Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Liz Mohn

Freude des Tages

Gegen Bayermonsanto sind wir immer dabei …
Mich hat es nicht interessiert, geguckt habe ich nix. Aber gelesen. Und Sie haben das hoffentlich heute mittag im KantinengesprĂ€ch grĂŒndlich durchgesprochen. Wenn nicht, holen Sie es beim Feierabendbier (oder was anderes Kaltes) nach! Gestern bei der Live-Übertragung des Gespensterspiels Inter-Bayermonsanto sendete der Kölner Lokalsender RTL zu den Bildern eine nicht abschaltbare (!) Gespenster-Tonspur mit GerĂ€uschen von FC-Köln-Fans. Das könnte den Agroindustrie- und Big Pharma-Konzern noch mehr geĂ€rgert haben, als das verdiente sportliche Ausscheiden.Weiterlesen…

KnĂŒwers spannende Springer-Spekulation

Realistischer als alles, was die direkten Protagonist*inn*en mit ihrer aktiven PR-Interviewpolitik rausgehauen haben, ist, was Thomas KnĂŒwer aktuell in seinem Blog indiskretionehrensache.de schreibt. Hat er die Investorenmotive von KKR etwa besser verstanden, als Frau Springer und Herr Döpfner? Nein, ich glaube, die beiden wissen es selbst, und meinten sich öffentlich wider besseres Wissen Ă€ussern zu mĂŒssen. Denn das Kapital, das scheue Reh, darf nicht nervös gemacht werden. Und die Belegschaft, die weiter Leistung bringen soll (human ressources) auch nicht. Bei manchem, was Herr Reichelt und seine Spiessgesellen so an Schmutz raushauen,Weiterlesen…

Bertelsmann – mit Pornos MilliardĂ€rin

In den 90ern muss es gewesen sein, als die deutschen SchulmĂ€dchenreports und britischen Sexmagazine bei Sat1 und Kabel1 alle so abgenudelt waren, wie Bahnhofskinos. Die ersten Jugendlichen bastelten mit Modems rum. Aber der bertelsmanneigene Kanal Vox hatte noch einen Berg abzuspielender französischer Billigpornos seiner Senderschwester M6 auf Halde. Und also wurde die Fliessbandware in WochenendnĂ€chten abgespielt. Softpornos, also nichts war echt. Es wurde nicht gekleckert, die Studiodekoration konnte immer wieder ohne Grundreinigung wiederverwendet werden.Weiterlesen…

Lokaljournalismus – wann ist Schluss?

Es gibt Alternativen – Spanien, USA und -trotz Brexit- UK. Aber welche werden sich durchsetzen?
Wenn der Lokaljournalismus untergegangen ist, haben wir in Bonn noch ein bisschen Zeit. Hier wird er 1-2 Jahre spĂ€ter untergehen. Nicht weil “unser” General-Anzeiger so grossartig ist, immerhin nicht so schlecht wie sehr viele Andere, sondern weil die Bonner*innen ĂŒberdurchschnittlich alt und gebildet sind. Professor Klaus Meier macht sich einen Spass daraus die durchschnittliche Lebenserwartung gedruckter Presse zu errechnen, und hat seine aktuellen Erkenntnisse in Meedia, dem Medienfachdienst des Dieter-von-Holtzbrinck-Konzerns (Handelsblatt u.a.), veröffentlicht. Demzufolge ist 2033 Schluss.Weiterlesen…

Was kommt danach?

Das am meisten interessierende Ereignis dieses Wochenendes ist nicht irgendein Parteitag, sondern das Ruhrpottderby, morgen 15.30 h, Westfalenstadion. Aber gut, eine Minderheit, vor allem alle was-mit-Medien-Leute interessieren sich auch fĂŒr den CDU-Parteitag. Doch auch fĂŒr diese Leute gilt: egal, wie es heute ausgeht. Entscheidende Daten sind im nĂ€chsten Jahr: 25. Mai, nicht nur Europawahl, sondern Kommunalwahlen in allen ostdeutschen BundeslĂ€ndern, in denen am 1. September (Brandenburg, Sachsen) und 27. Oktober (ThĂŒringen) Landtagswahlen folgen.
In all diesen BundeslĂ€ndern hat es – ausser der einstigen PDS – nie “Volksparteien” gegeben.Weiterlesen…

Privatfernsehen – bald mausetot

In den 80er Jahren verfolgte die CDU-Bundesregierung Kohl die Absicht, konservative Herrschaft in Deutschland durch die EinfĂŒhrung privaten Fernsehens abzusichern. Die öffentlich-rechtlichen Sender erschienen ihr rot (das war den Sozialdemokraten zugeordnet) unterwandert, vor allem NDR und WDR, die mit der Tagesschau in Hamburg und dem Hauptstadtstudio in Bonn die politische Berichterstattung dominierten. Mit seinem Grossspender Leo Kirch zog Kohl an einem Strang. Strippenziehen war sein grösstes Talent.

