Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Medienkorrespondenz (Seite 1 von 2)

Vom Zustand der Kritik

Hier die besseren Beispiele
Georg Seesslen gehört zu den Besten deutscher Sprache. Aktuell beweist er das mit seiner Analyse der Beziehung zwischen Hollywood und Diversity. Seesslen ist nicht einfach nur Medienkritiker, sondern immer auch politischer Analyst. Kontext ist ihm nicht fremd oder zu kompliziert, sondern notwendig, um zu verstehen. BeilĂ€ufig behandelt er Grundsatzfragen wie “Grund- und Nebenwiderspruch”, Rassismus und KlassenverhĂ€ltnisse gleich mit. Nur wenige können das.Weiterlesen…

Krimidemie / CDU – nach der Krise ist vor der Krise

Der geschĂ€tzte Kollege RenĂ© Martens/MDR-Altpapier setzt sich mit der PolizeiglĂ€ubigkeit der ĂŒberwiegenden Mehrheit deutscher Billigmedien angemessen kritisch auseinander. Einerseits prĂ€gt das das Bild der Menschen von der Wirklichkeit mit, aber geringer, als die meisten was-mit-Medien-Leute glauben. Denn der Journalismus hat noch weniger Kredit beim Publikum, als er selbst glaubt. Der jĂŒngere Teil des Publikums weiss, dass er sich ein Bild von der Wirklichkeit da draussen selbst zusammensetzen muss. Das Problem sind die (zahlreicheren!) Alten, gedanklich oder auch körperlich weniger mobilen, die sich das Bild von da draussen vor der intellektuell noch immobileren Glotze machen zu mĂŒssen glauben …Weiterlesen…

Bauernverband gegen Verschwörungstheorie

Weiter unten: Ermittlungsergebnisse zum Mord am Fussball
Verschwörungstheorien, das mĂŒssten nun alle Medienkonsument*inn*en gelernt haben, sind das Covid-19 unserer Tage. Was aber viele immer noch nicht wissen. einer der tapfersten KĂ€mpfer dagegen ist der Deutsche, oder in diesem konkreten Fall der westfĂ€lische, Bauernverband. StĂ€ndig fĂ€llt er diesen Theorien zum Opfer. SpektakulĂ€r z.B., was die kommunistische Sekte Radio Bremen dazu verbreitet, von nichts ‘ne Ahnung, und dann sowas ….
In seinem tapferen Kampf muss sich der Bauernverband nun sogar dagegen wehren,Weiterlesen…

Werner Höfer

Torsten Körners gelungene Mediengeschichtsschreibung
Nur wer so alt wie ich, oder Ă€lter ist, wird sich noch an den Mann erinnern. Von 1952-1987 bestimmte er in Millionen deutschen Familien den sonntĂ€glichen Tagesablauf: nach dem Kirchgang setzte sich Vater mit Cognac und Rauchwaren vor den Fernseher, wĂ€hrend Mutter in der KĂŒche das Gulasch oder die Koteletts zubereitete. In beengteren WohnverhĂ€ltnissen hatten die Kinder zwischen 12 und 12.45 h zu schweigen. Höfer moderierte in dieser Zeit den Internationalen FrĂŒhschoppen. (nicht minder legendĂ€r: WDR-Sprecher und Ansager Egon Hoegen).Weiterlesen…

Die Welt da draussen – ungerecht und undankbar

mit Update nachmittags
Neuinfektionen Wuhan: 1
Wenn ich von etwas was weiss, dann vom harten Alltagsleben deutscher Politiker*innen. Als ich gestern die Herren Laschet und Stamp in der Glotze, die bereitwillig zum Regierungsfernsehen mutiert, sah, ĂŒbermannte mich das Mitleid. Da bringen die Herren Tag und Nacht in Krisensitzungen zu, mĂŒssen sich von Fachleuten Dinge vortragen lasssen, von denen sie sebst nichts verstehen, aber dann selbst entscheiden und Verantwortung ĂŒbernehmen – und da draussen vergnĂŒgen sich nichtsnutzige Menschenmassen in GrĂŒnanlagen. Wie undankbar können diese Menschen nur sein?Weiterlesen…

Deutsche Medienpolitik – haben Sie sie irgendwo gesehen?

