Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Margarete Stokowski

Kampf ums Menschsein

Margarete Stokowski/Sp-on kommentiert den Kampf der Frauen in Polen um ihre Menschenrechte. Sie weist richtig darauf hin, dass das nicht nur nicht weit weg, sondern auch hierzulande weiter umkĂ€mpft ist. Was sollen die Frauen in den USA dazu sagen? Dort ist der radikalste FlĂŒgel dessen, was Stokowski “politisches Christentum” (als Analogie zum “politischen Islam”) bezeichnet, soeben lebenslĂ€nglich in den Supreme Court eingezogen. Und in Brasilien lenkt es die regenwaldverbrennende Regierung. Hauptsache, die Frauen bestimmen nicht selbst ĂŒber sich.Weiterlesen…

Sridharans KĂŒnstlerpech

Und MentalitĂ€tsprobleme der von ihm gefĂŒhrten Verwaltung
Dumm gelaufen. Auf der dritten Seite des Bonner Lokalteils des GA (Printausgabe) prangt eine drittelseitengrosse Anzeige mehrerer Personen, wir sollten in der Stichwahl am Sonntag Ashok Sridharan als OberbĂŒrgermeister wiederwĂ€hlen. Die meisten unterzeichnenden Familienclans sind mir als CDU-Familien bekannt. Einzige Ausnahme: Frank Asbeck, der mir in den 90ern noch auf GrĂŒnen Mitgliederversammlungen begegnete. Aber wer mit Katar grosse geschĂ€ftliche RĂ€der dreht, ist in der Tat bei der CDU besser zuhause. Das sieht Asbeck nicht wesentlich anders als Fifa-Boss Gianni Infantino.
Das KĂŒnstlerpech besteht nun darin, dass direkt neben der AnzeigeWeiterlesen…

Placebo “Integrationsrat”

mit Update 18.9.
Wenn ich mich heute ĂŒber einen Artikel des General-Anzeigers besonders Ă€rgerte, liegt es nicht in erster Linie an seinem Inhalt, als an einem Ärger meinerseits, der sich ĂŒber Jahrzehnte aufgestaut und auch noch kein Löchlein zum Entlastungsabfluss gefunden hat. Es ist der Ärger ĂŒber den Grundrechtsentzug der Millionen unserer MitbĂŒrger*innen, die mit uns zusammenleben, aber keine EU-StaatsbĂŒrgerschaft besitzen. Die grösste davon betroffene Gruppe sind die TĂŒrkinnen und TĂŒrken, die noch keine deutsche StaatsbĂŒrgerschaft erworben haben.Weiterlesen…

Kabarett-PR

Der “Schwarze Block” soll in Hamburg den Auftritt einer Kabarettistin, die zufĂ€llig gerade ein Buch auf den Markt bringen lĂ€sst, mit Gewaltandrohungen verhindert haben. So hörte ich es in von mir konsumierten Kulturmagazinen im Radio. Der Schwarze Block? Schon oft habe ich von ihm gehört, bin ihm aber in meiner langen politischen Laufbahn nie begegnet, konnte ihn nie kennenlernen. Gut, ich hĂ€tte auch keinen Wert darauf gelegt. Aber dann staunte ich in einer 5-Sekunden-Recherche nicht schlecht: er wurde 1981 von der Bundesanwaltschaft erfunden.Weiterlesen…

Kontrollverlust-Pandemie

VernĂŒnftig und guter Stimmung bleiben – wer das heutzutage schafft, ist berechtigt sich KĂŒnstler*in zu nennen. Finde ich. Als ich diesen Blog startete, habe ich mir vorgenommen, solche Autor*innen zum Mitschreiben einzuladen, von denen ich persönlich weiss, dass sie noch alle Tassen im Schrank haben. Jetzt geraten wir in Lebenslagen, in denen wir uns selbst da nicht mehr sicher sein können. Darum seien Sie gewarnt: nicht alle Texte, die ich im Folgenden benenne, werden Ihre innere StabilitĂ€t stĂ€rken.
Am ehesten noch Margarete Stokowski/Sp-on, Weiterlesen…

