Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Mediathek

ZDF – keine*r mehr zuhause

Lohnt es sich noch, sich darĂŒber aufzuregen? Oder sind die eh schon tot beim Altersheimsender ZDF? Ich hab’ auch keine Lust mehr, es zu recherchieren. Unbemerkt von Öffentlichkeit soll das ZDF angeblich Freitagnacht ab 0:45 h mit dem Absenden von “Better Call Saul” beginnen. Das ist ein Spin-off der besten TV-Serie der jĂŒngeren TV-Geschichte “Breaking Bad”, das seinerzeit zu zumutbaren Sendezeiten von Arte gesendet wurde.Weiterlesen…

Agrochemie, du musst jetzt ganz stark sein …

Mit Update 29.4.
Sie als Leser*innen, seien Sie beruhigt. Sie ist es auch. Die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten sind gelegentlich doch noch fĂŒr was gut. Mann und Frau muss es nur zu finden wissen. Darum hier eine kleine Hilfestellung.
Das in Klischeevorstellungen doch so unverdĂ€chtige ZDF hat eine allgemein sehenswerte Sendereihe “planet e”, die an Wochenenden auf quasi unguckbaren SendeplĂ€tzen versteckt wird. Heute aber haben wir draussen eine Kaltfront,Weiterlesen…

“Maischberger” – wie lange noch?

Meine Leser*innen wissen, dass ich fĂŒr Trash-Talkshows keine Zeit habe. DafĂŒr habe ich meinen Mitautor Roland Appel und Hans HĂŒtt/FAZ. Wenn ich HĂŒtt glaube, muss es gestern wieder besonders schlimm gewesen sein. Wie tief kann der die Produktion beauftragende Sender noch sinken? Immerhin war er es, der 1973 damit angefangen hat.
Damals galt eine Talkshow als gefĂ€hrlich-unkontrollierbares Etwas.Weiterlesen…

Australien – gibt es das wirklich?

Gestern nĂ€hrte das Neo Magazin Royale in ZDFneo Zweifel, ob es Australien ĂŒberhaupt gibt. Auf der Wetterkarte (ab Min. 21:42) offensichtlich nicht – alles eine Verschwörung? Weitere Indizien:
Ich bilde mir ein, eine extrem lustige australische Arztserie “The Heart Guy” auf dem ARD-Sender One gesehen zu haben. Über die spezifisch australische Art der Sex Politics ist hier viel zu erfahren – bilde ich mir ein. Versuchen Sie aber mal, die in der Mediathek zu finden! Siehste: gibts gar nicht.
Bleibt noch die unvergleichliche Barbara Schweizerhof in der taz, die uns von dem australischen Kinofilm “Sweet Country” erzĂ€hlt, als wĂ€ren wir dringewesen.

“Kulenkampffs Schuhe”: nur 1 Woche Mediathek

Vor einigen Tagen empfahl ich Ihnen die Dokumentation “Kulenkampffs Schuhe” von Regina Schilling, die soeben von der ARD versendet wurde. Wenn Sie zu den vielen gehören, denen eine Sendezeit von 22.30 bis 0 Uhr nicht zumutbar war, seien Sie gewarnt: in der Mediathek werden Sie dieses grosse StĂŒck deutsches Fernsehen und Geschichtsschreibung nur eine Woche finden. Dann ist es online (vermutlich) weg.
Warum? Es gibt zwei mögliche Vermutungen,Weiterlesen…

Körperpositiv – “My Mad Fat Diary”

Die Briten können es einfach: Fernsehen machen, wie es aus Deutschland nie zu sehen ist.
My Mad Fat Diary” ist jetzt schon ein paar Jahre alt, wurde im öffentlich-rechtlichen Internetkanal Funk ausgestrahlt, ist dort auch noch verfĂŒgbar, und jetzt im traditionellen TV-Programm ONE, dort allerdings ohne Mediathekangebot.
Inhaltlich geht es um eine fette junge Frau in ihrer PubertĂ€t. Auch die DĂŒnnen sollten es sich ansehen. Hier lernen Sie die andere Perspektive kennen. Diese Produktion ist ein politisches Manifest gegen alle möglichen SĂŒchte: Fressen, Hungern, Sport, Selbsthass und Selbstoptimierung. Mit einem positiven Grundton zum Leben und seiner VerĂ€nderbarkeit, aber britentypisch ohne jede SchönfĂ€rberei, kitschfrei geradeaus. Gratulation.
Und was ONE angeblich laut Rundfunkstaatsvertrag nicht darf (Dank an die hirnkranken Staatskanzleien unserer BundeslÀnder, die sowas verbrechen), es in einer Mediathek anzubieten, das tut dann eben der Globalkonzern und die Datenkrake Alphabet (ehem. Google) auf Youtube, bitte hier entlang.