Christian Bartels/Medienkorrespondenz berichtet von der quasi geheimgehaltenen medienpolitischen Tagung der grĂŒnnahen Böll-Stiftung. In sprachlich bemerkenswert höflich gehaltenen Formulierungen lĂ€sst er erkennen, dass nicht viele die dort vorgetragenen AusfĂŒhrungen von Lutz Hachmeister zu einem “Dritten System” verstanden haben. In Bartels’ Worten:Weiterlesen…

Zahlen Sie (noch) fĂŒr Journalismus?

Sie und ich zahlen eine Haushaltsabgabe fĂŒr öffentlich-rechtliche TV- und Radioprogramme. Ist da Journalismus drin? Gefragt dazu, ob und in welchem Umfang wir das wollen, werden wir nicht. Ginge es nach mir und meinem Nutzungsverhalten, gingen 80% in Journalismus. Ginge es dagegen nach den Einschaltquoten ….hilfe, bloss nicht! Eine bessere Lösung wĂ€re, wenn die engagierten Fans, sofern sie noch nicht ausgestorben sind, mehr mitwirken dĂŒrften. Nicht mit diesen Ă€tzenden Call-In-Sendungen (das ist Trash, den ich sofort abschaffen wĂŒrde), sondern beim diskutierenden Mitbestimmen, und beim WĂ€hlen der Aufsichtsgremien. Die digitalen Handwerkszeuge gibt es lĂ€ngst; die fassen die Sender aber mit der Kneifzange nicht an.Weiterlesen…

Risikoaversion – ARD-Tatort unter Druck

Denkarbeit an “Drittem” Mediensystem – endlich! (s. Update unten)
Matthias Dell war Nachfolger von Barbara Schweizerhof als Medienredakteur beim Freitag. Aber lange hat er anscheinend das Augstein-Regime dort auch nicht ausgehalten. Heute ist er ein inhaltlich auffĂ€lliger und – notgedrungen? – fleissiger “freier” Medienjournalist (DLF, Zeit-online, weiterhin Freitag usw.). Erstmals fand ich ihn gestern im FAZ-Feuilleton, mit einer wichtigen Angelegenheit, die ich an anderen Stellen leider bisher nicht gefunden habe: die ARD, ihr “Tatort” und die Frage, welche Rolle dort Frauen spielen.Weiterlesen…

Es ist der Rassismus, Dummkopf!

Die Ungleichheit von Rechts und Links
Die GroKo-Parteien CDU und SPD geben sich als unverstandene Opfer. Eingeklemmt von Rechts und Links können sie keine Wahl mehr gewinnen. Opfersein war schon immer ein herausragendes deutsches Talent. Es ist aber nicht genetisch, sondern sozial erlernt. Mit dieser Deutung ist schon mal eine Ungleichheit zwischen Rechts und Links markiert. Eine weitere hat der Soziologe Alexander Yendell im Sp-on-Interview herausgearbeitet: es ist der Rassismus, das Minderbewerten anderer Menschen.Weiterlesen…

Mittelmeer / Russland / Israel / Jemen / Bayern

Rene Martens/Medienkorrespondenz bespricht zwei sehenswerte Filme ĂŒber private Seenotretter*innen im Mittelmeer.
Reinhard Lauterbach/Junge Welt bewertet die Protestaktionen in Moskau gegen die Nichtzulassung von Kandidaturen zur Kommunalwahl. Eine sehr lesenswerte Gesamtanalyse russischer Politik kommt, endlich mal wieder, vom in Russland lebenden Kai Ehlers. In den 70ern war er presserechtlich Verantwortlicher der linksradikalen norddeutschen Sekte KB, die mich damals sehr genervt hat.Weiterlesen…