Oojehojeeeh: Tönnies-Verteidiger Max Eberl

mit Update
WĂ€re er doch auf dem linken FlĂŒgel geblieben. Dort ist er, obwohl nicht mit einem Sprinterkörper beschenkt, als Spieler rauf und runter gerannt und hat so manchen Gegner in den Wahnsinn gespielt. Jetzt hat er es mit seinen Freund*inn*emn, den Millionen Fans von Borussia Mönchengladbach getan. Beim sog. “Rheinischen Fussballgipfel” der gleichnamigen “Post” (Konzernmutter des Bonner GA; online nur ein unlesbarer “Ticker”-Text, daher kein Link). Statt sich in Gesellschaft der Herren Funkel und Veh lieber auf die Zunge zu beissen, redete er Ă€hnlich kariertes Zeug wie sie.Weiterlesen…

Seesslen & die KapitÀninnen / Klassismus

Georg Seesslens Analyse “Oh Captain, mein Captain – Die junge Frau als Heldin” in der Jungle World ist jetzt online zugĂ€nglich. Es ist mal wieder ein starkes StĂŒck zum besseren VerstĂ€ndnis der Gegenwart geworden, das Sie nicht verpassen sollten.
Bei ihm streikte seine Textverarbeitung beim Wort “KapitĂ€ninnen” (meine tut es nur bei “Seesslen” und “Captain”, ist halt Linux), bei Margarete Stokowski streikte sie beim Wort “Klassismus” (jou, bei mir auch). Freundlicherweise erklĂ€rt sie uns die Bedeutung des Begriffes am Beispiel der Klimadebatte.

Rezo&Merkel / Frauen / SPD / Sizilien

Text des Tages ist meine heutige Entdeckung von Arno Widmann. Mir war seinerzeit schon aufgefallen, wie hymnisch seine frĂŒhere Kolumnistin Mely Kiyak seine Redaktionsarbeit pries. Die von ihr damals geforderte Demokratiewachsamkeit hat Widmann zu bieten. Er hat die Bedeutung der Reden von Rezo und Merkel verstanden und lĂ€sst uns in seiner FR daran teilhaben. Was bei ihm fehlt, ist die Tatsache, dass hinter RezoWeiterlesen…

Aschermittwochs-Gedichte

Sind Sie schon wieder aufnahmefĂ€hig? Mglw. tut der Kopf vor allem weh, weil jetzt Selbtoptimierungs-Hochsaison ist. Guido SprĂŒgel/Jungle World hat allzu gut beobachtet, was unseren Kindern damit angetan wird. Aber ich wikk es nicht zu ernst machen.
Das schönste Karnevals-Gedicht ist von Margarete Stokowski/Sp-on. Auch sehr gut, aber nicht lustig sondern ernsthaft: Sibylle Berg kann auch cool durchdacht. Und wie es mit unserer Weltbetrachtung weitergehen sollte, das dichtet Wiglaf Droste/Junge Welt. Am besten Sie lesen alles vor dem Einschlafen oder nach dem Aufwachen. Sparen Sie Zeit beim Selbstoptimieren ein, und fragen Sie ihre Kinder, in was sie die investieren sollen.

Russen in London / Pamela Anderson / Julia Timoschenko / Geoengineering

Mit Update zu Pamela Anderson
Die zwei angeblichen Skripal-Mörder sind wahrscheinlich nicht die Mörder dieses Herrn, sondern ganz “normale” Verbrecher, wie sie die Londoner Finanzwelt bevölkern, ja geradezu StĂŒtzen des GeschĂ€ftsmodells dieser Hauptstadt der Steueroasen und GeldwĂ€scherei sind. Das meint jedenfalls Bernd Murawaski/telepolis und kann das schlĂŒssig argumentieren. Wie in der Immobilienwelt Geld gewaschen wird, hat vor einigen Tagen eine Weed-Studie von Markus Henn dargestellt, die derzeit wg. einer gerichtlich erwirkten UnterlassungsverfĂŒgung nicht online stehen kann. Das deutet darauf hin, dass sie einen wichtigen Kern des GeschĂ€fts getroffen haben muss. Hier ersatzweise der Tagesschau-Bericht.
Die Älteren unter ihnen kennen sie: Pamela Anderson,Weiterlesen…