Journalismus-Juwel “Sport inside”

Von der WDR-Programmdirektion ungeliebt und im Programm bis zur Unauffindbarkeit rumgeschubst, aber es gibt ja jetzt Mediatheken. “Sport inside” ist – neben dem NDR-“Sportclub” (sonntags kurz vor Mitternacht) – das einzige Sportjournalismusprogramm im gesamten öffentlich-rechtlichen und privaten deutschen Fernsehen. Sportjournalismus hier als prĂ€gnanter Unterschied zur ProduktprĂ€sentation: die gibt es in jedem Programm. Zu ihr haben die Sender hunderte Seiten dicke VertrĂ€ge mit den Veranstalter*inne*n geschlossen, in denen genauestens geregelt wird, was wie ins Bild gesetzt und wie welche Produktwerber und Spots dabei zu prĂ€sentieren sind. Pressefreiheit ist was anderes.Weiterlesen…

Monitor: werden wir bald verstrahlt? Oder jetzt schon?

Die Monitor-Redaktion ist glĂŒcklicherweise eine Perle in der BĂŒrokratie der öffentlich-rechtlichen Medien geblieben. Heute lief bereits die Vorberichterstattung zu ihrer Recherche zum belgischen Pannenreaktor Tihange.
Auch die anderen Themen, u.a. deutsche Waffen im tĂŒrkischen Krieg gegen die Kurden, Gegenwehr gegen die gute Idee einer Bodenwertsteuer u.a. sind gut gewĂ€hlt und deuten auf Sehenswert hin.
Wenn Sie heute Abend 21.45 h keine Zeit haben; es gibt zahlreiche Wiederholungen (ARD-Nachtprogramm 5.00 h; WDR 9.20 h, mehrere Termine auf Tagesschau24) und den Segen der Mediathek.

Die BBC-Perle “Love, Nina” und das ARD-Versagen

Letzten Samstag versteckte der ARD-Nischensender ONE die erste Staffel von “Love, Nina” im Vorabendprogramm. Mein Festplattenrecorder hat es festgehalten und fĂŒr mich gerettet. Nick Hornby hat das Drehbuch geschrieben. Der Mann, Arsenal-Fan, der den ersten wirklich guten Fussballroman geschrieben hat. Aus dem auch der einzige wirklich gute Fussballfilm entstanden ist: “Fever Pitch“. Nein, entschuldigung: Adolf Winkelmanns “Nordkurve” war auch gelungen.
Nina (20) ist eine Nanny in einer Familie der oberen Mittelschicht Londons, also solche, die sich dort noch ein Reihenhaus leisten können. Der Job, den sie braucht, um (irgend)ein Studium zu finanzieren, ist reiner Terror. Neben der attraktiv leidenden Faye Marsay als Nina toll: ihre Ă€usserlich abgewrackte aber schnelldenkende Arbeitgeberin sophisticated gespielt von Helena Bonham Carter. FĂŒr uns als Zuschauer*innen alles extrem amĂŒsant, weil very british.

Ziemlich unfassbar ist, dass die ARD beim Erwerb weder Wiederholungsrechte noch einen Mediathek-Aufenthalt vorgesehen hat. Was soll das? Weil die MilliardÀrskonzerne Amazon, Google und iTunes (Apple) damit verdienen wollen, worunter sie bekanntlich den wenigsten Mangel leiden, nÀmlich Geld? Da bleibt nur noch, es so zu machen, wie bei meinem Weihnachtsgeschenk.

Und selbst dieser Text wird materiell und objektiv zu einer Werbung fĂŒr diese antidemokratischen kalfornischen Luxus-RevolutionĂ€re. Fuck you!

Wer ist “der am meisten ĂŒberforderte Intendant”?

