Thema: Matthias Dell

Risikoaversion – ARD-Tatort unter Druck

Von , am Montag, 2. Dezember 2019, in Medien.

Denkarbeit an “Drittem” Mediensystem – endlich! (s. Update unten)
Matthias Dell war Nachfolger von Barbara Schweizerhof als Medienredakteur beim Freitag. Aber lange hat er anscheinend das Augstein-Regime dort auch nicht ausgehalten. Heute ist er ein inhaltlich auffälliger und – notgedrungen? – fleissiger “freier” Medienjournalist (DLF, Zeit-online, weiterhin Freitag usw.). Erstmals fand ich ihn gestern im FAZ-Feuilleton, mit einer wichtigen Angelegenheit, die ich an anderen Stellen leider bisher nicht gefunden habe: die ARD, ihr “Tatort” und die Frage, welche Rolle dort Frauen spielen. Weiterlesen

Es ist der Rassismus, Dummkopf!

Von , am Dienstag, 29. Oktober 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Die Ungleichheit von Rechts und Links
Die GroKo-Parteien CDU und SPD geben sich als unverstandene Opfer. Eingeklemmt von Rechts und Links können sie keine Wahl mehr gewinnen. Opfersein war schon immer ein herausragendes deutsches Talent. Es ist aber nicht genetisch, sondern sozial erlernt. Mit dieser Deutung ist schon mal eine Ungleichheit zwischen Rechts und Links markiert. Eine weitere hat der Soziologe Alexander Yendell im Sp-on-Interview herausgearbeitet: es ist der Rassismus, das Minderbewerten anderer Menschen. Weiterlesen

Die Zerstörung der Linksparteien

Von , am Montag, 2. September 2019, in Lesebefehle, Politik.

Dass ich die SPD unter diesem Begriff hilfsweise rubriziere, widerspricht meinen eigenen Einschätzungen. Was ein Gegenstand tatsächlich wert ist, erfahren wir Menschen in der Regel aber erst, wenn er weg ist. Da ist die SPD zumindest verdammt nah dran. Sie lässt das Stadium von Hohn und beissender Kritik derzeit hinter sich, und kommt ganz unten an: beim Mitleid.
In diesem Stadium muss eine Partei dankbar sein, wenn sie von Influencer-Stars und Satiriker*inne*n überhaupt noch erwähnt wird. Aus dieser Liga sind SPD und die sich “Die Linke” nennende Partei nun wohl schon abgestiegen-. Weiterlesen

Northstream2 / Nigeria / Venezuela / Tatort

Von , am Sonntag, 3. Februar 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Zum ersten Mal las ich heute substanzielle Argumente gegen das Northstream2-Projekt. Sie betreffen jedoch nicht deutsche Interessen, sondern russische. Was Ute Weinmann/Jungle World schreibt, wird als öffentliches Thema die Putin-Administration nicht amüsieren. Im Kern ist ihre These, dass unter ihrem Deckmantel die Ausplünderung des Staates, in diesem Fall des Staatskonzerns Gazprom, durch (regimetreue) Oligarchen fortgesetzt wird, wie zu “besten” Jelzin-Zeiten.
Von hiesiger Öffentlichkeit unbemerkt ist im bevölkerungsreichsten Land Afrikas, Nigeria, Weiterlesen

Rassismus im DLF

Von , am Freitag, 4. Januar 2019, in Lesebefehle, Medien.

Rassismus gibt es überall, also auch im DLF. In diesem Fall möchte ich das jedoch nicht ermüdend geißeln, sondern loben. Weil der Sender das Thema gestern nachmittag zweimal angefasst hat.
Im Kulturmagazin Corso kamen Dela Dabulamanzi und Lara-Sophie Milagro, Mitglieder des Künstler*innen-Kollektivs Künstler*innenkollektivs Label Noir zu Wort. Weiterlesen

Nicht beim Sterben zusehen

Von , am Donnerstag, 1. November 2018, in Medien.

Mit Update.
Nein, es geht hier nicht um die Volksparteien. Sondern um ihre Brüder und Schwestern bei den Medien. Die Grossverlage Gruner&Jahr (Stern, 25% Spiegel), Burda (Focus) und Holtzbrinck (Die Zeit) wollen nicht mehr, dass wir wöchentlich, sondern nur noch quartalsweise, über das Abschmilzen ihrer verkauften Auflage informiert werden. Widersprüche in der herrschenden Klasse: die Mediaagenturen, die die Produktwerbung verplanen und platzieren, finden das wenig amüsant, Weiterlesen

Starke schwarze Frauen im “Freitag”

Von , am Donnerstag, 12. Oktober 2017, in Lesebefehle.

Anta Helena Recke, bisher Regieassistentin, debütiert als Regisseurin in München. “Mittelreich”, ein Stück von Josef Bierbichler, im Hauptberuf Schauspieler von brechtschem Format, lässt sie, die Welt vom Kopf auf die Füsse stellend, von ausschliesslich schwarzen Schauspieler*inne*n spielen. Matthias Dell hat sie hier interviewt. Theater besser als das Leben selbst.

Thembi Wolf schreibt aus dem Ostkongo, einer Region, die für uns im sicheren Europa eine Synonym für Vorhölle ist: Massenmord, Staatszerfall, marodierende Banden, krimineller Rohstoffdiebstahl. Dazwischen die Frauen, die ans Vergewaltigtwerden gewöhnt werden sollen, und solche unter ihnen, die sich wehren und organisieren. Fantastisch was sie leisten, Superjournalismus, dass das hier ankommt. Bitte lesen, lesen, lesen …..