WDR-FĂŒhrungsvakuum / Wirtschaftswissenschaft dankt ab / Besorgte BĂŒrger*innen

Barbara Buhl geht in Rente, alle Überredungsversuche fruchteten offensichtlich nicht. Frau Buhl hat fĂŒr sich einen klaren Plan, im Gegensatz zu den Herren Buhrow und Schönenborn. Jetzt funktioniert die Fernsehspielproduktion des WDR auch mal ganz ohne FĂŒhrung. Ob das gutgeht? Und wenn ja – wofĂŒr wird sie dann noch mal genau benötigt? Es ist nicht leicht, auf einem sinkenden Tanker.
Ich habe mich lieber gar nicht erst aufgeregt ĂŒber den sog. Wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums. Ich wusste gar nicht, dass es den gibt. Bis der die vollstĂ€ndige Abschaffung des sozialen Wohnungsbaus forderte; 30 Jahre nichts mitgekriegt vom Leben hier draussen.Weiterlesen…

“Mainstreammedien” … können auch Journalismus

Die Zeit war auch u.a. hier, hier und hier Thema in diesem Blog. Wenig ĂŒberraschend kreisen nun im Hamburger Kosmos die GerĂŒchte ĂŒber den innerredaktionelen BĂŒrgerkrieg. Der im gleichen Verlagshaus Holtzbrinck erscheinende Dienst Meedia heizt es mit eigener Berichterstattung selbst an. Meine Erfahrung: das Berichtete ist nichts Besonderes, weil es z.Z. fast ĂŒberall so Ă€hnlich zugeht.

Tagesschau: Deutsche Waffen im Jemen-Krieg

In der Glotze habe ich diesen Beitrag nicht gesehen. Aber online informiert das mainstreamigste aller Mainstreammedien, die Stellvertreter von Hauptstadtberlin auf Erden, die ARD-Tagesschau, wie “wir”, “unsere” RĂŒstungsindustrie und die dafĂŒr politisch verantwortliche Bundesregierung beim grausamsten derzeit bekannten Krieg, im Jemen, mitmachen.Weiterlesen…

Heimat – bedroht durch Heimatminister, nicht Özils …..

Michael Gabriel, Bundeskoordinator der deutschen Fanprojekte mit Sitz in Frankfurt, und persönlich gut bekannt mit unserem Gastautor Dieter Bott (und beide oft nicht einer Meinung), sprach heute mit dem DLF ĂŒber die RĂŒckwirkung der Özil-Debatte auf den Breitensport, die Fanszene und damit auf ihre gesellschaftliche Tiefenwirkung.
Thomas Kistner/SZ beleuchtet jetzt – endlich – auch die groteske politische Relevanz der Spielerberaterbranche. Weiterlesen…

#metoo-Nachhilfeminuten / Trump-Gegner*innen / Chinafrica

Viele MĂ€nner sollen ja angeblich klagen, sie wĂŒssten gar nicht mehr, “was noch erlaubt ist”. Ihnen wird heute wieder geholfen von Margarete Stokowski.
Svenja Flasspöhler hat im #metoo-Diskurs intelligent eine MarktlĂŒcke besetzt. Da besteht natĂŒrlich lĂ€ngerer ErklĂ€rungsbedarf, der praktischerweise gut als Promotion ihres Buches funktioniert. Ich meine das nicht lĂ€sterlich; das ist legitim. Der Inhalt ihrer AusfĂŒhrungen dient der Debatte, und das ist gut.
Bettina Gaus hat einerseits zum Trump-Putin-Gipfel die Essenz schon geschrieben. Andererseits gehört zur Wirklichkeit auch das Treiben einiger Trump-Gegner*innen in den USA,Weiterlesen…

Journalismus mit Haltung

Das berĂŒhmte Hajo-Friedrichs-Zitat vom “nicht gemein machen”, “auch nicht mit einer guten Sache” – in Fachkreisen ist bekannt, dass es verkĂŒrzt wurde, aus einem langen Spiegel-Interview von 1995. Friedrichs meinte damit nicht “den” Journalismus, sondern beschrieb seine Rolle als Moderator in einem TV-Studio. Noch heute nutzen minderausgebildete Redaktionen dieses Zitat falsch, um sich herauszureden aus ihrer Haltungs- und Ahnungslosigkeit.
Nun hat sich das Wochenblatt deutscher StudienrĂ€te, “Die Zeit“, eine der letzten gedruckten Zeitungen, deren verkaufte Auflage noch nicht schmilzt wie die Gletscher und Eisberge, selbst in exakt diese Verlegenheit gebracht.Weiterlesen…