In Berlin wĂŒrde jetzt alle schreiend aufstehen und “Dercon” rufen. Ungerecht. Wir sind ja auch nicht in Berlin. Helmich ist es auch nicht, nach meiner Wahrnehmung eher ein kluger Stratege, der mit immer enger werdenden SpielrĂ€umen von seiten einer kurzsichtigen Kommunalpolitik klarkommen muss. Nein, der geschĂ€tzte Kollege Rene Martens hat diesen “Eindruck” vom aktuellen WDR-Intendanten Tom Buhrow gewonnen. Und damit könnte er rechthaben.
Buhrow habe ich in den 80er Jahren noch bei Kölner Antifa-Demos mitlaufen gesehen. Lockerer Typ mit fortschrittlichen Ansichten, so setzte er sich in meiner Erinnerung fest. Das allein reicht offensichtlich nicht, ein immer mehr Fett ansetzendes Dickschiff durch unruhige GewĂ€sser zu steuern. Fett schwimmt immer oben? Ja, das könnte die herrschende “Philosophie” des WDR von heute sein. Programminnovationen sind aus dem HausWeiterlesen…

Grundwasser vergiften, Fluchtursachen schaffen – Milchwirtschaft

Es gibt vieles anderes abends zu tun, als um 20.15 h Arte anzuschalten. Auch fĂŒr mich war es vorgestern so. So sah ich mir erst gestern abend meine Aufzeichnung von “Das System Milch“, eine neue Produktion von GrimmepreistrĂ€ger Andreas Pichler an. Dieses Mal bleibt der Film zum GlĂŒck nicht sieben Tage sondern drei Monate in der Mediathek verfĂŒgbar.
Der Bauernverband kĂŒmmert sich um die 10% der agrarindustriell arbeitenden Grossbauern, seine andern Mitglieder verarscht er. Die Milchbauern wissen das schon lĂ€nger, hatten aber bisher keine Chance ihre Interessen gegen den europĂ€ischen politisch-agrarindustriellen Komplex durchzusetzen. Unbekannt war mir, dass es nicht nur in Indien, sondern auch in Frankreich eine Selbstmordwelle unter Bauern gibt, die der Schuldenfalle der Banken nicht mehr entrinnen können. Mir persönlich schon, der breiten Öffentlichkeit aber noch viel zu wenig bekannt ist, wie auch die afrikanische Milchwirtschaft von der subventionierten aggressiven Exportstrategie der EU ruiniert wird. Viele ihrer Opfer sitzen in den Schlauchbooten im Mittelmeer und in den von libyschen Milizen unterhaltenen Sklaven- und Gefangenenlagern.

Nur kurz – Welt der Weine auf Arte

Heute bin ich zu einer Weinprobe eingeladen. Warum sind Weinliebhaber*innen so verrĂŒckt? Wein ist wohl das GetrĂ€nk, das geschmacklich am meisten ĂŒber seine Herkunft und seine Produktionsbedingungen erzĂ€hlt. Das ist seine eigene Sprache. Sprachenlernen ist nie zuende, unendlich. Ich persönlich habe sie bisher nicht wirklich erlernt. Mir genĂŒgt es bereits, dass jeder Wein anders schmeckt, selbst jede Flasche des gleichen Weins. Die Möglichkeit der Entdeckung des Neuen sind also ebenfalls unendlich. Der Wein erzĂ€hlt auf diese Weise etwas von unserer Welt.
Diesen Tatsachen widmet sich aktuell eine Sendereihe auf Arte, eine Woche lief es schon, zwei Wochen folgen noch: Die wunderbare Welt der Weine lĂ€uft montags bis freitags tĂ€glich ab – variierend – 17.10/17.15/17.20 h. Jede Folge knappe 25 Minuten zu einer der vielen Weinregionen auf der Welt.
Von den bereits gesendeten Folgen sind mir die ĂŒber die Steilterrassen am Genfer See und die ĂŒber China am nachdrĂŒcklichsten in Erinnerung geblieben, weil ich darĂŒber am wenigsten wusste.
Total Ă€rgerlich, dass Arte jede Folge nur eine Woche in der Mediathek bereithĂ€lt. Sie haben also die Wahl: entweder tĂ€glich pĂŒnktlich Feierabend machen, oder dem Videorecorder einen tĂ€glichen Dauerauftrag geben.

ZDF – das neue Erste?

