Thema: Marcus Klöckner

Im Gau-Land

Von , am Sonntag, 7. April 2019, in Beuel & Umland, Fußball, Lesebefehle, Politik.

Stefan Krempl/heise online meldet die “Handlungsunfähigkeit der öffentlichen Hand”. McKinsey soll herausgefunden haben, dass sie droht. Und lobt, bei dieser Autorenschaft keine Überraschung, den Austausch von IT-Mitarbeitern zwischen Deutscher Bank und Bundesinnenministerium. Die Privatisierung des Regierens schreitet voran, nicht nur beim Abfassen von Gesetzentwürfen. Die Stadt und der Staat als Konzern ist die ultimative Traumperspektive aller Neoliberalen und sie treiben es voran, egal wie wir wählen und abstimmen. Weiterlesen

Das Eliten-Problem – Medien sind Teil davon

Von , am Samstag, 22. September 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Michael Hartmann ist Elitenforscher. Angenehm an ihm ist, finde ich, dass er nicht demagogisch vereinfacht, aber inhaltlich radikal ist. Individuen sind für nichts ein Beweis, höchstens ein Indiz, und selbst das oft nicht. Strukturen sind wichtig, sozioökonomische Mechanismen, sowie die Unterscheidung von berühmten Ausnahmen und Hauptströmungen. Nach meinem Eindruck arbeitet Hartmann wissenschaftlich sauber und korrekt, kann aber ebenso mehrere verständliche Sätze stotterfrei hintereinander sprechen, auch vor Live-TV-Kameras. So einer ist ein wertvoller Mitstreiter.
Schockierend für mich in diesem nachdenkseiten-Interview mit Marcus Klöckner sind seine Angaben zu den Journalist*inn*enschulen. Weiterlesen

Gefahr “Verfassungsschutz” / Finanzkrise&Populismus / taz

Von , am Sonntag, 16. September 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Horst Meier, in der Bürgerrechtsszene anerkannter Jurist, riet heute morgen im Deutschlandfunk zur Abschaffung des “Verfassungsschutz” genannten Inlandsgeheimdienstes. Es habe sich erwiesen, dass er mehr Risiko als Schutz sei. Seine historisch vernünftigen Gründungsvoraussetzungen seien nicht mehr gegeben. Nachzulesen als zusammenfassende Meldung, oder nachzuhören, bitte hier entlang.
Im gleichen Programm sprach der Wirtschaftshistoriker Adam Tooze über den Zusammenhang zwischen Weltfinanzkrise und Aufleben des Populismus, mehr dazu hier.
Mathias Bröckers erzählt Marcus Klöckner im nachdenkseiten-Interview von der Gründung der taz Ende der 70er Jahre, und über die Debatten zur Zukunft des Blattes, an denen er weiter teilnimmt.

Diskursgrundlage für Linke UND Liberale?

Von , am Mittwoch, 8. August 2018, in Politik.

Eben erwähnte ich schon die Ausführungen von Thomas Kliche in der FR. Er beschäftigt sich mit der politischen Wirkung heutiger Medientechnologien, und der Langsamkeit von Politiker*innen, demokratischen Systemen, letztendlich uns selbst, damit adäquat klarzukommen.
Darüber forscht auch der Österreicher Walter Ötsch schon einige Zeit. Er gräbt die Wurzeln aus, teilweise sozioökonomisch weit zurückliegende, aus denen die heutigen Herrschaftsverhältnisse gewachsen sind. Weiterlesen

Journalismus mit Haltung

Von , am Freitag, 13. Juli 2018, in Medien, Politik.

