€cherlich dieser 8-Millionen-Deal des BVB mit Marco Reus. Das große Rad dreht immer noch der 70-jĂ€hrige GĂŒnter Netzer. Die Firma Infront, deren Vorstand er bevölkert, wechselt fĂŒr 1 Mrd. den Hauptbesitzer: ein britischer Investmentfond ĂŒbergibt an einen chinesischen Immobiliendealer.

Nur die Älteren wie ich erinnern sich an den Fußballspieler GĂŒnter Netzer, der als 21-jĂ€hriger mit Borussia Mönchengladbach in die Bundesliga aufstieg. Ein 7:0 gegen den SSV Reutlingen war damals die Vorentscheidung. Wenige Jahre spĂ€ter sollte ein 11:0 gegen S04 folgen (im Tor damals: Friedel Elting). Beim 12:0 gegen den BVB war Netzer schon weg, in ZĂŒrich.

Im gleichen schönen Schweizerland sitzt die Firma Infront. In Zug am VierwaldstĂ€tter-See. Ich habe den Ort mal vom Raddampfer aus gesehen.Weiterlesen…

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