Epstein – Maxwell – Murdoch – Blavatnik

Mr. Epstein ist jetzt so tot wie Robert Maxwell. Aber beide schlagen Wellen ĂŒber ihren Tod hinaus. Aus den Epstein-Ermittlungen sickerte durch, dass Robert Maxwells Tochter Ghislaine fĂŒr ihn gearbeitet habe, u.a. als Puffmutter. Nach Papa Roberts unaufgeklĂ€rtem Tod muss die Tochter abgefunden worden sein, um keinen die Öffentlichkeit beschĂ€ftigenden Wirbel zu machen. Aber in der High Society sind die Lebenshaltungskosten hoch.Weiterlesen…

Das Krokodil muss alle beißen

Zur Ambivalenz des VerhÀltnisses zwischen Politik und Journalismus
Von Friedrich KĂŒppersbusch

Rede beim Politischen Bildungsforum Niedersachsen der Konrad-Adenauer-Stiftung am 18. Juni in Hannover, beim Empfang aus Anlass des 60. Geburtstags von AltbundesprÀsident Christian Wulff.

Nach vorne gucken! Das sagt uns der rĂŒstige Jubilar, wenn er zu seinem 60. Geburtstag keine anderen Sorgen hat als: „Demokratie stĂ€rken – den gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern“. Echt jetzt? Keine Ruhmesrede, keine tapfere RĂŒckschau auf Krisen und Niederlagen: Enthuldigen Sie bitte, da geht’s lang,Weiterlesen…

Die GroKo scheitert – an der CDU

Und was kommt danach?
Seit gestern glaube ich auch, als SpĂ€tglĂ€ubiger, dass es mit der Grossen Koalition zuende geht. Es wird aber nicht die SPD sein. Die CDU wird es selbstmachen. Seit Wochen fĂ€llt mir an der Körpersprache von Frau Kramp-Karrenbauer auf, dass es ihr in Berlin unwohl ist. Offensichtlich gehen ihr alle auf den Zeiger. Als Parteivorsitzende muss sie ihre wachsende Aggression dagegen nach aussen richten, auf politische Konkurrenz und Gegner. Aber ihr Problem ist im eigenen Stall.Weiterlesen…

DuMont / Peter RĂŒchel

Die BetriebsrĂ€te der DuMont Mediengruppe haben den folgenden Offenen Brief an die KonzerneigentĂŒmer*innen gerichtet:
Köln, 27. Februar 2019
Offener Brief
Gemeinsame ErklÀrung der BetriebsrÀte der DuMont Mediengruppe

Sehr geehrter Frau Neven DuMont,
sehr geehrter Herr SchĂŒtte,
normalerweise ist es die Rolle der DuMont-Zeitungen, unangenehme Wahrheiten ans Licht zu bringen.Weiterlesen…

Gibt es Indien wirklich?

Deutsche Medien sind stattdessen mit sich selbst beschÀftigt
Sie wissen ja, die Existenz von Bielefeld ist zweifelhaft. Aber Indien scheint es wirklich zu geben. Es hat jetzt auch deutsche Medien mit einem Luftangriff durch ĂŒber ein Dutzend Kampfflugzeuge auf sich aufmerksam gemacht. Ich weiss nicht, ob Sie es wissen, aber: Indien ist Atommacht. Und sein Nachbar und Gegner Pakistan auch. Und wenn es danach ĂŒberhaupt noch eines Nachdruckes bedarf: Indien ĂŒberholt derzeit China bei der Einwohner*innen*zahl. Es wird also zum grössten Markt der WeltWeiterlesen…

Twitter oder FAZ?