Schon seit lĂ€ngerem fĂŒhrt das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), allenfalls bedrĂ€ngt von der Summe der Dritten, die deutsche Einschaltquotentabelle an. Wenn es einen Staatssender gibt, dann ist es dieser. Das Bundesverfassungsgericht musste immer wieder eingreifen, um die grundgesetzlich vorgeschriebene Staatsferne bei der Zusammensetzung seiner Aufsichtsgremien durchzusetzen. Die öffentlich-rechtliche Konkurrenz von der ARD profitiert von und leidet unter dem Föderalismus. Sie setzt sich aus 9 Anstalten zusammen, sogar die Zwergstaaten Bremen und Saarland haben immer noch eigene. WĂ€hrend Bremen frĂŒher durch kreative Programminnovationen glĂ€nzte, erinnert sei an das Interviewergespann Christian Berg und Michael Geyer oder an die FrĂŒhzeit der Talkshow “III nach neun“, können sich die meisten Zuschauergenerationen daran schon nicht mehr erinnern. Das Saarland hatte frĂŒher mit Jochen Senf zumindest einen skurril-originellen Tatort-Kommissar (der Gourmet mit dem Rennrad), kennt heute auch keine*r mehr.

Trotz komplizierter Aufsichtsstruktur dĂŒrfte also das ZDF die kĂŒrzeren anstaltsinternen Entscheidungswege haben. Und wĂ€hrend wir es in der alten BRD-Zeit noch als “CDF” bezeichneten, also als Verschmelzung von Kohl-CDU und Fernsehen, haben sich auch diese Unterschiede abgeschliffen.Weiterlesen…

1a-Brit-Krimis auf ZDFneo

Bastian Pastewka startete bei uebermedien.de – mittlerweile paywalllfrei gestellt – eine kleine Serie “Hat sowieso keiner gesehen ausser ich” und besprach dazu die britische TV-Krimiserie “Line of Duty“, heute nacht 0.45 h. Und ja, ich gebe ihm in allen Punkten Recht, will nur ergĂ€nzen: in deutscher Krimiware sind selten so starke Frauen zu sehen, wie im UK. Das gilt noch mehr fĂŒr die am kommenden Montag, 23.15 h auf dem gleichen Sender beginnende Wiederholung von “No Offence” (bisher kein geeigneter Link auf der ZDF-Website).
Mit einer Mediathek-PrĂ€senz dieser Krimifolgen ist nicht zu rechnen. FĂŒr das ZDF ist das eingekaufte Lizenzware, und da wird, wie ĂŒblich bei unseren öffentlich-rechtlichen Sendern, immer am falschen Ende gespart, an den Senderechten im Internet. Einzige Rettung: Videorecorder vorprogrammieren!

Hasret – noch eine Istanbul-TV-Perle

Vor wenigen Tagen lobte ich hier schon ein Istanbul-Filmchen, das der NDR im Nachtprogramm versenkte. Das hat vorgestern auch Arte getan, mit “Hasret”. Eine recht poetisch und in Teilen dichterisch-surreal geratene Wahrnehmung dieser spektakulĂ€ren Stadt. Dichterisch-surreal nicht nur in der erzĂ€hlten Geschichte sondern auch und gerade in der Bildsprache. Kritisch anmerken wĂŒrde ich auch hier wieder, dass die Macher um einiges zuviel um sich selbst kreisten, obwohl ich das andererseits auch gut nachempfinden konnte, als Fremder in Istanbul.
Arte hĂ€lt die Filme in der Regel 7 Tage in der Mediathek, sie haben also von heute an noch 5 Tage Zeit. Vielleicht verlĂ€ngert sie sich ein bisschen durch Wiederholungstermine. Der Film lief bereits im Kino, erhielt – gut angelegte – Fördermittel der Filmstiftung NRW, Lindenstraßen-Produzent Geissendörfer produzierte mit, ein starker BĂŒndnispartner mit guten Beziehungen fĂŒr die Filmmacher.

Es gibt nichts Ernsteres als Karneval

Donnerstag geht es wieder loss. Die Erwachsenen werden sich wieder aufregen, dass die Kinder so viel saufen und kotzen. Es ist hier im Rheinland die ökonomisch wichtigste Zeit fĂŒr bestimmte Einzelhandelsbereiche, die Gastronomie und die Entertainmentbranche. Diese Tatsache hat gestern Abend eine weitere von JĂŒrgen Werner geschriebene Folge des Kölner WDR-Tatorts aufgegriffen (verfĂŒgbar in der Mediathek bis 19.3.). Als Kind habe ich von meinen Eltern gelernt: “Ist doch nur’n Film.” Das stimmt. Aber wenn ein Film einem das GefĂŒhl gibt, bereits erlebte Fakten zutreffend darzustellen, dann wird es – in diesem Fall – beklemmend. Und definitiv nicht lustig.Weiterlesen…

Mediatheken-Ärger vor dem Ende?

