Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Lesbos

Sensation: ARD-Brennpunkt ohne Wetter

Kein Schnee, kein Regen, kein Sturm, Hitzewelle schon vorbei. Trotzdem gibt es einen ARD-Brennpunkt, heute nach der Tagesschau. Was ist in der ARD geschehen? Gab es eine Revolution in den Sendern? Haben etwa Journalist*inn*en die Macht ĂŒbernommen? Nein, so weit ist es noch nicht. Es hat “nur” gebrannt, in Moria auf Lesbos. Überraschend daran ist eigentlich nur, wie lange es gedauert hat, bis es zu dieser katastrophalen Eskalation kam. Auf dieser Insel habe ichWeiterlesen…

GrĂŒne wie Steinmeier: Thema verfehlt

Bettina Gaus hat hier vorgestern die schwache Rede des BundesprĂ€sidenten kritisiert. Nun hat er GrĂŒne Nachahmer gefunden. In einem fĂŒnfseitigen Schreiben haben sich die Bundesvorsitzenden der GrĂŒnen, Annalena Baerbock und Robert Habeck an alle Mitglieder der Ökopartei gewandt, um, so Originalton Michael Kellner, “wichtige Punkte zu unterstreichen und Euch in Eurer Kommunikation zu unterstĂŒtzen”. Wer in diesem Schreiben mehr als bekannte Sachverhalte oder gar neue politische Aussagen einer Oppositionspartei erwartet hĂ€tte, wurde bitter enttĂ€uscht. Weiterlesen…

Wo ist eigentlich Maas?

Der neue Kalte Krieg begeistert Deutschlands kommentierende Klasse
Oft sind die Schreibtischaggressoren in deutschen VerlagshĂ€usern die Schlimmsten. Sie konservieren alte Feindbilder, Klischees und Konfrontationen. Die politische Wirkung ihres Tuns interessiert sie nicht, sehr wohl aber die geschĂ€ftliche. In der politischen Klasse ist kaum noch jemand zu erkennen, der*die dagegen auch nur die geringste Widerstandskraft aufbringt. Stattdessen lassen sie sich – bis weit in die GrĂŒnen hinein – treiben, weil sie veröffentlichte nicht mehr von öffentlicher Meinung unterscheiden können.Weiterlesen…

Erdogan, der Geiselnehmer

Recep Tayyip Erdogan, der politische Hasardeur und “kleine Sultan” ist erfahren in Erpressung: Inhaftierung von BĂŒrgerrechtlern und Journalisten, um sie von EU-Staaten freikaufen zu lassen, wie im Sommer 2019. Seine immer wieder wiederholte Drohung, die FlĂŒchtlinge aus Syrien als Erpressungspotenzial fĂŒr mehr EU-Gelder zu benutzen – die massenhafte Inhaftierung von unschuldigen Personen, nur weil sie Kurden sind oder angeblich der GĂŒlen-Bewegung angehören – sein kriminelles Verhalten ist nicht neu.Weiterlesen…

ÄgĂ€is-Inseln Samos & Lesbos: Flucht und Kunst verbindet

Vor einigen Wochen berichtete Ingo Arend in Deutschlandradio und taz von einem spannenden Kunstprojekt der solventen Schwarz-Foundation (nicht mit den Lidl-EigentĂŒmern zu verwechseln) auf der griechischen ÄgĂ€is-Insel Samos. Erstaunlich, welche interessanten Initiativen die spannungsgeladene politische Situation auf SolitĂ€ren wie den ÄgĂ€is-Inseln auszulösen vermag. Wie anders die AtmosphĂ€re im Vergleich zum politischen Klima hierzulande, und das, obwohl die sozialen Probleme in Griechenland schon vor Ankunft der FlĂŒchtlinge viel hĂ€rter waren und sind als bei uns.
Ein Brennpunkt der FlĂŒchtlingspolitik in Griechenland ist die Insel Lesbos, nördlich von Samos Ă€hnlich nah vor der tĂŒrkischen WestkĂŒste gelegen. Aus Molivos/Mithymna, einem der schönsten Orte der ganzen ÄgĂ€is, dessen auf Tourismus gebautes “GeschĂ€ftsmodell” aktuell ökonomisch zusammengebrochen ist, wehren sich die Menschen jetzt ebenfalls gemeinsam, in diesem Fall mit klassischer Musik. In der FR berichtet Wolfgang Bauernfeind ĂŒber das “Molyvos International Music Festival”.
Ich habe beide Inseln mehrmals fĂŒr private Urlaube besucht, in den 80ern und 90ern. Einen Parlamentswahlkampf, es war der erste Wahlsieg von Andreas Papandreou/PASOK, erlebte ich als journalistischer Beobachter fĂŒr die damalige Tageszeitung “Die Neue” mit. Was daraus bis heute wurde, ist ein anderes Kapitel. Wer einmal auf Samos und/oder in Molivos/Lesbos war, wird es nie vergessen können. Die schönsten Bilder lagern auf der “Festplatte” im Kopf. In Molivos hatte ich eindeutig das schönste aller Privatpensionszimmer, die ich jemals bewohnt habe. Wenn es Ihr Urlaub zulĂ€sst: fahren Sie hin! Die Gastgeber*innen werden es Ihnen herzlich danken, und Sie selbst werden lebenslange Erinnerungen mitnehmen.

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