Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Medienquartett

Märchen statt “Humorkrimi”

Verschönern Sie sich Ihr Wochenende mit Denys Arcands “Der unverhoffte Charme des Geldes” (Arte)
“Wenn die Programmplanung das alleine entscheiden könnte, würde jeden Abend eine Abfolge ‘Tagesschau’, ‘Tatort’, Talkshow, ‘Tagesthemen’ gesendet, und zwar nur diese Sendungen. Weil alles andere irritiert und ist lästiger, also, irgend so einen Dokumentarfilmer auf dem Hals zu haben, der mal jahrelang an einem Produkt arbeitet, das ist einfach lästig. Also, das läuft im Grunde wie geschmiert. Und es ist ein bisschen eine mentale Prostitution von allen Beteiligten, weil jeder etwas davon hat: die Moderatorinnen werden bekannt, die Produktionsfirmen verdienen gut, die Gäste werden prominent, wenn sie es nicht schon sind – also, das ist so ein System, eine Versicherung auf Gegenseitigkeit, die ziemlich gut funktioniert. Weiterlesen

Detonation – immanenter Systemzusammenbruch

Journalismus stirbt durch politisches Desinteresse
Das Gerede von der “Vierten Gewalt” ist eine missratene Autosuggestion und durch die Verfassung nicht gedeckt. Wenn eine Milliardärsfamilie “die Lust verliert”, wie z.B. in Köln, dann verschwindet der (lokale) Journalismus eben eines Tages. Wer würde ihn in Köln vermissen, ausser Lutz Hachmeister? Entsprechend verbittert und realistisch ist der Mann.
Die Bestandsaufnahme des “Medienquartetts” im Deutschlandfunk gestern Abend Weiterlesen

Guck’ mal Bonn: Hannover!

weiter unten: Terror / FBI / Politikjournalismus
Sozialdemokraten mögen jetzt entgegnen: guck’ mal Mainz. 22% für eine Grünen-Kandidatin. Das hatten wir in Bonn schon 2015 für Tom Schmidt; und Jürgen Nimptsch ist mit seinem Amtsbonus schon damals in den Karneval abgewandert.. In Hannover sind der CDU- und der Grünen-Kandidat in die Stichwahl gekommen. So wird es auch nächstes Jahr in Bonn kommen. Es sei denn Weiterlesen

Das Verschwinden im deutschen TV

Übers Fernsehen wird fast so gerne gemeckert, wie über die Deutsche Bahn. Versuchen wir es also mal konstruktiv. Im “Medienquartett” des Deutschlandfunks am letzten Freitag wies Lutz Hachmeister zutreffend darauf hin, dass der Informationsgehalt von Infomationssendungen fällt und damit unsere Demokratie gefährdet. In den USA ist besonders sichtbar, und bei uns dringt diese Erkenntnis nur langsam durch, dass dieses Vakuum durch die gesellschaftsdiagnostische Kraft der fiktionalen Angebote zunehmend gefüllt wird. Das serielle Erzählen, bei dem die Figurenentwicklung nicht auf wenige Sendeminuten und Drehtage gequetscht werden muss, erlaubt nicht nur mehr künstlerische Freiheit für die Macher*innen. Es kann auch Gewinn für uns Zuschauer*innen bringen, natürlich nur wenn es gut und geduldig gemacht ist, weil uns weniger Klischees verfüttert werden, und dafür mehr Charakterentwicklung und gesellschaftliche Wirklichkeit, bzw. eben ihre filmkünstlerische Interpretation.

So war es jüngst bei der ARD-Miniserie “Das Verschwinden” (nur bis 21.11. in der Mediathek) in der Regie von Hans Christian Schmid und mit einer formidablen Riege von grossartigen Schauspieler*inne*n. Zum ersten Mal seit vielen Monaten fühlte ich mich an meine Begeisterung über “Über Barbarossaplatz” erinnert, Weiterlesen

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