Das berühmte Hajo-Friedrichs-Zitat vom “nicht gemein machen”, “auch nicht mit einer guten Sache” – in Fachkreisen ist bekannt, dass es verkürzt wurde, aus einem langen Spiegel-Interview von 1995. Friedrichs meinte damit nicht “den” Journalismus, sondern beschrieb seine Rolle als Moderator in einem TV-Studio. Noch heute nutzen minderausgebildete Redaktionen dieses Zitat falsch, um sich herauszureden aus ihrer Haltungs- und Ahnungslosigkeit.
Nun hat sich das Wochenblatt deutscher Studienräte, “Die Zeit“, eine der letzten gedruckten Zeitungen, deren verkaufte Auflage noch nicht schmilzt wie die Gletscher und Eisberge, selbst in exakt diese Verlegenheit gebracht. Weiterlesen

Abstieg des WDR / Sex im Kapitalismus

Von , am Montag, 26. März 2018, in Beuel & Umland, Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Tom Buhrow wurde früher als nötig in seinem Amt als Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR) verlängert. Sein Rundfunkrat hat sich mit ihm verbunkert. Kritischer, als es mir bisher gelungen ist, hat Dieter Anschlag ihn in der Medienkorrespondenz gewürdigt. Ich habe keine Stelle gefunden, an der ich ihm widersprechen wollte.
Marcus Klöckner hat sich eines wichtigen Korrespondenten des WDR, Udo Lilischkies, Studioleiter in Moskau, kritisch angenommen.

Sex kommt gleich. Einfach weiterlesen. Weiterlesen

Wir und der Islam – hauptsache keine Ahnung

Von , am Freitag, 8. Dezember 2017, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Nachdem der mediengeile Bezirksbürgermeister, dessen Namen ich zum Glück schon vergessen habe, endlich in Rente gegangen ist, gewinnt der Berliner Stadtteil Neukölln an Relevanz in meiner Wahrnehmung. Nicht nur, weil ich dort vorige Woche in einem Anti-Jens-Spahn-Restaurant, wo also kein Wort deutsch gesprochen wurde, exzellent gegessen habe. Bei ZDFneo läuft aktuell eine extrem sehenswerte in Neukölln angesiedelte Krimiserie. Und eine Bezirksabgeordnete, Marina Reichenbach, wechselte mit Mandat von der Linkspartei zur SPD. Mandatsmitnahme ist immer anrüchig, ihre im Jungle-World-Interview vorgebrachten politischen Argumente kann ich jedoch nachvollziehen. Sie deuten auf ein auch von mir oft wahrgenommenes Desinteresse auch solcher Menschen hin, die vorgeben Solidarität zu üben – im genannten Fall mit Muslimen – aber nur auf der symbolischen Oberfläche bleiben – dumme Kerls und nützliche Idiot*inn*en. Politik ist was Anderes.

In der gleichen Jungle World findet sich ein Interview mit dem ägyptischen Buchautor Youssef Rakha, über arabische Pornos. Es zeigt erneut, dass wir mit unseren Gedanken- und Bilderwelten, unseren Klischees im Kopf, absolut nichts verstehen.

Was machen “wir”, bzw. unsere demokratisch gewählten Politiker*innen: Geschäfte, hier z.B. Monsieur Macron mit Katar. Einst hatte Omar Bongo, Staatschef des Zwergstaates Gabun, die politische Klasse Frankreichs auf seiner Paylist. In den arabischen Feudaldiktaturen und im Iran ist allerdings viel mehr zu holen als in Gabun, auch für unsere Deutschen Repräsentant*inn*en.

Wir dagegen wollen doofgehalten werden und sind zufrieden damit, meint der Wissenschaftler Oliver Decker im Gespräch mit Marcus Klöckner auf Telepolis.

Stefan Niggemeier hat auf uebermedien wieder ein schönes Beispiel dafür: wieder ist es Neukölln.

Merkel-Guerillero Bahners – Linke Apokalyptik – Medienkritik not accomplished

Von , am Sonntag, 18. September 2016, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Patrick Bahners, ein Konservativer wie er im Buche steht, hält als Untergrundkämpfer in der FAZ Merkels Fahne hoch. Als Konservativer weiss er klassisch, was ist, und in seinem auf Reaktion gepolten Blatt ist das heute schon besonders.

Tomasz Konicz’ grundsätzlich lesenswerte Analysen, hier zu lesen als Ergänzung zu Roland Appels Kommentar, leiden immer wieder unter zwei Dingen: ihr apokalyptischer Grundton (die Welt wird am “kapitalistischen Weltsystem” untergehen) und an seinem falschen Determinismus: Weiterlesen