Rettungstauchen fĂŒr MilitĂ€rdiktatur / BND

Ist es nicht rĂŒhrend, wie wĂ€hrend der WM kindliche Fussballspieler aus einer dunklen Höhle gerettet werden? Einer dunklen Höhle, in der sie von Wasser umschlossen gefangen gehalten werden. Die komplette Weltpresse, Meldungen sprachen von rund 1.000 Journalist*inn*en, drĂ€ngelt sich im thailĂ€ndischewn UrwaldgrĂŒn, um die Inszenierung ordentlich auszuleuchten – erst 4 Jungs, am nĂ€chsten Tag wieder 4 Jungs, und weil es so schön funktioniert einen weiteren Tag nur 3 Jungs, damit noch einer plus der Trainer ĂŒbrigbleiben und die Spannung zugespitzt wird. Immer schön im Schweinwerferlicht, und weil es sonst so wenig zu zeigen gibt: einige Ă€ltere Herren in Uniform,Weiterlesen…

#metoo: wehe, wenn die MĂ€dels sich einigen

Die schlimmsten Frauenfeinde, die ich kenne, sind: Frauen. Nichts ist beruhigender fĂŒr das Patriarchat und die Paschas dieser Welt. Das ist so Ă€hnlich, wie mit der GrĂŒnen-Kritik in diesem Blog. Über die “eigenen Leute” weiss Mann und Frau einfach mehr, als ĂŒber die mitunter rĂ€tselhafte “Gegenseite”. Das macht es auch leichter, sich selbst zu erheben: Distinktion, Ich-Klugscheisser und die doofen Anderen. Schnell kann dabei Konkurrenzhass entstehen. Wenn die Einen auf Kosten der Anderen fĂŒr sich eine Marktnische identifizieren und bespielen. So fĂŒhren uns manche im Medienzirkus herrlischste “Stutenbissigkeit” vor und verschönern uns Talkshow-Abende mit wohlfeilem AmĂŒsement.Weiterlesen…

#metoo, WDR und Correctiv – noch viel KlĂ€rungsbedarf

Vor wenigen Wochen hatte ich hier anhand des Streits um einen Dokumentarfilm zum Thema Antisemitismus die Unternehmenskommunikation des WDR kritisiert, vor allem die innere und den Umgang mit Mitarbeiter*inne*n. Die derzeit an #metoo-FĂ€llen im gleichen Sender gefĂŒhrte Debatte verstĂ€rkt diese EindrĂŒcke.

Ich stimme den AusfĂŒhrungen von Sonia Mikich im Spiegel-online-Interview immer noch weitgehend zu. Es ist auch richtig, wenn sich die Leitung des Senders Zeit nimmt: lieber grĂŒndlich aufklĂ€ren als schnell (ganz wie ich das auch bei Skripal verlange).

Wenn die Darstellung von Correctiv allerdings zutrifft,Weiterlesen…

Sibylle Berg – böse mit uns?

Die ZDFneo-Talkshow in der sie mit ihren selbstgesprochenen Teilnehmer*innen-PortrĂ€ts der beste Teil der Show war, ist schon unters Fallbeil der ZDF-Porgrammdirektion gekommen. Und jetzt das: nur noch halb so viele GrĂŒnde, auf die Spiegel-online-Seite zu gehen. Ihre Kolumne soll nur noch alle zwei Wochen erscheinen. Sie schreibt, sie wolle sich mehr um ihr GestĂŒte und ihre Ölplattformen kĂŒmmern. Oder ist es doch eher eine KĂŒrzung des Spiegel-Honorar-Etats?
Gut, ich hĂ€tte auch keine Lust, mir jede Woche fĂŒr das Spiegel-Publikum was Originelles ausdenken zu mĂŒssen. Andererseits: das schöne Geld nĂ€hme ich gerne. Davon hat Frau Berg sicherlich mehr genug, als ich. Schliesslich lebt sie in der Schweiz. Burmester weg, Berg nur noch die HĂ€lfte. Jetzt mĂŒssen die Spiegel-MĂ€nner noch die Stokowski vergraulen. Dann ist der Laden besenrein wie beim Seehofer.

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