Es gibt zum GlĂŒck noch mehr Möglichkeiten
Wolfgang Michal hat sich zu einer launigen FAZ-Kritik hinreissen lassen. Ja, das lĂ€sst schon tief blicken und ist auch nicht unlustig. Und seine selbstformulierten Skrupel weisen ihn als reflektierten Autor und Menschen aus. Den ernsten Kern habe ich bei ihm bereits als Kommentar hinterlassen: wer sich auf eins oder wenige Medien fixiert, ist selber schuld und wird mit SelbstreferentialitĂ€t, in schweren FĂ€llen lebenslĂ€nglich, bestraft.Weiterlesen…

Klassenkampf an unserer HaustĂŒr

Mit Update
Weil die Linkspartei gerade mal wieder keine Zeit fĂŒr Politik hat, muss Jan Böhmermann jetzt ihren Job machen. Seine Schreibtischnummer war gestern mal wieder – Kompliment! – ein Höhepunkt politischer AufklĂ€rung. Heftiger Dank an die Rechercheur*inn*en der bildundtonfabrik in Köln-Ehrenfeld, die ihm das aufgeschrieben haben. Die gewerkschaftlich hochorganisierten MĂŒllwerker sind geradezu eine Arbeiteraristrokratie gegenĂŒber dem Proletariat, dem er sich gestern widmete:Weiterlesen…

Lindenstrasse und Bertolucci

Dieter Anschlag/Medienkorrespondenz warf sich fĂŒr die Lindenstrasse ins letzte, vergebliche Gefecht. Seine Erregung kann ich nicht mehr nachempfinden, obwohl ich bis in die Nullerjahre zum Stammpublikum gehört habe, mehr aus liebgewonnener Gewohnheit, als aus Fan-Engagement (das investiere ich woanders). Ich weiss darum auch gar nicht mehr, wann es aufgehört hat. Von diesem abgesehen, hat Anschlag in allen anderen Punkten aber mehr Recht, als es fĂŒr unsere Medienlandschaft und Demokratie gut ist.
Die grösste Gefahr, die unsere öffentlich-rechtlichen Medien fĂŒr sich selbst herbeiprovozieren, ist die GleichgĂŒltigkeit.Weiterlesen…

“Nachrichtenermittler” Amri / ZDF-Sportstudio unrettbar?

Der mutmassliche AttentĂ€ter vom Berliner Breitscheidplatz Weihnachten 2016 mit 12 Todesopfern, Anis Amri, konnte seiner Tat nicht rechtsstaatlich ĂŒberfĂŒhrt und verurteilt werden. Er wurde (vorsorglich?) erschossen. Er konnte also nichts mehr gestehen und keine Mitwirkenden verraten. Was seitdem in zahlreichen UntersuchungsausschĂŒssen und durch die Arbeit von Sonderermittlern zutage trat, klĂ€rte vor allem eins: unsere sogenannten “Sicherheitsbehörden” sind nicht das, was sie vorgeben; sie schaffen nicht Sicherheit sondern gefĂ€hrden sie. Hier berichtet Thomas Moser/telepolisWeiterlesen…

#metoo/WDR: die Debatte ist nicht beendet

Mögen einige gehofft haben, dass wĂ€hrend der Herbstferien “die Sau das Dorf” durchquert habe. Aufwachen, der Traum ist beendet. Denn es geht in der Debatte nicht (nur) um skandalöse EinzelfĂ€lle. Das Problem ist durch gerichtliche SchuldsprĂŒche, Abmahnungen und Entlassungen nicht aus der Welt. Denn es wird von Systemstrukturen erzeugt, die in einem jahrzehntelangen Prozess herangewachsen sind. Dazu sind jetzt einige erhellende DiskussionsbeitrĂ€ge erschienen.
Hektor Haarkötter, heute Professor an der Fachhochschule Rhein-Sieg, war mal “freier” Mitarbeiter des WDR und weiss darĂŒber viel zu erzĂ€hlen.Weiterlesen…

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