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Schlagwort: Marseille

Am Schnittpunkt von Grundproblemen linker Politik

von Peter Wahl

Der Erfolg von La France Insoumise
ist auch deshalb von besonderem Interesse, weil er in einer Phase intensiver Debatten über Grundfragen linker Politik zustande kam. Er steht am Schnittpunkt von Diskussionssträngen, wie:
• dem Verhältnis von linker Klassenpolitik zu den Themen neuer sozialer Bewegungen wie der Umwelt-, der Frauen- oder der globalisierungskritischen Bewegung,
• dem Stellenwert identitätspolitischer Themen, wie sexuelle Minderheiten, Ethnizität, Nation oder Anti-Rassismus in linker Politik,
• dem Spannungsfeld Kosmopolitismus – Kommunitarismus (s. Nölke 2017: 77 ff),
• der Organisationsfrage und der nach dem Subjekt politischer Veränderung,
• der Debatte um den sog. „Linkspopulismus.“

LFI positioniert sich explizit oder implizit zu all diesen Fragen und versteht sich damit auch als Reaktion auf die Krise der Linken, wie sie sich im Niedergang der kommunistischen Bewegung seit den achtziger Jahren, dem Verfall der radikalen Linken und in jüngerer Zeit dem Absturz der PS manifestierte (Aguiton 2017: 7ff.).

LFI – ERGEBNIS EINES STRATEGISCHEN SUCHPROZESSES

Konzept und Strategie von LFI sind nicht mit einem Schlag entstanden, sondern das Ergebnis eines zehnjährigen Suchprozesses und Experimentierens mit unterschiedlichen Ansätzen.Weiterlesen…

Guardiola 1:1, Mourinho 0:4, Favre 4:2 auswärts, ungeschlagen Nr. 1

Und hier die guten Fußballnachrichten
Die Trainer haben die größeren Starrollen erkämpft. Ihr Gehälter sind oft höher, für sie werden auch schon Ablösesummen bezahlt, ihre Abfindungen nach Entlassungen bewegen sich in Sphären, die uns fremd sind. Nicht alle halte das aus und durch, siehe die Trainingsleitung der Betriebsmannschaft von Bayer.
Die teuerst bezahlten Stars, auch bei den Trainern, arbeiten in England. Wie bei den Spielern kommen nur noch wenige englische Fußballlehrer als Chefmanager in der Premier League zum Einsatz. Zum Glück können sie alle noch nicht zaubern. Und so gab Guardiolas Mannschaft heute zuhause Punkte gegen Southampton ab. Die Tabellenspitzze in England ist so eng wie selten, drei Mannschaften oben punktgleich, als hätte jemand Regie geführt.
Mourinho kackte mit ManU 0:4 bei seinem Exverein Chelsea ab, mit den Siegern muss man sich nicht freuen, aber Schadenfreude muss erlaubt sein.
Noch mehr mitfreuen können wir uns mit Lucien Favre. Trotz (oder wegen?) “Leistenverletzung” von Mario Balotelli gewann sein OGC Nizza heute 4:2 in Metz, der 5. Ligasieg hintereinander. Selbst wenn die Millardärstruppe PSG heute Abend gegen Marseille gewinnen sollte, bleiben Nizza und Favre auf Platz 1. Gratulation! Eine Würdigung der bisherigen Arbeit Favres, offensichtlich geschrieben vor dem Sieg in Metz, hier in der Jungen Welt.

Nur gute Nachrichten aus der Regionalliga West: Mönchengladbach behält die Spitze nach einem 4:2 bei Alemannia Aachen. Der Bonner SC hatte endlich wieder ein Erfolgserlebnis: 3:1 bei Wiedenbrück (das ist da, wo Bertelsmann sitzt). Sogar RW Essen hat gewonnen, mit 5:1 beim Abstiegskandidaten Siegen, wo sich der BSC kürzlich noch so blamiert hatte. A propos: die Reportage von Christoph Biermann in der aktuellen Ausgabe von 11Freunde über die Lage des Ruhrgebietsfussballs abseits von BVB und SO4 ist großartig, und neben dem Interview mit Galdbach-Kapitän Lars Stindl ein Höhepunkt dieses Heftes (leider nicht online).
Ebenfalls empfehlenswert: Interview von Jürgen Becker mit “Jogi Löw” in den WDR-Mitternachtsspitzen.

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