Beueler Extradienst

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Schlagwort: Medienkritik

Woanders is’ auch ……..

… nicht besser. Tomasz Konicz deutet die aktuellen Entwicklungen des globalen Kapitalismus als mögliche Crashvorboten. Könnte sein. Hoffen wir mal, dass er ein Spinner ist …..
Deutschland
Jakob Augstein, auch ĂŒber ihn kann mann viel Kritisches meinen und schreiben, aber im deutschen BĂŒrgertum kennt er sich aus.
Heribert Prantl beschreibt das deprimierende Bild unserer kommenden Regierung, das sogar mutwillig auf Blender wie Macron verzichtet. Sollen wir ĂŒber diesen Unterschied nun froh sein, oder ist das nur eine besonders fiese Form, uns GeringschĂ€tzung zu ĂŒbermitteln? Ähnlich arm: die Oppositionssprechblasen in der Tagesschau.
New YorkWeiterlesen…

Mit einer guten Sache gemein machen – Medienkritik vs. asoziale Medien

von Christian NĂŒrnberger / Otto-Brenner-Stiftung
Keynote zur medienpolitischen Tagung / Verleihung des Otto-Brenner-Preises am 21.11. in Berlin

1 Von der Informations- zur Desinformationsgesellschaft

Zwischen 2014 und 2016 ist auf die deutschen Medien die heftigste Medienkritik niedergeprasselt, die es je gegeben hat. Dann aber wurde der Fakenews-Produzent Donald Trump US-PrĂ€sident, und gleichzeitig begann sich herumzusprechen, dass die grĂ¶ĂŸten Desinformations-Schleudern nicht die Mainstream-Medien sind, sondern die tausend Plapper-Foren in den sozialen Medien und die Propaganda-und Fakenews-Fabriken in Russland. Retten wird das die Medien trotzdem nicht, denn

2 Das Raumschiff Erde gleitet gerade von der Guten- in die Zuckerberg-Galaxis

Und gerade dort, in der Zuckerberggalaxis, verhungern die Medien. Der Geldstrom, der einst aus der Werbung in die Zeitung und das Privatfernsehen floss, fließt jetzt zu den vier großen Big-Data-Konzernen, vor allem zu Facebook und Google.

3 Kommt ein Narrenschiff gefahren …

Die solchermaßen in ihrer Existenz bedrohten Verlage haben darauf zuerst zu spĂ€t, anschließend falsch reagiert, und sind dann auch noch von einem Narrenschiff gerammt worden. Auf dem Schiff tummelte sich das zu Verschwörungstheorien neigende, an Fakenews und alternative Fakten glaubende Aluhut- und Pegidavolk und rief LĂŒgenpresse und Haut die Presse auf die Fresse.

Rund zwei Jahre lang wurde von diesem Schiff aus auf die Presse geschossen wie noch nie. Aber nur dank des Echoraums der mittlerweile erfundenen sozialen Medien konnte die LĂŒgenpresse-LĂŒge eine so hohe Aufmerksamkeit erzielen, dass die beschimpften Journalisten zuletzt selber glaubten und schrieben, dass ihnen niemand mehr glaube.Weiterlesen…

Medienkritik, gute und schlechte

Es gibt nicht nur linke und rechte Medienkritik, sondern auch gute und schlechte. Und das deckt sich leider nicht zwingend. Darauf macht Matthias Holland-Letz auf Carta aufmerksam.
Medienkritik leidet unter mangelhaftem Interesse der breiten Öffentlichkeit. Das macht sie aber nicht ĂŒberflĂŒssig, eher im Gegenteil. In ihrer heutigen Situation leidet sie ausserdem unter Apodiktik, einer stark entwickelten Bescheidwisserei, angesichts der knapp bemessenen bezahlten ArbeitsplĂ€tze auch konsequentem persönlichem Wegbeissen von potenziellen Konkurrent*inn*en, ganz wie im richtigen Leben.

