Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Margarete Stokowski (Seite 1 von 2)

Belebung

Woher ist das Virus? / Krisenraum Nahost / Krise der Stadt / Brotfabrik streamt
Der heisse Scheiss geostrategischer Polemik und geheimdienstlicher Narration ist die Frage, wo das vermaledeite Coronavirus herkommt. Sprache ist Politik, hier besonders. Die “Spanische” Grippe im 1. Weltkrieg kam aus den USA. Die “Afrikanische” Schweinepest sitzt in Ost- und mittlerweile auch Mitteleuropa. Weswegen der Chinese dieses Schweinefleisch nicht mehr fressen will. Und die Grippeviren sind schon immer ganz weit aus dem Osten gekommen. Was angeblich immer so war – wie soll das jetzt anders sein? Darauf baute Donald Trump, und baute auf Sand. Damit ist die Debatte jedoch nicht tot, im Gegenteil. Weiterlesen

Kampf ums Menschsein

Margarete Stokowski/Sp-on kommentiert den Kampf der Frauen in Polen um ihre Menschenrechte. Sie weist richtig darauf hin, dass das nicht nur nicht weit weg, sondern auch hierzulande weiter umkämpft ist. Was sollen die Frauen in den USA dazu sagen? Dort ist der radikalste Flügel dessen, was Stokowski “politisches Christentum” (als Analogie zum “politischen Islam”) bezeichnet, soeben lebenslänglich in den Supreme Court eingezogen. Und in Brasilien lenkt es die regenwaldverbrennende Regierung. Hauptsache, die Frauen bestimmen nicht selbst über sich. Weiterlesen

Sridharans Künstlerpech

Und Mentalitätsprobleme der von ihm geführten Verwaltung
Dumm gelaufen. Auf der dritten Seite des Bonner Lokalteils des GA (Printausgabe) prangt eine drittelseitengrosse Anzeige mehrerer Personen, wir sollten in der Stichwahl am Sonntag Ashok Sridharan als Oberbürgermeister wiederwählen. Die meisten unterzeichnenden Familienclans sind mir als CDU-Familien bekannt. Einzige Ausnahme: Frank Asbeck, der mir in den 90ern noch auf Grünen Mitgliederversammlungen begegnete. Aber wer mit Katar grosse geschäftliche Räder dreht, ist in der Tat bei der CDU besser zuhause. Das sieht Asbeck nicht wesentlich anders als Fifa-Boss Gianni Infantino.
Das Künstlerpech besteht nun darin, dass direkt neben der Anzeige Weiterlesen

Placebo “Integrationsrat”

mit Update 18.9.
Wenn ich mich heute über einen Artikel des General-Anzeigers besonders ärgerte, liegt es nicht in erster Linie an seinem Inhalt, als an einem Ärger meinerseits, der sich über Jahrzehnte aufgestaut und auch noch kein Löchlein zum Entlastungsabfluss gefunden hat. Es ist der Ärger über den Grundrechtsentzug der Millionen unserer Mitbürger*innen, die mit uns zusammenleben, aber keine EU-Staatsbürgerschaft besitzen. Die grösste davon betroffene Gruppe sind die Türkinnen und Türken, die noch keine deutsche Staatsbürgerschaft erworben haben. Weiterlesen

Kabarett-PR

Der “Schwarze Block” soll in Hamburg den Auftritt einer Kabarettistin, die zufällig gerade ein Buch auf den Markt bringen lässt, mit Gewaltandrohungen verhindert haben. So hörte ich es in von mir konsumierten Kulturmagazinen im Radio. Der Schwarze Block? Schon oft habe ich von ihm gehört, bin ihm aber in meiner langen politischen Laufbahn nie begegnet, konnte ihn nie kennenlernen. Gut, ich hätte auch keinen Wert darauf gelegt. Aber dann staunte ich in einer 5-Sekunden-Recherche nicht schlecht: er wurde 1981 von der Bundesanwaltschaft erfunden. Weiterlesen