Niemand blickt mehr durch, was und mit welcher Aufenthaltsdauer in den Mediatheken der von uns bezahlten Rundfunk- und TV-Sender abrufbar ist. Junge Leute glotzen ĂŒberhaupt kein TV mehr. Selbst unsereiner guckt nur noch die 20-Uhr-“Tagesschau”, die Samstags-Sportschau und ausgewĂ€hlte “Tatorte” (Dortmund!, Tukur) live, wenn ĂŒberhaupt.
Was nicht online steht, existiert auch nicht – fĂŒr immer mehr Menschen, vor allem die Nachwachsenden.
Wenn die Mediatheken nicht bald verlĂ€sslich nutzbar sind, und wenn nicht endlich die sehr inhaltsreichen Archive, die wir auch alle schon bezahlt haben, zugĂ€nglich gemacht werden, dann werden auch die öffentlich-rechtlichen Sender bald nicht mehr existieren. Zu entscheiden haben das gemĂ€ss Verfassung die MinisterprĂ€sident*inn*en der LĂ€nder. Jeder und jedem von ihnen ist vor allem “ihr” Landessender ein besonderes Anliegen, denn nur dort kommen sie als Politiker*innen ĂŒberhaupt verlĂ€sslich vor. Wenn sie also auch “ihrem” Sender online die Luft abdrehen, dann ist das so eine Art politischer Selbstmord ;-)
Die Blog-Kolleg*inn*en von netzpolitik.org haben eine Bestandsaufnahme der Diskussion zwischen den BundeslÀndern gemacht. Es besteht Hoffnung. Aber durch das Einstimmigkeitsprinzip kann es auch Dauern.

Vergesst die Tatort-Soaps: es gibt “Babylon” (Samstag, 22 h auf “ONE”)

Deutsche Krimiproduktionen sind so beliebt, weil sie immer so verlaufen, wie wir dran gewöhnt sind. Wie oft schon bin ich dabei eingeschlafen und hatte nach dem Wiederaufwachen das GefĂŒhl, nichts verpasst zu haben. Ob sich die zweifellos großartigen Schauspieler*innen Barbara Auer und Matthias Brandt nun gefunden haben oder nicht, das mag ein guter Film sein, ein guter Krimi ist es nicht.
Macht nix, es gibt Alternativen. Sie können mir glauben, weil ich es schon gesehen habe, außer mir aber fast niemand, weil “Babylon” schon mal im WDR-Fernsehen versendet wurde, ohne dass es irgendjemand bemerkt hat. Und selbst wenn: die Story ist so polizeipolitisch aktuell und fast so kompliziert wie die Wirklichkeit. Drehbuch, Regie, Schauspieler, Schnitt – alles erste britische Sahne, also inhaltlich ernsthaft und dennoch voll Humor. Auf einem Sender, den Sie wahrscheinlich auch nicht kennen, weil den kaum einer guckt: die ARD hat ihn gerade umbenannt von “EinsFestival” auf “ONE”. Was das soll? Keine Ahnung. Der Hinweis ist nur wichtig, weil sie zur Sendezeit, Samstag 22 Uhr (hoffentlich) was Schöneres vorhaben, als Glotze zu gucken. Sie mĂŒssen also vorprogrammieren; achtung: die ersten drei Folgen laufen am StĂŒck. Und dann am Sonntag zur Tatort-Zeit gucken. Sie kommen dann zeitlich auch noch ĂŒber den darauf folgenden Talkshow-Trash drĂŒber, und hatten statt Berlin-Wahl einen tatsĂ€chlich informativen und unterhaltsamen Sonntagabend.
Vorprogrammieren ist auch darum ratsam, weil die ARD vermutlich darauf verzichtet hat, LizenzgebĂŒhren fĂŒr Internetverbreitung zu bezahlen, so dass sie sich in der Mediathek hinterher wahrscheinlich “einen Wolf” suchen.

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