Aus dem von Holland-Letz kritisierten Buch gab es hier bereits einen Hinweis auf eine telepolis-Kostprobe, hier ist nun eine weitere mit einem Interview mit Erich Schmidt-Eenboom, das zusÀtzlich zu seiner unbestrittenen fachlichen Expertise das von mir oben Beschriebene beispielhaft illustriert.

Die gute Nachricht: die Facebook-Filterblasen werden ĂŒberbewertet, meint Prof. BIrgit Stark von der Uni Mainz. Was nicht ist, kann aber noch werden, wenn alles ohne politischen Eingriff so weiter lĂ€uft, und Gesetze weiterhin gut gemeint und schlecht gemacht werden.

Zum Schluss noch eine gute Idee von Thomas Fricke zur Bundestagswahl, die ebensowenig verwirklicht werden wird, wie die zuletzt von mir gelobte von Pascal Beucker.

Medienkritik – von einer Russin aus Dortmund / Erdogan-Iran

In Dortmund werden schon lange nicht wenige Journalist*inn*en sehr ordentlich ausgebildet. Schade, dass davon in unserer ökonomisch vermachteten Medienlandschaft so wenig durchkommt. Die nachdenkseiten, von mir hier in letzter Zeit oft getadelt, lassen heute mit Veronika Prokhorova eine Dortmunder Absolventin zu Wort kommen, die deutschen Medien ihre Fehler noch mal ganz genau zu erklÀren versucht.

Correctiv versucht bereits an diesen Fehlern zu arbeiten, z.B. mit seinem neuen AfD-Schwarzbuch.

Telepolis arbeitet schon lange daran: hier die Spekulationslage zu Syrien, USA und Russland, und hier eine leider schlĂŒssige und glaubwĂŒrdige RĂ€uberpistole von Detlef zum Winkel zu Erdogans-IrangeschĂ€ften. Zusammengefasst: den jĂŒngsten “Putsch” fĂŒhrte herbei, dass Erdogans Freunde von der GĂŒlen-Bewegung, deren Chef bekanntlich im USA-Exil lebt, seine Iran-GeschĂ€fte nicht mittragen wollten/durften.
Zum Trumps Nahostpolitik/-strategie (gibts die?) hier ergÀnzend ein langer Text aus der Huffington Post.

Zu Erdogan auch ĂŒber diesem Text ein aktueller Kommentar von Hidir Celik.

BinÀre Logik steht Medienkritik immer im Weg

Kriege entspringen immer einer binĂ€ren Logik: wir oder die anderen, es kann nur einen geben, ich oder Du. Unter den ersten Kriegsopfern ist immer die Wahrheit. Sie geht schon vor Kriegen weitgehend verloren. So weit so schwierig, wenn wir uns ĂŒber Prozesse und Ereignisse außerhalb unseres Blickfeldes orientieren wollen.
Eine Medienkritik, die in diesem Zusammenhang mit den Gut-und-Böse-Kategorien operiert, ist darum immer zum Scheitern verurteilt. Wie gut wĂ€re es die vergangenen Kriege und Massenmorde aufzuarbeiten. Wenn es aber, wie hier in der Jungen Welt, darauf hinauslĂ€uft, einen “Deal” der Herren Trump, Putin und Xi Jinping zu erhoffen, was will der Autor damit seinen anderen Argumenten und Analysen antun?
Muss man sich mit autoritĂ€ren Despoten in ein Boot setzen, wenn man Kriegspropaganda bekĂ€mpfen will? Nein, muss man nicht, wie seit Jahren die Telepolis-Redaktion beweist, die hier die Kontroverse ĂŒber Todenhöfers letzte AktivitĂ€t referiert, ein inhaltlich ergĂ€nzender Bericht hier, und den Lesern das Urteil, anders als Carta, selbst ĂŒberlĂ€sst. Danke!

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