Nachdem anfangs die ĂŒberwiegend konservativen Zeitungsverlegerfamilien das Angebot annahmen, sich an privaten TV-Sendern zu beteiligen, merkten manche schnell, andere langsam, das sie das nicht können und liessen sich wieder rauskaufen. Übrig blieben im GeschĂ€ft die Konzerne Kirch und Bertelsmann, Senderflaggschiffe Sat1 und RTL.

Bertelsmann wurde fĂ€lschlich der SPD zugeordnet, nur weil es im SPD-regierten NRW seinen Konzernsitz hatte und dort selbstverstĂ€ndlich gepflegte diplomatische Beziehungen unterhielt, auch zur zeitweiligen Regierungspartei GrĂŒne. Bei einzelnen Begegnungen in GĂŒtersloh und Köln war ich dabei. Leitendes Interesse war aber keine bestimmte Politik, sondern Geldverdienen.Weiterlesen…

Medienblase

Heute mittag beim Videorecorderprogrammieren bekam ich einen kurzen Zapping-Blick in die Berliner Pressekonferenz der Bundeskanzlerin, die der “Ereignis”kanal Phönix selbstverstĂ€ndlich live ĂŒbertrug. Frau Merkel und ihr Auftritt ist bestens bekannt, einer gleicht – absichtlich – dem andern. Schockierend war fĂŒr mich der Blick in ihr Publikum, in den vollbesetzten Saal von Journalist*inn*en. Sie sahen – gefĂŒhlt – alle so gleich aus. Gut, die GeschlechterparitĂ€t ist bei Journalist*unn*en, die (noch) arbeiten mĂŒssen, und nicht nur Befehle erteilen (“delegieren”), ganz gut gewĂ€hrleistet. Und es werden sicher nicht nur Deutsche gewesen sein, die dort sassen. Aber soziokulturell sahen sie alle so gleich aus: Hochschulabschluss, wahrscheinlich auch die Eltern schon, nicht uniform aber einheitlich casual gekleidet, beim gleichen Friseur gewesen, gleicher Geschmack – und wie wir Leser*innen wissen: verdammt Ă€hnliche Ansichten. Das Vorlesen der Presseschauen im Radio sollte verboten werden, die Gleichheit ist geschĂ€ftsschĂ€digend fĂŒr die zitierten Zeitungen. So wie Autofahrer*inne*n vorgehalten werden kann, dass sie nicht in einen Stau geraten, sondern selbst der Stau sind, so gilt fĂŒr die meisten Medien, die ĂŒber “Filterblasen” schwadronieren: selber!

Der Medienmarkt ist ein Markt, bei dem es diesbezĂŒglich noch Gerechtigkeit gibt.Weiterlesen…

NRW & Bertelsmann

Als Helmut Kohls CDU in den 80ern in Westdeutschland das Privatfernsehen durchsetzte und förderte, um dem im öffentlich-rechtlichen TV identifizierten “Rotfunk” etwas entgegen zu setzen, suchten auch die großindustrieerfahrenen Sozialdemokraten nach Ankern in der neu entstehenden Branche. So entstanden neue Klischees: Kohlfreund Leo Kirch mit seiner Pro7Sat1-Gruppe war der Böse, und RTL/Bertelsmann (die Konzernmutter mit Sitz in GĂŒtersloh!) waren die Guten. Insbesondere Wolfgang Clement, zunĂ€chst als Staatskanzlei-Chef von Johannes Raus, dann als sein Brutus und Nachfolger, liess sich nicht lumpen, wenn es um Einsatz fĂŒr diese Lobby ging.

Konzernstrategien und ihre Ausdifferenzierungen haben die NRW-Sozialdemokraten dabei nie nĂ€her interessiert – Bertelsmann-HauptaktionĂ€rin Liz Mohn ist, ebenso wie Friede Springer, eine “beste Freundin” der Bundeskanzlerin. Der Aufwand an Zeit und Intelligenz fĂŒr die SPD wĂ€re zu hoch gewesen.Weiterlesen…

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