Kontrollverlust-Pandemie

Vernünftig und guter Stimmung bleiben – wer das heutzutage schafft, ist berechtigt sich Künstler*in zu nennen. Finde ich. Als ich diesen Blog startete, habe ich mir vorgenommen, solche Autor*innen zum Mitschreiben einzuladen, von denen ich persönlich weiss, dass sie noch alle Tassen im Schrank haben. Jetzt geraten wir in Lebenslagen, in denen wir uns selbst da nicht mehr sicher sein können. Darum seien Sie gewarnt: nicht alle Texte, die ich im Folgenden benenne, werden Ihre innere Stabilität stärken.
Am ehesten noch Margarete Stokowski/Sp-on, Weiterlesen

Oojehojeeeh: Tönnies-Verteidiger Max Eberl

mit Update
Wäre er doch auf dem linken Flügel geblieben. Dort ist er, obwohl nicht mit einem Sprinterkörper beschenkt, als Spieler rauf und runter gerannt und hat so manchen Gegner in den Wahnsinn gespielt. Jetzt hat er es mit seinen Freund*inn*emn, den Millionen Fans von Borussia Mönchengladbach getan. Beim sog. “Rheinischen Fußballgipfel” der gleichnamigen “Post” (Konzernmutter des Bonner GA; online nur ein unlesbarer “Ticker”-Text, daher kein Link). Statt sich in Gesellschaft der Herren Funkel und Veh lieber auf die Zunge zu beissen, redete er ähnlich kariertes Zeug wie sie. Weiterlesen

Seesslen & die Kapitäninnen / Klassismus

Georg Seesslens Analyse “Oh Captain, mein Captain – Die junge Frau als Heldin” in der Jungle World ist jetzt online zugänglich. Es ist mal wieder ein starkes Stück zum besseren Verständnis der Gegenwart geworden, das Sie nicht verpassen sollten.
Bei ihm streikte seine Textverarbeitung beim Wort “Kapitäninnen” (meine tut es nur bei “Seesslen” und “Captain”, ist halt Linux), bei Margarete Stokowski streikte sie beim Wort “Klassismus” (jou, bei mir auch). Freundlicherweise erklärt sie uns die Bedeutung des Begriffes am Beispiel der Klimadebatte.

Rezo&Merkel / Frauen / SPD / Sizilien

Text des Tages ist meine heutige Entdeckung von Arno Widmann. Mir war seinerzeit schon aufgefallen, wie hymnisch seine frühere Kolumnistin Mely Kiyak seine Redaktionsarbeit pries. Die von ihr damals geforderte Demokratiewachsamkeit hat Widmann zu bieten. Er hat die Bedeutung der Reden von Rezo und Merkel verstanden und lässt uns in seiner FR daran teilhaben. Was bei ihm fehlt, ist die Tatsache, dass hinter Rezo Weiterlesen

Aschermittwochs-Gedichte

Sind Sie schon wieder aufnahmefähig? Mglw. tut der Kopf vor allem weh, weil jetzt Selbtoptimierungs-Hochsaison ist. Guido Sprügel/Jungle World hat allzu gut beobachtet, was unseren Kindern damit angetan wird. Aber ich wikk es nicht zu ernst machen.
Das schönste Karnevals-Gedicht ist von Margarete Stokowski/Sp-on. Auch sehr gut, aber nicht lustig sondern ernsthaft: Sibylle Berg kann auch cool durchdacht. Und wie es mit unserer Weltbetrachtung weitergehen sollte, das dichtet Wiglaf Droste/Junge Welt. Am besten Sie lesen alles vor dem Einschlafen oder nach dem Aufwachen. Sparen Sie Zeit beim Selbstoptimieren ein, und fragen Sie ihre Kinder, in was sie die investieren sollen.

