Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Maria Schneider

Deutsches Fernsehen kann es (noch/doch)

Bad Banks (Staffel 2)
Ich mach es kurz. Ich habs analog auf Arte gesehen. Ich war froh, dass das Telefon nicht klingelte. Und hatte keine Lust, die Wohnung zu verlassen. Es hat mich gefesselt. Es ist keine Kritik des Kapitalismus. Sondern “nur” Kritik und Darstellung zugleich, was er mit den Individuen macht. Und zwar mit denen, die oben auf der Suppe schwimmen. Keine Systemkritik, aber ein Teil von ihr. Ich habe seit “1900” von Bernardo Bertolucci keinen Film mehr gesehen, der das System auf kĂŒnstlerische Weise perfekt dekonstruiert hat. Das wĂ€re zuviel verlangt;Weiterlesen…

Lindenstrasse und Bertolucci

Dieter Anschlag/Medienkorrespondenz warf sich fĂŒr die Lindenstrasse ins letzte, vergebliche Gefecht. Seine Erregung kann ich nicht mehr nachempfinden, obwohl ich bis in die Nullerjahre zum Stammpublikum gehört habe, mehr aus liebgewonnener Gewohnheit, als aus Fan-Engagement (das investiere ich woanders). Ich weiss darum auch gar nicht mehr, wann es aufgehört hat. Von diesem abgesehen, hat Anschlag in allen anderen Punkten aber mehr Recht, als es fĂŒr unsere Medienlandschaft und Demokratie gut ist.
Die grösste Gefahr, die unsere öffentlich-rechtlichen Medien fĂŒr sich selbst herbeiprovozieren, ist die GleichgĂŒltigkeit.Weiterlesen…

Leitkultur und Sex

Das GeschwÀtz von Leitkultur war schon immer schwer ertrÀglich. In einem etwas schwergÀngigen Essay in der FR wird heute ein weiteres Mal erklÀrt, warum es mit unserer Demokratie nicht vereinbar ist.
Etwas bildstĂ€rker wird es aktuell in der europĂ€ischen Sexpolitik, europĂ€isch, nicht morgenlĂ€ndisch! Die MissbrauchsaffĂ€re im englischen Fußball (der Herren) hat in einer Weise publizistische Fahrt aufgenommen, dass es kaum noch nachzuzeichnen ist. Es gibt jedoch auch Beispiele aus der Zeit der glorifizierten “sexuellen Revolution”, die im Kern wohl nur eine Modernisierung der AusbeutungsverhĂ€ltnisse war. Was die frĂŒh verstorbene und verehrungswĂŒrdige Schauspielerin Maria Schneider seinerzeit mit “modernen” MĂ€nnern ihrer Branche erleben musste, und was sie vermutlich fĂŒr den Rest ihres Lebens traumatisiert hat, wie wĂŒrden wir das heute einer “unterdrĂŒckten Kopftuchfrau” erklĂ€ren? Wie konnten MĂ€nner mit dieser Arbeitsweise ihre BerĂŒhmtheit steigern und Preisehrungen aller Art sammeln? Was daran war noch mal genau “emanzipatorisch”?

Update 27.12.: drei Wochen benötigte die taz, um dann aber doch zu dem hier bezeichneten Diskurs-Vorgang einen ausgereiften hervorragenden Text von Mithu Sanyal zu veröffentlichen.

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