Russen in London / Pamela Anderson / Julia Timoschenko / Geoengineering

Mit Update zu Pamela Anderson
Die zwei angeblichen Skripal-Mörder sind wahrscheinlich nicht die Mörder dieses Herrn, sondern ganz “normale” Verbrecher, wie sie die Londoner Finanzwelt bevölkern, ja geradezu Stützen des Geschäftsmodells dieser Hauptstadt der Steueroasen und Geldwäscherei sind. Das meint jedenfalls Bernd Murawaski/telepolis und kann das schlüssig argumentieren. Wie in der Immobilienwelt Geld gewaschen wird, hat vor einigen Tagen eine Weed-Studie von Markus Henn dargestellt, die derzeit wg. einer gerichtlich erwirkten Unterlassungsverfügung nicht online stehen kann. Das deutet darauf hin, dass sie einen wichtigen Kern des Geschäfts getroffen haben muss. Hier ersatzweise der Tagesschau-Bericht.
Die Älteren unter ihnen kennen sie: Pamela Anderson, Weiterlesen

WDR-Führungsvakuum / Wirtschaftswissenschaft dankt ab / Besorgte Bürger*innen

Barbara Buhl geht in Rente, alle Überredungsversuche fruchteten offensichtlich nicht. Frau Buhl hat für sich einen klaren Plan, im Gegensatz zu den Herren Buhrow und Schönenborn. Jetzt funktioniert die Fernsehspielproduktion des WDR auch mal ganz ohne Führung. Ob das gutgeht? Und wenn ja – wofür wird sie dann noch mal genau benötigt? Es ist nicht leicht, auf einem sinkenden Tanker.
Ich habe mich lieber gar nicht erst aufgeregt über den sog. Wissenschaftlichen Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums. Ich wusste gar nicht, dass es den gibt. Bis der die vollständige Abschaffung des sozialen Wohnungsbaus forderte; 30 Jahre nichts mitgekriegt vom Leben hier draussen. Weiterlesen

“Mainstreammedien” … können auch Journalismus

Die Zeit war auch u.a. hier, hier und hier Thema in diesem Blog. Wenig überraschend kreisen nun im Hamburger Kosmos die Gerüchte über den innerredaktionelen Bürgerkrieg. Der im gleichen Verlagshaus Holtzbrinck erscheinende Dienst Meedia heizt es mit eigener Berichterstattung selbst an. Meine Erfahrung: das Berichtete ist nichts Besonderes, weil es z.Z. fast überall so ähnlich zugeht.

Tagesschau: Deutsche Waffen im Jemen-Krieg

In der Glotze habe ich diesen Beitrag nicht gesehen. Aber online informiert das mainstreamigste aller Mainstreammedien, die Stellvertreter von Hauptstadtberlin auf Erden, die ARD-Tagesschau, wie “wir”, “unsere” Rüstungsindustrie und die dafür politisch verantwortliche Bundesregierung beim grausamsten derzeit bekannten Krieg, im Jemen, mitmachen. Weiterlesen

Heimat – bedroht durch Heimatminister, nicht Özils …..

Michael Gabriel, Bundeskoordinator der deutschen Fanprojekte mit Sitz in Frankfurt, und persönlich gut bekannt mit unserem Gastautor Dieter Bott (und beide oft nicht einer Meinung), sprach heute mit dem DLF über die Rückwirkung der Özil-Debatte auf den Breitensport, die Fanszene und damit auf ihre gesellschaftliche Tiefenwirkung.
Thomas Kistner/SZ beleuchtet jetzt – endlich – auch die groteske politische Relevanz der Spielerberaterbranche. Weiterlesen

#metoo-Nachhilfeminuten / Trump-Gegner*innen / Chinafrica

Viele Männer sollen ja angeblich klagen, sie wüssten gar nicht mehr, “was noch erlaubt ist”. Ihnen wird heute wieder geholfen von Margarete Stokowski.
Svenja Flasspöhler hat im #metoo-Diskurs intelligent eine Marktlücke besetzt. Da besteht natürlich längerer Erklärungsbedarf, der praktischerweise gut als Promotion ihres Buches funktioniert. Ich meine das nicht lästerlich; das ist legitim. Der Inhalt ihrer Ausführungen dient der Debatte, und das ist gut.
Bettina Gaus hat einerseits zum Trump-Putin-Gipfel die Essenz schon geschrieben. Andererseits gehört zur Wirklichkeit auch das Treiben einiger Trump-Gegner*innen in den USA, Weiterlesen

Journalismus mit Haltung

Das berühmte Hajo-Friedrichs-Zitat vom “nicht gemein machen”, “auch nicht mit einer guten Sache” – in Fachkreisen ist bekannt, dass es verkürzt wurde, aus einem langen Spiegel-Interview von 1995. Friedrichs meinte damit nicht “den” Journalismus, sondern beschrieb seine Rolle als Moderator in einem TV-Studio. Noch heute nutzen minderausgebildete Redaktionen dieses Zitat falsch, um sich herauszureden aus ihrer Haltungs- und Ahnungslosigkeit.
Nun hat sich das Wochenblatt deutscher Studienräte, “Die Zeit“, eine der letzten gedruckten Zeitungen, deren verkaufte Auflage noch nicht schmilzt wie die Gletscher und Eisberge, selbst in exakt diese Verlegenheit gebracht. Weiterlesen

Rettungstauchen für Militärdiktatur / BND

Ist es nicht rührend, wie während der WM kindliche Fußballspieler aus einer dunklen Höhle gerettet werden? Einer dunklen Höhle, in der sie von Wasser umschlossen gefangen gehalten werden. Die komplette Weltpresse, Meldungen sprachen von rund 1.000 Journalist*inn*en, drängelt sich im thailändischewn Urwaldgrün, um die Inszenierung ordentlich auszuleuchten – erst 4 Jungs, am nächsten Tag wieder 4 Jungs, und weil es so schön funktioniert einen weiteren Tag nur 3 Jungs, damit noch einer plus der Trainer übrigbleiben und die Spannung zugespitzt wird. Immer schön im Schweinwerferlicht, und weil es sonst so wenig zu zeigen gibt: einige ältere Herren in Uniform, Weiterlesen

#metoo: wehe, wenn die Mädels sich einigen

Die schlimmsten Frauenfeinde, die ich kenne, sind: Frauen. Nichts ist beruhigender für das Patriarchat und die Paschas dieser Welt. Das ist so ähnlich, wie mit der Grünen-Kritik in diesem Blog. Über die “eigenen Leute” weiss Mann und Frau einfach mehr, als über die mitunter rätselhafte “Gegenseite”. Das macht es auch leichter, sich selbst zu erheben: Distinktion, Ich-Klugscheisser und die doofen Anderen. Schnell kann dabei Konkurrenzhass entstehen. Wenn die Einen auf Kosten der Anderen für sich eine Marktnische identifizieren und bespielen. So führen uns manche im Medienzirkus herrlischste “Stutenbissigkeit” vor und verschönern uns Talkshow-Abende mit wohlfeilem Amüsement. Weiterlesen

#metoo, WDR und Correctiv – noch viel Klärungsbedarf

Vor wenigen Wochen hatte ich hier anhand des Streits um einen Dokumentarfilm zum Thema Antisemitismus die Unternehmenskommunikation des WDR kritisiert, vor allem die innere und den Umgang mit Mitarbeiter*inne*n. Die derzeit an #metoo-Fällen im gleichen Sender geführte Debatte verstärkt diese Eindrücke.

Ich stimme den Ausführungen von Sonia Mikich im Spiegel-online-Interview immer noch weitgehend zu. Es ist auch richtig, wenn sich die Leitung des Senders Zeit nimmt: lieber gründlich aufklären als schnell (ganz wie ich das auch bei Skripal verlange).

Wenn die Darstellung von Correctiv allerdings zutrifft, Weiterlesen

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